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muffinho
Tifferette hat geschrieben:Gesellschaften leben nicht nur von Gesetzen, sondern auch von ungeschriebenen Werten und Normen.


Da bin ich komplett anderer Meinung, über diesen Punkt sind wir lange raus. Beispiel, früher war es ein ungeschriebenes Gesetz dass man andere Menschen mit Handschlag begrüßt hat. Schon vor Corona habe ich beobachtet, dass dies immer mehr aus der Mode kam, Obama ist nur der prominenteste fist bumper. Mit Corona wird sich das alles noch viel mehr ändern. Dazu kommen andere "Kulturen", die eine kontaktlose Begrüßung kennen, durch Zuwanderung zu uns und werden in die Gemeinschaft integriert, da juckt es nicht was jahrelang ungeschriebene Werte waren.

Nur ein Beispiel. Oder sag mir doch bitte mal ein Beispiel für die ungeschriebenen Werte und Normen hier im Land.

Tifferette
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Über den Punkt sind wir lange raus? 400 Jahre Philosophie und Ethik den Gulli runter, echt jetzt? Soziologen und Rechtstheoretiker haben ohnehin keine Ahnung, oder was? Vielleicht hier mal etwas weniger Fuß auf dem Gaspedal.

Mal ein ganz einfaches Beispiel: Ich lade Dich zum Abendessen ein. Du bist überrascht, weil wir bislang keine dicken Buddies sind. Du stehst pünktlich (immerhin sind wir in Deutschland!) vor meiner Tür. Keiner öffnet und Du siehst in diesem Moment eine SMS von mir, dass ich doch keinen Bock habe und lieber ins Kino gegangen bin. Rechtmäßiges Handeln? Klar, gibt ja kein Gesetz dagegen? Frag mal 100 Leute auf der Straße, was sie davon halten, und Du wirst ein ziemlich einhelliges Stimmungsbild bekommen.

Der Trick bei den ganzen ungeschriebenen Dingen ist übrigens gerade, dass sie sich mit der Zeit wandeln. Das ist gerade der Punkt. Und manches findet sich dann irgendwann in Gesetzesform wieder, vieles hingegen nicht. Das ändert aber nichts daran, dass es diese ungeschriebenen Normen gibt.

Das denke ich mir übrigens nicht spontan aus, das ist gerne nachzulesen in den ersten Kapiteln der Standardwerke zur Rechtstheorie und -soziogie. Du kannst jetzt gerne sagen, dass Du das ja alles anders siehst. Mei. Es ist aber halt sozialwissenschaftlicher Konsens.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

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muffinho hat geschrieben:
Jeder Verbraucher, der sich dem mündigen und verantwortungsvollen Konsum anschließt, ist einer mehr, der andere Produktions- und Vertriebsweisen unterstützt.Und wenn das immer mehr werden, dann können sich die Firmen dem nicht verschließen. Das nennt sich Marktmacht - und das bewirkt Veränderung.


Ja, ich sehe die Veränderungen täglich, beim Benzinverbrauch, bei der Abfallentsorgung, beim Konsumverhalten usw.


Wir verwenden unser Auto nur für lange Strecken zu unserer Verwandtschaft nach Deutschland und für den Urlaub. Ansonsten fahren wir öffentlich, mit dem Fahrrad oder gehen zu Fuß.

Wir reduzieren schon seit Jahren unseren Abfall, indem wir beispielsweise - wo möglich - offene Ware einkaufen, selbst kochen statt Fertigprodukte aufzuwärmen, usw. Geräte, die wir nicht brauchen, verkaufen oder verschenken wir oder bringen sie zum Wertstoffhof. Löchrige Socken und T-Shirts werden gestopft, Knöpfe angenäht. Und auch sonst brauchen wir nicht ständig das neueste Handy oder den neuesten Rechner. In der Regel erneuern wir den stationären Rechner alle zehn Jahre - und dann wird er meistens bei der Verwandtschaft wiederverwertet, die selbst nicht unbedingt einen superschnellen Rechner braucht...

muffinho hat geschrieben:
Also, wenn du schon so viel weißt, dann erlaube ich mir die Frage, warum DU nichts änderst?


