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Frank N Furter
CoachingZone hat geschrieben:Gut, dass Du erst ab dem 16ten Jahrhundert keine Veränderung registrierst.


Ich habe das 16Jhr. nicht als absoluten Vergleichsmaßstab gewählt, sondern wirklich nur als Beispiel.

CoachingZone hat geschrieben:Der Stauferkaiser Friedrich II. beispielsweise hat im 13. Jahrhundert sehr gerne auf Sizilien gelebt und mit islamischen Gelehrten über die Welt diskutiert. Natürlich waren die Erkenntnisse nicht mit dem späteren naturwissenschaftlichen Wissen zu vergleichen, aber für ihn persönlich war es wichtig, dass diese Diskussionen auf der Basis der Vernunft und nicht der des Glaubens stattfanden.


Dass die beiden miteinander geredet haben, subsumiere ich für mich unter der Überschrift "Toleranz" und nicht unter der Überschrift "Vernunft"*.

"Vernunft" ist eine bis heute nicht belegte Behauptung des Menschen, welche gut als Beispiel dienen könnte, kollektiven Narzissmus anschaulich zu machen. Als Neurowissenschaftler müsste ich Dir sagen, dass es keinen neurologischen Prozess in unserem Gehirn gibt, dem man ernsthaft die Qualität "vernünftig" zuschreiben könnte. Während man aber tatsächlich jede Menge "Glaubensprozesse" findet.

Nachfolgendes sage ich wirklich nur der Vorsicht halber: Ich bin überhaupt kein Gegner von Glauben. Auch nicht von religiösem Glauben. Dem christlichen Glauben haben wir z.B. sehr viel zu verdanken. Ohne ihn wären unsere Vorfahren sehr schwer psychisch erkrankt. Der christliche Glaube war die beste Medizin, die der Mensch jemals entwickelt hat, bis heute. Leider wird das heute sehr oft vergessen, wenn man es sich allzu einfach macht mit Religionskritik.

Auswurf
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Grasdaggl
coaching

zum ersten punkt
da seh ich aber die beweislast auf seiten der anhänger einer schöpferthese,
für die es keinerlei anhaltspunkte gibt.
Wer ist überhaupt gott?
Betreut der auch das parallelluniversum?
Gibts Den seit, oder schon vor dem urknall und wer hat IHN erschaffen.
Ist ER/SIE ein großrechner, oder die summe der erkenntnis??
Fragen über fragen..

beim zweiten punkt stimm ich Dir zu,
merke aber an, dass vermutlich die mehrheit der gläubigen dies anders sieht als Du
das ist doch keine Musik

muffinho
CoachingZone hat geschrieben:Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass die Evolution des Lebens ohne Gott stattfindet, genauso wenig, wie es einen wissenschaftlichen Beweis gibt, dass Gott dafür verantwortlich ist.


