2114 Beiträge

Wie ist eure Meinung zur Corona-Impfung?

Vollständig geimpft (außer J&J)
37
86%
Vollständig geimpft (J&J)
1
2%
Einmal geimpft (außer J&J)
2
5%
Ersttermin in Aussicht
0
 
Kein Ersttermin in Aussicht
1
2%
Genesen und geimpft
2
5%
Genesen und Impftermin in Aussicht
0
 
Einmal geimpft aber aufgrund heftiger Reaktion keine Zweitimpfung möglich (außer J&J)
0
 
Aufgrund einer Krankheit kann ich mich nicht impfen lassen, würde es aber gern
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Impfgegner oder "Wenn sich alle anderen impfen lassen, muss ich es nicht tun"
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CoachingZone
Halbdaggl
Wiederhole hier gerne meine Frage von neulich: Was kommt Deutschland teurer? Ein Einkauf von ausreichend Impfdosen zu einem teureren Preis oder ein sich noch Monate ziehender Lockdown mit Krediten und ausfallenden Steuereinnahmen sowie schlechterem Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche???

11€ Differenz für 80 Mio Bevölkerung und 2 Impfdosen macht dann in Summe zusätzlich 1,76 Mrd. € zu den verhandelten 1,92 Mrd. € (wenn man annehmen würde, es würde nur der Pfizer/BioNTech-Impfstoff gekauft). Und dann wären alle, auch die Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, für die der Impfstoff noch gar nicht zugelassen ist, geimpft.

Das klingt jetzt vielleicht nach viel Geld. Doch mal als Vergleich: Allein das Budget für das Bundesverkehrsministerium für 2021 beträgt 34,08 Mrd. €.

https://www.bundestag.de/presse/hib/794700-794700

Zudem könnte man ja auch eine Selbstbeteiligung von denen verlangen, die es sich leisten können und gerne geschützt werden wollen. Dann wären die Staatsausgaben für die Impfung nicht so hoch.

Ich verstehe es einfach nicht, warum man ausgerechnet da so sparsam, fast geizig ist.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -


factotum
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Granadaseggl
CZ hat geschrieben:
Ich verstehe es einfach nicht, warum man ausgerechnet da so sparsam, fast geizig ist.


Sparen an der falschen Stelle gehört hierzulande eigentlich immer schon zum Markenkern der Regierenden, wurscht welche Sorte grad dran ist bzw. war.
Vorteil: Man hat dann einfach mehr übrig, was man für Quatsch raushauen kann. Es sind schliesslich immer Wahlen ums Eck.
The shit that used to work, won`t work now.

CoachingZone
Halbdaggl
Das Beispiel von Israel macht deutlich, dass mehr Impfstoff verfügbar wäre, wenn man mehr zu einem höheren Preis bestellt hätte. Natürlich kann Pfizer/BioNTech nur das verkaufen, was sie produzieren/produziert haben. Bis Ende 2020 waren dies 50 Mio Impfdosen (statt ursprünglich anvisierter 100 Mio wegen Problemen bei der Produktion). Klar, dass diese erst nach einer Zulassung verteilt wurden. Auch da waren andere Länder schneller, teilweise nur mit Notfallzulassungen. (Ob ich das gut finden muss, bin ich mir nicht in jedem Fall sicher.)

Tatsache ist aber, dass anderswo bereits früher und auch mehr geimpft wird als in der EU und Deutschland. Pfizer/BioNTech haben wohl im Oktober sowohl den USA als auch der EU ein zweites Kontingent an Impfdosen angeboten. Zu einem Zeitpunkt, als eigentlich schon klar war, dass dies voraussichtlich der erste zugelassene und auch extrem wirksame Impfstoff sein wird. Die USA haben zunächst abgelehnt (und erst im Dezember nachgelegt); und auch die EU hat das Handeln angefangen, wenn ich die Fakten noch richtig im Kopf habe. (Bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege...). Deutschland hat immerhin noch deutlich Geld investiert, damit der Impfstoff auch in der EU hergestellt werden kann. (Nur fürs Protokoll: Der Moderna-Impfstoff, der in der EU und in der Schweiz Stand heute noch keine Zulassung besitzt - es sind wohl noch einige Fragen nicht geklärt -, wird außerhalb der USA NUR in der Schweiz hergestellt (werden).)