Weil ich hier einen gewissen Egoismus erkenne und für mich toleriere. Es ist mir wichtiger, meinen Kindern einen Löwen oder Elefanten zu zeigen, als mich dafür feiern zu lassen, dass ich die nicht artgerechte Tierhaltung im Zoo nicht unterstütze. Es ist mir wichtiger, mit dem Smartphone meine Mails zu empfangen, als mir auf die Schultern zu klopfen, dass ich mit meinem Handeln das Leid der Kinder in den Minen des Kongo nicht unterstütze. Es ist mir wichtiger mit dem Auto meine Kinder schnell von A nach B zu fahren, statt mich zu freuen dass ich die Ölförderung und anschließende Umweltverschmutzung nicht mit meinem Geld fördere, und auch für die "saubere" Ersatzlösung, die Akkus benötigen, haben Menschen leiden müssen, was ich nicht unterstütze.... so könnte ich ewig weitermachen, ich habe das ja schon - zu - oft aufgezählt, Schokolade, Kosmetik, das ganze Leben ist moralisch verdorben. Und hier entscheide ich für mich, dass dieser angesprochene Egoismus über den moralischen Bedenken steht. Hört sich scheiße an, ist es auch. Geht aber nicht nur mir so, sonst würdest Du mir hier nicht antworten, denn mit den Gerät, in dem Du Deine Nachricht schreibst, unterstützt Du den Scheiß auch. Das machen auch die Millionen, die jährlich in die Wilhelma gehen, die täglich tanken, Schokolade essen usw, jeder stellt seinen Egoismus über die Moral. Diese Erkenntnis kann man akzeptieren und offen kommunizieren, man kann es aber auch verdrängen. Ich habe mich für ersteres entschieden.


Das habe ich bei dir schon lange verstanden. Es ist durchaus ein Fortschritt, seinen eigenen Egoismus und seine eigene Bequemlichkeit offen zu gestehen.

Aber warum wütest du gegen andere, die sich (mindestens) in Teilen anders entscheiden :?: Denn solche Leute gibt es, beispielsweise uns.

Und wenn jeder nur auf einen Teil dieser von dir so genannten Tätigkeiten oder Produkte verzichten würde, würde das auch schon viel verändern :!: Selbst wenn du nur einmal öffentlich statt mit dem Auto von A nach B fährst, hast du bereits etwas verändert.

Warum also dieser Absolutismus, dieses alles oder nichts :?: Oder brauchst du den, damit du deinen Egoismus vor dir rechtfertigen kannst :?:
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Nilkheimer
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Weil ich ja im Gegensatz zu Euch was schaffe muss, bleibt mir nur kurze Würze.

Muff: Ein kluger Jurist (!?) hat mal gesagt:

Recht ist das ethische Minimum.


Das ethische MINIMUM :!:
Aber das macht doch nichts.

Ja gut äh, die alten Griechen haben Ziegenhirten durchgefickt, ob die wollten oder nicht. So ändern sich die Normen. Wenn man nur ein Schnitzel weniger in die Pfanne haute, würde sich schon jede Menge.

Auch auf politischer Ebene: man sollte einen fleischlosen Tag pro Woche in Kantinen und Großküchen. Ich finde die FDP könnte diesen Vorschlag einbringen.

Tifferette
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Nice Weather hat geschrieben:Ja gut äh, die alten Griechen haben Ziegenhirten durchgefickt, ob die wollten oder nicht.


Die alten Griechen oder die Ziegenhirten?
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muffinho
Tifferette hat geschrieben:Über den Punkt sind wir lange raus? 400 Jahre Philosophie und Ethik den Gulli runter, echt jetzt? Soziologen und Rechtstheoretiker haben ohnehin keine Ahnung, oder was? Vielleicht hier mal etwas weniger Fuß auf dem Gaspedal.


Ja, der Meinung bin ich, jedenfalls in guten Teilen, weil eine Gesellschaft dynamisch ist und sich konstant entwickelt. Sieht man am besten beim Beispiel Frau: bis ins letzte Jahrhundert war die Rolle der Frau gesellschaftlich definiert, das klassische Heimchen. In der Zwischenzeit haben wir eine faktische Gleichberechtigung (jetzt bitte keine Phantomdiskussion über Gender gap bzgl. Bezahlung und ähnliches, dafür ist das Thema zu vielschichtig und bedarf eines eigenen Thread), da interessieren Ansichten und Moralvorstellungen vor 50 Jahre kein Schwein mehr. Manche Menschen haben noch die Ansichten von 1960, andere Leben schon im Jahr 2060, kann man machen, solange kein Gesetz sie daran hindert. Wenn in einer Ehe der Mann alleine arbeitet, heimkommt und sich vor den TV setzt, während die Frau den ganzen Tag daheim bleibt und auf die Kinder aufpasst, während der Mann alle wichtigen Entscheidungen trifft... hey, es ist ein freies Land.

