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Frank N Furter
factotum hat geschrieben:Wenn Du bei den Intelligenten und Aktiven eine Mehrheit hast, dann passieren auch Dinge in einer Gesellschaft.

Ist das so zu lesen, dass Du glaubst, die unterprivilegierten Schwarzen hätten eine Mehrheit bei den Demokraten (weißen, gut situierten Akademikern an Ost- und Westküste)?

Die Demokraten scheißen doch genauso auf die unterprivilegierten Schwarzen, nur das sie glauben, sie seien fein raus, wenn sie statt "Nigger" "PoC" sagen. Wenn die Demokraten etwas für diese Leute hätte tun wollen in den letzten 50 Jahren, hätte man beispielsweise das Schulsystem reformiert und gezielte Frühförderung finanziert. Aber das (lies: ihr) Geld wollen und wollten die marktliberalen Demokraten halt auch nicht ausgeben. Da war ihnen das Hemd näher als die Hose. Was glaubst Du, warum immer noch so viele Schwarze Trump wählen?

Kurz: da ist keine Mehrheit bei den Einflußreichen. Weit und breit nicht. Die Unterprivilegierten müssen kämpfen für ihre Rechte.

factotum hat geschrieben:Die Anderen sind auf den martialischen Ansatz bingo vorbereitet und freuen sich drauf.

Im Leben nicht, factotum. Vor härteren Auseinandersetzungen haben sowohl die Republikaner als auch die Demokraten Angst. Weil das zehrt an ihrer Kasse, das kostet Wirtschaftswachstum. Und mit nichts anderem kannst Du diese Arschlöcher kriegen.

Was wurde denn durch den friedlichen Marsch auf Washington durch King&Ko erreicht? Schau Dir mal die sozioökonomischen Daten der People of Colour in den USA an. Da gehts heute schwupp-die-wupp nur noch vom Tellerwäscher zum Obdachlosen. Desaströs. "Schwarze" hatten in den 60igern und 70igern bessere gesellschaftliche Aufstiegschancen als heute. Obama ist ein Kind dieser besseren Chancen. Wer heute als Kind in eine PoC-Familie hineingeboren wird, am Rande der Gesellschaft, für die oder den sieht die Zukunft zappenduster aus in den USA. Die leben sogar bis zu 15 Jahren weniger lang, so krass ist die Ungleichheit seit MaLuKi geworden. Generell, für die ganze USA ist die Ungleichheit so groß geworden, dass die Durchschnittslebenserwartung nun im vierten Jahr in Folge sinkt, nachdem es 150 Jahre nur nach oben ging, selbst durch die Industriealisierung hindurch!

factotum hat geschrieben:Man soll seine Kriege so führen, dass man sie gewinnen kann. Macht sonst hintenraus wenig Vergnügen.

Wenn der Krieg gegen Rassisten überhaupt nur zu gewinnen ist, dann durch Krieg. Denn Rassisten wie Hitler und viele Andere hätte man auch niemals durch Appeasement umstimmen können. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Das wirklich Fatale in den USA wäre nicht der Bürgerkrieg, sondern der Umstand, dass noch nicht alle Unterprivilegierten erkannt haben, dass sie diesen Krieg gemeinsam kämpfen müssen: Alle Hautfarben der Unterschicht gegen alle Hautfarben der Oberschicht.

Goofy
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Grasdaggl
Thema Querdenken 711

Tamasi hat geschrieben:Zum Twitter-Video im obigen Link, in dem Berthold von dem 4711-Querdenken- Pressesprecher Stephan Bergmann interviewt wird:

Ich denke, es geht den Querdenkern um die Problematik der Corona-Maßnahmen? Warum befragt der Pressesprecher Thomas Berthold dann zur Friedensvertrag-Thematik und ob Deutschland nach dem WK-2 ein souveräner Staat ist oder nicht?

Selbstentlarvend. Es sind wirklich nicht nur ein paar Rechte & Reichsbürger, die sich den harmlosen Corona-Protestlern anschließen. Natürlich gibt es unter den Demonstranten auch genügend Harmlose. Aber dennoch: Der Kopf des Fisches stinkt - und das müsste eigentlich allen Teilnehmern klar sein.

Vom Ehemaligen-Thread hier rüber kopiert.