Dennoch wiederhole ich mich gerne: Ich verstehe das Handeln um den günstigen Preis nicht, wenn es bei einer Pandemie ausschließlich um den Faktor Zeit geht. Denn Zeit kostet Geld - alte Lebensweisheit.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Cantona
Unter Westfalen hat geschrieben:Aus der FAZ

Kampf gegen Corona : Wie schafft Israel das rasante Tempo beim Impfen?

In Israel herrscht schon der dritte Teil-Lockdown, gleichzeitig schnellt die Zahl der Corona-Infektionen wieder nach oben. Im Wettlauf mit dem Coronavirus impft das kleine Land seine Bürger nun schneller als jedes andere.

Auf dem zentralen Rabin-Platz in Tel Aviv steht ein riesiges weißes Zelt. Im Minutentakt können sich Bürger dort gegen das Coronavirus impfen lassen. Schon seit dem 19. Dezember läuft in Israel eine Impfkampagne. Auf anfängliche Skepsis vieler Israelis folgte ein enormer Ansturm auf die Impfstationen.

In keinem anderen Land wird so schnell gegen Corona geimpft. Nach Angaben von Forschern aus Oxford wurden mit Stand Freitag bereits 11,55 Dosen je 100 Einwohner verabreicht. Damit steht Israel klar an der Spitze des Staatenvergleichs, erst mit deutlichem Abstand folgen Bahrein und das Vereinigte Königreich. In absoluten Zahlen indes führen China und die Vereinigten Staaten. Wie schafft das kleine Israel ein so rasantes Tempo?

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Israel bereits zum „Corona-Impfweltmeister“ erklärt. Sehr früh hatte er den Wettlauf um den Corona-Impfstoff zur Chefsache gemacht. Immer wieder telefonierte Netanjahu etwa mit Pfizer-Chef Albert Bourla, um Millionen von Impfdosen für sein Land zu sichern. Als der 71-Jährige sich als Erster mit dem Biontech-Pfizer-Impfstoff impfen ließ, sagte er, Bourla sei inzwischen „ein persönlicher Freund von mir und ein Riesenfreund des Staates Israel“. Der Regierungschef hatte früher auch gesagt, Bourla sei sehr stolz auf seine jüdisch-griechische Abstammung.

„Das ist nicht selbstverständlich“

Nach Angaben Netanjahus hat Israel mit Pfizer die Lieferung von acht Millionen Impfdosen und mit Moderna von sechs Millionen Impfdosen vereinbart. Modernas Medizinvorstand Tal Zaks ist Israeli, er hat in der Wüstenstadt Beerscheva studiert.

Millionen Impfdosen sind nach Medienberichten schon im Land – die genaue Zahl wird geheim gehalten. Als die ersten Impfdosen von Biontech-Pfizer am 9. Dezember eingeflogen wurden, nahm Netanjahu sie persönlich am Flughafen in Empfang. „Es ist nicht selbstverständlich, dass der Staat Israel, ein riesiges Land in so vielen Bereichen, aber ein kleiner Staat mit neun Millionen Einwohnern, den Impfstoff zur selben Zeit bekommt wie Großbritannien und die größten und führenden Länder der Welt“, sagte er damals.

Eine Dosis kostet doppelt so viel wie in Europa

Professor Arnon Afek, stellvertretender Direktor des Schiba-Krankenhauses bei Tel Aviv, sieht verschiedene Gründe für den besonders erfolgreichen Ablauf der Impfkampagne in Israel. „Erstens haben wir ein sehr starkes öffentliches Gesundheitssystem, mit Krankenversicherung für alle Bürger“, sagt der ehemalige Generaldirektor des Gesundheitsministeriums. Das Modell basiere auf dem deutschen System, mit Krankenkassen und Krankenhäusern. „Die deutschen Juden, die nach Israel emigrierten, haben es mitgebracht und hier eingerichtet.“ Außerdem sei Israel ein hochtechnologisches Land mit weltweit führender medizinischer Ausrüstung und ausgezeichneten Lagerungsmöglichkeiten für den Corona-Impfstoff.

