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Auswurf
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Grasdaggl
uwe
ah..missverständnis !
Ich meinte die damen an den supermarktkassen, welche im gegensatz zum einkaufenden, den ganzen tag in diesem geschlossenem raum namens Laden verbringen
das ist doch keine Musik

Tamasi
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Allmachtsbachel
Danke, CZ, für die aktuellen Infos. Am Montag startet in Berlin die Schule, ich bin gespannt, wie lange der Unterricht "ohne Maske" bleiben wird. Ich rechne mit einer baldigen Anpassung an die Begebenheiten.

An der Grundschule meines einen Sohnes sind die Rahmenbedingungen relativ "gut" - die meisten Fenster lassen sich Richtung Hof oder einer Sackgasse ohne Verkehr öffnen und nahezu alle Kinder kommen aus der direkten Umgebung. Beim Gymnasium meines anderen Sohnes hingegen kommen die Kinder aus ganz Berlin und vermutlich überwiegend per überfülltem ÖPNV. Da er neu im Gymnasium startet, hoffe ich natürlich, dass die ersten Wochen halbwegs normal laufen und er sich gut eingewöhnt und Kontakte knüpfen kann.

Aber sind wir realistisch: Es wird völlig unmöglich sein, die kommende Herbst-/Wintersaison ohne Infektion innerhalb einer Schule durchzustehen. Völlig unmöglich.

Die Frage ist, wie man darauf reagiert. Wenn ein Schüler der 8b infiziert ist... muss man dann gleich die ganze Schule dicht machen? Ich fände es besser, wenn nicht. Ansonsten dürften mittelfristig wieder sämtliche Schulen geschlossen sein. Lieber Masken, Masken, Masken!

Tamasi
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Allmachtsbachel
Auswurf hat geschrieben:uwe
ah..missverständnis !
Ich meinte die damen an den supermarktkassen, welche im gegensatz zum einkaufenden, den ganzen tag in diesem geschlossenem raum namens Laden verbringen

Ich habe mich auch schon gewundert, dass es da offenbar keine auffällige Infektions-Häufung gibt. Aber: Zum einen sind ja inzwischen alle hinter Plexiglas und zum anderen ist ein krankhaft aerolosierender Kunden ja nur kurz im Kassenbereich und dann wieder weg. Der Kunde hat zwar auch am Nudelregal und der an der Käsetheke ausgeatmet, aber die Aerosole fliegen dann ja nicht alle zur Kasse. Die meisten bleiben hoffentlich in der Maske hängen.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Auswurf hat geschrieben:uwe
ah..missverständnis !
Ich meinte die damen an den supermarktkassen, welche im gegensatz zum einkaufenden, den ganzen tag in diesem geschlossenem raum namens Laden verbringen


Ja, ok, alles klar. ;)

In der MZ kam gestern ein ausführlicher Bericht über einen 34 Jahre alten Mann, den Corona richtig erwischt hat. Er lief noch Wochen nach seiner Genesung am Rollator und ist überhaupt nicht belastbar. Er ist Verkäufer in einem Supermarkt und meint, ein Kunde müsse ihn angesteckt haben.

Meine Tochter (Lehrerin) schrieb gerade, dass es gestern 63 Neuinfektionen in Münster gab. Lehrer können sich alle 2 Wochen testen lassen! Die Eltern und Lehrer fühlen sich in NRW so ziemlich allein gelassen.
Man hatte wochenlang Zeit, um ein Konzept zu erarbeiten und die Schulen auf einen akzeptablen Hygienestandard zu bringen.

Laschet gibt kein gutes Bild ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er CDU-Vorsitzender wird.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Goofy
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Grasdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:Laschet gibt kein gutes Bild ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er CDU-Vorsitzender wird.

Warum nicht (sorry, hab nicht so viel mitbekommen von ihm in letzter Zeit).


Wer dann? Panik-Söder?
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Goofy hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:Laschet gibt kein gutes Bild ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er CDU-Vorsitzender wird.

Warum nicht (sorry, hab nicht so viel mitbekommen von ihm in letzter Zeit).


Wer dann? Panik-Söder?