Mal ein ganz einfaches Beispiel: Ich lade Dich zum Abendessen ein. Du bist überrascht, weil wir bislang keine dicken Buddies sind. Du stehst pünktlich (immerhin sind wir in Deutschland!) vor meiner Tür. Keiner öffnet und Du siehst in diesem Moment eine SMS von mir, dass ich doch keinen Bock habe und lieber ins Kino gegangen bin. Rechtmäßiges Handeln? Klar, gibt ja kein Gesetz dagegen? Frag mal 100 Leute auf der Straße, was sie davon halten, und Du wirst ein ziemlich einhelliges Stimmungsbild bekommen.


Das Beispiel würde bei mir schon daran haken, dass ich pünktlich wäre. Ich bin ein superpünktlicher Mensch und bin eher 10 als 5 Minuten vor der Zeit am Treffpunkt. Ich habe Freude die kommen erst mal 20 Minuten zu spät und sehen darin kein Problem, schieben es halt auf die Kinder. Ich kenne Kollegen die das Zeitmanagement eines Faultiers haben. Und wir reden hier nicht von argentinischen Fussballern, sondern altschwäbischen/württembergen Einheimischen. Sowieso ist das Thema Pünktlichkeit in den letzten Jahren total verkommen, aber auch dass man auf einmal Geburtstagswünsche über Whatsapp bekommt, da kann man nicht mal mehr anrufen. Ist halt Teil der sich verändernden Gesellschaft, und mit ihr verändern sich Werte und Vorstellungen. Der eine so, der andere so, der alte Fritz hätte daran seine Freude, auch wenn sein berühmter Spruch eher auf die religiöse Sicht bezogen war.

Tifferette
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Das Beispiel würde bei mir schon daran haken, dass ich pünktlich wäre.


Ich glaube, Du hast das Beispiel nicht richtig gelesen oder jedenfalls nicht verstanden. Es ging nicht um Pünktlichkeit. Es geht auch nicht darum, was Du tun würdest.
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Southern Comfort
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Weil ich hier einen gewissen Egoismus erkenne und für mich toleriere.
Immanuel Kant


Nette Diskussion... War ganz schön viel zu lesen. ich bin mir nciht sicher, ob ihr diesen Ursprungsgedanken - imho ein Denkfehler - überwunden habt.

Blöde vs. Moralisch

...gehört für mich nicht in eine Arena.

Auch Dummbatzen sind zu moralischem Handeln fähig. Es braucht auch nicht immer die allergrößte Reflexionsstufe um zu sehen, dass man bei Rot nicht über die Ampel fährt. Dann fährt man nämlich nicht, weil es verboten ist, sondern weil man es verinnerlicht hat.

Und genauso sind die unmoralischsten Täter in dieser Welt vermutlich auch gleichzeitig sehr intelligent. Wie heißt es so schön (so oder so ähnlich): "Die dummen Soziopathen landen im Gefängnis, die schlauen Soziopathen werden Vorstandsvorsitzender."

Mit anderen Worten: Man kann es nicht so schnell verkürzen, dass jemand zu blöd ist, moralisch zu handeln. Das sind meines Wissens sogar schon unterschiedliche Gehirnhälften.

Deswegen darf man einem Fleischesser auch mal erklären, dass das in extremen Ausprägungen halt auch seine Konsequenzen hat, die er nicht bemerkt. Wenn er daraufhin sagt "mir doch egal", ist das sein Recht, aber ich würde das nicht Intellekt begründen, sondern dann mit Sturheit/Ignoranz etc. Und damit wird das dann eine rein moralische Fragestellung.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Tifferette
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muffinho hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:Über den Punkt sind wir lange raus? 400 Jahre Philosophie und Ethik den Gulli runter, echt jetzt? Soziologen und Rechtstheoretiker haben ohnehin keine Ahnung, oder was? Vielleicht hier mal etwas weniger Fuß auf dem Gaspedal.


