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Southern Comfort
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Grasdaggl
Mir geht es eher darum, …

vorneweg:

Zahlen sind wichtig!
Zahlen sind wichtig!
Zahlen sind wichtig!
Zahlen sind wichtig!
Zahlen sind wichtig!
Zahlen sind wichtig!
Zahlen sind wichtig!

... für Ihren eigenen Zweck, Entscheidungen auf großer Ebene zu treffen. Für das individuelle Verhalten helfen sie recht wenig. Dafür sind sie zu abstrakt. Wenn aber jeder von uns einen Fall in der Familie hätte (Schwarze Pest Style), dann wären uns die Stellen hinterm und vorm Komma egal.

Und ich will auch nicht Statistiken konterkarieren. Ich lese die Dinger auch täglich, mittlerweile mehr auf lokaler Ebene, also was macht LK Böblingen, LK Esslingen, LK Göppingen und eben Stuttgart? Aber wenn es meine Schwiegeromi erwischt, ist es eben auch völlig ohne Aussage, ob jetzt 7,3 oder doch 14,4 Fälle pro 100.000 im 7-Tages-Durchschnitt vorliegen.

Statistik betrachtet lediglich eine andere Ebene und die ist ebenso präsent, neben der sehr konkreten aber halt individuellen Realität. Frag mal einen Lottogewinner, wie seine Chancen waren.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.


RedBlues
Halbdaggl
fkAS hat geschrieben:
AxelKruse_FG hat geschrieben:Vor einigen Tagen war hier drin die Frage, ob die Tests "spezifischer" oder "breiter" ausfallen. Auch wenn man "nur" Einreisende aus Risikogebieten durchgängig testet, spräche das doch für ein "breiteres" Messen als bisher. Jemand meinte, das würde bedeuten, die Infektionszahlen würden tatsächlich ansteigen, da bei unterstellter gleichbleibender Ausbreitung und breiterem Messen eher eine Abnahme der Befunde zu erwarten sei. Du meinst also hingegen eher, man könnte das auf Dunkelfeldausleuchtung zurückführen?

Man testet schon breiter, auch wenn die Teststrategien regional unterschiedlich umgesetzt sein können. Bspw. sollen seit Juni/Juli alle getestet werden die Symptome haben auch wenn kein Kontakt zu Infizierten oder Risikogebiet vorlag. Dann kamen Reihentests bei Pflegeeinrichtungen dazu. Außerdem konnten die Infektionsketten wieder verfolgt werden. Jetzt die Urlaubsrückkehrer. Wenn man breiter testet und gleichzeitig die Positivenrate ansteigt, dann würde ich darauf schließen, dass es auch tatsächlich mehr Infizierte gibt und es sich nicht nur ums Dunkelfeld handelt. Wenn mit der Ausweitung der Tests aber die Testqualität runtergeht und mehr falsch positive herauskommen, dann verzerrt das natürlich die Befunde.


Meiner Meinung wird je mehr mehr sich die Anzahl der Tests zu den Vorwochen unterscheidet die Bedeutung des Anteils der positiven Tests wichtiger.

Bleibt der Anteil gleich ist das weniger problematisch als wenn der Anteil steigt, das würde deutlich zeigen dass man zu wenig getestet hat. Sinkt der Anteil, wäre das sogar positiv.


darkred
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Halbdaggl
Öhm UWe, den Spiegel Artikel hatte ich gestern schon beleuchtet. ;)

Die Positivenrate gibt beim gegenwärtigen Stand der Testungen die beste Auskunft über das Infektionsgeschehen.
Oder etwa nicht?


fkAS
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Halbdaggl
darkred hat geschrieben:Öhm UWe, den Spiegel Artikel hatte ich gestern schon beleuchtet. ;)

Die Positivenrate gibt beim gegenwärtigen Stand der Testungen die beste Auskunft über das Infektionsgeschehen.
Oder etwa nicht?