Laschet hat schon früh vehement auf eine Öffnung hingearbeitet, als man besser noch etwas abgewartet hätte. Auch in der Tönnies-Geschichte blieb er lauwarm. Da hat mir der Gesundheitsminister (Laumann) besser gefallen. Der taktiert nicht, sondern kommuniziert direkt, auch wenn er manchmal damit aneckt.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai



Unter Westfalen
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Grasdaggl
Strafraumgitarre hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:Laschet gibt kein gutes Bild ab.


Laschet gibt sogar ein ziemlich jämmerliches Bild ab.


Ich wollte den wenigen Zehdehuhgeneigten
im Forum nur ein wenig zu nahe treten.
;)

Hauptsache, Goofy bekommt es verinnerlicht. 8)
Der hätte nachts doch jede Zeit der Welt, sich schlau zu machen. :mrgreen:
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Goofy hat geschrieben:Mal wieder bissle Statistik.


Darf sich jeder selbst aussuchen, welche Zahlen er interessant findet.


KW 1-10:
Positiv getestet: _ 3892 - durchgeführte Tests: 124 716 - Anteil positiv: 3,1%
KW 11: (09.03.)
Positiv getestet: _7 582 - durchgeführte Tests: 127 457 - Anteil positiv: 5,9%
KW 12: (16.03.)
Positiv getestet: 23 820 - durchgeführte Tests: 348 619 - Anteil positiv: 6,8%
KW 13: (23.03.)
Positiv getestet: 31 391 - durchgeführte Tests: 361 374 - Anteil positiv: 8,7%
KW 14: (30.03.)
Positiv getestet: 36 885 - durchgeführte Tests: 408 348 - Anteil positiv: 9,0%
KW 15: (06.04.)
Positiv getestet: 30 728 - durchgeführte Tests: 379 233- Anteil positiv: 8,1%
KW 16: (13.04.)
Positiv getestet: 21 993 - durchgeführte Tests: 330 027 - Anteil positiv: 6,7%
KW 17: (20.04.)
Positiv getestet: 18 052- durchgeführte Tests: 361 999 - Anteil positiv: 5,0%
KW 18: (27.04.)
Positiv getestet: 12 585 - durchgeführte Tests: 325 259 - Anteil positiv: 3,9%
KW 19: (04.05.)
Positiv getestet: 10 755 - durchgeführte Tests: 403 875 - Anteil positiv: 2,7%
KW 20: (11.05.)
Positiv getestet:_ 7 233 - durchgeführte Tests: 432 666 - Anteil positiv: 1,7%
KW 21: (18.05)
Positiv getestet:_ 5 218 - durchgeführte Tests: 353 467 - Anteil positiv: 1,5%
KW 22: (25.05.)
Positiv getestet:_ 4 310 - durchgeführte Tests: 405 269 - Anteil positiv: 1,1%
KW 23: (01.06.)
Positiv getestet:_ 3 208 - durchgeführte Tests: 340 986 - Anteil positiv: 0,9%
KW 24: (08.06.)
Positiv getestet:_ 2 816 - durchgeführte Tests: 326 645 - Anteil positiv: 0,9%
KW 25: (15.06.)
Positiv getestet:_ 5 309 - durchgeführte Tests: 387 484 - Anteil positiv: 1,4%
KW 26: (22.06.)
Positiv getestet:_ 3 674 - durchgeführte Tests: 467 004 - Anteil positiv: 0,8%
KW 27: (29.06.)
Positiv getestet:_ 3 080 - durchgeführte Tests: 505 518 - Anteil positiv: 0,6%
KW 28: (06.07.)
Positiv getestet:_ 2 989 - durchgeführte Tests: 509 298 - Anteil positiv: 0,6%
KW 29: (13.07.)
Positiv getestet:_ 3 480 - durchgeführte Tests: 537 334 - Anteil positiv: 0,6%
KW 30: (20.07.)
Positiv getestet:_ 4 462 - durchgeführte Tests: 569 868 - Anteil positiv: 0,8%
KW 31: (27.07.)
Positiv getestet:_ 5 551 - durchgeführte Tests: 573 802 - Anteil positiv: 1,0%

Vielen Dank fürs Einstellen. Hast Du vielleicht noch einen Link?