Teile der Rede von Ballweg am Wochenende in Berlin

"Und ich stehe hier mit dem Grundgesetz, das uns seit mehr als 70 Jahren die Grundrechte garantiert. Es ist das Beste, was uns bisher passiert ist, aber konnte uns im Jahr 2020 nicht davor beschützen, dass die Regierung sich immer weiter selbst ermächtigt. Aktuell ist die verfassungsgebende Mehrheit eine Mehrheit aus Bundestag und Bundesrat, d.h. die Bevölkerung wird nicht gefragt. Und es gibt im Grundgesetz einen wichtigen Artikel, der bezeichnenderweise auch der letzte Artikel im Grundgesetz ist. Es ist Artikel 146: 'Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

Deshalb starten wir heute damit, uns eine eigene Verfassung zu geben, die diese Schwächen behebt und die Macht an uns, die Menschen, zurück gibt. Die Verfassung soll sich der Souverän geben und nicht Bundestag und Bundesrat. Ich habe das noch nie gemacht. Ich habe in den letzten Wochen gelernt, dass meine Stärke darin liegt, Menschen zu vereinen. Deshalb bin ich frohen Mutes, dass wir das gemeinsam hinbekommen. Ihr steht heute hier, weil ihr nicht mehr wollt, dass euch jemand sagt, wie ihr zu leben und zu denken habt. Und wir sind die verfassungsgebende Versammlung. Ich rufe alle Menschen bundesweit auf, nach Berlin zu kommen und gemeinsam mit uns an einer neuen Verfassung zu arbeiten. Wir haben hier ideale Voraussetzungen geschaffen. Es gibt mehr als 60 Lkw-Bühnen, auf denen wir den Debattenraum öffnen und frei von Vorurteilen diskutiert und gesprochen werden darf. Das Querdenken-Camp ist für 14 Tage angemeldet. Und auf der Hauptbühne wird es dann immer wieder eine Tag-Zusammenfassung der Ergebnisse geben. ... Und ich rufe hiermit die Polizei auf, unsere verfassungsgebende Versammlung zu schützen."


Ich lass das besser unkommentiert.
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor



Tamasi
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Allmachtsbachel
Mehr über den Querdenken-Sprecher Stephan Bergmann:



Von einer gewissen Berühmtheit ist inzwischen ja auch die dreadlockige Heilpraktikeron Tamara K., die zum Sturm auf den Reichstag aufgerifen hat.

Bereits am Tag davor hat sie bei einer Gelbwesten-Demo vor der Russischen Botschaft gesprochen und dabei die Botschaft direkt angesprochen - mit der Bitte, dass sie morgen beschützt werden, weil sie für ihre Freiheit kämpfen wollen.

8) :lol: :lol: :lol:

Frag nach bei Nawalny. :|

Am Samstag dann, die Rede vor der Reichstag-Aktion. Wichtiger Impuls war die Nachrichht, dass Heilsbringer Donald Trump in Berlin wäre. Das war mir bislang unbekannt, ist aber auch schon wieder höchst schräg:

Wörtlich rief K. von der Bühne:

"Wir schreiben heute hier in Berlin Weltgeschichte. Guckt euch um, die Polizei hat die Helme abgesetzt. Vor diesem Gebäude (gemeint ist der Reichstag, Anm. d. Red) und Trump ist in Berlin. Die ganze Botschaft ist hermetisch abgeriegelt, wir haben fast gewonnen. Wir brauchen Masse. Wir müssen jetzt beweisen, dass wir alle hier sind. Wir gehen da drauf und holen uns heute, hier und jetzt unser Hausrecht. Wir werden gleich diese komischen kleinen Dinger brav niederlegen und gehen da hoch und setzen uns friedlich auf Treppe und zeigen Präsident Trump, dass wir den Weltfrieden wollen und dass wir die Schnauze gestrichen voll haben. Wir haben gewonnen."


Auch später bleibt sie dabei:
“Es ist keine Fehlinformation, dass Trump in Berlin war. Unsere Informanten haben uns eindeutige Beweise geliefert.” Details, wie die Höhe der amerikanischen Flagge am Fahnenmast der US-Botschaft sowie die Beleuchtung des Botschaftsgebäudes hätten darauf hingedeutet, so K.


Der Tagesspiegel hat sich übrigens in ihrem Heimatort in der Eifel umgehört:
“Es gibt wenig bis gar kein Kontakt zu anderen Bewohnern des Ortes”, heißt es von einem Nachbarn. Ab und zu würde das Ordnungsamt bei K. vorbeikommen, da sie angeblich “zu laut trommeln" würde.

Vielleicht trommelt sie auch nicht. Vielleicht schüttelt sie nur ab und an den Kopf - all die losen Schrauben in einem Hohlkörper, das kann schon laut sein.