Die Positivenrate ist schon informativ. Aber wenn man anlassbezogen testet, deshalb die Tests hoch fährt und mit konstanter Positivenrate mehr Infizierte findet, dann hat man auch tatsächlich eine stärkere Verbreitung des Virus. Wenn man anfängt querbeet zu testen und die Positivenrate konstant bleibt, dann würd ich auch davon ausgehen, dass die Verbreitung des Virus zunimmt. Zudem kriegt man das Dunkelfeld besser zu fassen. Wenn man die Querbeet-Tests einfach ausweitet und bei diesen Tests die Positivenrate konstant bleibt, dann kriegt man nur mehr Dunkelfeld. Kommt also auch darauf an, wie man die Teststrategien verändert.
Wenn viele Labor nicht mehr doppelt testen und die falsch positiven statt 0,02% nun ~0,5% ausmachen kriegt man bei einer Positivenrate von ca. 1% auch Interpretationsprobleme.

fkAS
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Halbdaggl
Ich gehe davon aus, dass die Positivenrate bei anlassbezogenen Tests höher ist als bei Tests ohne Anlass. Wenn man nun die Teststrategie ändert und vermehrt ohne Anlass testet, dann würde ich von einer sinkenden Positivrate ausgehen. Bleibt entgegen dieser Annahme die Positivrate konstant, spricht das meiner Ansicht nach für eine stärkere Verbreitung.
Anders ist es, wenn man die Teststrategie nicht ändert und vorher wie nachher anlasslos getestet hat, dann bekommt man mit einer Ausweitung bei gleicher Positivrate nur die Dunkelziffer zu sehen.

Achso, noch den ersten Fall anlassbezogener Tests. Man weitet die Tests ja aus, weil mehr Leute Symptome verspüren. Auch wenn dann die Positivenrate konstant bleibt, weist das auf eine stärkere Verbreitung hin,weil man ja nicht grundlos testet. Etwas tautologisch... aber wenn von allen Leuten mit Coronaähnlichen Symptomen nur 10% auch positiv sind und die Zahl der Leute mit Symptomen sich verdoppelt, davon wiederum 10% positiv sind, dann bleibt die Positivrate konstant, aber die VErbreitung in der Bevölkerung nimmt doch zu.

Frank N Furter
Southern Comfort hat geschrieben:Zahlen, Zahlen, Zahlen,... Mal was anderes.


Southern hat sich dazu ja schon weiter geäußert und Axel hat auch schon auf eine, aus meiner Sicht sehr nachvollziehbare Weise Stellung genommen.

Trotzdem möchte ich noch etwas ergänzen:

Wenn morgen wohl wieder einige 10.000 "Corona-Leugner" (so dürfen und sollen sie nun scheinbar genannt werden) wieder durch Berlin demonstrieren, käme es den allermeisten Betrachtern aus der digitalisierten Ferne gar nicht in den Sinn, deren "Einzelfallbeispiele" und "Einzelschicksale" im Sinne eines Story-Telling auch nur wahrzunehmen. Geschweige denn zu akzeptieren. "Deren" simplifizierende Einzelschicksale beschreiben Menschen, die z.B. wegen einer verschobenen Nachfolgeuntersuchung jetzt ein Brustkrebsrezidiv haben. "Sie" sind darob mindestens so wütend wie ihre verhassten Antipoden, die den Corona-Tod ihres geliebten Vaters beklagen.

Das heißt, ob man es gerade mit den Zahlen, also den vermeintlichen Fakten hält, oder lieber Einzelfallberichten lauscht, hängt überhaupt nicht damit zusammen, ob man sich generell eher dem Geist der Aufklärung verpflichtet fühlt oder z.B. doch lieber Hexenjagen als Vergnügen frönt. Den "aufgeklärten Menschen" scheint es anno 2020 immer noch nicht zu geben. Und selbst die These, wir lebten in einem Wissenschaftszeitalter der Fakten und die Zahl der Aufgeklärten würde immer weiter zunehmen, darf doch sehr stark bezweifelt werden. Wir sind immernoch die Zeitgenossen Nietzsches, der auf den aufgeklärten Übermenschen Zarathustra hofft.