Die wissenschaftliche Evidenz, dass das Leben auf der Erde aufgrund der herrschenden Ereignisse zu solch einer günstigen Konstellation geführt hat, dass wir einfach entstanden ist, ist weitaus größer als dass irgendein höheres Wesen uns erschaffen hat. Wenn man sieht, dass wir Menschen auf einer Uhr erst seit wenigen Minuten existieren und die Erde viele Stunden gebraucht hat, um überhaupt erst mal lebensfreundliche Bedingungen für einen Einzeller zu schaffen, dann sagt das schon viel über die Geschichte des Lebens aus. So viele glückliche Umstände haben für einen lebensfreundlichen Planeten gesorgt, etwa Meteoriteneinschläge, die etwa besagte Aminosäure auf die Erde brachten, oder der Umstand dass etwa der Jupiter durch seine Gravitation viele potentiell gefährliche Gefährten aus dem Kuipergürtel oder der Oortsche Wolke auf sich zieht und damit weg von unserem Planeten, oder der Umstand dass vor vielen Millionen Jahren der Mond höchst wahrscheinlich aus unserer Erde entstanden ist, denn ohne ihn wäre ein halbwegs intelligentes Leben auf der Erde nicht möglich.
Wir sind nach meiner festen Überzeugung einfach eine Laune der Natur, ein Verkettung vieler glücklicher Zufälle. Ich habe Verständnis dass Religionen früher eine Art Daseinsberechtigung hatten, viele Dinge wie eine Sonnenfinsternis oder andere Naturereignisse ließen sich damals nicht erklären und mit einem erzürnten Gott konnte man dann eben viele unerklärliche Dinge für das verunsicherte Volk erklärbar machen, aber inzwischen hat die Wissenschaft so viele Dinge für kleine Vögel wie mich erklärbar gemacht, so dass die Existenz eines übernatürlichen Wesens für mich nicht mehr notwendig ist, um die Frage nach der Existenz des Lebens nachzugehen. Wenn man sieht was für Vollhonks heute an wirren Meinungen unters Volk werfen, dann fällt es mir schwer zu verstehen, wie manche Menschen ein paar Büchern folgen können, die unter nicht näher definierten Umständen vor einigen tausend Jahren geschrieben wurden, wobei vieles auf Erzählungen, Mythen oder Überlieferungen basiert. Sicherlich kann jeder das aus diesen Geschichten ziehen was er will, aber schon alleine die Tatsache, dass man so etwas überhaupt glaubt, kann ich irgendwie nicht verstehen.

Von mir aus soll jeder glauben was er will, solange er damit glücklich ist und niemand anders damit beeinträchtigt wird, und das ist das Problem, was mich auch zu Deinem zweiten Satz bringt:

Wer nicht verstanden hat oder nicht verstehen will, dass die Bibel keine wissenschaftliche Darstellung der Welt ist, sondern (insbesondere das Neue Testament) eine religiöse/philosophische Anleitung - im übrigen schon Tausende von Jahren alt -, wie Menschen gut und friedlich miteinander und auf dieser Welt leben können, dem ist sowieso nicht zu helfen.


Das hat was von "nicht die Waffen selbst töten Menschen, sondern die Menschen die die Waffen benutzen".
Ich will gar nicht aufzählen wie viel Leid Religionen über die Menschheit gebracht hat und viel viele Menschen im Namen von Religionen seit Jahrtausenden bis zum heutigen Tag dafür leiden oder sterben, daher schließen sich für mich die Worte friedlich und Religion definitiv aus, und nur weil z. B. die Katholische Kirche seit Jahrzehnten keine kriegerische Handlung mehr gegen Menschen, Völker oder Nationen mehr begangen hat, heißt das nicht dass in ihrem Namen bzw. im Namen der Religion und unter der Aufsicht vieler Verantwortlicher nicht viele Unschuldige Menschen haben leiden müssen, sei es in irgendwelchen Fällen von systematischen Missbrauch oder der Beeinflussung der Politik, wenn es um die individuelle Entfaltung des eignen Lebens geht, etwa was ich mit meinem Körper anstelle, Thema Abtreibung, Verhütung oder gleichgeschlechtliche Liebe.

Religionen sind für mich die Wurzel menschlichen Übels, eine historisch gewachsene Methode um Menschen zu kontrollieren, mit Ängsten zu spielen, ihr Leben bestimmen zu wollen mit dem Ziel, die Sündigen mit der Aussicht auf Erlösung oder Belohnung im späteren Leben auf einen für die Elite vorgegebenen Pfad zu lenken, und genau das wurde vom ersten Tag bis heute systematisch eingesetzt.

Frank N Furter
muffinho hat geschrieben:
CoachingZone hat geschrieben:Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass die Evolution des Lebens ohne Gott stattfindet, genauso wenig, wie es einen wissenschaftlichen Beweis gibt, dass Gott dafür verantwortlich ist.


Die wissenschaftliche Evidenz, dass das Leben auf der Erde aufgrund der herrschenden Ereignisse zu solch einer günstigen Konstellation geführt hat, dass wir einfach entstanden ist, ist weitaus größer als dass irgendein höheres Wesen uns erschaffen hat.