Ich versuche mich mal an einer Wertung:

Vornweg: Bekannt ist in der Öffentlichkeit eigentlich immer nur die absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, der tägliche Zuwachs sowie die Anzahl und der Zuwachs der Verstorbenen. Die Aussagekraft solcher Zahlen ist jedoch sehr eingeschränkt und erhöht sich erheblich, indem man sie bspw. zur Anzahl der Tests in Bezug setzt. Weiter unten komme ich noch auf einen anderen Bezug.

1. Die Zahl der durchgeführten Test ist sehr beeindruckend. Nachdem schon in der zweiten Märzwoche eine 6-stellige Zahl durchgeführt wurde, ist sie seither fast immer gestiegen. In den letzten 5 Wochen lag sie über 500.000, geht jetzt sogar Richtung 600.000.

Vor der Hand ist damit klar, daß dadurch die Dunkelziffer fällt und das tatsächliche Infektionsgeschehen besser abgebildet wird. Eine steigende Anzahl von Infektionsnachweisen ließe sich also ganz einfach mit der steigenden Anzahl der Tests erklären.

2. Trotz der immer höheren Anzahl der Tests ist der Anteil der positiven Befunde bis Ende Mai stetig gesunken und liegt seither bei rund oder gar unter 1%. Allerdings ist der Wert in den letzten beiden Wochen gestiegen. Jetzt ist die Frage, ob sich hier grundsätzlich ein Ansatz für eine zweite Welle bildet oder ob das "saisonale" Effekte (Auslandsrückkehrer o.ä.) oder gar eine zufallsverteilte Schwankung sind.

3. Was in der Statistik von Goofy nicht enthalten ist: Der Virologe Streeck hat darauf hingewiesen, daß die Infektionsnachweise nur ein Teil der Statistik sind. Betrachtet man zudem die Anzahl der Intensivbetreuten oder gar der Verstorbenen, so sei bislang kein nennenswerter Wiederanstieg zu erkennen. Aber gerade die letzteren Zahlen sind diejenigen, die eine höhere Aussagekraft haben sollen, weil es hier keine nennenswerte Dunkelziffer gibt.

Hier ein Auszug aus einem Interview mit Streeck von vorgestern:

Frankfurter Allgemeine hat geschrieben:Professor Streeck, ist eine zweite Welle auch bei dieser Pandemie unausweichlich?

Wissenschaftlich gibt es den Begriff einer „zweiten Welle“ nicht. Dabei handelt es sich um eine Beobachtung, die man während der Spanischen Grippe gemacht hat. Doch es gibt einen großen Unterschied zwischen dem damaligen Erreger und Sars-CoV-2: Das neue Coronavirus wird nicht wieder verschwinden. Von daher werden wir bei dieser Pandemie ein Auf und Ab sehen, wie auch bei allen anderen endemischen Coronaviren. Deswegen ist der Begriff der „zweiten Welle“ falsch verwendet, man sollte von einer kontinuierlichen Welle sprechen oder auch Dauerwelle.

Wir sind wieder bei mehr als 1000 Neuinfektionen am Tag. Beunruhigt Sie das?

Nein. Wir werden Infektionsketten nicht vollständig unterbinden können und werden auch mittelfristig nicht den Punkt erreichen, an dem es keine Infektionen mehr gibt. Wichtiger ist es aus meiner Sicht, anhand der stationären Belegung und Intensivbettenbelegung in den Krankenhäusern das Infektionsgeschehen zu bemessen. Zurzeit haben wir keine wesentliche Zunahme von schweren Coronafällen auf den Intensivstationen zu verzeichnen, obwohl seit gut einer Woche die Infektionszahlen gestiegen sind.

Der komplette Artikel ist bezahlpflichtig:

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaf ... ml?premium

Bisher spricht also nicht soviel für eine zweite Welle. Aber klug daherreden können viele. Ich plane Mitte September eine private Veranstaltung mit etwa 30 Gästen und bin mir nicht sicher, ob ich das nicht doch noch absagen soll. Denn wohl ist mir auch nicht bei den Zahlen.
Zuletzt geändert von AxelKruse_FG am 8. August 2020 12:47, insgesamt 2-mal geändert.

Goofy
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Grasdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:Laschet hat schon früh vehement auf eine Öffnung hingearbeitet, als man besser noch etwas abgewartet hätte.