Mein Einzelfallbeispiel aus diesem Forum zu dieser Thematik darf natürlich auch nicht fehlen:

Uwe schrieb hier neulich sinngemäß, dass den "Corona-Leugner" die da Anfang August in Berlin großflächig und kleingeistig demonstriert hatten, und sich dabei wider aller Fakten verhalten hätten, so z.B. auch die Hygenievorschriften nicht eingehalten hätten und wahrlich demonstrativ keine Maske getragen hätten, dass er diesen Leuten später mal konsequent die Impfdosis verweigern würde...

Ja, man kann über solche Aussagen schmunzeln, ich schmunzelte auch.

Kaum ein paar Tage später meinte derselbe Uwe, Großveranstaltungen gehörten zwar irgendwie schon verboten, aber doch nicht die Oper! Zumal er Karten habe und er wisse, dass Opernbesucher so ein feines Volk seien, dass sie qua inneren Edelmuts auch in den ach so gefährlichen Innenräumen gegen Corona ohnehin immun wären... immuner jedenfalls als diese faktenvergessenen Demonstranten im Freien.

Die einen demonstrieren eben für dieses und die Anderen stehen in jenem Schatten, wo man sie bekanntlich nicht sieht.... gibts übrigens auch als Opfer, wenn ich mich nicht irre.

Ja, irgendwie ist das alles Oper. Fakten? Welche? Tamasi z.B. mag nur noch Dinge lesen, die seiner Meinung entsprechen. Die anderen Fuck`ten mag er nimmer, die sind doof.

Diese Einzefallgeschichten werden also (literarisch) besungen, um das, was sich angeblich hinter diesen kalten, unmenschlichen Fakten verbirgt, "ein Gesicht zu geben". So jedenfalls wollen wir das sehen, wenn wir uns an kalten Tagen wohlfeil die Hände aneinanderreiben. Die meisten "Statistiken" von denen der Volksmund glaubt, man solle sie am besten gleich selbst fälschen sind keine Statistiken, sondern eben gerade nicht-statistisch analysierte Zahlenkolonnen. Eine Positiv-Rate bei PCR-Testungen führt nicht zu einer wissenschaftlich fundierte Aussage und schon dreimal nicht zu einer wissenschaftlichen Beschreibung der "Wirklichkeit". :idea: :?:

Was mich hier drinne anhand solcher Diskussionen durchaus "erstaunt": Beim Fussball gehts doch immer nur um Zahlen? Oder liest von euch ebber ernsthaft lieber die "Einzelfallberichte", wie sich der Mittefeldspieler in der 64. Minute so gefühlt hat? Gibt es eine Tabelle der Mittelfeldspielergefühle?

Wenn es wirklich um Gefühle und Empathie ginge - ja, ich weiß, ich quäle euch damit - dann würden wir gerade zuallererst mal gar nicht um Corona reden, sondern wieder vor allem um die Kinder, die gerade verhungern. Da sind dann auch die Zahlen ganz, ganz eindeutig. Uns interressieren doch aber ganz offensichtlich weder Zahlen noch Einzelfallbeispiele. Uns interessiert jeweils nur, ob unsere Oper weitergeht. Alles was uns in diesem solipsistischen Anliegen bekräftigt, liken wir, den Rest haten wir.... oder wie es Nietzsche mal so unfassbar gut ausgedrückt hat:

Der Rest ist bloss die Menschheit. Man muss der Menschheit überlegen sein durch Kraft, durch Hohe der Seele, durch Verachtung...

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Kaum ein paar Tage später meinte derselbe Uwe, Großveranstaltungen gehörten zwar irgendwie schon verboten, aber doch nicht die Oper! Zumal er Karten habe und er wisse, dass Opernbesucher so ein feines Volk seien, dass sie qua inneren Edelmuts auch in den ach so gefährlichen Innenräumen gegen Corona ohnehin immun wären... immuner jedenfalls als diese faktenvergessenen Demonstranten im Freien.


