Hey flux du hast auch zu anderen Themen, Abseits von Vogt und Hitz, ne Meinung
Sehr gut
Sehr gut
von daher
Goofy hat geschrieben:... das kann schon sein.
Aber allein aus seiner Gesinnung kann man ja nicht ableiten, dass er die AfD vertreten wollte.
Goofy hat geschrieben:Tifferette hat geschrieben:Übrigens - Maaßen wollte wohl tatsächlich die AfD gegen den Verfassungsschutz vertreten.
Boah.
“wollte wohl“ ...
Ich lese im Internet nur, dass er die Kanzlei, die das tun soll, deshalb verlässt.
Das Thema interessiert mich aber kaum.
Flache9 hat geschrieben:Goofy hat geschrieben:... das kann schon sein.
Aber allein aus seiner Gesinnung kann man ja nicht ableiten, dass er die AfD vertreten wollte.
Ich finde schon. Er wurde doch schon mehrmals mit der AfD in Verbindung gebracht oder ?
Flache9 hat geschrieben:Maaßen Gesinnung sollte jedem bekannt sein.

higgi hat geschrieben:Lanzs Fragen waren berechtigt, sonst nix
Ob Friedrich Merz oder Christian Lindner: Wenn es nicht läuft, ist angeblich der böse Zeitgeist schuld. Dabei hat die Krise des alten Wirtschaftsliberalismus reale Gründe.
Goofy hat geschrieben:Tifferette hat geschrieben:Übrigens - Maaßen wollte wohl tatsächlich die AfD gegen den Verfassungsschutz vertreten.
Boah.
“wollte wohl“ ...
Ich lese im Internet nur, dass er die Kanzlei, die das tun soll, deshalb verlässt.
Das Thema interessiert mich aber kaum.

Fälschen, züchten und verstärken: Fragwürdige Twitter-Tricks bei der AfD
Recherchen geben einen Einblick in die Twitterstrategie der AfD. Die Partei bezahlte dabei einen parteinahen Social-Media-Berater aus Münster: Der züchtete Twitter-Accounts mit Spammer-Methoden, reichte Accounts unter wechselnden Namen an Parteivertreter weiter und steht im Verdacht, hinter Netzwerken aus Fake-Accounts zu stehen, die mit koordinierten Retweets Abgeordnete der Partei verstärkten
Erster Schritt dieser neuerlichen Recherche zu den Twitter-Aktivitäten der AfD waren auffällige Accounts, welche die Partei unterstützten und offenbar für die Europawahl 2019 angelegt waren. Diese Accounts mit Namen wie @Franzoesinnen, @Griechinnen, @Polinnen, @Zypriotinnen oder @AfD_Bulgaria, @AfD_Polska, @AfD_Ungarn wurden in einem Blogbeitrag der Journalistin Andrea Becker beschrieben und waren Ausgangspunkt der Recherche.
Es entstand der Verdacht, dass auch hier Magnus B. hinter den Accounts stecken könnte.
Und es tauchten immer wieder Kinderschutz- und Antipädophilie-Bezüge auf, die uns schon in früheren Recherchen zu Magnus B. aufgefallen waren. Auch diese vermeintlichen Kinder- und Frauenschutz-Accounts wurden immer wieder zur Verbreitung von AfD-naher Kommunikation genutzt.
Die Analyse offenbarte ein Netzwerk von 51.000 Accounts, die mit über sechs Millionen Follows miteinander verbunden sind. Knapp 6.000 Accounts bilden ein rechtes Cluster rund um die AfD, die mit zwei Millionen Follows verbunden sind. Auf der anderen Seite, schwächer in sich vernetzt, sieht man die Follow4Follow-Spam-Bubble, in deren Mitte @StopPaedophilie ist. Auch dieser Account machte bis 2016 Stimmung für die AfD. Das Follow4Follow-Prinzip, bei der sich Accounts zum Aufbau einer großen Followerschaft systematisch gegenseitig folgen, war bei Spammern beliebt, weil das Prinzip als Methode zur Umgehung der Spamerkennung von Twitter galt. Magnus B. bestätigte uns gegenüber, dass er dieses Prinzip bei Accounts anwendete, betonte aber, dass dies vor seiner Zeit bei der AfD geschehen sei.
Magnus B. reichte beim Landesverband der AfD in Nordrhein-Westfalen im März 2017 ein mehrseitiges Twitter-Konzept ein, das netzpolitik.org vorliegt. In diesem werden generelle Tipps für die Kommunikation der Partei auf Twitter gegeben.
Dienstleistungen für Abgeordnete und Gliederungen der Partei
Die feilgebotenen Dienstleistungen von Magnus B. waren aber nicht nur konzeptioneller Art. Herr B. reichte offenbar unter anderem Namen geführte Accounts mit einem schon vorhandenen Followerstamm weiter oder befüllte diese selbst mit Inhalten. Auf Twitter lassen sich die Accountnamen beliebig ändern.
In zwei Fällen wissen wir, dass Magnus B. hinter der Weitergabe von Accounts steckte. Einer davon dreht sich um Helmut Seifen: Der AfD-Landtagsabgeordnete Helmut Seifen sagt, dass sein Kreisverband in seiner Abwesenheit eine Zusammenarbeit mit B. beschlossen habe. Das Ergebnis war: Seifen erhielt einen Account unter seinem Namen, der zu dem Zeitpunkt bereits hunderte Follower hatte, und der Kreisverband erhielt als @AfDBorken einen Account, der zuvor @____Rudolf hieß. Das Befüllen der Accounts mit Inhalten hatte B. dem Kreisverband angeboten.
Seifen selbst twitterte gar nicht über @Helmut_Seifen, wie er t-online.de verriet. Irgendwann ärgerte sich Seifen dann über einem in seinem Namen veröffentlichten Tweet. Er beendete die Zusammenarbeit mit Magnus B. – aus @Helmut_Seifen wurde danach plötzlich der Account @hessenwahl2018.
Nutzung von hochgezüchteten Accounts für AfD-Politiker
Eine noch viel weiter gehende Namensgeschichte hat der mittlerweile gesperrte Account @JaZumDiesel: Dieser Account hieß zunächst @sweet_xenia und dann @fina24de. Zur Bundestagswahl 2017 wurde daraus @FDPAussteigerin, ein Account, der vorgab, einer mit der AfD sympathisierenden, enttäuschten FDP-Anhängerin zu gehören. Als dann der AfD-Politiker Dieter Laudenbach in die Stichwahl zur Oberbürgermeisterwahl in Gera kam, wurde aus der enttäuschten FDPlerin plötzlich ein aufstrebender @AfDOBLaudenbach. Ein Account mit immerhin 70.000 Followern.
Während dieser Recherche konnte t-online.de Kontakt zu einer Person aufnehmen, die für das Posten von Promobildern und für das Retweeten von AfD-Accounts aus NRW sowie von Partei-Promis wie „Alice Weidel und so“ auf Stundenbasis bezahlt wurde. Dieses Muster passt perfekt auf die Aktivitäten der hier untersuchten Accounts. Diese Person, die per Klickwork Stimmung für die AfD machte, taucht auch mehrmals auf Twitter-Team-Fotos mit dem „Mann aus Münster“ auf, ein direkter und persönlicher Kontakt ist also sehr wahrscheinlich. Magnus B. will das nicht kommentieren, er verweist auf eine Verschwiegenheitserklärung.
Die durch die Recherche offengelegte Kommunikationsmethode hat also folgende Säulen:
1. Das Anlegen zahlreicher Fake-Accounts mit beliebigen Namen.
2. Das Hochzüchten dieser Accounts einerseits mit der Followback-Methode und andererseits durch das Betreiben der Accounts als Teil eines inoffiziellen rechten Unterstützernetzwerkes. Durch die Aktivität folgen den Konten dann auch einige echte Accounts.
3. Die Weitergabe von hochgezüchteten Accounts unter anderem Namen, damit AfD-Vertreter oder AfD-nahe Kampagnen mit einem großen Followerstamm starten und von Anfang an größer aussehen.
4. Das Betreiben eines Netzwerkes künstlicher und koordinierter Relevanz-Zuweisung durch Retweets, mit dem die auf Twitter eher schwache Partei und ihre Vertreter stärker aussehen sollen als sie sind.

