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Tamasi
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Allmachtsbachel
Da spielt sicher mit rein, dass Frankreich sich neulich bei diesem Mittelmeerkonflikt gegen die Türkei positioniert hat. Dennoch ist Erdogans Verhalten beschämend. Und das der anderen Beschränkten in der arabischen Welt - siehe obigen FAZ-Artikel - ebenso.

Wegen ein paar Karikaturen... Oh, Leute. Danke, dass Macron Stellung bezogen hat.




Rufus
Granadaseggl
Wens interessiert:
Heute Abend / Nacht gibt es zwei Dokus in der ARD (hoffentlich auch in der Mediathek):
- 21:45: BER - Fluch der Mängel
- 22:50: Im Wahn - Trump und die Amerikanische Katastrophe

CoachingZone
Halbdaggl
Heute Nacht bestätigte der Senat die Nominierung der konservativen Juristin Amy Coney Barrett für den Supreme Court, eine Stunde später wurde sie bereits vereidigt.

Nachdem zeitgleich Trump (erneut) bekannt gab, dass er nur das Wahlergebnis akzeptiere, welches am 3. November 2020 abends vorliege, ist die Strategie der Republikaner bezüglich der Wahl wohl offensichtlich.

Man kann nur auf einen Erdrutschsieg von Joe Biden hoffen - nicht ganz unwahrscheinlich, da es wohl eine sensationell hohe Wahlbeteiligung geben wird -, weil man sich nicht vorstellen mag, was bei einem anderen Resultat passieren könnte...
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

jagdhuette
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Halbdaggl
Darauf kann man nur hoffen - oder sich auf eine neue Weltordnung vorbereiten in der Amerika maximal beim Thema Film und Musik noch eine kulturelle Rolle spielen wird. Moralisch und Wirtschaftlich wird dann abgedankt.


Tamasi
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Allmachtsbachel
Nochmal zu den Karikaturen. Was mich ziemlich ärgert, ist diese Schuld-Umkehr. Auf einmal wirkt es fast so, als ob Frankreich - als Land mit freier Meinungsäußerung - und Macron die Schuldigen wären. Auch schuld am Mord an dem Lehrer. Weil Frankreich es ja gut geheißen hat, die Karikaturen zu zeigen. Frankreich muss sich rechtfertigen, erklären... Das ist absurd.

Hier ein Interview mit einer deutschen Realschullehrerin. Sie benennt auch eine wichtige Ursache, auf die - lustig, dass mir das einfällt - auch Trampel immer hingewiesen hat: Die Integration wurde von Anfang an verkackt. Und das haben wir jetzt davon.

Es fällt schwer, diese Problematik anzugehen ohne in den Schützengraben zu steigen. Sehr ärgerlich.

"Ich lasse mich nicht einschüchtern"

Nach dem islamistischen Attentat auf einen Lehrer in Frankreich erklärt eine deutsche Lehrerin, wie dieser Mord auch ihren Unterricht beeinflusst, welche Widerstände sie in ihren Klassen erlebt und warum sie nur anonym redet.

Der Mord in Paris hat die deutsche Lehrerin erschüttert. Sie will anonym bleiben - denn auch sie hatte, wie der französische Lehrerkollege Samuel Paty, Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt, um ihren Zehntklässlern an einer großen Realschule im nördlichen Ruhrgebiet anschaulich zu erklären, was das bedeutet: Meinungsfreiheit in der Demokratie. 2015, nach dem islamistischen Terror-Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo, hatte die erfahrene Pädagogin das zum ersten Mal gemacht.

SZ: Was haben Sie gedacht, als Sie vor zehn Tagen vom Attentat auf den Lehrer Samuel Paty erfuhren?

Lehrerin: Ich war fassungslos. Und als ich hörte, der Mann sei enthauptet worden, war mir klar: Das kann nur ein islamistischer Anschlag sein.

Dann wurde bekannt, dass dieser Lehrer auch die von vielen Muslimen verachteten Mohammed-Karikaturen thematisiert hatte, als Teil eines modernen Unterrichts zu Meinungs- und Religionsfreiheit.

Sorry, das ist kein moderner Unterricht - das ist normaler Unterricht! Wir wollen und müssen unseren Schülern im Politikunterricht den Wert der Grundrechte vermitteln. Das ist nicht modern, das ist Pflicht.

Aber vielleicht ist es mutiger Unterricht in Klassen mit muslimischer Mehrheit.

Ja, vielleicht. Es kommt immer darauf an, wer vor einem sitzt. Bei mir in der Klasse sind bis zu 90 Prozent muslimischen Glaubens (lacht). Okay, manchmal sind auch nur 85 Prozent wirklich gläubig.

