muffinho hat geschrieben:statt ihnen alles zu nehmen
Das ist einfach falsch. Es wird den Menschen hier nicht "alles genommen". (Das ist echt eine Unverschämtheit gegenüber Menschen, die wirklich gar nichts zum Leben haben

)
Es wurde und wird vielmehr seit März darum gebeten, dass man über einen immer noch recht überschaubaren Zeitraum auf die gewohnte Weise verzichtet, auf die man bestimmte Dinge immer getan hat. Und zwar Dinge, die viele (und wohl zum eher größeren Teil ungeschützte) Kontakte nach sich gezogen haben.
Vieles kann man nicht so machen, wie man es gewohnt ist, aber es gibt doch genug Möglichkeiten, mit denen man diesen Beschäftigungen auf alternative Weise nachgehen kann, wenn man will:
- im Internet shoppen statt in der Stadt einkaufen gehen
- selbst ein besonderes Rezept ausprobieren und ein leckeres Essen kochen statt essen gehen
- Filme oder Kulturprogramme streamen statt ins Kino oder ins Theater gehen
- telephonieren oder skypen statt Freunde treffen
- ein Buch lesen, also eine Phantasiereise machen, oder spazierengehen und die Natur um einen herum erleben statt reisen
Es gibt so viele andere Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Das Einzige, was von uns verlangt wird, ist, aus unserer Komfortzone herauszutreten und mal etwas an unserem Alltags(freizeit)trott zu (ver)ändern, damit man andere, vulnerable Personen vor einem neuartigen Virus schützen kann (und letztlich natürlich auch sich selbst).
Warum dieses Geschrei um ein Recht auf seine gewohnte Lebensgestaltung

(Eine Lebensgestaltung übrigens, deren Luxus wir uns nicht selbst verdient haben, sondern die uns zuteil wird, weil wir auf der "richtigen" Seite der Erde zur Welt gekommen sind...)
Das ist ein Verhalten eines Kleinkindes, dem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat

Nur dass dieses Kleinkind üblicherweise in der Lage ist, sich nach kurzer Zeit etwas anderes zu suchen, womit man sich beschäftigen kann. Den erwachsenen "Kleinkindern" hier ist diese Fähigkeit zur Adaption an Veränderungen offenbar komplett verloren gegangen.
WENN wir uns alle von Anfang an an diese Einschränkungen gehalten hätten UND die empfohlenen Schutzmaßnahmen in den privaten Bereich übernommen hätten, dann bin ich sicher, dass man die Fallzahlen in einem überschaubaren Bereich hätte halten können. Stattdessen wurde jede noch so kleine Lockerung nach dem ersten Lockdown von nicht wenigen Leuten überstrapaziert (und da seien die Querdenker-Demonstrationen ohne Maske und Abstand nur als extremes Beispiel genannt).
Jetzt haben wir den Salat - und wir können so weitermachen, bis die Intensivstationen vollkommen überfüllt und die PflegerInnen und ÄrztInnen am Ende ihrer Kräfte sind und die Großelterngeneration zu großen Teilen dahingerafft sein wird - oder wir reißen uns am Riemen und isolieren uns für einen gewissen Zeitraum UND verhalten uns danach so vernünftig wie möglich.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -