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Flache9
George Best hat geschrieben:Ich bleibe zuversichtlich, was einen Abstieg von Schlacke betrifft. Christian Gross wurde schon in seiner Zeit beim VfB maßlos überschätzt.

Er war bei Al-Ahli und Zamalek erfolgreich, sicher. Die absolvieren ihre Spiele aber in einer bestenfalls drittklassigen Liga. :roll: Analog müsste man hierzulande Trainer hypen, die in der Dritten Liga oder der Regionalliga erfolgreich.


Woran machst du das fest ob Gross beim VfB überschätzt sein soll ?

George Best
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Lombaseggl
Da kommt einiges zusammen.

In aller Kürze: Gross pflegte schon damals einen altmodischen Trainingsstil. Das wird der heutigen Spielergeneration kaum noch zu vermitteln sein. Das funktioniert bestenfalls kurzfristig.

Zudem galt er bereits zu VfB-Zeiten nicht gerade als Taktik-Fuchs, um es freundlich auszudrücken. Besonders die Offensive betreffend. Schade, dass BarFly hier nicht mehr mitschreibt. Der hat es mal ganz gut auf den Punkt gebracht (wenn ich mich recht erinnere).

Übrigens: Camoranesi war damals ein absoluter Wunschspieler von Christian Gross. Wird auch gerne vergessen...

Und: Sein Verhalten zum Ende hin war, gelinde gesagt, unprofessionell. Eine Frechheit. Spielte die beleidigte Leberwurst und zeigte eine Null-Bock-Attitüde - der Herr hatte einen gut dotierten Vertrag beim VfB, als Trainer.


Strafraumgitarre
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Halbdaggl
George Best hat geschrieben:Christian Gross wurde schon in seiner Zeit beim VfB maßlos überschätzt.


Cacau benannte nach seinem Karriereende Christian Gross als den besten Trainer, unter dem er gespielt hat, aber der kann das sicher nicht so gut beurteilen wie Du... :)
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... duced=true
Ist (mittlerweile?) leider ein Bezahlartikel, aber ich erinnere mich noch unter anderem an Cacaus Aussage darin, dass Gross der einzige seiner Trainer war, der tatsächlich konsequent nach Leistung aufgestellt hat (okay, viel Spaß damit auf Schalke...).

Ich weiß nicht, wieviel Biss Gross noch hat, ist ja gerade mal ein Jährchen jünger als Huub.
Aber mit dieser Verpflichtung sehe ich Schalkes Aktien auf Klassenerhalt als deutlich gestiegen an.
Dabei hatten sie eigentlich gar keine mehr. Jetzt aber gehe ich fast schon sicher davon aus, dass sie es schaffen.

Es gibt übrigens Gemunkel/Gerüchte/Mutmaßungen, dass bei erfolgreichem Ligaverbleib zur neuen Spielrunde dann Zorniger übernehmen soll, das wäre dann ein Doppelpack auf Raten (Vizedoppelpack?).
Jedenfalls war zu lesen, dass Gross ein eher schmales Gehalt bekommt, dafür aber eine um so höhere Nichtabstiegsprämie (siebenstellig) ausgehandelt hat. Mir scheint das gut investiertes Geld zu sein.

George Best hat geschrieben:Übrigens: Camoranesi war damals ein absoluter Wunschspieler von Christian Gross. Wird auch gerne vergessen...

Nein, Camoranesi war vielmehr ein wesentlicher Knackpunkt, warum es zur Entzweiung kam!
Gross wollte ausdrücklich schnelle Flügelspieler (mindestens einen, lieber zwei) und bekam von Bobic einen Opa, der vor dem Krieg mal Weltmeister war.
Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!

George Best
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Lombaseggl
Strafraumgitarre hat geschrieben:Cacau benannte nach seinem Karriereende Christian Gross als den besten Trainer, unter dem er gespielt hat

Och, mag sein, dass Cacau das findet. Einige Spieler finden einen Trainer besonders dann gut, wenn er sie bedingungslos aufstellt...

Strafraumgitarre hat geschrieben:Nein, Camoranesi war vielmehr ein wesentlicher Knackpunkt, warum es zur Entzweiung kam!
Gross wollte ausdrücklich schnelle Flügelspieler (mindestens einen, lieber zwei) und bekam von Bobic einen Opa, der vor dem Krieg mal Weltmeister war.