Zudem seien die Israelis ein sehr engagiertes, wendiges Volk, das schnell und effektiv auf Krisensituationen reagieren könne, sagt Afek. Viele Krankenschwestern blieben etwa oft nach Dienstende freiwillig für eine weitere Schicht, um noch mehr Menschen impfen zu können. „Alle sind gemeinsam in den Krieg gezogen – den Krieg gegen das Coronavirus.“

Nicht zuletzt sei Israel ein sehr kleines Land, das nicht in Bundesländer aufgeteilt ist. „Da ist es leichter, die Bevölkerung schnell zu impfen, als in einem großen Land wie Deutschland mit mehr als 80 Millionen Einwohnern.“ Nach Informationen der Zeitung „Jediot Achronot“ sehen Biontech-Pfizer und Moderna Israel gerade wegen dieser Voraussetzungen als ideales „Pilotprojekt“, um rasch den Erfolg ihrer Impfstoffe zu beweisen.

Seine Vorreiterrolle lässt sich Israel einiges kosten: Das Land zahlt nach Medieninformationen für den Biontech-Pfizer-Impfstoff einen 40 Prozent höheren Preis als die Vereinigten Staaten, gegenüber Europa sei die Differenz sogar noch größer. Demnach zahlt Israel umgerechnet fast 23 Euro für eine Dosis, nach einer versehentlich von der belgischen Finanzstaatssekretärin Eva De Bleeker veröffentlichten Liste kostet eine Dosis in Europa nur zwölf Euro.

Mehr zum Thema

Mit einer Million ist die Zahl der bislang in Israel gegen Corona Geimpften bereits mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der Menschen, die sich seit Beginn der Pandemie infiziert haben (mehr als 428.000). Allein am Donnerstag wurden etwa 153.400 Menschen geimpft.

Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung, unter ihnen mehr als 40 Prozent der über 60-Jährigen, hat bereits die erste Impfdosis erhalten. Israel will seine Risikogruppen so schnell wie möglich impfen, um dann Corona-Einschränkungen zu lockern und die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Zweimal Geimpfte sollen schon von Mitte Januar an einen „grünen Pass“ erhalten, der ihnen verschiedene Freiheiten gewährt. Wie etwa die Befreiung von der Quarantänepflicht für Staatsbürger bei der Einreise oder bei Kontakt mit einem Corona-Infizierten.

Netanjahu war wegen seiner Corona-Politik immer wieder stark in die Kritik geraten. Er weigerte sich etwa, punktuelle Lockdowns in Wohngebieten mit vielen strengreligiösen Juden zu verhängen, obwohl dort die Infektionszahlen besonders hoch waren. Seine Kritiker meinen, er habe befürchtet, die ultraorthodoxen Parteien könnten ihm ihre Unterstützung entziehen.

Nun will Netanjahu mit der beeindruckenden Impfkampagne punkten. Am 23. März wählt Israel zum vierten Mal binnen zwei Jahren ein neues Parlament. Netanjahu, gegen den ein Korruptionsprozess läuft, kämpft dabei um sein politisches Überleben. Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold sieht Netanjahus Vorgehen bei der Impfkampagne auch als klare „Strategie, um zu zeigen, dass er der effizienteste Anführer ist und die Öffentlichkeit (...) beschützt“.


Am politischen System, an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, der Innovationskraft des Staates Israels könnten sich im Übrigen in der Region sämtliche Nachbarländer ein Beispiel nehmen.


higgi
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Grasdaggl
de mappes hat geschrieben:Ist die Kostenfrage das Problem?
Ich höre die Politiker ständig sagen: es ist nicht mehr Impfstoff verfügbar
Wäre ja ne vollverarsche
Denn die Rechnung von CZ dürfte ja jedem einleuchten

Jetzt ist natürlich kein Impfstoff mehr verfügbar, jetzt sind die Fälle verteilt.
Es gab aber einen Zeitpunkt, da hat Pfizer/BioNtec der Welt mitgeteilt, wie es um die Produktionskapazitäten steht.
Dann wurde der Preis Verhandelt und bestellt.

Die einen wollten etwas mehr und waren bereit auch mehr zu zahlen, die anderen sind wir
von daher

CoachingZone
Halbdaggl
higgi hat geschrieben:
de mappes hat geschrieben:Ist die Kostenfrage das Problem?
Ich höre die Politiker ständig sagen: es ist nicht mehr Impfstoff verfügbar
Wäre ja ne vollverarsche
Denn die Rechnung von CZ dürfte ja jedem einleuchten

Jetzt ist natürlich kein Impfstoff mehr verfügbar, jetzt sind die Fälle verteilt.
Es gab aber einen Zeitpunkt, da hat Pfizer/BioNtec der Welt mitgeteilt, wie es um die Produktionskapazitäten steht.
Dann wurde der Preis Verhandelt und bestellt.