Zitate hieraus:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/heil ... 42914.html

Da gibt es auch Videoschnipsel von der oben erwähnten Reden.

Southern Comfort
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Grasdaggl
Auweia!
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

factotum
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Granadaseggl
FNF hat geschrieben:

Kurz: da ist keine Mehrheit bei den Einflußreichen. Weit und breit nicht. Die Unterprivilegierten müssen kämpfen für ihre Rechte.


Da sind die Demokraten tatsächlich in einer Bringschuld. Viele Worte, zu wenig Taten. Deswegen bin ich auch enttäuscht über die letzten beiden P - Kandidaten, da hätte man bessere Leute finden sollen.Müssen. Vielleicht wirst Du recht behalten, ich hoffe, nicht.

FNF hat geschrieben:

Wer heute als Kind in eine PoC-Familie hineingeboren wird, am Rande der Gesellschaft, für die oder den sieht die Zukunft zappenduster aus in den USA. Die leben sogar bis zu 15 Jahren weniger lang, so krass ist die Ungleichheit seit MaLuKi geworden. Generell, für die ganze USA ist die Ungleichheit so groß geworden, dass die Durchschnittslebenserwartung nun im vierten Jahr in Folge sinkt, nachdem es 150 Jahre nur nach oben ging, selbst durch die Industriealisierung hindurch!


Diese Entwicklung trifft aber alle unterprivilegierten Amerikaner, nicht nur PoC. Wer keine Collegeausbildung schafft / bezahlt bekommt, der hat keine beruflichen Aussichten. Diesbezüglich gehts seit Mitte der 70er in den USA für alle bergab, die working class sind in dem Sinne, daß sie auf Arbeitseinkommen angewiesen sind und darüber hinaus über keine materiellen Ressourcen verfügen.

FNF hat geschrieben:

Wenn der Krieg gegen Rassisten überhaupt nur zu gewinnen ist, dann durch Krieg. Denn Rassisten wie Hitler und viele Andere hätte man auch niemals durch Appeasement umstimmen können. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


Natürlich lassen sich Leute wie Hitler nicht mit Appeasement umstimmen. Auch der hat aber erstmal seinen Bürgerkrieg gewinnen müssen, um an die Machthebel dranzukommen. Ohne Gewalt keine Gewaltherrschaft.

FNF hat geschrieben:

Das wirklich Fatale in den USA wäre nicht der Bürgerkrieg, sondern der Umstand, dass noch nicht alle Unterprivilegierten erkannt haben, dass sie diesen Krieg gemeinsam kämpfen müssen: Alle Hautfarben der Unterschicht gegen alle Hautfarben der Oberschicht.


Da vermischst Du zwei Dinge, die nicht parallel bzw. analog funktionieren, nämlich Rassenprivileg und Klassenprivileg. Diese Schicksalsgemeinschaft wird es nie geben, fürchte ich.
Ansonsten, Krieg: Wer hat die Panzer? Doch nicht die Unterprivilegierten.

So ein Bürgerkrieg kann ganz schön scheisse laufen. Mir persönlich fehlt da der Enthusiasmus.
The shit that used to work, won`t work now.

Tifferette
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Grasdaggl
Ballweg ist überrascht? Der hat doch selbst über "verfassungsgebende Versammlung " schwadroniert....

Dabei dürften selbst unsere halbtauben Schlapphüte vom Verfassungsschutz hellhörig geworden sein.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)



Tamasi
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Allmachtsbachel
Attentat auf Nawalny:
Anfangs war mir das reflexhafte "Der Putin war's!" ein bisschen zu simpel. Nawalny hat auch gegen Korruption gewettert, es dürfte recht viele korrupte oder mafiöse Drecksäcke geben, die ihm den Tod gewünscht haben. Okay, eine gewisse Nähe zu Putin wäre dann vermutlich doch gegeben.

Verantwortung für das System, in dem seine Kritiker ermordet und Täter nicht bestraft werden, trägt Putin. Er hat es aufgebaut und genährt. Nawalny galt als einer, der nicht angerührt werden darf ohne die Erlaubnis von ganz oben. Entweder stimmt das und der Kreml hat diese Erlaubnis erteilt - oder er hat die Kontrolle verloren. Vielleicht dachte auch jemand, er tue Putin einen Gefallen.


Nachdem nun jedoch feststeht, dass das Gift nicht aus einer Apotheke am 08/15-Boulevard stammt, dürfte weist doch einiges auf den federführenden Kreml hin.