Erfordert es da Courage, zu erklären, dass in einer Demokratie jede Religion die Grundrechte oder den Vorrang der Politik zu respektieren hat?

Bisher hatte ich das so nie empfunden. Aber jetzt, nach dem Mord an dem Kollegen, ist mir dieser Gedanke auch gekommen. Ich habe unter meinen Schülern keine verblendeten Islamisten. Was sich aber deutlich verändert hat in den vergangenen zehn Jahren ist, dass junge Muslime sich stärker am Glauben orientieren, sich Halt suchen. Und sie verlangen voneinander, einzuhalten, was sie als Regeln des Islam begreifen. Das liegt auch daran, dass diese dritte oder vierte Generation der Zuwanderer die soziale Benachteiligung deutlicher spürt als die erste oder zweite.

Woran merken Sie das?

Junge männliche Muslime verlangen in der Klasse, dass die Mädchen ihre Arme bedecken und dass deren Hosen die Fußknöchel bedecken. Zwar trägt nur jedes fünfte Mädchen ein Kopftuch. Aber wenn ein Mädchen, das bisher Kopftuch trug, dieses ablegt, dann wird sie von der muslimischen Gemeinschaft an der Schule übelst gemobbt. Ganz schlimm. Ich hab's aus der Nähe miterlebt: Nach drei Wochen hat das Mädchen aufgegeben und das Kopftuch wieder aufgesetzt.

Da können Sie als Lehrerin nichts ausrichten?

Ich hab's versucht. Aber alle wenden sich von dem Mädchen ab, die ganze Schule starrt sie an. Und gegen den Druck, der da auch über die sozialen Medien läuft, kommen Sie nicht an. Ganz ehrlich, ich hätte an deren Stelle das Kopftuch auch wieder aufgesetzt.

Wie lehrt man in diesem Klima dann Politik, Demokratie, Toleranz?

Meine Schüler befolgen ja die Regeln des Grundgesetzes, zumindest im Unterricht. Schwierig wird's, wenn man Kritik übt und etwa darlegt, dass nirgendwo im Koran etwas von der Kopftuch-Pflicht geschrieben steht. Dann halten mir, vor allem männliche Schüler, irgendwelche Suren vor, in denen angeblich steht, was da eben nicht steht. Aber ich gebe zu: Diese Art von Unterricht mache ich nur mit Klassen, in denen ich sechs, acht Stunden die Woche unterrichte. Denn diese Konflikte verlangen natürlich Vertrauen.

Sie können also nicht von heute auf morgen plötzlich die berühmte Mohammed-Karikatur verteilen, auf der der Prophet eine Bombe als Turban trägt?

Nein, das geht nur, wenn ich die Schüler gut kenne. Und sie mich. Das erste Mal habe ich die Karikatur 2015 gezeigt, nach dem Attentat auf Charlie Hebdo. Das war kontrovers. Kein Schüler hat zwar das Attentat gebilligt. Aber ebenso wollte auch niemand billigen, dass man diese Mohammed-Karikaturen verbreitet. Dieser Widerspruch bleibt.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands warnt, es herrsche mittlerweile ein "Klima der Einschüchterung" an Brennpunktschulen, um etwa Antisemitismus zu thematisieren.

Es wird schwieriger - ja. Wir alle wissen: Es gibt mehr islamistische Attentate, der Anschlag am Breitscheidplatz in Berlin ist passiert. Es gibt diese Irren, auch deshalb führe ich dieses Gespräch mit Ihnen nur anonym. Mich plagt zwar keine Angst vor meinen Schülern. Aber wenn die per Whatsapp oder Instagram etwas über meinen Unterricht teilen, können das auch ein paar verblendete Typen von außen aufschnappen. Fundamentalisten aus anderen Städten, Verwirrte - was weiß ich. Es muss ja nicht gleich ein Attentat sein, vielleicht zerkratzen die auch nur mein Auto.

Der "normale Unterricht", von dem Sie anfangs sprachen, wird heikler?

Ja. Aber ich lasse mich nicht einschüchtern. Ich werde jetzt über das Attentat reden - aber vorerst ohne die Karikaturen. Und sobald ich in einer Klasse das Interesse, das Vertrauen spüre, hole ich auch die Karikaturen wieder raus. Jetzt erst recht!

https://www.sueddeutsche.de/bildung/att ... -1.5094247

Flache9
Ich finde man sollte dann über alle Religionen eine Karikatur erstellen.
Also Mohammed, Jesus und von mir aus Buddha gleichzeitig in diversen Posen zeigen.

