Immer wenn Ihr über Australien redet, muss ich an den Typen denken, der damals auf Verbrecherjagd in seiner Unterhose war 


Daher, wie überall: nimmst Du den Menschen ihre Möglichkeiten, dann weichen sie aus. Daher würde ich ihnen lieber sichere Möglichkeiten geben, damit sie weniger auf unsichere ausweichen
muffinho hat geschrieben:Immer wenn Ihr über Australien redet, muss ich an den Typen denken, der damals auf Verbrecherjagd in seiner Unterhose war

Frank N Furter hat geschrieben:higgi hat geschrieben:Hä? Versteh ich nicht. Man wäre doch dann wieder in der Lage zu agieren. Einzelne Ausbrüche schnell und konsequent isolieren.
Wir kommen doch so aus dem Reaktionsmodus gar nicht mehr raus.
Mann muss jetzt den dicken Keil rein treiben um wieder Herr der Lage zu werden.
Das Virus hat sich jetzt ganz homogen in der Bevölkerung ausgebreitet. Mit chinesischen Lockdown-Maßnahmen kriegt man es vermutlich wieder hin, die ganze Geschichte abzudrosseln. Sobald Du die Maßnahmen aber aussetzt, gehen die Zahlen sofort wieder hoch. Vielleicht müsste auch mal ein Epidemologe klar aussprechen, dass die Zeit, als wir effizient Nachverfolgung betreiben konnten und so kleine, konkrete Herde eindämmen konnten, vorbei ist. Es gibt jetzt bis zur Herdenimmunität nur noch on/off.
muffinho hat geschrieben:Wer den Typen nicht mag sollte in Dauerlockdown

RedBlues hat geschrieben:muffinho hat geschrieben:Wer den Typen nicht mag sollte in Dauerlockdown
der erinnert mich irgendwie an früher.
Erster Abend in Brisbane, ich stand in der Bar unter meinem Hostel und trinke gerade mit Bier, da schwanken zwei betrunkene Mädels vorbei, arm in arm. Machen kurz auf einer Bank vor dem Pub Pause, und völlig aus dem nix geben sie sich ein paar zünftige Schellen. Der Aussie neben mir meint nur, "no worries mate, they're ok. "
![]()
Tifferette hat geschrieben:A propos Brisbane: drei Tage Lockdown, weil es einen (!) positiven Fall gegeben hat.
killroy hat geschrieben:@spielgerät
ach wo soll ich denn da anfangen. zunächst: du wirst dich wundern, denn so weit sind wir nicht voneinander entfernt. es geht aber um das wie.
Frau Allmendinger: Die steht ja auf der richtigen Seite, vlt ärgert es mich daher umso mehr, dass sie sich populistischer Formulierungen bemühen muss. Wieso macht sie das?Wie ein Sturm hätten die Schulschließungen in der ersten Welle der Pandemie gewütet
oder bei ihrem anderen Thema:Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung,... behauptete, dass Frauen in der Coronakrise »eine entsetzliche Retraditionalisierung« erleiden würden. Das Land verliere durch die Folgen der Virusbekämpfung »bestimmt drei Jahrzehnte« auf dem Weg zur Gleichberechtigung.
Nochmal: Was soll das? Wenn es ihr wirklich und ehrlich um die Sache geht muss sie versuchen die Menschen zu überzeugen und mitzunehmen. Das macht sie nicht, sie wiegelt auf mit derartigen Begrifflichkeiten. Was also ist ihre Agenda?
killroy hat geschrieben:So, dass selbstverständlich Kinder und Jugendliche aus bereits belasteten Familien, bildungsschwachen und sozial abgehänbgten Familien am meisten unter dieser Pandemie leiden ist klar. Da brauchen wir uns nicht zu streiten. Die leiden schon in wirtschaftlich positiven Zeiten (dazu später noch mehr) und klar potenziert sich das bei denen. Nur, wo sind denn die Aussagen und Forderungen danach, dass Schule und Kita zuvorderst dieser Zielgruppe zur Verfügung gestellt werden soll?
killroy hat geschrieben: Blues hat doch recht, für viele wäre ein Bummeljahr mit anschließendem Wiederholen überhaupt nicht schlimm. Das hatten wir Jungs früher alle .... und Bummeljahr war jetzt natürlich nicht ernstgemeint ... ein Jahr, in dem man außerhalb der schulischen Bildung massiv lernen kann, gesellschaftliches Leben, Zusammenhänge, Einsatz für Schwächere, etc.
killroy hat geschrieben: Und ich bin eben auch deswegen so angepisst, weil ich mich Zeit meines Berufslebens mit ein paar Jahren Ausnahme mit diesen Kindern und Jugendlichen beschäftige. Ich habe so viel über soziale Ungleichheit gelesen, dazu gearbeitet, argumentiert, diskutiert. Und ja, in Fachkreisen (und deswegen bin ich ja dem Grundsatz nach auch bei Frau Allmendinger) ist das Thema bekannt und wird besprochen ... aber gesellschaftlich hat das doch null Relevanz. Ich rede nicht von dir oder anderen hier aus diesem Forum, sondern allgemein. Wie werden denn die alljährlich wiederkehrenden Studien zur Kinderarmut in Deutschland aufgenommen und diskutiert? Ich sag es dir: Gar nicht. Das ist meistens einen SPON-Artikel wert, der nach einem halben Tag nach unten durchgereicht wird. Und da finde ich es eben verlogen, wenn auf einmal das so ein großes und wichtiges Thema wird. Das es ja ist, aber es wird eben überhaupt nicht in die Richtung diskutiert, wie können wir dieser Gruppe besonders helfen .... sondern diese Kinder und Jugendlichen sind (das jetzt eine zugespitzte Meinung) Argumentationsfutter. Und das macht mich besonders ärgerlich..
killroy hat geschrieben:Noch was zur Resilienz: Hast du schon Texte zur Resilienzforschung gelesen? Es ist ja alles richtig, was in den vielen kurzen Texten, die du da verlinkt hast, steht. Es ist aber auch richtig, was man insbesondere auch in zusammenfassenden Artikeln zu lesen bekommen hat, dass Kinder und Jugendliche dem Grunde nach in der Summe ganz gut durch diese Pandemie kommen. Das die nicht Juchhu schreien, klar, aber wer macht das schon? Das die ihre Freunde vermissen, klar. Mach ich auch. Das die in Teilen denken, es wird nicht mehr wie vor der Pandemie sein, richtig. Wird vielleicht so sein. Für die meisten wird diese Zeit eine wahrnehmbare und auch langfristig wahrnehmbare Zeit in ihrem Leben sein und Spuren hinterlassen. Das werden wir nicht ändern können. Ich verweher mich gegen überdramatisierende Beschreibungen in jegliche Richtungen. Die ganze Gesellschaft leidet.