Und sie haben aus dem Skripal-Attentat gelernt. Eine Vergiftung im Inland mit anschließender Auslands-Behandlung ist ausgesprochen clever. Die Ausreise-Erlaubnis war eine wunderbare "Wir haben nichts zu verbergen"-Geste - und jetzt wird's so hingedreht, dass Nawalny erst im Westen vergiftet wurde:

Kremlsprecher Dmitrij Peskow erinnerte daran, dass man den Patienten schon in Russland untersucht habe. (...) Bevor Nawalny also nach Berlin ausgeflogen wurde, seien in Russland trotz aller Analysen "keine giftigen Stoffe nachgewiesen" worden. Kann auch heißen: Wenn er vergiftet wurde, muss das später geschehen sein.

Deutlicher sagte das der Duma-Abgeordneten Andrej Lugowoj der Nachrichtenagentur Tass: Falls man Nowitschok nachgewiesen habe, sei Nawalny damit wahrscheinlich erst in der Berliner Charité in Berührung gekommen. Andrej Lugowoj war der Hauptverdächtige für den Mord an Alexander Litwinenko 2006, der in London mit radioaktivem Polonium vergiftet wurde. Heute sitzt Lugowoj im Sicherheitsausschuss der Staatsduma.

Alexej Kondratjew, der im Föderationsrat für internationale Angelegenheiten zuständig ist, hält den Befund der Berliner Ärzte für politisch motiviert. Vermutlich steckten die USA dahinter, sagte er der Nachrichtenagentur Ria Nowosti, um so die Gaspipeline Nord Stream 2 zu stoppen.

Wow, der Bezug zu den USA und Nord Stream 2 ist ein Meisterstück im Arschloch-Fakenews-Kosmos. Klingt für die eigenen Anhänger jedenfalls rotal schlüssig.

Norbert Röttgen ist erstaunlich eindeutig und wünscht sich, dass Nord Stream 2 jetzt auf Eis gelegt wird.



Das heute journal hatte diese Woche eh sehr meinungsstarke Gäste:

Am Dienstag hat der CDU-Abgeordnete & menschenrechtspolitische Sprecher der Fraktion Michael Brandt sehr gut gegen den duckmäuserischen Kurs der Regierung gekeilt, inkl. einer feinen Attacke gegen Siemens (sinngemäß: "Was hat China gegen Joe Kaeser in der Hand, dass der so untertänig ist?").



Sehr emotional und engagiert. Ist ja nicht selbstverständlich, eine frühere Sprecherin für Menschenrechte der CDU/CSU-Fraktion war Erika Steinbach, die war auf andere Weise engagiert...

Und tags zuvor war Jens Spahn ausgeprochen reflektiert:



Sehr gutes Nachrichtenfernsehen! Und drei Mal Marietta Slomka. Airwin würde Zustände kriegen. :D

Frank N Furter
Und sie haben aus dem Skripal-Attentat gelernt. Eine Vergiftung im Inland mit anschließender Auslands-Behandlung ist ausgesprochen clever. Die Ausreise-Erlaubnis war eine wunderbare "Wir haben nichts zu verbergen"-Geste - und jetzt wird's so hingedreht, dass Nawalny erst im Westen vergiftet wurde:


Kennst Du zufällig ein paar Russen? Das glaubt auch in Russland keine Sau. Ich würde sogar darauf wetten, dass es hier mehr seichte Weichbirnen gibt, die an sowas glauben wollen, als in Russland. Diejenigen die sich in Russland an dieser Erzählung freuen, hat Putin eh schon fest an seiner Seite. Den Rest interessiert das gar nicht oder sie glauben Putin schon längst gar nichts mehr.

Wohingegen alle wirtschaftlich interessanten Länder dieser Welt Regierungen haben, die keine Sekunde an die Auslands-Hypothese glauben werden.

Also was gewinnt da Putin wirklich? Wenn er Pech hat verliert er am Ende wirklich noch Nord-Stream-II und ein paar andere schmerzhafte Saktionen kommen noch auf europäischer Ebene dazu. Im Grunde kann Putin nur verlieren. Ich sehe da keinen cleveren Schachzug.