Das ist halt Ansichtssache. Und ich fand es wichtig, da drauf hinzuarbeiten.
Söder hätte ja am liebsten alles noch dichter gemacht, könnte man vermuten. Er hat vorsichtshalber mal Fakten geschaffen, bevor er mit den anderen redet - das geht garnicht, denke ich. Aber - lassen wir das.


Erzählt mir lieber einer, wo die zweite Welle ist.
Man hört und liest, und Politiker sagen es - die Zahlen steigen.

Es wurden etwas mehr Infektionen gefunden, klar.
Aber es wird auch immer mehr getestet - ist doch völlig logisch, dass mehr gefunden wird.

Seit Ende Mai ist der Anteil der positiv getesteten bei ca. 1% oder niedriger, nur einmal drüber (1,4%).

Warum sagt das fast niemand? :?:


Letzte Woche nun ein Anstieg auf 1,0%. Das wird sich zeigen, ob das nur eine Schwankung war, oder tatsächlich ein leichter Anstieg ist.


Dass die Zahl der schweren Verläufe nicht ansteigt, deutet meiner Meinung nach auch darauf hin, dass es eben nicht so ist, dass der Virus sich wieder schneller verbreitet.


Quelle zu schweren Verläufen?
Edith meint, im vorherigen Beitrag stehts drin :D
Zuletzt geändert von Goofy am 8. August 2020 12:38, insgesamt 1-mal geändert.
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor


Goofy
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Grasdaggl
AxelKruse_FG hat geschrieben:Vielen Dank fürs Einstellen. Hast Du vielleicht noch einen Link?

Nein - aber das Robert Koch Institut erstellt täglich einen Bericht zur aktuellen Lage. Immer mittwochs sind die Zahlen zu durchgeführten Tests und positiven Tests drin.
Kannst dort auf der Seite als pdf runterladen, auch die alten Berichte.


Unter Westfalen hat geschrieben:Hauptsache, Goofy bekommt es verinnerlicht.
Der hätte nachts doch jede Zeit der Welt, sich schlau zu machen.

Da lese ich immer die RKI Tagesberichte. 8)
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor

Goofy
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Grasdaggl
AxelKruse_FG hat geschrieben:?
Das war jetzt parallel, oder?


Ja, war parallel. Hab deins noch gesehen, aber war mir zu viel Aufwand, nochmal zu ändern.

Edith sagt grad, dass sie jetzt doch noch angepasst hätte. :mrgreen: :bounce:
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AxelKruse_FG
Granadaseggl
:)
Wollte mich schon wundern. Ich finde Deine Erhebung eine ganz ausgezeichnete Diskussionsgrundlage. Hast Du die Dir selbst irgendwo herausgezogen? Mich würde nämlich der Fortgang der Entwicklung sehr interessieren.

AxelKruse_FG
Granadaseggl
AxelKruse_FG hat geschrieben::)
Wollte mich schon wundern. Ich finde Deine Erhebung eine ganz ausgezeichnete Diskussionsgrundlage. Hast Du die Dir selbst irgendwo herausgezogen? Mich würde nämlich der Fortgang der Entwicklung sehr interessieren.


Edit: Frage zuvor oder danach beantwortet :mrgreen: . Ich fühle mich ein bißchen wie im Zeit-Raum-Kontinuum

Nochmals edit: Danke!

Goofy
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Grasdaggl
AxelKruse_FG hat geschrieben:Ich fühle mich ein bißchen wie im Zeit-Raum-Kontinuum


Klasse :D
Dann hatte der Joint eine gute Dosis :stumm:
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CoachingZone
Halbdaggl
AxelKruse_FG hat geschrieben:3. Was in der Statistik von Goofy nicht enthalten ist: Der Virologe Streeck hat darauf hingewiesen, daß die Infektionsnachweise nur ein Teil der Statistik sind. Betrachtet man zudem die Anzahl der Intensivbetreuten oder gar der Verstorbenen, so sei bislang kein nennenswerter Wiederanstieg zu erkennen. Aber gerade die letzteren Zahlen sind diejenigen, die eine höhere Aussagekraft haben sollen, weil es hier keine nennenswerte Dunkelziffer gibt.

Hier ein Auszug aus einem Interview mit Streeck von vorgestern:

Frankfurter Allgemeine hat geschrieben:Professor Streeck, ist eine zweite Welle auch bei dieser Pandemie unausweichlich?