Mag sein, dass er -auch- schnelle Flügelspieler wollte, daran erinnere ich mich nicht. Quelle wäre schön. Ist aber auch Wurscht.
Jedenfalls:
"Camoranesi ist taktisch sehr gut, er bringt viel Erfahrung mit und ist eine große Spielerpersönlichkeit", sagte VfB-Trainer Christian Gross am Montag über seinen Wunschspieler, der wohl rund zwei Millionen Euro kosten wird.

https://www.derwesten.de/sport/fussball/camoranesi-transfer-zum-vfb-vor-abschluss-id3626307.html







de mappes
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Spamferkel
Hatte seine Zeit bei den Young Boys als erfolgreicher in Erinnerung
Hm dann wird es wirklich spannend, wie das passt
Könnte schon kurzfristig motivierend sein
Könnte aber auch nicht zusammen passen

Kann jedenfalls nur aufwärts gehen bei Schalke; leider
Don't criticize what you can't understand



Tifferette
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Grasdaggl
Ich denke, das kann durchaus funktionieren - leider. Gross hat auch bei auf vereinfachten Fußball gesetzt. Damit hat er einer sehr verunsicherten Mannschaft wieder Sicherheit gegeben. Und das kann auch bei Schlakow klappen. Dass er die Mannschaft wohl nicht weiterentwickeln wird ist völlig wumpe, denn er ist in einem halben Jahr wieder weg.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

darkred
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Halbdaggl
Bleibt die Frage nach der grundsätzlichen Qualität des Kaders. Bzw. ob er ausreichend adäquat zusammengestellt ist. Hab hier so meine Zweifel. Große Sprünge werden Sie in Sachen Verpflichtungen jetzt auch nicht machen können...

Halte es daher mit dem LI von U96.
"Herr Kaleun, das Boot ist nicht zu halten"

Läuft.

Jetzt kommt ein Trainer, der überhaupt kein Herzblut investieren wird. Gross hat keine Bindung zu Verein oder Region, muss sich und anderen nichts beweisen und hat viel zu viel Lebenserfahrung, um sich auf so einer Position kaputtzumachen. Für den ist das offensichtlich ein interessantes Experiment: wenn’s klappt, super – wenn nicht, dann halt nicht.

Wenn ich Schneider wäre, würde ich das jetzt auch so framen: Christian Gross ist ein nüchterner Routinier mit professioneller Distanz zum Verein, der nicht in irgendwelchen Grabenkämpfen steckt und deshalb frei arbeiten kann. Kann auch sein, aber das hätte auch schon Manuel Baum können sollen – und es ist ja wohl so, dass Gross als erster oder einziger die Hand gehoben hat, als es hieß “wer will Schnake trainieren, Geld gibt’s nur bei Klassenerhalt”.

Ein paar gute Spieler haben sie noch, aber da wird versucht, aus allerhöchster Not eine Tugend zu machen, und das wird nur mit Glück und Zufall klappen. Bin auch gespannt, ob die im Winter schon Spieler abgeben müssen.


Goofy
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Grasdaggl
Hleb war damals bester Mann. Aber er hätte noch besser sein können, wenn er es professioneller gesehen hätte.
Also hat Gross ihn praktisch nie über annähernd 90 Minuten spielen lassen.
Obwohl er das doch sicher gesehen hat, dass auch ein Molinaro (der war damals überragend!) kaum mehr was hinbekommen hat, sobald Hleb das Feld verlassen hatte.
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor

CoachingZone
Halbdaggl
Sommer 2010. War das nicht die Transferphase, in der man Lehmann, Khedira und Hleb verloren bzw. abgegeben hatte und der damalige große AR-Vorsitzende meinte, der Trainer solle sich nicht so haben, der Kader habe gegenüber der Vorsaison keine Qualität verloren, weswegen man seine Wünsche nach Verstärkung ignorierte?

Sommer 2010. War das nicht die Phase, in der sich Horst Heldt nach Schalke abwerben ließ? Und dann durch den (hoffentlich) pflegeleichten Neuling Bobic ersetzt wurde?

Saison 2010/11. War das nicht, als Gross bockigerweise Gentner in der IV aufstellte, um zu beweisen, dass die Qualität auf bestimmten Positionen einfach nicht ausreichte?

Saison 2010/11. War das nicht die Saison, in der man sich seitens des VfB endgültig in die untere Hälfte der Bundesligatabelle bewegte?

Meine Erinnerung hat abgespeichert: Gross wollte nach der phänomenalen Rückrunde mit dem Club was erreichen, hat aber im Gegensatz zu den "Ich will die schwarze Null"-Vereinsoberen erkannt, dass man dazu den Kader verstärken muss. Dass da damals (und auch in den folgenden Saisons) gespart wurde, war der Anfang vom ersten Abstieg 2016.

(Dennoch bin ich ein klitzekleines Bisschen dankbar, dass man nicht so verschwenderisch ins Risiko gegangen ist wie der Club, dem dieser Thread gewidmet ist...)
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Iron
Grasdaggl
CoachingZone hat geschrieben:Saison 2010/11. War das nicht, als Gross bockigerweise Gentner in der IV aufstellte, um zu beweisen, dass die Qualität auf bestimmten Positionen einfach nicht ausreichte?


Wir hatten Boulahrouz, Delpierre, Tasci und Niedermeier.

Das war gegen Molde im Rückspiel, als wir das Hinspiel in Molde 3:2 gewonnen hatten.