Tut mir leid, Muffie, das ist leider deutlich komplexer.
Leben ist in erster Linie ein Prozess der Selbstorganisation und damit ein Prozess "Ordnung zu schaffen" gegen die Entropie. Dieser Prozess ist exogen, verbraucht also Energie. Die Selbstorganisation bedarf eines Organisators, unserer DNA.

Obwohl wir heute genau wissen, welche Bausteine zu unserem Leben notwendig sind, ist es bis heute in keinem einzigen Experiment gelungen Leben im Reagenzglas zu erzeugen. Das ist eine ziemlich ernüchternde Erkenntnis. Es gelingt nicht mal dann, wenn man Aminosäuren und eine Energiequelle auf Basis von Triphosphat vorlegt. Es bildet sich einfach keine DNA die von einer Polymerase abgelesen wird. Seit den 50igern, beginnend mit dem berühmt gewordenen Miller-Experimenten, ist es uns nicht gelungen im Experiment die Entstehung des Lebens zu rekonstruieren. Im Gegenteil, es wurde immer klarer, dass zur Entstehung des Lebens mehrere Paradoxien überwunden worden sein mussten, jedenfalls wenn man nach einer biochemischen Genese sucht.

muffinho hat geschrieben:Wir sind nach meiner festen Überzeugung einfach eine Laune der Natur, ein Verkettung vieler glücklicher Zufälle.


Zufall, richtig. Zufälle kann man wissenschaflich in Angaben über die Wahrscheinlichkeit bemessen. Die Wahrscheinlichkeit das Leben auf der Erde entstehen konnte, ist astronomisch gering. US-Mathematiker haben sich mal den Spaß erlaubt auszurechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass wir alle nur in einer Simulation leben (vielleicht kennst Du diese Story, ansonsten hier zum Link der Originalpublikation von Nick Bostrom: https://www.simulation-argument.com/simulation.html). Die Wahrscheinlichkeit für die Simulationsthese ist 1! :D

muffinho hat geschrieben:Religionen sind für mich die Wurzel menschlichen Übels, eine historisch gewachsene Methode um Menschen zu kontrollieren, mit Ängsten zu spielen, ihr Leben bestimmen zu wollen mit dem Ziel, die Sündigen mit der Aussicht auf Erlösung oder Belohnung im späteren Leben auf einen für die Elite vorgegebenen Pfad zu lenken, und genau das wurde vom ersten Tag bis heute systematisch eingesetzt.


Das ist so einseitig und unfair, dass - tut mir leid - es sich für mich in nichts von dem qualitativ unterscheidet, an was ein Trump-Anhänger so glaubt. Aber es ist "modern" das heute so zu denken, das kann ich Dir noch zugestehen.




Rufus
Granadaseggl
muffinho hat geschrieben:Ein Kollege hat sich als Corona Truther geoutet, es war echt verstörend seinen Ausführungen zuzuhören, etwa dass Corona gar nicht existiert, es nur eine Erfindung der Medizinlobby ist um Aufträge zu ergattern und Reich gegen Arm auszuspielen. Nur eine normale Grippe. Sämtliche Nachfragen, wie denn knapp 200 Länder gemeinsam diese Verschwörung mit Lockdowns und sonstigen Einschränkungen durchziehen können, wurden Trumpartig beantwortet, wortwörtlich mit "Ich glaube halt nur das was mir die Leitmedien vorwerfen, ich müsste meine eigenen Gedanken machen, man kann es alles im Internet nachlesen, ich müsste halt nur den Mut und die Intelligenz haben mich mal außerhalb der Lügenpresse zu informieren"...
Es ist das eine, wenn man solche Vögel in irgendwelchen Dokus sieht, aber wenn sie einem persönlich bekannt sind und Du diese Ausführungen live mitbekommst, dann ist das echt eine andere Qualität. Ich habe das im Büro eines anderen Kollegen mitbekommen, wo die Beiden diskutiert haben und ich hinzu kam, der andere Kollege hat auch nur mit dem Kopf geschüttelt.