Wissenschaftlich gibt es den Begriff einer „zweiten Welle“ nicht. Dabei handelt es sich um eine Beobachtung, die man während der Spanischen Grippe gemacht hat. Doch es gibt einen großen Unterschied zwischen dem damaligen Erreger und Sars-CoV-2: Das neue Coronavirus wird nicht wieder verschwinden. Von daher werden wir bei dieser Pandemie ein Auf und Ab sehen, wie auch bei allen anderen endemischen Coronaviren. Deswegen ist der Begriff der „zweiten Welle“ falsch verwendet, man sollte von einer kontinuierlichen Welle sprechen oder auch Dauerwelle.

Wir sind wieder bei mehr als 1000 Neuinfektionen am Tag. Beunruhigt Sie das?

Nein. Wir werden Infektionsketten nicht vollständig unterbinden können und werden auch mittelfristig nicht den Punkt erreichen, an dem es keine Infektionen mehr gibt. Wichtiger ist es aus meiner Sicht, anhand der stationären Belegung und Intensivbettenbelegung in den Krankenhäusern das Infektionsgeschehen zu bemessen. Zurzeit haben wir keine wesentliche Zunahme von schweren Coronafällen auf den Intensivstationen zu verzeichnen, obwohl seit gut einer Woche die Infektionszahlen gestiegen sind.

Der komplette Artikel ist bezahlpflichtig:

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaf ... ml?premium

Bisher spricht also nicht soviel für eine zweite Welle. Aber klug daherreden können viele. Ich plane Mitte September eine private Veranstaltung mit etwa 30 Gästen und bin mir nicht sicher, ob ich das nicht doch noch absagen soll. Denn wohl ist mir auch nicht bei den Zahlen.


Da ein möglicher Anstieg der Intensivfälle und der Toten erst mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen nach einem Anstieg der Infektionszahlen zu sehen sein wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage darüber machen.

Ich persönlich gehe auch davon aus, dass SARS-CoV-2 in den kommenden Monaten weiter kursiert, zumal jetzt wohl Urlauber vermehrt mit dem Virus zurückkehren werden und Superspreader beim Zusammentreffen von zahlreichen Menschen aus unterschiedlichen Haushalten wie beispielsweise in den Schulen für häufigere lokale Ausbrüche sorgen werden. Auch ist noch nicht klar, inwieweit Personen, die eine Infektion ohne oder nur mit leichten Symptomen durchgemacht haben, tatsächlich immun sind (wohl eher nicht) oder weiterhin als Verbreiter des Virus in Frage kommen.

Die von @Goofy vorgestellten Zahlen von positiven Tests zu Gesamttests sind halt überhaupt nicht aussagekräftig. Am Anfang hat man ja nur unter bestimmten Voraussetzungen überhaupt getestet (Kontakt, Risikogebiet, Symptome), später hat man dann klinisches und pflegerisches Personal bevorzugt getestet. Außerdem kommt es halt auch noch auf den Zeitpunkt der Testung an (2 Tage vor bis zwei Tage nach Eintreten der Symptome), ob man das Virus im Hals-Nasen-Abstrich überhaupt nachweisen kann.

Insofern sind übrigens die Tests der Urlaubsheimkehrer zwar sinnvoll, aber nicht ausreichend, da diese theoretisch auch noch mehrere Tage nach der Rückkehr erst infektiös werden können.

Wenn wir einen zweiten Lockdown vermeiden wollen, dann wäre es wichtig und sinnvoll, genau jetzt mit einer konsequenten Maskenpflicht bei einem (insbesondere längeren) Aufenthalt mit anderen Personen in geschlossenen Räumen sowie verstärkten systematischen Tests die Wahrscheinlichkeit lokaler Infektionscluster zu verringern. Wenigstens ein paar Politiker haben dies begriffen, auch wenn sie es bislang nicht in letzter Konsequenz umsetzen...
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Tamasi
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Allmachtsbachel
Prof. Streeck hat geschrieben:Zurzeit haben wir keine wesentliche Zunahme von schweren Coronafällen auf den Intensivstationen zu verzeichnen, obwohl seit gut einer Woche die Infektionszahlen gestiegen sind.