Ja, der Meinung bin ich, jedenfalls in guten Teilen, weil eine Gesellschaft dynamisch ist und sich konstant entwickelt. Sieht man am besten beim Beispiel Frau: bis ins letzte Jahrhundert war die Rolle der Frau gesellschaftlich definiert, das klassische Heimchen. In der Zwischenzeit haben wir eine faktische Gleichberechtigung (jetzt bitte keine Phantomdiskussion über Gender gap bzgl. Bezahlung und ähnliches, dafür ist das Thema zu vielschichtig und bedarf eines eigenen Thread), da interessieren Ansichten und Moralvorstellungen vor 50 Jahre kein Schwein mehr. Manche Menschen haben noch die Ansichten von 1960, andere Leben schon im Jahr 2060, kann man machen, solange kein Gesetz sie daran hindert. Wenn in einer Ehe der Mann alleine arbeitet, heimkommt und sich vor den TV setzt, während die Frau den ganzen Tag daheim bleibt und auf die Kinder aufpasst, während der Mann alle wichtigen Entscheidungen trifft... hey, es ist ein freies Land.


Ja, schönes Beispiel. In diesem Bereich gibt es eben keine einigermaßen einheitliche "soziale Norm" mehr. Heitß das, dass es die deshalb generell nicht mehr gibt? Nein. Hier wird man andersrum sagen können, dass es gerade die soziale Norm ist, dass in der Bevölkerung überwiegend akzeptiert wird, dass es verschiedene Formen gibt.
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Nice Weather hat geschrieben:Wenn man die Griechen meinte, dann schriebe man “ob sie wollten oder nicht”.

Das ist leider richtig. Menno.
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muffinho
CoachingZone hat geschrieben:
Wir verwenden unser Auto nur für lange Strecken zu unserer Verwandtschaft nach Deutschland und für den Urlaub. Ansonsten fahren wir öffentlich, mit dem Fahrrad oder gehen zu Fuß.

Wir reduzieren schon seit Jahren unseren Abfall, indem wir beispielsweise - wo möglich - offene Ware einkaufen, selbst kochen statt Fertigprodukte aufzuwärmen, usw. Geräte, die wir nicht brauchen, verkaufen oder verschenken wir oder bringen sie zum Wertstoffhof. Löchrige Socken und T-Shirts werden gestopft, Knöpfe angenäht. Und auch sonst brauchen wir nicht ständig das neueste Handy oder den neuesten Rechner. In der Regel erneuern wir den stationären Rechner alle zehn Jahre - und dann wird er meistens bei der Verwandtschaft wiederverwertet, die selbst nicht unbedingt einen superschnellen Rechner braucht...


Ich sage nicht dass es Schwarz oder Weiß gibt, es gibt auch viel Grau. Ich bewege mich selbst viel im grauen Bereich, ich fahre auch nicht zum Spaß am Wochenende durch die Gegend, weil es mir Spaß macht, aber ich fahre, und dadurch unterstütze ich das System. Ich brauche auch nicht immer das neuste Smartphone, aber ich brauche eins, und schon wieder Teil des Systems. Bin halt ein graue Egoist, aber ich bin einer. Wäre ich weiß, dann würde ich mit dem Rad fahren, auf Dinge mit Akku verzichten, meine Kleidung nur bei Bono kaufen... halt, da war was, stimmt, da kam die Kleidung ja auch aus China.

Aber warum wütest du gegen andere, die sich (mindestens) in Teilen anders entscheiden :?: Denn solche Leute gibt es, beispielsweise uns.


Nochmal, jeder kann leben wie er will, solange er sich an das Gesetz hält. Ich wüte nur, wenn Menschen denken, sie müssen mit ihren Moralvorschriften missionieren, weil sie ihren Standpunkt für den Richtigen halten. Daran ist bei mir schon eine gute Freundschaft zerbrochen, an der Frage ob wir die Vögel für die Kinder vom Züchter holen (wie wir es wollten) oder aus dem Tierheim (wie sie es wollte), um 2 armen Vogelseelen ein neues Zuhause zu bescheren und die Gewinnabzielungsabsichten des Züchters, der mit den armen Tieren noch ein Geschäft machen will, nicht aktiv zu unterstützen. Jahrzehntelange Freundschaft, die sich im Laufe der Jahre zur fast schon militanten Tierschützerin gewandelt hat und jeden überzeugen wollte... bei mir natürlich an der richtigen Stelle gewesen, stehe ich voll drauf.

Und wenn jeder nur auf einen Teil dieser von dir so genannten Tätigkeiten oder Produkte verzichten würde, würde das auch schon viel verändern :!: Selbst wenn du nur einmal öffentlich statt mit dem Auto von A nach B fährst, hast du bereits etwas verändert.