Solche Typen erinnern mich irgendwie an Walter Eichelburg und seine site "hartgelddotcom". Dort ist fast immer Währungsreform :shock:

muffinho
Frank N Furter hat geschrieben:Tut mir leid, Muffie, das ist leider deutlich komplexer.
Leben ist in erster Linie ein Prozess der Selbstorganisation und damit ein Prozess "Ordnung zu schaffen" gegen die Entropie. Dieser Prozess ist exogen, verbraucht also Energie. Die Selbstorganisation bedarf eines Organisators, unserer DNA.


Ich bin nur ein wissenschaftlicher Nappel und schon froh, wenn ich im Büro unfallfrei meinen PC einschalten kann. Aber das Thema Entstehung des Lebens, Weiten im Universum und Evolution hat mich schon immer fasziniert, und wenn ich sehe, dass es hunderte Milliarden Sterne alleine in unserer Galaxie gibt und dazu noch weitere hunderte Milliarden Galaxien (alles wissenschaftliche Schätzungen, die u. a. auf dem Ultra Deep Field basieren, dann sind wir - um es mit den Worten von Gauland zu sagen - nur ein Mückenschiss in der Geschichte des Universums. Das Leben da draußen ist derart komplex, alleine die Vorstellung dass ein schwarzes Loch so für den Normalbürger beschreibbar ist, wenn man die Erde auf die Maße eines Würfelzuckers presst, ist einfach unglaublich, erlaubt es aber einem wissenschaftlichen Blindgänger wie mir es plastisch zu greifen. Und solche wissenschaftlichen Leistungen erlaubt es mir, eine Meinung zu haben, die weit über das, was irgendwelche Bücher von angeblichen Beauftragen eines Gottes sagen.

Zufall, richtig. Zufälle kann man wissenschaflich in Angaben über die Wahrscheinlichkeit bemessen. Die Wahrscheinlichkeit das Leben auf der Erde entstehen konnte, ist astronomisch gering. US-Mathematiker haben sich mal den Spaß erlaubt auszurechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass wir alle nur in einer Simulation leben (vielleicht kennst Du diese Story, ansonsten hier zum Link der Originalpublikation von Nick Bostrom: https://www.simulation-argument.com/simulation.html). Die Wahrscheinlichkeit für die Simulationsthese ist 1! :D


Ja, ich habe von solch einer Studie gelesen und weiß daher um die Bedeutung des von mir gewählten Begriffes "Zufall". Aber genauso wäre es imho pure Arroganz, wenn ich annehmen würde dass bei der von mir o. g. Anzahl von Sonnensystemen wir die einzige Zivilisation wären. Ich gehe fest davon aus dass es im Universum Leben gibt oder gab, denn wer weiß ob die Sterne, die wir täglich am Nachthimmel sehen, überhaupt noch existieren oder ob wir inzwischen mehr oder weniger alleine da draußen sind und alles um uns herum nur noch eine Illusion ist. Gibt es die Sterne da draußen, die ich nachher sehe, wirklich noch? Eine der Fragen die ich wieder stelle, denn sollten wir auf der Suche nach einem Exoplaneten sein, müssten wir halt wissen ob es ihn überhaupt noch gibt oder das, was wir sehen, schon lange Vergangenheit ist.
Ja, das Thema fasziniert mich wirklich.

Das ist so einseitig und unfair, dass - tut mir leid - es sich für mich in nichts von dem qualitativ unterscheidet, an was ein Trump-Anhänger so glaubt. Aber es ist "modern" das heute so zu denken, das kann ich Dir noch zugestehen.