Wir hatten die EL Qualispiele und dann einen miesen Start. Wenn man sich die Mannschaft anschaut, dann sind/waren die Positionen nicht so schlecht besetzt. Vielleicht nicht gut genug um den Ansprüchen im Umfeld gerecht zu werden ... aber gut genug für die Liga.

Den Abgängen Jens Lehmann, Sami Khedira, Aljaksandr Hleb, Ricardo Osorio und Roberto Hilbert…


Äh, Ludovic Manjäh.

… standen als Neuverpflichtungen Christian Gentner, Mauro Camoranesi, Philipp Degen, Martin Harnik und Johan Audel gegenüber.


Martin Harnik, in dieser Saison gleich bester Scorer und Torschütze. Das vergessen die Leute oft.


CoachingZone hat geschrieben:Sommer 2010. War das nicht die Phase, in der sich Horst Heldt nach Schalke abwerben ließ? Und dann durch den (hoffentlich) pflegeleichten Neuling Bobic ersetzt wurde?


Ich weiß nicht, ob Heldt sich da abwerben ließ oder vielmehr selbst nach einer Alternative gesucht hatte, weil er beim VfB keine Chance hatte, den Ansprüchen gerecht zu werden. Damals dachten viele, dass sich eine Meisterschaft quasi von selbst in nachhaltigen Erfolg ummünzt, was natürlich überhaupt nicht so ist. Heldt hatte alle Hände voll zu tun, war noch nicht lange genug dabei, um über ein richtiges Netzwerk zu verfügen, und kriegte vom Verein wenig Unterstützung: es war zu lesen, dass er um einen Assistenten betteln musste, und ich wüsste nicht, dass er einen gekriegt hätte. Dass er die Nachfolger für hochkarätige Abgänge augenscheinlich bei den Gegnern scoutete, wurde ihm als Inkompetenz ausgelegt – ohne zu fragen, warum er das macht, bzw. ob ihm vielleicht nichts anderes übrig blieb.

Der VfB hatte einen, der im Umkreis von ein paar hundert Kilometern um Straßburg herum immer mal wieder einen guten Spieler fand, und offensichtlich haben sie sich darauf verlassen, dass das auch so bleibt. Heldt stieß damals eine Kooperation mit einer Uni an, um überhaupt mal irgendwie an Spielerdaten ranzukommen, während Leute wie ein gewisser Sven Mislintat schon längst daran arbeiteten, diese Datenflut für Menschen lesbar zu machen: der BVB holte Shinji Kagawa für umsonst, während die Leute in Stuttgart stündlich auf einen “Kracher” warteten, weil man ja angeblich die Taschen voll hatte – obwohl nur Gomez’ Ablöse rekordverdächtig war, die anderen eher nicht so.

Erwin Staudt fiel aus allen Wolken, als Heldt ging: bei einem Fernseh-Interview war ihm Stunden später noch das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, und er erklärte wortwörtlich, dass ihn das unvorbereitet getroffen hatte. Ich mochte ihn immer, aber diese Unbedarftheit fand ich schockierend. Mein zweiter Vorwurf wäre, dass er sich immer auf die Jugendarbeit verlassen und damit herumtrompetet hat, ohne sie zu optimieren und weiterzuentwickeln. Staudt war wirklich ein guter Vereinspräsident, aber eben kein Top-Funktionär für den Profifußball – zumal er diesen Dieter Hundt noch über sich hocken hatte.

Unter diesen Umständen ist die Arbeit von Gross beim VfB eigentlich kaum zu bewerten. Schalkes Entscheidung aber schon eher: klassische Verzeiflungstat.

Goofy
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Grasdaggl
Nice Weather hat geschrieben:Heldt hatte alle Hände voll zu tun, war noch nicht lange genug dabei, um über ein richtiges Netzwerk zu verfügen, und kriegte vom Verein wenig Unterstützung: es war zu lesen, dass er um einen Assistenten betteln musste, und ich wüsste nicht, dass er einen gekriegt hätte.


Schneider :)
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor

witzfeld
Lombaseggl
In der Tat muß man Abbitte leisten. Staudt war noch der Einäugige unter den Blinden, so im Nachhinein. Genial seine Vorträge vor Hausfrauen über Balance Score Card, das bleibt ewig haften.

Meine Erinnerung zu Heldt: dr VfB hatte sich damals über sieben Ecken für den UEFA Cup qualifiziert. Hundt oder wer auch immer hat ihm dafür die Prämie versagt ( da nur über Umwegen qualifiziert). Und genau daher war er zurecht pampig. Heldt hat sich sicher nicht wegen Nichtigkeit bei anderen Vereinen beworben, sondern wegen der Krämerei und Aussichtslosigkeit beim VFB. Daher paßt es in den SchlakeFred, dort hat er insgesamt gute Arbeit geleistet.

So wird es auch heute sein: Mißlingtat und Hitzelsberger sind in einem Jahr Geschichte, ich schwöre.