Der Riethmüller ist ja lustig.
Dass zwischen den Ultras und dem VfB seit Ende der Ära Dietrich Ruhe herrschte, lag zunächst mal daran, dass die Ära Dietrich zu Ende war. Das Verdienst dafür beanspruchen die Ultras für sich selbst.
Hernach gab es zunächst ein halbes Jahr gar keinen Präsidenten, und dann gehe ich davon aus, dass die Arbeit von Hitzlsperger und Mislintat mit Wohlwollen betrachtet wurde und es deshalb relativ ruhig zuging, auch wenn der Aufstieg holprig war.
Ich weiß gar nicht, wie sehr die Ultras den Vogt mögen, weil man weder von den Ultras noch von Vogt viel gehört hat. Ich sehe, dass Vogt beliebt ist, aber ich wüsste gern, inwieweit das auf konkreten Maßnahmen beruht, und inwieweit auf Versprechen und Zusicherungen. Jedenfalls sind die erst am Austicken, seit Hitzlspergers Kandidatur bekannt ist.
Vogt hat sich selbst unter Druck gesetzt, als er als Fanpräsident antrat. Das war eigentlich clever und legitim, und ich finde tatsächlich, dass der Präsident in einem ausgegliederten Verein in besonderem Maße als Vertreter der Mitglieder agieren sollte. Aber das Konfliktpotential war von Anfang an offensichtlich. Nicht nur, weil die AG einen unbequemen Präsidenten lästig finden würde, sondern weil er den Leuten eine Fülle an Mitsprache suggerierte, die die Strukturen so nicht hergeben. Sind die Ultras wirklich so zufrieden mit Vogts Arbeit, oder sehen sie in ihm einfach nur die beste Möglichkeit zur Einflussnahme?
Dass Ruhe im Karton war, ist insofern sein Verdienst, als es ruhig ist, wenn man von jemandem nix hört.