Ich bin stinksauer. Anstatt die Probleme zeitnah zu lösen, droht uns nun eine endlose Zerreißprobe. Der VfB wird in den Abgrund gezogen.
Zu Vogts Aussagen:
Es bestehen berechtigte Interessen der Mitglieder, dass die Versammlung weder in der beabsichtigten Form als rein digitale Veranstaltung, noch zu dem beabsichtigten Termin bereits am 18.03.2021 stattfindet.
Ich finde: Es besteht das berechtigte Interesse der Mitglieder, den Konflikt zu lösen anstatt ihn über Monate zu ziehen. Aber "die Kurve" will natürlich präsent sein und krakeelen. Nur was diese Klientel will, scheint für Vogt maßgeblich zu sein. Weil er mit ihnen sympathisiert - oder weil sie nützliche Idioten sind, die er für seine Ziele instrumentalisieren kann. Naja, womöglich ein gegenseitiges Geben und Nehmen...
In unserem Verein wurden sämtliche Mitgliederversammlungen der letzten 127 Jahre stets als Präsenzveranstaltungen abgehalten.
Etc., blabla. Natürlich ist "online" nicht optimal. Aber: Die CDU hat's auch gerade hingekriegt. Muss man mehr sagen?
Abgesehen davon war bereits der Versuch, die Präsenzveranstaltung 2019 mit dem technischen Mittel der Wahlstimmenabgabe über WLAN abzugeben, ein organisatorisches Desaster, das sich zum PR-Debakel für unseren Verein ausgeweitet hat.
Etc., blabla. Lächerlich. Gerade WEIL es letztes Mal nicht geklappt hat, sollte man die Fehler kennen und abstellen und insgesamt besser vorbereitet sein. Wenn ich ein Mal im Regen nass werde, bleibe ich doch nicht für den Rest meines Lebens zu Hause. Ich nehme beim nächsten Mal einfach den Regenschirm.
Ich musste jedoch feststellen, dass es ein sehr weitgehendes Desinteresse gab, überhaupt eine Diskussion der sehr guten Argumente gegen eine digitale Ausrichtung der Mitgliederversammlung aufzunehmen.
Die entscheidende Frage ist doch: Will man die MV im März stattfinden lassen - um diese scheiß Kuh endlich vom Eis zu kriegen - oder will man das nicht. Wenn man den März halten will, muss man nicht über digitale Probleme diskutieren, sondern die Lösung dieser Probleme angehen. Wenn man die MV verhindern will, fühlt man sich jedoch nicht gehört; schon klar, wie der Hase läuft. Finde ich zwar nervig, ist aber ein leicht erklärbares Aneinandervorbeireden. (Und dementsprechend keine Blockade oder sonstwas "Erschütterndes".)
Meine Person, als Präsident des VfB Stuttgart 1893 e.V., wird im Interesse des Vereins und seiner Mitglieder die zur Durchführung der digitalen Mitgliederversammlung förmlich notwendige Einberufung zum 18.03.2021 nicht vornehmen.
Erneut: Er spricht nur für einen Teil der Mitglieder. Ich vermute, die Mehrheit ist genervt und will - siehe oben - die Kuh vom Eis. Je länger die Konflikte ungelöst bleiben, desto tiefer werden die Gräben. Und das ist "Im Interesse des Vereins"? Echt jetzt?
Ungeachtet dessen gilt es abzuwarten, was der Abschlussbericht, der Anfang Februar vorliegen soll, (...)
Aaaah, Anfang Februar. Also ca. sechs Wochen vor der geplanten MV. Und das soll nicht reichen, um sich ein Bild zu machen und Konsequenzen zu ziehen?
(...) ist jedoch zu befürchten, dass auch bei Vorlage des Abschlussberichtes frühestens wenige Zeit vor dem 18.03.2021 eine rechtliche Bewertung vorliegen wird.
Okay, möglich. Ich gehe aber davon aus, dass nach dem Abschlussbericht die Verhältnisse relativ klar sind. Wenn ein Präsidiumsmitglied erheblich "schuldig" ist, dann ist der - aufgrund der aufegheizten emotionalen Diskussion - doch eh nicht zu halten. Irgendwelche juristischen Rettungsanker kann man da doch vergessen. Aber vielleicht ist es auch so, dass man einem Präsidiumsmitglied kein Wissen / keine "Mittäterschaft" nachweisen kann - er ist aber formal für diesen Bereich zuständig. Er könnte also als "Verantwortlicher" zurücktreten... oder auch nicht. Kennt man ja aus der Politik, der eine Minister tritt zurück, wenn ein Mitarbeiter was verbockt hat, der andere nicht. Vielleicht braucht Vogt die rechtliche Bewertung, um auf Teufel komm raus einen formal Verantwortlichen abzuschießen?
Abgesehen davon halte ich es auch im Interesse des betroffenen Präsidiumsmitglieds unseres Vereins für nicht zielführend, dass dieses sich auf einer Mitgliederversammlung Fragen der Mitglieder zu Sachverhalten zu stellen hätte, die den Mitgliedern erst kurz vor oder sogar erst in der Mitgliederversammlung präsentiert werden könnten.
Heuchler.
Nicht zu vergessen ist, dass der Landesdatenschutzbeauftragte (!) sich sowohl mit dem VfB e.V. als auch insbesondere mit den Vorgängen in der VfB AG befasst. Das Verfahren der staatlichen Behörden läuft. Es ist derzeit nicht gesichert, wann das behördliche Verfahren zum Abschluss kommt, lediglich in Aussicht gestellt, dass der Abschluss in absehbarer Zeit erwartet werden darf. Auch dies stellt einen Unsicherheitsfaktor der rechtlichen und personellen Folgen für die Verantwortlichen und der wirtschaftlichen Folgen für den VfB dar, für den wir uns Zeit nehmen müssen, um verantwortlich zu handeln.
Das steht im klaren Widerspruch zum Zeitrahmen, den der Landesdatenschutzbeauftragten neulich im SWR genannt hat. Wenn Vogt daran zweifelt, kann er den Datenschutzbeauftragten doch nochmal fragen und um einen verbindlichen Termin bitten - anstatt einfach in den Raum zu stellen, dass er vielleicht nicht rechtzeitig sein wird. Billiges Behördenbashing, schlechter Stil. Bei Esecon kann er doch auch Termine erfragen und verlässt sich auf deren Ankündigungen.
Sollten also interessierte Kreise versuchen, diesen Weg und diese dem Präsidenten durch die Satzung zugewiesene Entscheidung zu behindern oder gar zu ignorieren, ist die Wachsamkeit aller Mitglieder gefragt, von welcher Motivation dieses Verhalten getragen sein könnte.
Verschwörungsrhetorik. Seine Anhänger lieben ihn dafür.
Spontan denke ich:
Vogt klebt an seinem Thron. Er will nicht abgewählt werden. Darum geht's ihm - selbstverständlich ist das aber auch nur
im Interesse der Fans, Mitglieder und des gesamten Vereins.