Diesen, angeblich "meinen" Post, würde ich gerne noch einmal nachlesen.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Iron
Grasdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:
Kaum ein paar Tage später meinte derselbe Uwe, Großveranstaltungen gehörten zwar irgendwie schon verboten, aber doch nicht die Oper! Zumal er Karten habe und er wisse, dass Opernbesucher so ein feines Volk seien, dass sie qua inneren Edelmuts auch in den ach so gefährlichen Innenräumen gegen Corona ohnehin immun wären... immuner jedenfalls als diese faktenvergessenen Demonstranten im Freien.


Diesen, angeblich "meinen" Post, würde ich gerne noch einmal nachlesen.


Lässt das Gedächtnis langsam nach :D

Tamasi
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Allmachtsbachel
Frank N Furter hat geschrieben:Tamasi z.B. mag nur noch Dinge lesen, die seiner Meinung entsprechen. Die anderen Fuck`ten mag er nimmer, die sind doof.

Was ist das denn für ein Einzelfallbeispiel? Aber ich glaub's dir mal - und diesen Tamasi setz' ich sofort auf ignore!

Aber davon mal abgesehen: Ein Problem mit vielen Querdenkern ist für mich, dass sie komplett "anti" sind. Ich meine nach wie vor, dass wir einen Weg finden müssen, wie wir möglichst viel nötigen Alltag mit den Anforderungen des Infektionsschutzes verbinden können. Wie schon mal geschrieben: Wo ist das Problem, wenn ich am Tag ein paar Minuten in der U-Bahn oder im Supermarkt eine Maske tragen muss? Wo sind da meine "Menschenrechte" eingeschränkt? Aber wie soll man mit Leuten, die komplett gegen alles sind, einen Mittelweg finden? Zeig mir mal die gemäßigten Stimmen. Und bitte so, dass ich nicht den Eindruck bekomme, es wären nur Einzelfallbeispiele. :)

Southern Comfort
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Grasdaggl
Thomas Berthold!!!
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.


Frank N Furter
Tamasi hat geschrieben:Aber davon mal abgesehen: Ein Problem mit vielen Querdenkern ist für mich, dass sie komplett "anti" sind.


Ich nehme jetzt mal stark an, dass Du, wie ich auch, nur die "Querdenker" wahrgenommen hast, die uns via Presse vorgeführt wurden?
Bei denen war sowohl mein erster, wie auch zweiter Gedankengang der: "Oh Gott, sind das bedauernswerte Kreaturen". Selbst aus dieser medialen Ferne betrachtet, war mehr als offensichtlich, dass die meisten davon nicht primär "Anti" waren, sondern wesentlich generalisiertere, psychische Probleme hatten. Bei mir erzeugt sowas Mitleid und nicht mal ansatzweise den Wunsch, man möge sie doch bitte "läutern"...

Ansonsten bestreite ich jedoch, dass es eine dingfeste Mehrheitshaltung bei diesen Querfront-Aktivisten gibt (Erstaunlicher Weise laufen da sogar schöne Frauen mit, was mich "evolutionär" viel mehr beschäftigt). Viele von denen haben sicherlich zu Vielem eine andere Meinung als ich. Jedoch interessiert mich deren Meinung auch gar nicht so wirklich. Aber sobald Menschen "vorgeführt" werden, bekomme ich unmittelbar ganz schlechte Laune - wegen der Vor-Führer und nicht wegen der bemitleidenswerten Querköppe, wohlgemerkt.

Tamasi hat geschrieben:Ich meine nach wie vor, dass wir einen Weg finden müssen, wie wir möglichst viel nötigen Alltag mit den Anforderungen des Infektionsschutzes verbinden können. Wie schon mal geschrieben: Wo ist das Problem, wenn ich am Tag ein paar Minuten in der U-Bahn oder im Supermarkt eine Maske tragen muss? Wo sind da meine "Menschenrechte" eingeschränkt?