Außerdem verliert Putin mit Navalny noch eines seiner allerletzten demokratischen Feigenblätter. Das mit dem "cui bonobo" scheint mir noch nicht geklärt.

factotum
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Granadaseggl
Tamasi hat geschrieben:

Eine Vergiftung im Inland mit anschließender Auslands-Behandlung ist ausgesprochen clever. Die Ausreise-Erlaubnis war eine wunderbare "Wir haben nichts zu verbergen"-Geste - und jetzt wird's so hingedreht, dass Nawalny erst im Westen vergiftet wurde:


Es soll jeder wissen, wer das war. Das ist die politische Absicht bzw. Botschaft.
Wenn man die Tat wirklich kaschieren wollte, nähme man ein einfacher erhältliches Gift, oder der Nawalny fällt vom Balkong, oder kommt unter den Kieslaster. Ganze Flugzeuge können abstürzen, kleine und auch große. Oderoderoder.
Der Unfug, der da verzapft wird, ist nur für die Pappnasen, die was zum Dranglauben brauchen.
Plus, netter Nebeneffekt: Man dreht das Messer nochmal um in der Wunde. Klarheit herrscht: Ihr könnt mir gar nichts.
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factotum
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Granadaseggl
FNF hat geschrieben:
Außerdem verliert Putin mit Navalny noch eines seiner allerletzten demokratischen Feigenblätter. Das mit dem "cui bonobo" scheint mir noch nicht geklärt.


Ich glaube, der Efeu war zu giftig geworden. Erst die Querdenker in Sibirien, und danach Unmengen davon im belarusischen Vorgarten.
Das Timing macht schon Sinn.
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Frank N Furter
@Factotum

Lass uns mal bitte für Putin in der Einheit "Machterhalt" rechnen.

Was denkst Du, wie viel "Machterhalt" bringt es, wenn Du Deinen Gegnern nicht nur zeigst, dass Du sie jederzeit umbringen könntest, sondern, dass Du auch noch die ganze Welt an diesem Wissen teilhaben lassen kannst? Ist der Unterschied so groß? Vorallem: die Geheimdienste haben doch nun schon wirklich oft genug gezeigt, dass sie es können. Was war jetzt der Zusatznutzen, es bei Navalny nochmal zu zeigen?

Auf der anderen Seite: Wie viel "Machterhalt" kann es kosten, wenn der Rubel nicht mehr rollt? Wenn nicht nur die Armenspeisung ausbleibt und es im Volk ob der düsteren Wirtschaftslage beginnt zu rumoren, sondern vor allem, wenn Deinen ganzen Ologarchenkumpels plötzlich die Geschäfte wegbrechen?

Wenn ich das kalkuliere, dann verliert Putin hier für mich 10x mehr Einheiten "Machterhalt", als er dadurch hinzugewinnen könnte, in dem er nochmal jemanden ums Eck bringen läßt.

factotum
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Granadaseggl
FNF hat gefragt:

Was war jetzt der Zusatznutzen, es bei Navalny nochmal zu zeigen?


Nawalny war zu gefährlich, um ihn weitermachen zu lassen.
Zu all den machtpolitischen Nachteilen, die da draus erwachsen könnten ( sollten in einer besseren Welt) hat Nice schon zutreffend formuliert: Der heizt bei uns. Wird er weiterhin.
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Ist zwar sehr verschwörungstheoretisch - aber praktisch kann sowas (also Vergiftungen und Ermordungen) die CIA auch, auch auf fremdem Terrain - und um den Westen auf Linie gegen Russland oder wen auch immer zu bringen, wäre das natürlich ein interessanter Ansatz.

Soll aber jetzt nicht heißen, dass ich weiß, wer eigentlich dahinter steckt. Ist in den vergangenen Jahren nie besonders einfach gewesen und natürlich auch jetzt nicht, in solchen Fällen zwischen Information und Fake zu unterscheiden oder aus dem Geschehenen die richtigen Schlüsse zu ziehen, weil man eben jederzeit mit Desinformationskampagnen (übrigens auch auf beiden Seiten) rechnen muss. Leider.
Zuletzt geändert von CoachingZone am 3. September 2020 17:28, insgesamt 2-mal geändert.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -


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Bei Autos und AKWs wäre es bisweilen hilfreich, über das Hier und Jetzt hinauszudenken, auch wenn es schwerfällt :!:
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Frank N Furter
factotum hat geschrieben:Nice schon zutreffend formuliert: Der heizt bei uns. Wird er weiterhin.


Die ganze Welt will bei uns heizen. Allen voran die Amis. Die Angebot- und Nachfragesituation ist hier doch machtpolitisch genau umgekehrt: wer darf in Deutschlanf heizen und damit wirklich ein super Geschäft machen und sich die Taschen füllen? Im Grunde "heizen" wir bei Putin.

factotum hat geschrieben:Nawalny war zu gefährlich, um ihn weitermachen zu lassen.