Warum? Sag mir eine Universalreligion die nicht versucht ihre Anhänger mit dem System der Belohnungen und Bestrafungen auf Linie zu bringen, die massiv in die Selbstentwicklung eingreifen und dabei äußerst intolerant gegenüber Andersdenkenden vorgeht, was teilweise im massiven Widerspruch zu einer modernen Gesellschaft und Demokratie steht. Im Endeffekt sind es Sekten mit dem Ziel der Macht, Kontrolle und Bereicherung.

Cantona
Rufus hat geschrieben:
muffinho hat geschrieben:Ein Kollege hat sich als Corona Truther geoutet, es war echt verstörend seinen Ausführungen zuzuhören, etwa dass Corona gar nicht existiert, es nur eine Erfindung der Medizinlobby ist um Aufträge zu ergattern und Reich gegen Arm auszuspielen. Nur eine normale Grippe. Sämtliche Nachfragen, wie denn knapp 200 Länder gemeinsam diese Verschwörung mit Lockdowns und sonstigen Einschränkungen durchziehen können, wurden Trumpartig beantwortet, wortwörtlich mit "Ich glaube halt nur das was mir die Leitmedien vorwerfen, ich müsste meine eigenen Gedanken machen, man kann es alles im Internet nachlesen, ich müsste halt nur den Mut und die Intelligenz haben mich mal außerhalb der Lügenpresse zu informieren"...
Es ist das eine, wenn man solche Vögel in irgendwelchen Dokus sieht, aber wenn sie einem persönlich bekannt sind und Du diese Ausführungen live mitbekommst, dann ist das echt eine andere Qualität. Ich habe das im Büro eines anderen Kollegen mitbekommen, wo die Beiden diskutiert haben und ich hinzu kam, der andere Kollege hat auch nur mit dem Kopf geschüttelt.

Solche Typen erinnern mich irgendwie an Walter Eichelburg und seine site "hartgelddotcom". Dort ist fast immer Währungsreform :shock:


Wo ist eigentlich Dribbelkönig???

:bounce:

Cantona
muffinho hat geschrieben:
Frank N Furter hat geschrieben:Tut mir leid, Muffie, das ist leider deutlich komplexer.
Leben ist in erster Linie ein Prozess der Selbstorganisation und damit ein Prozess "Ordnung zu schaffen" gegen die Entropie. Dieser Prozess ist exogen, verbraucht also Energie. Die Selbstorganisation bedarf eines Organisators, unserer DNA.


Ich bin nur ein wissenschaftlicher Nappel und schon froh, wenn ich im Büro unfallfrei meinen PC einschalten kann. Aber das Thema Entstehung des Lebens, Weiten im Universum und Evolution hat mich schon immer fasziniert, und wenn ich sehe, dass es hunderte Milliarden Sterne alleine in unserer Galaxie gibt und dazu noch weitere hunderte Milliarden Galaxien (alles wissenschaftliche Schätzungen, die u. a. auf dem Ultra Deep Field basieren, dann sind wir - um es mit den Worten von Gauland zu sagen - nur ein Mückenschiss in der Geschichte des Universums. Das Leben da draußen ist derart komplex, alleine die Vorstellung dass ein schwarzes Loch so für den Normalbürger beschreibbar ist, wenn man die Erde auf die Maße eines Würfelzuckers presst, ist einfach unglaublich, erlaubt es aber einem wissenschaftlichen Blindgänger wie mir es plastisch zu greifen. Und solche wissenschaftlichen Leistungen erlaubt es mir, eine Meinung zu haben, die weit über das, was irgendwelche Bücher von angeblichen Beauftragen eines Gottes sagen.