Die einen wollten etwas mehr und waren bereit auch mehr zu zahlen, die anderen sind wir


Du meinst zwar vermutlich die "Felle", aber zum Rest kann man nur :nod: :nod: :nod:
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -



de mappes
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Spamferkel
CoachingZone hat geschrieben:
higgi hat geschrieben:
de mappes hat geschrieben:Ist die Kostenfrage das Problem?
Ich höre die Politiker ständig sagen: es ist nicht mehr Impfstoff verfügbar
Wäre ja ne vollverarsche
Denn die Rechnung von CZ dürfte ja jedem einleuchten

Jetzt ist natürlich kein Impfstoff mehr verfügbar, jetzt sind die Fälle verteilt.
Es gab aber einen Zeitpunkt, da hat Pfizer/BioNtec der Welt mitgeteilt, wie es um die Produktionskapazitäten steht.
Dann wurde der Preis Verhandelt und bestellt.

Die einen wollten etwas mehr und waren bereit auch mehr zu zahlen, die anderen sind wir


Du meinst zwar vermutlich die "Felle", aber zum Rest kann man nur :nod: :nod: :nod:


wenn das so war, wurde von den Verantwortlichen der Regierung Geld und Leben vergeudet.
Das wäre ein Skandal

@CZ
Du hattest auch noch was von Sanofi erwähnt...wenn das auch mit rein spielte (ist ja alles denkbar bei diesen Seilschaften) wäre der Skandal ein noch größerer.
Zumal Biontech ja auch aus der EU stammt, Astra Zeneca ebenfalls
Don't criticize what you can't understand

higgi
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Grasdaggl
Spahn meinte im Sommer als man bestellt hat, war noch nicht abzusehen, das Pfizer/BioNtec als erstes die Zulassung bekommt.
Die EU hätte noch geoße Mengen Impfstoff bei anderen Herstellern bestellt, die blöderweise halt noch keine Zulassung bekommen haben.
Netanjahu und Trump haben halt auf das richtige Pferd gesetzt. Glück gehabt, oder Insiderwissen
von daher

de mappes
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Spamferkel
sind für mich zwei paar schuhe
auf mehrere Pferde zu setzen und das ganze mit der EU gemeinsam kann ich nachvollziehen.
Als klar wurde, wer deutlich früher eine Zulassung erhält, hätte man, wenn ich euch richtig verstehe, mit mehr Geld, also zu höheren Kosten, auch mehr Biontech-Dosen erwerben können.
Das wäre ein Skandal, wenn man zu diesem Zeitpunkt darauf verzichtet hätte.

Übrigens noch ein Thema bei der EMA:
Blöderweise ist die Behörde ja erst kürzlich wegen Brexit umgezogen; aus London nach Amsterdam.
Nicht wenige Mitarbeiter sind natürlich aus privaten Gründen in London geblieben. Also mussten erstmal neue Mitarbeiter rekrutiert werden; die findet man ja auch nicht auf Hollands Straßen. Dazu müssen die sich erstmal mit den neuen Aufgaben vertraut machen...und all dies während so viele Impfstoffzulassungen eintrudeln neben dem Routinegeschäft...blöd gelaufen
Don't criticize what you can't understand

Spielgerät
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Halbdaggl
CoachingZone hat geschrieben:Wiederhole hier gerne meine Frage von neulich: Was kommt Deutschland teurer? Ein Einkauf von ausreichend Impfdosen zu einem teureren Preis oder ein sich noch Monate ziehender Lockdown mit Krediten und ausfallenden Steuereinnahmen sowie schlechterem Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche???

11€ Differenz für 80 Mio Bevölkerung und 2 Impfdosen macht dann in Summe zusätzlich 1,76 Mrd. € zu den verhandelten 1,92 Mrd. € (wenn man annehmen würde, es würde nur der Pfizer/BioNTech-Impfstoff gekauft). Und dann wären alle, auch die Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, für die der Impfstoff noch gar nicht zugelassen ist, geimpft.

Das klingt jetzt vielleicht nach viel Geld. Doch mal als Vergleich: Allein das Budget für das Bundesverkehrsministerium für 2021 beträgt 34,08 Mrd. €.

https://www.bundestag.de/presse/hib/794700-794700



Zudem könnte man ja auch eine Selbstbeteiligung von denen verlangen, die es sich leisten können und gerne geschützt werden wollen. Dann wären die Staatsausgaben für die Impfung nicht so hoch.