Auswurf hat geschrieben:muffdas größte Problem aktuell die privaten Kontakte sind
das glaub ich überhaupt nicht.
Im arbeitsleben treffen wohl die meisten auf wesentlich mehr menschen (incl arbeitsweg und beim einkaufen).

Tamasi hat geschrieben:Auswurf hat geschrieben:muffdas größte Problem aktuell die privaten Kontakte sind
das glaub ich überhaupt nicht.
Im arbeitsleben treffen wohl die meisten auf wesentlich mehr menschen (incl arbeitsweg und beim einkaufen).
Es gibt beides und es befruchtet sich gegenseitig. Toll.
Und Australien:
Das sind doch alles ehemalige Sträflinge? Klar fällt denen ein harter Lockdown leichter. Wir in Deutschland hingegen waren schon immer ein freiheitsliebendes Volk voller Widerstands- und Revolutionsgeist... Äh... Nein?

Die Meinung, dass das für die Kinderchen alles nicht so schlimm ist, hatte ich nach dem ersten Lockdown im Frühjahr auch. Mittlerweile bin ich vom Gegenteil überzeugt. Einerseits, weil es ja einhellige Expertenmeinung zu sein scheint und ich mir nicht anmaße, es besser zu wissen. Andererseits weil ich an einigen Kindern und Jugendlichen, die ich persönlich kenne, gravierende Veränderungen feststelle. Das reicht von plötzlicher Aggressivität bis hin zu einem völligen Abtauchen aus der früheren Clique. Von den verbauten Bildung- und damit Lebenschancen ganz zu schweigen. Gestern kam im Radio ein Bericht, wonach man damit rechnet, dass sich die Einkommenschancen der Generation Corona durchschnittlich um 2 bis 3% verschlechtern werden, um nur ein Beispiel zu nennen.
Und zum Schluss: Gäbe es nun gesicherte Studien, dass Schulen die Pandemietreiber schlechthin sind (wie z. B. Gottesdienste), wäre ich der Letzte, der eine Öffnung fordert, das kannst du mir glauben. Weil es die aber meines Wissens nicht gibt und auch meine Kenntnisse von 5 bis 6 Münchner Gymnasien genau auf das Gegenteil hindeuten - nämlich verschwindend geringe Infektionszahlen - ist mir dieses allgemeine Gelaber "Jedes Menschenleben zählt" wie von Söder gestern wieder einfach zu wenig. Ja natürlich zählt jedes Menschenleben, das ist ja wohl klar (das Argument erinnert mich immer an die Typen in den Fußgängerzonen mit ihrer Eröffnungsfrage: "Sind Sie gegen Tiermorde?" ). Aber eben nicht um den Preis von anderen Leben / Schicksalen, nämlich der der Kinder und Jugendlichen. Gerade bei einem wie Söder aus der Autofahrer- und Biertrinkerpartei CSU bekomme ich das große Kotzen. Es ist ja nun völlig unstreitig, dass ein Tempolimit genauso Menschenleben rettet wie ein Alkoholwerbeverbot. Von solchen Verboten sind wir aber hier in Bayern Lichtjahre entfernt. Verficktes bigottes Pack. Amen

Spielgerät hat geschrieben:Weil es die aber meines Wissens nicht gibt und auch meine Kenntnisse von 5 bis 6 Münchner Gymnasien genau auf das Gegenteil hindeuten - nämlich verschwindend geringe Infektionszahlen - ist mir dieses allgemeine Gelaber "Jedes Menschenleben zählt" wie von Söder gestern wieder einfach zu wenig. Ja natürlich zählt jedes Menschenleben, das ist ja wohl klar (das Argument erinnert mich immer an die Typen in den Fußgängerzonen mit ihrer Eröffnungsfrage: "Sind Sie gegen Tiermorde?" ). Aber eben nicht um den Preis von anderen Leben / Schicksalen, nämlich der der Kinder und Jugendlichen. Gerade bei einem wie Söder aus der Autofahrer- und Biertrinkerpartei CSU bekomme ich das große Kotzen. Es ist ja nun völlig unstreitig, dass ein Tempolimit genauso Menschenleben rettet wie ein Alkoholwerbeverbot. Von solchen Verboten sind wir aber hier in Bayern Lichtjahre entfernt. Verficktes bigottes Pack. Amen
Auswurf hat geschrieben:Es geht den staat einen scheiss an.
Auswurf hat geschrieben:aber letztlich reden wir über eigenverantwortung.
Es geht den staat einen scheiss an.