Denn das Netzwerk sperrt nicht von sich aus, sondern erst, wenn Tweets oder Accounts von anderen Nutzerinnen gemeldet werden. Und das machen die Deutschen überproportional viel. Morschhäuser erklärte, dass es in Deutschland zehnmal so viele Meldungen wegen angeblich irreführender Informationen zu Wahlen gebe als in anderen EU-Ländern. Das deutet entweder auf eine besonders aktive Community hin – oder auf einen gewissen Organisationsgrad.
Ein gemeinsamer Nenner findet sich schnell. Viele gesperrte Accounts richteten sich mit ihren Tweets explizit gegen die AfD und versahen sie zudem mit entsprechenden Hashtags. Dass Unterstützer aus dem rechtskonservativen und rechtsextremen Spektrum in sozialen Netzwerken gut organisiert sind, hat in dieser Woche erst eine neue Facebook-Untersuchung des Digital Forensic Research Lab der Denkfabrik Atlantic Council gezeigt.
Das nun plötzlich Nutzer für teils alte, satirische Anti-AfD-Tweets gesperrt werden, lässt einen gewissen Meldevorsatz erkennen. Morschhäuser allerdings wich den Nachfragen der Abgeordneten diesbezüglich aus. Die Moderatoren von Twitter könnten nicht die Gesinnung der Nutzer beurteilen und es gebe keine Hinweise auf automatisiertes Verhalten.
Anders gesagt: Dass möglicherweise rechtsgesinnte Menschen die strengeren Richtlinien ausnutzen, dass das Instrument, das Manipulation unterbinden soll, selbst zur Manipulation eingesetzt wird, kommt Twitter selbst nicht in den Sinn, jedenfalls nicht öffentlich. Der Anwalt Thomas Stadler schrieb dazu bereits vergangene Woche: "Dass Twitter sogleich auf AfD-Trolls reinfällt, ist bezeichnend für ihr Beschwerdemanagement."