Ich verstehe es einfach nicht, warum man ausgerechnet da so sparsam, fast geizig ist.


Das war gestern bei hart aber fair das Thema. Zusammengefasst klappt es nicht weil
- EU Bürokratie bremst
- die EU mit viel zu wenig Finanzausstattung in die Verhandlungen gegangen ist. USA 12 Mrd, EU 2 Mrd
- die ärmeren (wohl vorwiegend osteuropäischen) Länder sich verweigert haben, vom teuren Biontech-Stoff zu viel zu kaufen
- die USA die Strategie verfolgt haben, einfach von jedem einigermaßen erfolgsversprechenden Impfstoffkandidaten so viel zu ordern (und zu zahlen), dass jeder Stoff für sich nahezu ausreichend verfügbar wäre, um alle US-Amerikaner zu impfen. Die EU wollte das alles aufgeteilt haben...

Eine Anekdote fand ich dann noch besonders bescheuert: Angeblich haben die Franzosen verhindert, dass aus dem vorhandenen Budget zu viel "deutscher" Biontechstoff gekauft wird und haben darauf bestanden, genausoviel bei der französischen Sanofi zu ordern. Keine Ahnung, ob da was dran ist, zutrauen würde ich es ihnen...

Jetzt nachzubestellen bringt angeblich wenig, weil die Kapazitäten komplett ausgelastet sind. Das ist vielleicht auch der Grund, warum Merkel heute angeblich mit Putin :shock: über eine gemeinsame Impfstoffproduktion gesprochen hat. Das ware meines Erachtens genau der richtige Weg, um das ohnehin nicht üppige Vertrauen in die Impfungen weiter zu erschüttern. So ein wenig Nowitschok beigemischt...
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

Nilkheimer
Halbdaggl
Alles egal. D (Spahn) hätte problemlos über das EU-Kontingent hinaus weitere Margen bestellen können. Ham se aber nich gemacht.

P.S.: Andererseits ist das natürlich auch (gerade auch von Springer befeuertes) Geplärre. Warten wir doch vielleicht ein bisschen, wie schnell das jetzt alles geht.
Zuletzt geändert von Nilkheimer am 5. Januar 2021 15:40, insgesamt 1-mal geändert.
Aber das macht doch nichts.






Hasenrupfer
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Grasdaggl
So eine europäische Perspektive tut manchmal ganz gut:

The French government has defended its coronavirus vaccination policy against criticism that it is going far too slowly, with 516 vaccinations reported in the first week.
[...]
By Sunday morning about 240,000 had been vaccinated in Germany - far more than in France, but well short of the 1.3 million doses delivered to Germany by the end of December.

Meanwhile, more than a million have been vaccinated in the UK, which approved the Pfizer vaccine in early December.

The Netherlands is the only EU country yet to start its vaccination campaign. The launch had been set for 8 January, but has just been brought forward to Wednesday.

In Italy, by Sunday 118,554 people had been vaccinated, the national broadcaster Rai said.


https://www.bbc.com/news/world-europe-55529240

CoachingZone
Halbdaggl
Spielgerät hat geschrieben:
Nilkheimer hat geschrieben:Alles egal. D (Spahn) hätte problemlos über das EU-Kontingent hinaus weitere Margen bestellen können. Ham se aber nich gemacht.


Jaja, der unfähige Spahn....

Dutschland HAT weiteren Impfstoff bestellt:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... eutschland


Und Deutschland und die EU hätten noch mehr von den jetzt bereits oder demnächst zugelassenen Impfstoffen bestellen können. Aber man musste ja den französischen Nachbarn auch noch ein Geschäft zukommen lassendas Risiko breit streuen.

Die Europäische Union (EU) hätte nach einem Spiegel-Bericht mehr von dem Coronaimpfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer kaufen können als die bestellten bis zu 300 Millionen Dosen. Biontech habe bis zu 500 Millionen Einheiten angeboten, zitierte das Magazin heute aus Verhandlungskreisen.