Habe ich oben erklärt. Ich mache das was ich machen muss, ich mache nichts mit Absicht, aber ich mache es, und das reicht schon. Als weiteres Beispiel, ich esse Fleisch und weiß, dass für mich Tiere sterben. Kann und muss ich mit leben, aber der Biss in ein leckeres Stück Fleisch ist mir wichtiger. Billigende Inkaufnahme von tierischem Tod. Was ich nicht machen würde, ist aktiv ein Tier zu töten ohne Grund, also Selbstverteidigung, und dazu zählen auch Schnaken :D
Oder Mücken, die nerven irgendwann auch noch. Aber z. B. Jäger, die nicht wie bei uns krankes Tier erlegen oder für ein natürliches Gleichgewicht sorgen, sondern die Art von Jäger die in Afrika aus 200 Meter einen Löwen schießen, damit sie am Stammtisch was zum prahlen haben, für mich unverständlich, hier hat der Gesetzgeber zurecht eingeschritten. Kann ich nicht verstehen wie man ohne Grund ein wildlebenes Tier abschießen kann, aber ja mei, meine Vorstellungen teilt halt nicht jeder. Ist aber ein dummes Beispiel, weil das ja in Deutschland weitgehend verboten ist, Tötung und Einfuhr nach WA Abkommen. Man müsste was analoges suchen was hier erlaubt ist... ich schweife ab.

Abschließend: ich bin weiterhin der Auffassung, dass Menschen das machen dürfen, was gesetzlich erlaubt ist. Natürlich denke ich mir auch meinen Teil, aber ich versuche die betreffenden Personen nicht zu missionieren.

Tifferette
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Ich würde übrigens formulieren, dass es soziale Norm ist, andere nicht zu missionieren (oder zumindest nicht weiterzumachen, wenn man dankend ablehnt).

:D
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muffinho
Tifferette hat geschrieben:
Das Beispiel würde bei mir schon daran haken, dass ich pünktlich wäre.


Ich glaube, Du hast das Beispiel nicht richtig gelesen oder jedenfalls nicht verstanden. Es ging nicht um Pünktlichkeit. Es geht auch nicht darum, was Du tun würdest.


Ich habe es schon gelesen, habe nur den Punkt Pünktlichkeit aufgegriffen, weil das ja auch in den Punkt ungeschriebenes Recht fällt.

Zu Deinem Beispiel: ja, das wäre scheiße, aber auch sowas kommt vor. Es kommt auch vor dass Paare sich gegenseitig betrügen und trotzdem weiterhin zusammenleben. Jeder wie er soll oder will. Und wenn jemand damit klarkommt, dass man eine Verabredung einfach so absagt, gibt es bestimmt und die beiden werden sich wieder verabreden. Ich nicht, andere schon. Sind halt Menschen, Individualismus pur.

muffinho
Tifferette hat geschrieben:Ja, schönes Beispiel. In diesem Bereich gibt es eben keine einigermaßen einheitliche "soziale Norm" mehr. Heitß das, dass es die deshalb generell nicht mehr gibt? Nein. Hier wird man andersrum sagen können, dass es gerade die soziale Norm ist, dass in der Bevölkerung überwiegend akzeptiert wird, dass es verschiedene Formen gibt.


Ja, aber wenn sich jemand entschließt, auf diese Weise zusammenzuleben, in freien Stücken, dann man diese Personen dann dafür verurteilen? Nein, es ist ihre Entscheidung und es spricht kein Gesetz dagegen.

Tifferette
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Muffi, soziale Normen sind nicht bindend, und jeder kann für sich selbst entscheiden, für wie wichtig er die jeweilige soziale Norm nimmt.

Mir geht es nur (!) darum aufzuzeigen, dass es unterhalb der Gesetze noch eine Ebene von "Regeln" für unser Zusammenleben gibt. Nicht einklagbar und nicht mal verbindlich, aber immerhin von der überwiegenden Mehrheit der Leute akzeptiert.

Du kannst das für Dich halten, wie Du willst. Das ist in der Tat Individualismus pur. Nur gesteh doch bitte zu, dass da ein paar hundert Jahre Sozialforschung zu eben diesem Thema auf dem Tisch liegen.
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Tifferette
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muffinho hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:Ja, schönes Beispiel. In diesem Bereich gibt es eben keine einigermaßen einheitliche "soziale Norm" mehr. Heitß das, dass es die deshalb generell nicht mehr gibt? Nein. Hier wird man andersrum sagen können, dass es gerade die soziale Norm ist, dass in der Bevölkerung überwiegend akzeptiert wird, dass es verschiedene Formen gibt.