Ich persönlich würde Religionen verbieten. Egal welche, sie sind immer ein Instrument die Idioten dieser Welt für Kriege zu instrumentalisieren.

jagdhuette
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Halbdaggl
Gib doch mal bei Google Jesus Karikatur ein. Du wirst merken davon gibt es Unmengen und aus diesem Grund hat vermutlich noch nie jemand seinen Lehrer enthauptet. Ich finde die Idee, Karikaturen über alle religiösen Oberhäupter im Unterricht zu zeigen, um zu zeigen, wie normal das ist (sein müsste), sehr gut.

Flache9
jagdhuette hat geschrieben:Gib doch mal bei Google Jesus Karikatur ein. Du wirst merken davon gibt es Unmengen und aus diesem Grund hat vermutlich noch nie jemand seinen Lehrer enthauptet. Ich finde die Idee, Karikaturen über alle religiösen Oberhäupter im Unterricht zu zeigen, um zu zeigen, wie normal das ist (sein müsste), sehr gut.


Exakt. man muss sie alle zeigen und zwar gleichzeitig. Dann kann man das gerne machen.

Cantona
...genau das, Karikaturen über alle Religionen zu zeigen, hat der ermordete Lehrer gemacht... ist im übrigen Teil des frz. Lehrplans.

darkred
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Halbdaggl
Finde ich eine extrem schlimme Sache.

Vor allem die sich diametral entgegen stehenden Perspektiven auf die ein und dieselbe Sache. Eine weltliche, aufgeklärte und eine religiöse, willentlich beleidigte.

Zeigt sich bspw. an der Reaktion des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif, der "den Westen" (auch so eine undefinierte, wenig hilfreiche Pauschaladressierung) im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen kritisiert. "Muslime sind die Hauptopfer der 'Hasskultur', die von Kolonialmächten gestärkt und von ihrer eigenen Klientel exportiert wird", twitterte der Minister. Die Beleidigung von 1,9 Milliarden Muslimen und dem, was ihnen heilig sei, wegen der abscheulichen Verbrechen von Extremisten sei ein "opportunistischer Missbrauch der Meinungsfreiheit", der am Ende die Extremisten stärke.

"Der Islam ist eine Religion in der Krise", so eine Zustandsbeschreibung von Präsident Macron in einer programmatischen Rede Anfang Oktober, in der er skizzierte, wie er radikale Strömungen unter französischen Muslimen bekämpfen will. Etwas später verteidigte er die Meinungsfreiheit in einer aufgeklärten Zivilgesellschaft mit den Worten "Wir werden nicht auf Karikaturen verzichten, auch wenn andere sich zurückziehen."

Alle die nun hier vehement gegen Macron schießen, nehmen lediglich des Aspekt einer möglichen bis willentlichen Beleidigung aller gläubigen Muslime wahr. Und nutzen das als Steilvorlage, um weiterhin eine kulturelle Abgrenzung zu befeuern, die im Grunde doch nichts anderes im Schilde führt, als ein seltsames Gefühl des abgehängt Seins, ein gewisses Minderwertigkeitsempfinden zu kompensieren Dabei lautet die Botschaft von Macron doch eher, dass "wir" uns weiterhin das Zeigen dieser Karikaturen erlauben, um einen Diskurs über Religion grundsätzlich erst mal zuzulassen. Als säkularer Staat, als aufgeklärte Gesellschaft. Daraus wird jedoch von übereifrigen Vertretern der Muslime reflexartig o.g. "Missbrauch der Meinungsfreiheit" gestrickt.

Ich fände es daher wichtig, dass Macron diesen Punkt nochmals genau raus arbeitet. Sprich, dass es keineswegs um die Beleidigung von Muslimen geht und man diese Karikaturen aus Respekt gegenüber den Gläubigen auch nicht in einem offensichtlich verunglimpfenden, spöttischen Kontext verwenden soll. Andererseits muss klar werden, dass eine Diskussion in einem weltlichen, liberalen und aufgeklärten Staat darüber jederzeit möglich sein muss. Und wenn eine Lehrkraft dies im Unterricht tut, unter Abwägung und Berücksichtigung aller Aspekte, dann darf es auch kein Tabu sein, diese nun mal existierenden Bilder des Anstoßes im Zuge von zivilisierter Rede und Gegenrede zu zeigen. Hierfür gilt es geschlossen einzutreten.

Flache9
darkred hat geschrieben:Finde ich eine extrem schlimme Sache.

Vor allem die sich diametral entgegen stehenden Perspektiven auf die ein und dieselbe Sache. Eine weltliche, aufgeklärte und eine religiöse, willentlich beleidigte.