Zufall, richtig. Zufälle kann man wissenschaflich in Angaben über die Wahrscheinlichkeit bemessen. Die Wahrscheinlichkeit das Leben auf der Erde entstehen konnte, ist astronomisch gering. US-Mathematiker haben sich mal den Spaß erlaubt auszurechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass wir alle nur in einer Simulation leben (vielleicht kennst Du diese Story, ansonsten hier zum Link der Originalpublikation von Nick Bostrom: https://www.simulation-argument.com/simulation.html). Die Wahrscheinlichkeit für die Simulationsthese ist 1! :D


Ja, ich habe von solch einer Studie gelesen und weiß daher um die Bedeutung des von mir gewählten Begriffes "Zufall". Aber genauso wäre es imho pure Arroganz, wenn ich annehmen würde dass bei der von mir o. g. Anzahl von Sonnensystemen wir die einzige Zivilisation wären. Ich gehe fest davon aus dass es im Universum Leben gibt oder gab, denn wer weiß ob die Sterne, die wir täglich am Nachthimmel sehen, überhaupt noch existieren oder ob wir inzwischen mehr oder weniger alleine da draußen sind und alles um uns herum nur noch eine Illusion ist. Gibt es die Sterne da draußen, die ich nachher sehe, wirklich noch? Eine der Fragen die ich wieder stelle, denn sollten wir auf der Suche nach einem Exoplaneten sein, müssten wir halt wissen ob es ihn überhaupt noch gibt oder das, was wir sehen, schon lange Vergangenheit ist.
Ja, das Thema fasziniert mich wirklich.

Das ist so einseitig und unfair, dass - tut mir leid - es sich für mich in nichts von dem qualitativ unterscheidet, an was ein Trump-Anhänger so glaubt. Aber es ist "modern" das heute so zu denken, das kann ich Dir noch zugestehen.


Warum? Sag mir eine Universalreligion die nicht versucht ihre Anhänger mit dem System der Belohnungen und Bestrafungen auf Linie zu bringen, die massiv in die Selbstentwicklung eingreifen und dabei äußerst intolerant gegenüber Andersdenkenden vorgeht, was teilweise im massiven Widerspruch zu einer modernen Gesellschaft und Demokratie steht. Im Endeffekt sind es Sekten mit dem Ziel der Macht, Kontrolle und Bereicherung.


Aktuell werden in Europa im Namen einer Religion Menschen umgebracht, soviel ich weiss.

Rufus
Granadaseggl
Cantona hat geschrieben:
Rufus hat geschrieben:
muffinho hat geschrieben:Ein Kollege hat sich als Corona Truther geoutet, es war echt verstörend seinen Ausführungen zuzuhören, etwa dass Corona gar nicht existiert, es nur eine Erfindung der Medizinlobby ist um Aufträge zu ergattern und Reich gegen Arm auszuspielen. Nur eine normale Grippe. Sämtliche Nachfragen, wie denn knapp 200 Länder gemeinsam diese Verschwörung mit Lockdowns und sonstigen Einschränkungen durchziehen können, wurden Trumpartig beantwortet, wortwörtlich mit "Ich glaube halt nur das was mir die Leitmedien vorwerfen, ich müsste meine eigenen Gedanken machen, man kann es alles im Internet nachlesen, ich müsste halt nur den Mut und die Intelligenz haben mich mal außerhalb der Lügenpresse zu informieren"...
Es ist das eine, wenn man solche Vögel in irgendwelchen Dokus sieht, aber wenn sie einem persönlich bekannt sind und Du diese Ausführungen live mitbekommst, dann ist das echt eine andere Qualität. Ich habe das im Büro eines anderen Kollegen mitbekommen, wo die Beiden diskutiert haben und ich hinzu kam, der andere Kollege hat auch nur mit dem Kopf geschüttelt.

Solche Typen erinnern mich irgendwie an Walter Eichelburg und seine site "hartgelddotcom". Dort ist fast immer Währungsreform :shock:


Wo ist eigentlich Dribbelkönig???

:bounce:

:?: :?: :?:

de mappes
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Spamferkel
higgi hat geschrieben:Die ersten 10 (Zehn) Artikel auf SPON sind dem Virus gewidmet, verrückt
Auf Zeit kommt zumindest noch Trump vor Corona


Ich empfehle dir dann die BILD: bobbele ganz oben
Beruhigt irgendwie
Don't criticize what you can't understand


Frank N Furter
muffinho hat geschrieben:Aber genauso wäre es imho pure Arroganz, wenn ich annehmen würde dass bei der von mir o. g. Anzahl von Sonnensystemen wir die einzige Zivilisation wären.