Ja, aber wenn sich jemand entschließt, auf diese Weise zusammenzuleben, in freien Stücken, dann man diese Personen dann dafür verurteilen? Nein, es ist ihre Entscheidung und es spricht kein Gesetz dagegen.


Hä? "Auf diese Weise"? Ich sprach gerade von VERSCHIEDENEN FORMEN.

Und niemand bezweifelt, dass es ihre Entscheidung ist und dass kein Gesetz dagegen spricht. Das ist überhaupt nicht mein Thema.

Vielleicht lassen wir es. Ich habe das Gefühl, dass Du entweder nicht genau liest oder cherrypicking betreibst. Egal. Wenn Du 300 Jahre Sozialforschung und Philosophie negieren willst - bitte schön. Ich werde Dich nicht aufhalten.
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muffinho
Tifferette hat geschrieben:Hä? "Auf diese Weise"? Ich sprach gerade von VERSCHIEDENEN FORMEN.


Meine Rede seit einigen Posts, es ist alles subjektiv, daher sträube ich mich ja so dagegen, von ungeschriebenen Recht zu sprechen.

muffinho
Tifferette hat geschrieben:Mir geht es nur (!) darum aufzuzeigen, dass es unterhalb der Gesetze noch eine Ebene von "Regeln" für unser Zusammenleben gibt. Nicht einklagbar und nicht mal verbindlich, aber immerhin von der überwiegenden Mehrheit der Leute akzeptiert.


Natürlich gibt es Regeln, etwa in Bus und Bahn für Ältere Platz zu machen. Auch das hat sich in den letzten Jahren etwas geändert, so auch das Thema Respekt. Dazu kommt die Verjüngung der Bevölkerung und mit ihnen andere Werte. Ich musste mich auch belehren lassen, dass wenn Teenies heute "Aber halts Maul" sagen, dies nicht respektlos gemeint ist, sondern ein energisches "Erzähle es keinem". Werte verändern sich, so auch die gute alte Kehrwoche. Was für die Alten noch heilig ist, belächeln die Jungen nur noch.

Nur gesteh doch bitte zu, dass da ein paar hundert Jahre Sozialforschung zu eben diesem Thema auf dem Tisch liegen.


ich gestehe jedem alles zu, solange erlaubt. Daher habe ich ja auch immer wieder den Zusatz IMHO geschrieben ;)

killroy
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Granadaseggl
Puh, irgendwie krass. Wenn der eigene Egoismus so gar nichts mehr an sich ran lässt. Irgendwo zwischen Selbstherrlichkeit und Verbitterung.

Oder

Weil keiner mehr die Hand gibt und in der Straßenbahn aufsteht (früher war alles besser) schert man sich um Nix mehr.

Darf man tun. Darf aber jeder auch eine Meinung zu haben
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

muffinho
killroy hat geschrieben:Puh, irgendwie krass. Wenn der eigene Egoismus so gar nichts mehr an sich ran lässt. Irgendwo zwischen Selbstherrlichkeit und Verbitterung.

Oder

Weil keiner mehr die Hand gibt und in der Straßenbahn aufsteht (früher war alles besser) schert man sich um Nix mehr.

Darf man tun. Darf aber jeder auch eine Meinung zu haben


Schon klar, man kann das rauslesen was man will, hatten wir beim Thema Solidarität im Bezug auf Corona ja schon mal. Aber ich bin wenigstens so ehrlich und gestehe mir meinen Egoismus ein. Andere gehen weiterhin in die Wilhelma und sagen, dass es den Tierchen dort ganz gut geht, da bekommen sie wenigstens regelmäßig was zu essen.

Egal, denk was Du willst, ich komm damit klar ;)

killroy
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Granadaseggl
Es reicht zu lesen was dasteht. Da muss man nix rauslesen.

I. Ü. Ist es ein Fehler, das eigene Dasein (eingestehen) auf andere zu projizieren. Es ist noch längst nicht alles moralisch am Sack
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

muffinho
Doch, weil ich z. B. nie geschrieben habe, dass ich mich um nichts mehr schere, so wie Du es schreibst, aber ich habe ja schon bei der Diskussion bzgl. Solidarität gelernt, dass Du erstens nur das liest was Du lesen willst und nur auf das antwortest was Du möchtest bzw. kannst.

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