Komplett D`accord.

Tamasi hat geschrieben:Aber wie soll man mit Leuten, die komplett gegen alles sind, einen Mittelweg finden?

Musst Du doch gar nicht. Lass sie einfach demonstrieren. Das ist deren Grundrecht. Wenn sie dann mit der Bahn nach Hause fahren und keine Maske tragen, möge die Bundespolizei ihnen bitte 50€ dafür abnehmen. Wegen mir gerne auch 200€. Aber da ist ja unser Gemeinwesen wieder erstaunlich lax.

Tamasi hat geschrieben:Zeig mir mal die gemäßigten Stimmen. Und bitte so, dass ich nicht den Eindruck bekomme, es wären nur Einzelfallbeispiele. :)

"Gemäßigt"? Bist Du Dir so sicher, dass Du einschätzen kannst, wer angesichts von verschiedenen Fehlentwicklungen in dieser Welt wirklich zu den "Gemäßigten" gehört?

Gestern habe ich zu dem Thema (Demoverbot der Queren morgen in Berlin) tatsächlich etwas gelesen, was ich journalistisch als wenigstens halbwegs ausgewogen empfand. Drei so Typen, die ein neues "unabhängiges" Digitalformat als Zeitung herausbringen. Schau ich nach, was man so im Internet drüber findet und stelle fest, dass einer von den Jockeln mal von Deinem KenFM interviewt wurde. Und jetzt? Soll ich Dir das anbieten? Ist eh wieder nur ein Drei-Jockel-Quotum aus der Dreigroschenoper.

Du scheinst Dir das noch nicht explizit bewußt gemacht zu haben, oder?: bei Zahlen kannst Du tatsächlich einen Durchschnittswert angeben, bei Meinungen geht das nicht. Da gibts leider immer nur eine Summation von Einzelmeinungen. Im Grunde könnte man bei Gefallen fast sagen, wir sind ein Völkchen von Querdenkern in einem streng vertikalen Universum.... :lol:

Plan B
Grasdaggl
Den Durchschnittswert von Meinungen findest Du aber 1:1 in der Politik der grossen Koaltion abgebildet. Extreme Randwerte gehen in der Masse unter.
Das geht schon.
Carpe diem.

Southern Comfort
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Grasdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:Wenn morgen wohl wieder einige 10.000 "Corona-Leugner" (so dürfen und sollen sie nun scheinbar genannt werden) wieder durch Berlin demonstrieren, käme es den allermeisten Betrachtern aus der digitalisierten Ferne gar nicht in den Sinn, deren "Einzelfallbeispiele" und "Einzelschicksale" im Sinne eines Story-Telling auch nur wahrzunehmen. Geschweige denn zu akzeptieren. "Deren" simplifizierende Einzelschicksale beschreiben Menschen, die z.B. wegen einer verschobenen Nachfolgeuntersuchung jetzt ein Brustkrebsrezidiv haben. "Sie" sind darob mindestens so wütend wie ihre verhassten Antipoden, die den Corona-Tod ihres geliebten Vaters beklagen.


Das hängt miteinander zusammen. Weil es Maskenmuffel und Quarantäneverweigerer gibt, werden wir wieder weitere Regelverschärfungen erleben.

Deshalb werden Väter die Geburt Ihrer Kinder verpassen, werden OPs verschoben, leben Altersheimbewohner in sozialer Isolation, werden Menschen alleine sterben, werden Angehörige der Möglichkeit beraubt, sich zu verabschieden, müssen Eltern Kopfstände machen, um Home Office und Home schooling auszubalancieren, ist das Pflegepersonal im Dauerstress, sind Arbeitsplätze durch einen weiteren lock down bedroht, ganz zu schweigen von den existenziellen Sorgen bei Künstlern, Soloselbständigen etc.

Bitte sag mir nicht, dass all diese Berichte an Dir vorbei gegangen sind...