Zeigt sich bspw. an der Reaktion des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif, der "den Westen" (auch so eine undefinierte, wenig hilfreiche Pauschaladressierung) im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen kritisiert. "Muslime sind die Hauptopfer der 'Hasskultur', die von Kolonialmächten gestärkt und von ihrer eigenen Klientel exportiert wird", twitterte der Minister. Die Beleidigung von 1,9 Milliarden Muslimen und dem, was ihnen heilig sei, wegen der abscheulichen Verbrechen von Extremisten sei ein "opportunistischer Missbrauch der Meinungsfreiheit", der am Ende die Extremisten stärke.

"Der Islam ist eine Religion in der Krise", so eine Zustandsbeschreibung von Präsident Macron in einer programmatischen Rede Anfang Oktober, in der er skizzierte, wie er radikale Strömungen unter französischen Muslimen bekämpfen will. Etwas später verteidigte er die Meinungsfreiheit in einer aufgeklärten Zivilgesellschaft mit den Worten "Wir werden nicht auf Karikaturen verzichten, auch wenn andere sich zurückziehen."

Alle die nun hier vehement gegen Macron schießen, nehmen lediglich des Aspekt einer möglichen bis willentlichen Beleidigung aller gläubigen Muslime wahr. Und nutzen das als Steilvorlage, um weiterhin eine kulturelle Abgrenzung zu befeuern, die im Grunde doch nichts anderes im Schilde führt, als ein seltsames Gefühl des abgehängt Seins, ein gewisses Minderwertigkeitsempfinden zu kompensieren Dabei lautet die Botschaft von Macron doch eher, dass "wir" uns weiterhin das Zeigen dieser Karikaturen erlauben, um einen Diskurs über Religion grundsätzlich erst mal zuzulassen. Als säkularer Staat, als aufgeklärte Gesellschaft. Daraus wird jedoch von übereifrigen Vertretern der Muslime reflexartig o.g. "Missbrauch der Meinungsfreiheit" gestrickt.

Ich fände es daher wichtig, dass Macron diesen Punkt nochmals genau raus arbeitet. Sprich, dass es keineswegs um die Beleidigung von Muslimen geht und man diese Karikaturen aus Respekt gegenüber den Gläubigen auch nicht in einem offensichtlich verunglimpfenden, spöttischen Kontext verwenden soll. Andererseits muss klar werden, dass eine Diskussion in einem weltlichen, liberalen und aufgeklärten Staat darüber jederzeit möglich sein muss. Und wenn eine Lehrkraft dies im Unterricht tut, unter Abwägung und Berücksichtigung aller Aspekte, dann darf es auch kein Tabu sein, diese nun mal existierenden Bilder des Anstoßes im Zuge von zivilisierter Rede und Gegenrede zu zeigen. Hierfür gilt es geschlossen einzutreten.


Guter Beitrag

Tifferette
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Grasdaggl
jagdhuette hat geschrieben:Gib doch mal bei Google Jesus Karikatur ein. Du wirst merken davon gibt es Unmengen und aus diesem Grund hat vermutlich noch nie jemand seinen Lehrer enthauptet. Ich finde die Idee, Karikaturen über alle religiösen Oberhäupter im Unterricht zu zeigen, um zu zeigen, wie normal das ist (sein müsste), sehr gut.

Ich wurde für eine Jesus-Karikatur mal aus dem StZ-Forum gelöscht (nicht: gesperrt).
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Cantona
Flache9 hat geschrieben:
darkred hat geschrieben:Finde ich eine extrem schlimme Sache.

Vor allem die sich diametral entgegen stehenden Perspektiven auf die ein und dieselbe Sache. Eine weltliche, aufgeklärte und eine religiöse, willentlich beleidigte.

Zeigt sich bspw. an der Reaktion des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif, der "den Westen" (auch so eine undefinierte, wenig hilfreiche Pauschaladressierung) im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen kritisiert. "Muslime sind die Hauptopfer der 'Hasskultur', die von Kolonialmächten gestärkt und von ihrer eigenen Klientel exportiert wird", twitterte der Minister. Die Beleidigung von 1,9 Milliarden Muslimen und dem, was ihnen heilig sei, wegen der abscheulichen Verbrechen von Extremisten sei ein "opportunistischer Missbrauch der Meinungsfreiheit", der am Ende die Extremisten stärke.

"Der Islam ist eine Religion in der Krise", so eine Zustandsbeschreibung von Präsident Macron in einer programmatischen Rede Anfang Oktober, in der er skizzierte, wie er radikale Strömungen unter französischen Muslimen bekämpfen will. Etwas später verteidigte er die Meinungsfreiheit in einer aufgeklärten Zivilgesellschaft mit den Worten "Wir werden nicht auf Karikaturen verzichten, auch wenn andere sich zurückziehen."

