Guten Morgen und gutes neues Jahr Euch allen. Ich merke dass ich alt werde, früher hatte ich an Neujahr immer Schädelbrummen, aber das war vom Alkohol. Dieses Mal ist es Schlafmangel, wie kann man als Fünfjähriger nur ohne Mittagsschlaf bis 01:40 Party machen und vor 8 schon wieder auf der Matte stehen? Der Große hat wenigstens bis halb 10 geschlafen, so war nur eine Partyschnecke wach

So, zum Thema: ich gestehe dass ich die Sache früher auch etwas romantisch gesehen habe, Mitglieder bestimmen den Kurs und den anderen Vereine sollen halt zu kalten Konstrukten verkommen, Hauptsache mein VfB bleibt als e.V. erhalten. Leider hat mich die Realität eingeholt, denn inzwischen geht es schon gar nicht mehr darum, mit Vereinen wie Leverkusen oder Gladbach mitzuhalten, nein wir spielen gerade eher auf dem Niveau von Augsburg oder Bremen, traurig aber wahr. Wie higgi will ich gar keine CL oder EL, mir reicht es die nächsten Jahre wenn wir uns souverän vom Abstieg fernhalten, ein einstelliger Tabellenplatz wäre ein Traum. Das alles geht aber nur mit Geld, bei aller Romantik zählt im Endeffekt nur was Du auf dem Konto hast, oder woher hätten die 8 Millionen für Silas oder Gonzalez herkommen sollen? Von den Mitgliederbeiträgen?
Traurig aber wahr ist dass uns die Konkurrenz schon lange enteilt ist, teilweise ist das einem Einzelgönner wie Hopp geschuldet, aber auch Innovationen, die bei uns zu lange gebraucht haben, insbesondere im Amateurbereich haben wir uns zu lange ausgeruht und Vereine wie Hoffenheim sind an uns vorbeigezogen, leider auch mit Geld. Daher habe ich mich langsam von meiner Romantik verabschiedet und erkenne an, dass man gewisse Strukturen braucht, die man als Fan nicht immer toll findet. Leider ist es halt oft wie in der Politik, schon Bush Junior hat erkannt
A dictatorship would be a heck of a lot easier, there's no question about it.
Mitbestimmung lähmt, weil Interessen der Fans und des Vereins oft asymmetrisch verlaufen. Daher kann ich schon verstehen, dass Hitzlsperger von zu viel Gebremse genervt ist. Ein gesunder Mix wäre wünschenswert, wird aber sehr schwer umsetzbar sein. Sollte sich Vogt als das bestätigen, was Hitzlsperger in seinem Brief genannt hat, also ein unentschlossener Präsident, der wenig führt und auch Konflikten aus dem Weg geht, dann wäre ich von der Personalie wenig begeistert, denn auch wenn Vogt den Verein aus Fansicht sieht, der Fan will auch Erfolg und Erfolg benötigt Strukturen, das ist draußen bei den Unternehmen nicht anders. Sicherlich träumen wir von Vollbeschäftigung und sehen ein Risiko bei Industrie 4.0, aber die Zeiten in den in einer Halle 2000 Arbeiter mit Schweißmaschinen alles von Hand gemacht haben, die sind schon lange vorbei. Wer nicht mit der Zeit geht, ist nicht mehr konkurrenzfähig und geht unter, die Automobilbranche ist das beste Beispiel, und das kann man auch auf die Clubs übertragen. Vor langer Zeit haben wir über Bayernsenf gelacht, heute geht es ohne merchandising schon lange nicht mehr, bargeldlosem Zahlen, allgemein die Digitalisierung, eigene TV Kanäle, Social Media, eSport usw. usf.
Daher habe ich lieber einen Visionär oder zumindest einen Verantwortlichen, der mit der Zeit geht und versucht der Verein konkurrenzfähig zu halten als einem Bremser, der etwas erhalten möchte, was auf Dauer nicht mehr überlebensfähig ist und uns irgendwann nach unten durchreicht.
So, und nun sind wieder die Zwerge dran, mein Großer will mich im Tischfußball abzocken