Wir brauchen hier nicht erstmal eine Trennung in „wir“ und „die“ und dann vergleichen wir mal wer mehr Einzelschicksale vortragen kann. (Auch irgendwie ne Statistik, wa?)

Im Gegenteil: Wir sollten eine Solidargemeinschaft bilden, die schlicht begreift, dass man im gleichen Boot sitzt und darüber hinaus halt ALLE paddeln müssen, damit was geht. Mag sein, dass hier bereits die „Tragik der Allmende“ greift. Umso mehr ein Grund, kleinere, frühere staatliche Eingriffe einzusehen und auszuhalten, damit die größeren Hämmer ausbleiben.


Frank N Furter hat geschrieben:Das heißt, ob man es gerade mit den Zahlen, also den vermeintlichen Fakten hält, oder lieber Einzelfallberichten lauscht, hängt überhaupt nicht damit zusammen, ob man sich generell eher dem Geist der Aufklärung verpflichtet fühlt oder z.B. doch lieber Hexenjagen als Vergnügen frönt. Den "aufgeklärten Menschen" scheint es anno 2020 immer noch nicht zu geben. Und selbst die These, wir lebten in einem Wissenschaftszeitalter der Fakten und die Zahl der Aufgeklärten würde immer weiter zunehmen, darf doch sehr stark bezweifelt werden. Wir sind immernoch die Zeitgenossen Nietzsches, der auf den aufgeklärten Übermenschen Zarathustra hofft.


Nun, auch wenn es für Mr. Z nicht reicht, sei es doch nicht verboten, dennoch sein Hirn wenigstens auf Sparflamme zu bemühen. Darüber hinaus muss man imho selbiges noch nicht mal einschalten, um eine Frau nicht zu verbrennen. Ein wenig Empathie reicht schon.

Und der Hinweis sei schon erlaubt, lieber Frank. Auf das von mir verlinkte Interview muss man ja nicht anspringen und schon garnicht in Tränen ob der Ungerechtigkeit der Welt ausbrechen.
Aber so wie Du, würde ich das jetzt nicht in die Welt der subjektiven Filterblasen sortieren und schon ganicht so schnell. Das ist schon erstaunlich empathiebefreit.

Frank N Furter hat geschrieben:Diese Einzefallgeschichten werden also (literarisch) besungen, um das, was sich angeblich hinter diesen kalten, unmenschlichen Fakten verbirgt, "ein Gesicht zu geben".


Siehe oben... und wenn ein empathischer statt ein rationaler Ansatz zur Einsicht oder Erleuchtung bei welchem Thema auch immer führt, was soll daran falsch sein?! Ich bin mir überdies sicher, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sich unheimlich schwer tut, den kolportierten Zahlen mit der nötigen kritischen Distanz zu folgen und zu einer messerscharfen Interpretation zu kommen. Somit verbleiben wir auf einem gesellschaftlichen Level bei „gefühlten“ Erklärungen. Deswegen lässt man diese Podcasts laufen, bei denen man halt immer denkt: Hätte ich damals mal besser in Bio aufgepasst...

Aber gut, halten wir mal fest, dass Du als Akademiker (?) von Empathie so gesehen nichts hältst. Legitim...

Frank N Furter hat geschrieben:Wenn es wirklich um Gefühle und Empathie ginge - ja, ich weiß, ich quäle euch damit - dann würden wir gerade zuallererst mal gar nicht um Corona reden, sondern wieder vor allem um die Kinder, die gerade verhungern.


Na Moment mal, erst die Empathie irgendwie doof finden und sie dann doch einfordern, halt bei einem anderen Thema. :? Das riecht nach framing!

Davon abgesehen... Wieviel muss ich für „Brot für die Welt“ gespendet haben, damit ich mir ein wenig Mitgefühl für andere Themen leisten darf? Sag kurz Bescheid. Ich richte mich da nach Dir... ;)

Und bevor Du das Spenden kritisierst. Spenden ist als OECD-Bewohner diesbezüglich das effektivste, was man tun kann.