Vielleicht ist es nach einer Woche etwas früh, um schon durchzuatmen? Womöglich kommt ein im Laufe der Woche infiziert Gemeldeter erst zum Wochenende auf die Intensivstation?

Aber nun gut, wer weiß.

Letztlich dürfte es eh nur das Vorgeplänkel sein, bevor es im Herbst wieder deutlich hoch geht.

CoachingZone
Halbdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:Das Theater würde ich gesondert betrachten.

Wenn in der Sitzverteilung die Abstände eingehalten werden und Maskenpflicht während der Aufführung besteht, sehe ich darin kein höheres Risiko als beim Einkauf.
Auf "Buhs" und Bravos" muss man da eben mal verzichten.


Exakt. Wenn es denn so ist.

Hatte die Ehre, Ende Juli zu den zunächst 99, später dann erweitert auf 249, Zuschauern zu gehören, die die Premiere des neu gemäß der Corona-Verordnung zusammengestellten Ballettabends des Stuttgarter Balletts live im Opernhaus erleben durften (gab ja noch 2000 Autostellplätze bei der Übertragung im Rahmen des Kulturwasens). Keine Pause, paarweise (falls im gleichen Haushalt) oder einzeln sitzend mit einer Reihe nach vorne und nach hinten sowie rechts und links je drei Plätze Abstand, persönlicher Begleitung zum Platz, Hände-Desinfektion, personalisierter Tickets und Maskenpflicht, aber diese nur bis zum Platz (wie in den Restaurants).

Meine bessere Hälfte und ich haben sie konsequent aufbehalten, aber der Rest des Publikums eben nicht. Wir waren jedenfalls sehr froh, dass wir ganz hinten im Parkett saßen und alle potentiellen Virenschleudern vor uns hatten. Und sind uns unter den gegebenen Bedingungen nicht sicher, ob wir den nächsten Theateraufenthalt riskieren wollen...
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Um nochmal auf Goofys Tabelle zurückzukommen:

Die Woche mit den allerwenigsten (!) Infektionsnachweisen überhaupt seit Anbeginn der Pandemie war die KW24 mit 2816.

Im Vergleich dazu haben wir in der letzten Juliwoche 5551 Infektionen, also fast doppelt soviele wie noch vor 2 Monaten. Aber die durchgeführten Tests betragen 573.000 zu 326.000 damals, also etwa 75% mehr. Die Rate ist gerade einmal von 0,9 auf 1,0% gestiegen.

Natürlich wäre es besser, sie würde sinken oder es gäbe gar keine Neuinfektionen mehr. Aber eine drastische Veränderung läßt sich aus den Ratenvergleichen, anders als beim Vergleich nur der absoluten Infektionszahlen einfach nicht herauslesen.

Coaching Zone hat geschrieben:Da ein möglicher Anstieg der Intensivfälle und der Toten erst mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen nach einem Anstieg der Infektionszahlen zu sehen sein wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage darüber machen.


Streeck spricht von einer Woche. Du sprichst von 2 bis 3 Wochen vom Zeitpunkt des Nachweises bis zum Krankenhausaufenthalt. Woher hast Du Deine Informationen?

Ich frage, weil ich das anders in Erinnerung habe. Soweit mir schwere Verläufe bekannt wurden, ging das nämlich immer ganz schnell und hat keine 2 Wochen gedauert von der Erkennung bis zur Intensivbehandlung oder gar dem Exitus (wobei Streeck davon nicht explizit spricht, zugegeben).

Coaching Zone hat geschrieben:Die von @Goofy vorgestellten Zahlen von positiven Tests zu Gesamttests sind halt überhaupt nicht aussagekräftig.

Und ob die aussagekräftig sind. Sie sind der Nachweis dafür, daß die Anzahl der positiven Tests mit der Anzahl der durchgeführten Tests korrelieren. Daß umfassendere Tests einen besseren Überblick über das Infektionsgeschehen geben ist ja unbestritten.

Und was die Auswahl angeht: Wenn neben den symptomatisch Erkrankten nun auch noch besondere Risikogruppen zusätzlich (!) getestet werden, wäre da nicht ein Anstieg des Anteils Infizierter zu erwarten? Zumal es ja heißt, daß die überwiegende Anzahl der Erkrankungen asymptomatisch verläuft. Dem scheint aber nach den vorliegenden Zahlen nicht so zu sein.