Wir haben hier im Institut gerade ein paar Russen als Gastwissenschaftler. Die meinten, dass Navalny in Russland überhaupt keine Rolle spielen würde. Durch sein nationalistisches Getröte wäre er bei vielen anderen Oppositionellen unten durch.
Ich traue mir jedenfalls keine Einschätzung darüber zu, wie groß die Gefahr wirklich sein könnte, die von jemandem wie Navalny für Putin ausgeht.

Deine Argumenatation widerspricht sich auch zumindest an diesem Punkt: Dass Navalny noch leben durfte, begründeste Du mit dem größeren Abschreckungspotential. Dass dann aber weiterhin von ihm eine Gefahr ausgeht, die politisch größer ist, als sie ein toter Navalny je haben könnte, passt dann irgendwie nicht dazu. Entweder war Navalny wirklich zu gefährlich, dann wäre er jetzt tot. Oder er war im Grunde gar nicht so gefährlich, dann hätte sich Putin wegen eines ungefährlichen Mannes aber nicht solchen politischen und wirtschaftlichen Gefahren ausgesetzt, die mit einer Tötung einhergehen

Nur zur Klarstellung: Ich habe wirklich nicht den allergeringsten Schimmer, was da passiert ist. Ich kann nur sagen, dass mich bisher keine der Erzählungen Dritter überzeugt hat. Wenn ich nur diese Wahl hätte, würde ich aktuell sogar die Variante von CoachingZone eher glauben können, als die vom kühl kalkulierten Nichtmord-Mord. Es ist nämlich auch schon ein ziemliches Gefummel mit diesem Gift. Zwei Krümmel mehr und Navalny wäre jetzt über den Jordan. Da Menschen unterschiedlich stark auf verschiedene Gifte reagieren, erscheint mir der Versuch eines Nichtmord-Mordes schon ziemlich weit hergeholt.

Goofy
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Grasdaggl
CoachingZone hat geschrieben:Bei Autos und AKWs wäre es bisweilen hilfreich, über das Hier und Jetzt hinauszudenken, auch wenn es schwerfällt :!:
Ist bei sehr vielen Themen hilfreich.

Aber zu welchen Schlüssen kommst du denn, wenn du über Autos und AKWs nachdenkst?
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CoachingZone
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Frank N Furter hat geschrieben:Wir haben hier im Institut gerade ein paar Russen als Gastwissenschaftler. Die meinten, dass Navalny in Russland überhaupt keine Rolle spielen würde. Durch sein nationalistisches Getröte wäre er bei vielen anderen Oppositionellen unten durch.


Diese Erfahrung habe ich auch schon ein paar Mal mit Bekannten aus Russland bzw. aus der Ukraine gemacht. Dass nämlich die hierzulande medial als Oppositionsgrößen dargestellten Personen dort als recht unbedeutend und/oder auch fragwürdig angesehen würden.
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- Charles Maurice de Talleyrand -

factotum
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Granadaseggl
FNF hat geschrieben:
Ich habe wirklich nicht den allergeringsten Schimmer, was da passiert ist.


Das gilt selbstredend auch für mich. Der Putin tut halt mittlerweile doch schon sehr lange, was er halt tut, und ich finde, es gibt da deutliche Muster.
Aber klar, meine Einlassungen hier sind Meinungsäusserung, kein Tatsachenbericht.
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Goofy hat geschrieben:
Bei Autos und AKWs wäre es bisweilen hilfreich, über das Hier und Jetzt hinauszudenken, auch wenn es schwerfällt :!:
Ist bei sehr vielen Themen hilfreich.

Aber zu welchen Schlüssen kommst du denn, wenn du über Autos und AKWs nachdenkst?


War eigentlich eine Replik auf die immer wiederkehrenden "Klagen" von @Cantona die Automobil- und Atomindustrie betreffend.

Habe jetzt leider keine Zeit, Deine Frage ausführlich zu beantworten.

In Kürze: Bei den AKWs schrecken mich neben der Frage der Sicherheit die immer noch ungeklärte Frage der Endlagerung des Hunderttausende von Jahren hochradioaktiv strahlenden Mülls ab, bei den (v.a. klassischen Verbrenner-)Autos die Produktion von Abgasen, Treibhausgasen und Feinstaub sowie die Verstopfung der Städte mit parkenden Metallungeheuern.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

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