Unter Westfalen hat geschrieben:Kann mir mal jemand helfen, hinter die Motive zu kommen?
Was veranlasst Hitz, diese interne Schlammschlacht in die Öffentlichkeit zu tragen und was hat Vogt bewogen derart zurückzuschießen?
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Ich will es mal aus meiner Sichtweise heraus versuchen. Das ganze Theater kann man m.E. nicht auf die Personen Vogt und Hitz zurückführen bzw. reduzieren. Wir beobachten hier einen Clash der Kulturen, die unvereinbar sind.
Auf der einen Seite Vogt, der für eine transparente, integrative, soziale und nachhaltige Philosophie steht (s. auch FC PlayFair). Kann man jetzt als Spinnertum abtun, würde ich aber nicht. Ich denke die Gesellschaft und das Geschäftsleben ist aktuell in einem Wandel. Immer mehr Wirtschaftsbosse stehen tatsächlich zu den oben genannten Werten. Greenwashing z.B. um das Nachaltigkeitsthema mal aufzugreifen wird zunehmend ersetzt durch tatsächlich nachhaltiges Handeln.
Auf der anderen Seite ist nicht Hitz, sondern die alten Garden, die in praktisch jedem wesentlichen Gremium (Präsidium, Vorstand, Aufsichtsrat, Beirat) die Mehrheit haben. Da sitzen alte Haudegen, die es nie gelernt haben, transparent und empathisch zu führen. Die kreisen seit Jahren um sich und kochen im eigenen Saft. Das zeigt sich dann an solch kranken und gestrigen Ideen wie diesem Guerilla Marketing über den Schlittenhart. Dabei meinen es diese Leute gut, trauen den Mitgliedern aber nichts zu und meinen der Zweck würde dann die Mittel heiligen. Und es würde mich arg wundern, wenn die nicht alle über diese Aktion informiert gewesen wären.
So, und in dieser Gemengelage tritt der Vogt nun mit seinen Ideen an und wird in jedem einzelnen Gremium unentwegt abgebügelt. Streitpunkt ist da sicher nicht Leichtathletik, Frauenfußball oder anderes, nein, Streitpunkt ist natürlich das große Fußballbusiness. 99 von 100 hätten an dieser Stelle hingeschmissen, oder hätten es halt laufen lassen. Vogt allerdings kämpft und sieht vermutlich die Möglichkeit, dass einige über die Datenaffäre stolpern könnten und sich dann die Mehrheiten in den Gremien zu seinen Gunsten ändern könnten.
Also, warum Vogt so strampelt, dürfte nachvollziehbar sein, aber warum explodiert Hitz derart?
Hitz hat ja in seinen jüngsten Aussagen nochmal klar gemacht, wie herausfordernd seine Aufgabe ist, den lange Jahre krisengeschüttelten Verein durch die Pandemie zu führen und erfolgreich aufzustellen. Jetzt kämpft er da wie ein Löwe um die AG und im Hintergrund tobt dieses Machtgerangel und jede Seite schwätzt dabei vermutlich noch auf den Hitz ein, besonders diejenigen, die in der Datenaffäre etwas zu verbergen haben. Hitz kann und will so nicht weitermachen. Leute, die ihn geholt haben, beteuern, dass wenn Vogt weg ist, alles in ruhigen Bahnen läuft und Hitz schalten und walten kann. Man entwickelt die Idee mit der Kandidatur und dem Brandbrief und Hitz macht halt mit, weil, genau wie beim Guerilla Marketing, es alle Gremien für richtig halten und er sich dadurch wieder Ruhe erhofft.
Dass dieser Kampf des Claus Vogt, ohne jegliche Mehrheiten in den Gremien, für ihn nicht gut ausgehen kann, hätte er wissen müssen. Das kann man ihm vorwerfen.
Aus meiner Sicht erklärt dieses mögliche Szenario alle bisher scheinbar unlogischen Wendungen. Welche "Schuld" aber Vogt z.B. durch unzulässige Einmischungen in dem ganzen Spiel auf sich geladen hat, wird man freilich nie ergründen können.
Aber vielleicht ist alles ja doch nochmal ganz anders.