Wenn ich jetzt mal wieder auf Corona zurückkommen darf. Effektivität... Hier gibt es auch sehr einfache Methoden, mit mittelbaren und unmittelbaren Effekten auf jede Menge Einzelschicksale. Kostet halt Mühe statt Geld. Da kommt man so als Scheckheft-Ghandi halt nich mit klar... (Nicht auf Dich beziehen, ja?). Deswegen:

- Maske tragen!
- AHA!
- Noch nicht in die Oper, ins Fitnessstudio, ins Stadion oder demonstrieren gehen!

Ja, das ist doof. Menno!
Aber es hilft... irgendwem... das ist nicht so doof. Yay!



Ein kleiner Exkurs noch...

Frank N Furter hat geschrieben:Was mich hier drinne anhand solcher Diskussionen durchaus "erstaunt": Beim Fussball gehts doch immer nur um Zahlen? Oder liest von euch ebber ernsthaft lieber die "Einzelfallberichte", wie sich der Mittefeldspieler in der 64. Minute so gefühlt hat? Gibt es eine Tabelle der Mittelfeldspielergefühle?


Hier wurde schon über Andreas Hinkels Ernährung, Mario Götzes Klöten, Torsten Legats Intellekt, Hitzlspergers Sexualität, Bokas Karre, Harniks Karre, querstehende Pferdchen, goldene Schnitzel, verlorene Nummernschilder und jede Menge Frisuren diskutiert. Ehrlich gesagt, die derzeitige Fußballwelt beseelt doch quasi jeden Spielberichtsbogen mit einer Hintergrundstory. Die Sportschau hat streckenweise etwas von einer Telenovela. Trifft Stürmer A drei Spiele lang nicht, vermutet man sofort, dass es daheim nicht stimmt. Also Dein Vergleich ist da imho schlecht gewählt.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

de mappes
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Spamferkel
Ich lese euren "Schlagabtausch", @SC und @Fränk, sehr gerne.
Auch wenn ich persönlich sicher nicht mit jeder Aussage oder Meinung übereinstimme (warum auch?!), so kann ich eure vorgetragenen Blickwinkel nachvollziehen...und aus meiner Sicht seid ihr beide sicher nicht soweit voneinander entfernt wie von manch anderen usern...dazu ist das Niveau von gegenseitigem Respekt geprägt (meiner Wahrnehmung nach)!

Bitte mehr solcher Unterhaltungen!!!!!111!!! :prost: :prost: :prost:
Don't criticize what you can't understand

RedBlues
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Ich persönlich habe auch Zweifel, dass die getroffenen Maßnahmen alle sinnvoll sind, bzw funktionieren. Nicht alles was getan wird erscheint mir wirklich logisch, nicht alles was man liest erscheint sich zu bestätigen.

Aber, man müsste sich als Gesellschaft doch einig sein, dass die Einschränkungen erst weggehen, wenn die Fallzahlen so tief gesunken sind, dass man faktisch von keine neuen Fälle sprechen kann.

Und wenn dann das Individuum eine Maske tragen muss, die Hände desinfizieren und Abstand halten muss, dann ist das imho die Variante die am Schnellsten zum Erfolg führt. Ob man daran glaubt oder nicht.

Imho, wer auf eine Demo ohne Maske mit 20k anderen Menschen geht, um gegen die Einschränkungen zu demonstrieren, riskiert dass die Einschränkungen länger bestehen werden.

Manchmal ist es besser, trotz dem glauben an etwas, es nicht zu tun.
Beispiel Auto.
Die aller meisten Menschen werden glauben, dass sie den Aufprall gegen eine Mauer mit 50 km/h dank Airbags etc überleben werden, trotzdem wird man fast niemanden finden, de4 das freiwillig ausprobiert.