Auf diese plausible Vermutung hin wurde das Fermi-Paradoxon entwickelt: https://de.wikipedia.org/wiki/Fermi-Paradoxon
Ist natürlich auch wieder reine Spekulation.

muffinho hat geschrieben:Ja, das Thema fasziniert mich wirklich.

Ja, man merkt es und das ist schön. Je mehr Menschen sich diese Faszination bewahren, umso besser.

muffinho hat geschrieben:Sag mir eine Universalreligion die nicht versucht ihre Anhänger mit dem System der Belohnungen und Bestrafungen auf Linie zu bringen, die massiv in die Selbstentwicklung eingreifen und dabei äußerst intolerant gegenüber Andersdenkenden vorgeht, was teilweise im massiven Widerspruch zu einer modernen Gesellschaft und Demokratie steht. Im Endeffekt sind es Sekten mit dem Ziel der Macht, Kontrolle und Bereicherung.


Im Namen der Religion passieren und passierten üble Dinge. Das will ich in keiner Weise bestreiten. Auch nicht bestreiten, dass diese Dinge sehr erheblich waren.

Ich glaube (sic) jedoch, dass im Namen der Religion auch sehr gute Dinge passiert sind. Und ich glaube, wenn man das Schlechte mit dem Guten abwägt, dass das Gute dann die Nase ganz klar vorne hat. Zumindest was die christliche Religion betrifft. Bei den anderen will ich mir einfach nur kein Urteil zutrauen, weil ich mich da zu wenig auskenne.

Dem Christentum verdanken wir sogar unser kritisches Denken über das Christentum. Denn hätten viele kluge Kleriker das griechische Schrifttum nicht vor dem Vergessen gerettet, hätte es nie die uns bekannte Renaissance und schließlich Aufklärung gegeben. Die ersten großen Wissenschaftler waren fast durchgehend auch Theologen und hätten ohne ihr Kirchenamt niemals "forschen" können.

Aber für mein Urteil viel wesentlicher ist die Situation der Menschen. Seit der "Erfindung" des Ackerbaus lebten die Menschen in Not und Armut. Sie arbeiteten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und waren den höheren Mächten völlig ausgeliefert. Alle 3-5 Jahre eine Hungersnot, oftmals kamen von 8-12 geborenen Kindern gerade mal 3-4 durch. Man braucht nur wenig Empathie, um sich vorzustellen, was die Mütter und Väter psychisch durchgemacht haben. In diesem ganzen Elend gab es nur einen einzigen Fluchtpunkt: Gott. Bzw. Gottes Gnade. Die Hoffnung, dass mit jedem irdischen Tag den diese Menschen überstanden, Gottes Reich näher rückte, wo sie all die Kinder wiedertreffen konnten, die sie verloren hatten.

Wenn Menschen sehr viel Leid ertragen müssen, beginnen sie sich geistig Fluchtwelten zu erschaffen. Klassisch: die Psychose. Sie hören Stimmen und glauben "Dinge". Wenn man bösartig wäre, würde man sagen, dass der christliche Glaube ein kollektiver und damit besonders wirksamer Fluchtpunkt für die Elenden war. Der christliche Glaube hat Millionen von Menschen geholfen ihr Leben leben zu können. Das wiegt schon eine ganze Menge auf.