Auch die Firma Moderna hätte der EU mehr von ihrem Impfstoff liefern können als die vereinbarten bis zu 160 Millionen Einheiten, sagte Unternehmenschef Stephane Bancel dem Spiegel. Die beiden Impf­stoffe sind die ersten, die in der EU mit einer Zulassung rechnen können. Im Falle von Biontech/Pfizer wird dies für kommende Woche erwartet, bei Moderna Anfang Januar. In Deutschland sollen am 27. De­zember die Impfungen beginnen.

Ein Sprecher der EU-Kommission wollte sich nicht zum Verlauf der Verhandlungen mit den Pharmafir­men äußern, die die Brüsseler Behörde im Auftrag aller 27 EU-Staaten geführt hat. Er sagte jedoch, Ziel sei ein breites Portfolio verschiedener Anbieter mit unterschiedlichen Technologien gewesen. So hätten sich die Chancen erhöhen lassen, ein wirksames und preiswertes Vakzin gegen das Coronavirus zu be­kommen.

Der Preis der nach einem neuartigen Verfahren entwickelten Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moder­na liegt um ein Vielfaches höher als bei herkömmlichen Mitteln, wie sie etwa Astrazeneca auf den Markt bringen will.

Die belgische Staatssekretärin Eva De Bleeker veröffentlichte die bisher geheim gehaltenen Preise zeit­weise auf Twitter, wie der Sender RTBF meldete. Demnach soll eine Dosis des Moderna-Impfstoffs um­gerechnet rund 15 Euro kosten, eine von Biontech/Pfizer 12 Euro, eine von Astrazeneca 1,78 Euro. Der Tweet wurde später gelöscht.


https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... en-koennen
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Flache9
Hätte Deutschland eigentlich logistisch,Infrastruktur, Impfzentren und Impfungen durchführen können, wenn sie auf ein Schlag 50 Millionen Impfdosen bekommen hätten ? Ich glaube nein. Viel Geschrei um nix.Klingt eher nach Futterneid.

Monitor
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Granadaseggl
Eine Bitte, es wäre hilfreich, wenn die Links bzw. das Datum bei zitierten Artkeln immer mit dabei
wären (anstatt öfters lange Vollzitate)

USA und Israel werden meistens zum Thema Impfen erwähnt.... Kanada scheint nicht so sehr erwähnenswert zu sein...

Bloomberg, 7. Dez. 2020

Canada Has Reserved More Vaccine Doses Per Person Than Anywhere

https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-12-07/canada-has-reserved-more-vaccine-doses-per-person-than-anywhere

Now he is ahead of schedule, and Canada is on top of global rankings for vaccine contracts. With the 20 million additional Moderna doses, Canada has secured enough to inoculate 154 million people, assuming the vaccines are cleared by health regulators.

It’s enough doses for more than 400% of its population, ahead of the U.K.’s 295% and Australia’s 269%, according to Bloomberg’s vaccine tracker.


abc news 14.Dez. 2020

https://abcnews.go.com/International/wireStory/covid-19-vaccine-shipments-arrive-canada-74708429

Canada has ordered more doses than what’s needed for Canadians but the government plans to donate excess supply to impoverished countries.

faz - 16.Dez. 2020

Die Forscher machen die sich abzeichnende, ungleiche Verteilung an einem konkreten Beispiel fest:


https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/rennen-um-den-corona-impfstoff-reiche-laender-kaufen-ruecksichtlos-17104764.html

Japan, Australien und Kanada hätten sich zusammengerechnet etwa eine Milliarde Impfdosen gesichert,

obwohl nur ein Prozent der weltweiten Infektionen in diesen drei Ländern aufgetreten sei. Sollten die aussichtsreichsten Impfstoffkandidaten alle zugelassen werden (ob es so kommt, ist allerdings freilich fraglich), stünde Kanada bei der Verteilung mit Abstand an der Spitze: Das Land bekäme dann 9,5 Dosen je Einwohner und Einwohnerin; damit könnte das Land also mehr als vier Mal so viele Menschen impfen wie es Einwohner hat. Die Europäische Union könnte in einem solchen Szenario fast zwei Mal so viele Menschen impfen wie es Einwohner hat, die Vereinigten Staaten hätten in etwa so viele Impfdosen zur Verfügung wie für die Menschen des Landes erforderlich.


freightwaves 27.Dez.2020

https://www.freightwaves.com/news/fedex-begins-distributing-moderna-vaccine-in-canada-with-video

FedEx begins distributing Moderna vaccine in Canada (with video)
COVID-19 vaccine is first to arrive in Northwest Territories after arriving from Europe

Canada, with a population of 38 million, has pre-bought or reserved 400 million doses of vaccines from various manufacturers as insurance against any potential supply chain disruptions.


derstandard - 29.Dez.2020

https://www.derstandard.de/story/2000122836100/israel-prescht-mit-impfungen-vor

Wenn es so weitergeht, könnte Israel die Gefahr der Epidemie bereits im März gebannt haben, sagt Eran Segal vom Weizmann-Institut. Israels Rekordtempo hat mehrere Gründe.