Alle die nun hier vehement gegen Macron schießen, nehmen lediglich des Aspekt einer möglichen bis willentlichen Beleidigung aller gläubigen Muslime wahr. Und nutzen das als Steilvorlage, um weiterhin eine kulturelle Abgrenzung zu befeuern, die im Grunde doch nichts anderes im Schilde führt, als ein seltsames Gefühl des abgehängt Seins, ein gewisses Minderwertigkeitsempfinden zu kompensieren Dabei lautet die Botschaft von Macron doch eher, dass "wir" uns weiterhin das Zeigen dieser Karikaturen erlauben, um einen Diskurs über Religion grundsätzlich erst mal zuzulassen. Als säkularer Staat, als aufgeklärte Gesellschaft. Daraus wird jedoch von übereifrigen Vertretern der Muslime reflexartig o.g. "Missbrauch der Meinungsfreiheit" gestrickt.

Ich fände es daher wichtig, dass Macron diesen Punkt nochmals genau raus arbeitet. Sprich, dass es keineswegs um die Beleidigung von Muslimen geht und man diese Karikaturen aus Respekt gegenüber den Gläubigen auch nicht in einem offensichtlich verunglimpfenden, spöttischen Kontext verwenden soll. Andererseits muss klar werden, dass eine Diskussion in einem weltlichen, liberalen und aufgeklärten Staat darüber jederzeit möglich sein muss. Und wenn eine Lehrkraft dies im Unterricht tut, unter Abwägung und Berücksichtigung aller Aspekte, dann darf es auch kein Tabu sein, diese nun mal existierenden Bilder des Anstoßes im Zuge von zivilisierter Rede und Gegenrede zu zeigen. Hierfür gilt es geschlossen einzutreten.


Guter Beitrag


genau das herausgearbeitet hat folgende Staatssekretärin gestern gemacht:

https://www.education.gouv.fr/la-secret ... ent-305353


jagdhuette
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Halbdaggl
Tifferette hat geschrieben:
jagdhuette hat geschrieben:Gib doch mal bei Google Jesus Karikatur ein. Du wirst merken davon gibt es Unmengen und aus diesem Grund hat vermutlich noch nie jemand seinen Lehrer enthauptet. Ich finde die Idee, Karikaturen über alle religiösen Oberhäupter im Unterricht zu zeigen, um zu zeigen, wie normal das ist (sein müsste), sehr gut.

Ich wurde für eine Jesus-Karikatur mal aus dem StZ-Forum gelöscht (nicht: gesperrt).


Das ist dann die virtuelle Enthauptung. Der schwäbische Puritaner als Forenadmin ist eben auch nicht ungefährlich.


Bundes-Jogi
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Grasdaggl
jagdhuette hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:
jagdhuette hat geschrieben:Gib doch mal bei Google Jesus Karikatur ein. Du wirst merken davon gibt es Unmengen und aus diesem Grund hat vermutlich noch nie jemand seinen Lehrer enthauptet. Ich finde die Idee, Karikaturen über alle religiösen Oberhäupter im Unterricht zu zeigen, um zu zeigen, wie normal das ist (sein müsste), sehr gut.

Ich wurde für eine Jesus-Karikatur mal aus dem StZ-Forum gelöscht (nicht: gesperrt).


Das ist dann die virtuelle Enthauptung. Der schwäbische Puritaner als Forenadmin ist eben auch nicht ungefährlich.


Das war der StZ-Admin, ein gewisser Thomas Schneider.
„Selbst das wildeste Tier kennt doch des Mitleids Regung“ – „Ich kenne keins und bin deshalb kein Tier“ (Richard III).

Tifferette
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Grasdaggl
Nein, das war nicht mehr der Schneider. Da waren längst andere Moderatoren am Werk.

Edit: Angeblich waren am Ende auch Moderatorenrecht an bestimmte User vergeben.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Tifferette hat geschrieben:
jagdhuette hat geschrieben:Gib doch mal bei Google Jesus Karikatur ein. Du wirst merken davon gibt es Unmengen und aus diesem Grund hat vermutlich noch nie jemand seinen Lehrer enthauptet. Ich finde die Idee, Karikaturen über alle religiösen Oberhäupter im Unterricht zu zeigen, um zu zeigen, wie normal das ist (sein müsste), sehr gut.

Ich wurde für eine Jesus-Karikatur mal aus dem StZ-Forum gelöscht (nicht: gesperrt).


Jesus fucking Christ!