Meine Großmutter (1918 in Uralsk geboren) war eine zutiefst gläubige Frau. Sie konnte weder lesen noch schreiben. Sie musste ihr Leben lang über zwei Weltkriege hinweg flüchten. 1945 wurde sie von 7 Russen vergewaltigt. Sie bekam darauf ein Kind, welches die gesamte Familie tot sehen wollte. Das Kind starb dann auch, obwohl meine Großmutter alles daran setzte sein Leben zu retten. Meine Großmutter war eine herzensgute, vollkommen ausgeglichene Person, trotz des ganzen Leids das sie ertragen musste. Die Kraft dazu hat ihr ihr Glaube gegeben, ohne den sie untergegangen wäre. Obwohl ich als Kind schon bald selbst nicht mehr gläubig war, habe ich die Kraft die ihr ihr Glaube gab immer bewundert.

Natürlich, man kann das alles auch anders sehen. Und letztlich gibt es da keinen Rechenschieber, mit dem man wirklich ausrechnen könnte, ob der Glaube nun mehr Gutes oder Schlechtes bewirkt hat. Für mich ist die Rechnung aber rein intuitiv klar. Ohne ihren Glauben hätten 100 Millionen Menschen noch wesentlich mehr gelitten.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Dass es bis heute nicht gelungen ist, Leben im Reagenzglas zu erzeugen, ist weder ein Hinweis auf das Fehlen noch das Vorhandensein einer übernatürlichen Kraft. Das ptolemäische Weltbild galt auch so lange als gottgegeben, bis es von einem anderen, auf Erkenntnissen beruhenden, abgelöst worden ist. Und wir sollten vielleicht demütig sein und nicht annehmen, dass es einer 1:1 Abbildung entspricht.

Ob jemand gläubig ist oder nichtgläubig, Atheist, Agnostiker oder gar Freidenker, beruht auf der jeweils eigenen Erklärung von der Welt. Wäre ein deutscher Christ vor 150 Jahren in Japan aufgewachsen, wäre er Shintoist geworden und hätte an die Gottgleichheit des Tenno geglaubt.

Aufgrund meines ganz persönlichen Weltbildes bin ich ziemliche nahe bei muffinho.

Wäre ich aber gläubig, wären mir die antiken Götter viel sympathischer als der Juden/Christengott. Bei Aphrodite und Athene z.B. könnte ich mir mein Leben so ziemlich commod einrichten.

Und wenn ich Gott wäre, würde ich nie im Leben den Menschen zur Krone der Schöpfung ernannt haben, weil ich ja wüsste, was er mit dieser Schöpfung anstellen wird.

Meine Krone der Schöpfung wären z.B. die Bienen, weil sie höchst soziale Lebewesen sind. :D
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai





Frank N Furter
Unter Westfalen hat geschrieben:Dass es bis heute nicht gelungen ist, Leben im Reagenzglas zu erzeugen, ist weder ein Hinweis auf das Fehlen noch das Vorhandensein einer übernatürlichen Kraft.


Das nicht. Aber das stand ja auch nie in Rede. Der Hinweis bezog sich darauf, dass es keineswegs so einfach ist, dass der Glaube an einen Gott so viel "irrationaler" wäre, als ein Glaube an die biochemische Selbstschöpfung. Gerade die Entstehung des Lebens dürfte wissenschaftlich betrachtet das Unverständlichste sein, was wir bis heute forschend zu verstehen suchen.

Auswurf
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Grasdaggl
wenn gott lebt, muss es einen beginn seiner existenz geben.
Also muss er entweder vom vorgott erschaffen worden sein, was aber das "problem" nur um eine generation verschiebt, oder er ist evolutionär entstanden...

gibt's ne dritte möglichkeit?
er war schon immer da... na ja

zumindest wäre seine existenz ein beweis ausserirdischen lebens (er selbst)
das ist doch keine Musik

Rufus
Granadaseggl
halensee hat geschrieben:"Blöd" lese ich nicht. Jetzt musste ich so alt werden und auf Google nachschauen um bei Wiki folgendes zu sehen. Bin extrem sportaffin, aber das ist mir komplett entgangen:

Boris Franz Becker ... ich hau mich weg :D

Ich weiß es auch erst seitdem die Frage nach dem zweiten Vornamen von BB mal in einer Quizshow gestellt wurde