User-Beitrag im Standard:

Kanada kauft ca. neun Dosen pro Bürger, von eine Impfung wo man nur zwei braucht.

Der Rest geht an Entwicklungsländer die es sich selbst nicht leisten können. Es ist ein Unterschied, ob man sich selber der nächste ist, oder an die anderen gar nicht denkt. ....



The Guardian - 3. Jan. 2021

https://www.theguardian.com/world/2021/ ... o-settlers

Palestinians excluded from Israeli Covid vaccine rollout as jabs go to settlers

Human rights groups accuse Israel of dodging obligations to millions in occupied territories who may wait months for vaccination


~
Ich habe einen regelmäßigen Infoaustausch mit engen Kontakten in B.C.

Uns fiel vor einigen Tagen auf, dass beim Abgleich unserer Kinder und Schwiegerkinder, die in großen
Kliniken arbeiten (hospital workers), die kanadischen im Westen bisher noch nicht mal einen Impftermin haben im Gegensatz zu meinen deutschen (schon im Dezember 2020). Mein kanad. Kontakt (mit mehreren Klinikmitarbeitern in der Familie) meint, dass es wohl daran liegen könnte, dass die Impfstoffe zuerst im Osten von Kanadas geliefert werden (Moderna und BioNTech-Pfizer) und dass bevorzugt die First Nations bzw. Bewohner in den besonders entlegenen Gegenden geimpft werden. In den östlichen Provinzen gibt es mehr Covid-19-Fälle als im Westen. Have patience! In time, even grass becomes milk.

https://news.google.com/covid19/map?hl=de&mid=%2Fm%2F0d060g&gl=DE&ceid=DE%3Ade

Meiner Tante (79,5) und meinem Onkel (83,5) habe ich vor einigen Tagen die Kontakttelefonnummer
für die Vereinbarung eines Impftermines genannt, da sie kein Internet haben. Ende der Woche erfahre ich, ob es geklappt hat und kann sie unterstützen. In den letzten Tagen erhielt ich einige Mails von Freunden, die sich nicht impfen lassen wollen. Die einen wollen sich impfen lassen und können (noch) nicht und die anderen könnten sich (teils sofort oder bald) impfen lassen und wollen es nicht.

cbc news 5.Jan.2021

https://www.cbc.ca/news/world/coronavirus-covid19-canada-world-january5-2021-1.5861507

British Columbia's top doctor said the first stage of the province's COVID-19 vaccination efforts will focus on priority populations — including long-term care residents and staff, health-care workers, and people living in remote First Nations communities — with an aim of getting roughly 150,000 people immunized by February.

....priority groups from December to February include:

Roughly 70,000 residents and staff at long-term care facilities.
Roughly 30,000 health-care workers, including hospital workers, paramedics and public health workers.
Roughly 25,000 people living in remote or isolated First Nation communities.
Roughly 13,000 residents and staff at assisted living residences.
Roughly 8,000 essential visitors to long-term care or assisted living facilities.
Roughly 2,000 people in hospital or in the community waiting for a long-term care placement.

Henry said the province is "hoping and planning" to get through the first groups by the end of January.

~

Nicht nur in Quebec und Ontario sind / waren die kanadischen Politiker über die Feiertage sehr
reisefreudig. Auch in Alberta!

The Guardian - 4.Jan.2021

https://www.theguardian.com/world/2021/jan/04/canada-politicians-ignore-holiday-travel-advice

Jason Kenney, Alberta’s premier, fired chief of staff, accepted municipal affairs minister’s resignation and demoted five others


Seven members of Alberta’s provincial government have been punished for taking vacations outside Canada despite guidelines urging people to avoid nonessential travel during the pandemic.


as Alberta battles the highest rate of active coronavirus cases in Canada.
Zuletzt geändert von Monitor am 5. Januar 2021 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
I could write several novels about what I do not know.