Bei Corona verhalten sich die Menschen irgendwie anders

Goofy
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Grasdaggl
RedBlues hat geschrieben:Aber, man müsste sich als Gesellschaft doch einig sein, dass die Einschränkungen erst weggehen, wenn die Fallzahlen so tief gesunken sind, dass man faktisch von keine neuen Fälle sprechen kann.


Dann können die Besitzer des Perkins Park ja jetzt überlegen, was sie aus ihrem Gebäude machen.
Ein Museum? Umbau zu teuren Wohnungen?

Musik würde dort ja eher nicht mehr laufen.

Andersrum gefragt: Wie lange müsste die Rate unter 1% liegen und die Zahl der Intensivbehandlungen bei wenigen hundert, um zu sagen, die verbliebenen Einschränkungen werden aufgehoben?
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor

Auswurf
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Grasdaggl
es ist doch letztlich (zurecht) völlig klar,
dass sich diesbezüglich erst was ändern wird,
so ein funktionierender impfstoff uns erlöst

deshalb stellen sich solche fragen (für mich) eigentlich nicht.
Wir bewegen uns einer meinung nach an der untergrenze von einschränkungen welche derzeit der lage angemessen
Zuletzt geändert von Auswurf am 29. August 2020 12:21, insgesamt 1-mal geändert.
das ist doch keine Musik

RedBlues
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Goofy hat geschrieben:
RedBlues hat geschrieben:Aber, man müsste sich als Gesellschaft doch einig sein, dass die Einschränkungen erst weggehen, wenn die Fallzahlen so tief gesunken sind, dass man faktisch von keine neuen Fälle sprechen kann.


Dann können die Besitzer des Perkins Park ja jetzt überlegen, was sie aus ihrem Gebäude machen.
Ein Museum? Umbau zu teuren Wohnungen?

Musik würde dort ja eher nicht mehr laufen.

Andersrum gefragt: Wie lange müsste die Rate unter 1% liegen und die Zahl der Intensivbehandlungen bei wenigen hundert, um zu sagen, die verbliebenen Einschränkungen werden aufgehoben?


Würde mal sagen, dass das auf Basis von Risikoabschätzungen von Experten bewertet werden muss.

Was ich damit sagen wollte, wenn man absichtlich Mit seinem Verhalten das Risiko erhöht, sollte man sich nicht wundern wenn daraus Konsequenzen entstehen.

Goofy
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Grasdaggl
RedBlues hat geschrieben:Manchmal ist es besser, trotz dem glauben an etwas, es nicht zu tun.
Beispiel Auto.
Die aller meisten Menschen werden glauben, dass sie den Aufprall gegen eine Mauer mit 50 km/h dank Airbags etc überleben werden, trotzdem wird man fast niemanden finden, de4 das freiwillig ausprobiert.

Bei Corona verhalten sich die Menschen irgendwie anders


Es gibt Leute, die fahren mit über 200km/h Auto noch dicht auf. Und das, obwohl sie wissen, dass sie einen gröberen Fehler, von wem auch immer, vermutlich nicht überleben würden. Und andere eventuell auch nicht.


Ich hab mich jedenfalls schon bei mancher Autofahrt (am Beifahrersitz) unwohler gefühlt als wenn mir jemand ohne Maske näher kommt.


Wie das jetzt beim Thema Virus weiterbringt, weiß ich auch nicht so genau. Jedenfalls bin ich mir relativ sicher, mich nicht mit Corona zu infizieren, und wenn doch, es zu überleben (das Angebot, die restliche Strecke zu meiner Sicherheit zu laufen, habe ich allerdings auch nicht angenommen).
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor

Auswurf
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Grasdaggl
bleibt trotzdem ein großer unterschied ob Du mit absicht gegen ne wand fährst, oder Dir einbildest alles im griff zu haben (wie Dein fahrer)
das ist doch keine Musik

Auswurf
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Grasdaggl
ps
das persönliche risikoempfinden halte ich für einen sehr trügerischen gradmesser,
wenn wir über pandemien reden
das ist doch keine Musik