Auswurf hat geschrieben:Dark
Urlaub auf ner schönen Insel!
Ich habe heute leider nur meinen zustandsbeschreibungstag

Glaub mir, ich hätte heute auch lieber denn morgen eine andere Welt.
Eine Welt des Paradigmenwechsels.
Eine Welt in der ein Streben nach Höherem als dem individuellen Wohlstand herrscht.
Aber letztlich ist es immer wieder der Mensch, der das selbst verhindert, indem er seine
Lebensbahn auf eingefahrenen Spuren zieht. Und dort fortwährend versucht, von der ganzen rechten auf die ganz linke Spur kommen. Um es mal küchenphilosophisch zu fassen.
Das große Bild verschwindet im Alltäglichen. Und darin liegt das Dilemma.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und in der Herde noch viel mehr.
Grundlegende Veränderungen dauern daher entweder sehr lange und sind mühsam zu erreichen oder aber sie stellen sich mehr oder minder schnell, durch mehr oder minder krasse Änderungen des Lebensrahmens ein.
Ich war früher auch ein heißblütiger Verfechter einer anderen, einer besseren, gleicheren Welt - die Lebensrealität hat mich hier jedoch nach und nach etwas der Illusion beraubt, dass die Menschheit aus sich heraus fähig ist, dieses non-altruistische Streben nach persönlichem Vorteil, dieses vornehmlich Ich-bezogene Dasein zu überwinden. Nehme mich da selbst auch gar nicht aus, denn eine bessere Welt zu denken ist das eine, eine bessere Welt zu leben was ganz anderes. Ich bewundere Menschen die das tun. Ehrlich. Die ihr Lebenszufriedenheit nicht aus Konsum, aus Besitz, aus Horten von Materiellen ziehen. Die nicht nur das Bild zeichnen, sondern es leben.
Aber ich schweife ab.
Viele, wenn nicht die Meisten, habe nur ihren "Zustandsbeschreibungstag", wenn sie Status Quo und Idealzustand abgleichen. Denn es gibt in einer Gesellschaft, wie erläutert, nichts Schwereres, als einen Paradigmenwechsel (in deinem Fall die Abkehr vom kapitalistischen, neo-liberalen, Ressourcen fressenden, die Umwelt zerstörenden Streben) herbeizuführen. Man weiß zwar wo man ungefähr hin will, aber man weiß nicht genau wie. Andere hingegen fühlen sich in der Konsumgesellschaft wohl, denken nicht groß über das Morgen nach, leben jetzt. Das ist Mensch sein - und in diesem Spannungsbogen werden wir fort leben, bis es gscheit scheppert. Denn große Veränderungen kommen von außen. Müssen von außen kommen, fürchte ich.