So ganz kann ich der These von der zweiten Welle nach wie vor nicht folgen.

Goofy
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Grasdaggl
CoachingZone hat geschrieben:Die von @Goofy vorgestellten Zahlen von positiven Tests zu Gesamttests sind halt überhaupt nicht aussagekräftig.


Was ist denn dann aussagekräftig?

Klar kann man da nicht alles draus ableiten.
Und ja, natürlich war der Anteil der Positiven im März/April auch deshalb höher, weil damals zu wenig Tests verfügbar waren und Kranke nur dann getestet wurden, wenn sie eigentlich eindeutige Symptome hatten.

Die nackte Zahl der positiven Tests, ohne die Anzahl der Tests zu betrachten, halte ich aber für noch weniger aussagekräftig.


Übrigens werden die Proben, die eigentlich wegen Verdacht auf Grippeviren genommen werden, seit Kalenderwoche 8 zusätzlich auf Corona untersucht.
Das hatten wir Anfang April schonmal diskutiert:
viewtopic.php?f=6&t=868&p=296315#p296315


Der Anteil mit Coronaviren lag immer um 1% herum.
Über die ganze Zeit betrachtet sind es 0,8%.

Die Anzahl der Grippetests ist vierstellig.

(1%, 0,8% - was erlaubt sich das Milchmädchen da eigentlich? :shock: :bleich: )


Edith: Hinweis aufs Milchmädchen, weil, das würde zu Ende gedacht ja bedeuten, dass der Anteil an Coronaviren die ganze Zeit über konstant war.

Das will ich aber nicht behaupten.
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Ich habe die Frage nach der Zeitdauer von der Ansteckung bis zum Krankenhausaufenthalt selbst recherchiert:
https://www.rki.de/SharedDocs/Bilder/In ... oster&v=13

Von Symptombeginn bis Krankenhaus 4 Tage
Von Symptombeginn bis Intensivstation 9 Tage.

Streeck sprach wörtlich von "gut einer Woche". Hätte er vielleicht noch ein oder zwei Tage gewartet, würde die Entwicklung sicher besser zu beschreiben sein. Die angegebenen Tage sind aber sog. Mediane, also Mittelwerte, das heißt, nicht alle kommen am Tag 9, sondern es gibt eine Entwicklung dorthin. Man kann also vielleicht die Entwicklung ein oder zwei Tage vorher prognostizieren, was ich einem hochqualifizierten und erfahrenen Fachmann wie ihm durchaus zutraue. Die Aussage "zwei bis drei Wochen" von Coaching Zone ist hingegen sicher nicht zutreffend.

Edit: Genau lesen hilft: Die Rede ist von "Symptombeginn". Da es aber einen erheblichen zeitlichen Verzug von Symptombeginn über Arztbesuch, Test, Testergebnis bis zu den RKI-Meldungen gibt (war da nicht die Rede von bis zu einer Woche? - jedenfalls mehrere Tage) liegt der Symptombeginn weiter zurück als der Nachweis. Die 9-Tagesfrist solte also gewahrt sein.
Zuletzt geändert von AxelKruse_FG am 8. August 2020 15:16, insgesamt 1-mal geändert.


Tamasi
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Allmachtsbachel
Axel:
Soweit mir schwere Verläufe bekannt wurden, ging das nämlich immer ganz schnell und hat keine 2 Wochen gedauert von der Erkennung bis zur Intensivbehandlung

Das habe ich auch so in Erinnerung. Dennoch wirkt die Schlussfolgerung von Streeck sehr optimistisch. Wie gesagt, wenn einer am Do. oder Fr. positiv getestet wird, kann es durchaus sein, dass er erst am Wochenende auf die Intensivstation kommt - das wäre wohl immer noch ein schneller Verlauf.

So oder so - Streeck betont ja, dass es keine zweite Welle geben wird, weil wir uns in einer Dauer-Welle mit andauerndem Auf und Ab befinden. Gerade dann halte ich es für wichtig, dass die Wachsamkeit hoch bleibt. Die Zahlen werden ansteigen, normal bei einer Dauer-Welle - aber: je niedriger, desto besser. Und das liegt durchaus - auch - in unserer Hand.

Edit:
Meine Antwort-Welle schwappt deiner hinterher. :-)