Frank N Furter hat geschrieben: Tropenhölzer für hier konsumierte Produkte wie "Fleisch, Soja, Kaffee, Schokolade und Palmöl."
Bevor wieder jemand über Vegetarier und Veganer schimpft und lästert (vielleicht nicht hier, aber alles schon gehört!):
Das Soja, für das Regenwälder gerodet werden, wird (zu sehr großem Teil) nicht von Vegetariern verspeist.
Ausser, man zählt z.B. Kühe auch zu Vegetariern.
Dieses Soja ist für die Tiermast. Und da gehen schon mal 4 Kilo Soja drauf für ein 250 gramm Steak
Der Biobauer sollte möglichst Futter vom Feld nebenan verwenden. Das ist dann schonmal besser.
Frank N Furter hat geschrieben:Die Idee einfach weltweit mehr Bäume zu pflanzen als abgeholzt werden, ist eigentlich sehr einleuchtend. Leider wurde sie teilweise mit absurden Begründungen bisher immer wieder diffamiert. Z.B. mit der Begründung, dass junge Bäume erstmal kaum CO2 wegfangen, sondern zunächst sogar eine negative Klimabilanz hätten, durch den Aufwand sie anzupflanzen. Das mag ja für die ersten beiden floristischen Lebensjahre stimmen, dann aber geht deren CO2-Bilanz nur noch in eine Richtung steil nach oben und das für mehrere Jahrzehnte bis Jahrhunderte. So ist das halt bei allen Investitionen. Kein Grund sie nicht zu tätigen, vor allem bei der unfassbar guten Rendite!
PS: Wer einen Beitrag zum Bäumepflanzen leisten will, hier ein Tipp über verschiedene Organisiationen die das machen:
https://utopia.de/ratgeber/baeume-pflan ... isationen/
Bäume Pflanzen ist gut. Sehr gut sogar.
Trotzdem ist die Rechnung mit dem Bäume pflanzen nicht ganz so einfach.
Die Organisation Atmosfair erklärt aber, warum sie keine Bäume pflanzen, sondern lieber andere Projekte zur CO2-Reduzierung betreiben.
Warum unterstützt atmosfair keine Waldschutzprojekte?
atmosfair steht Waldprojekten grundsätzlich positiv gegenüber. Projekte, die bestehende Wälder sichern oder zur Aufforstung beitragen, können zum Klimaschutz beitragen. Waldprojekte über freiwillige CO₂-Kompensation zu finanzieren, hält atmosfair aber nicht für den richtigen Ansatz, denn dabei sehen wir die folgenden Probleme:
1. Dauerhafte CO₂-Bindung und Leakage
Das Problem der Dauerhaftigkeit (Permanenz) ist bei Waldprojekten ungelöst. Ein Wald muss mindestens 50, wenn nicht 100 Jahre bestehen, um eine nennenswerte Klimaschutzwirkung auch dann noch zu haben, wenn der Wald danach wieder abgeholzt wird oder sonst wie verschwindet (z.B. Schädlingsbefall). Kein Projektbetreiber und kein Schutzsystem oder Klimaschutzstandard kann aber garantieren, in fünf Jahrzehnten noch zu existieren, gerade angesichts unsicherer Marktbedingungen für die CO₂-Kompensation (siehe unten). Gerade in den Entwicklungsländern bedarf der Wald in der Regel jedoch eines aktiven Schutzes, da dort häufig viele Parteien berechtigterweise um verschiedene Formen der Nutzung des vorhandenen Lands konkurrieren. Dieser Landnutzungsdruck wird in Zukunft wahrscheinlich eher zu- als abnehmen.
Ferner ist das Leakage-Problem ungelöst. Wenn Akteure oder andere Ursachen für Abholzung durch ein Waldprojekt nur in andere Waldteile außerhalb der Grenzen des Waldprojektes verlagert werden, dann entstehen zwar einerseits CO₂-Zertifikate im Projekt, aber Wald wird dennoch woanders abgeholzt. Es ist ungeklärt, wie potentielle Auswirkungen auf die Kohlenstoffbilanz jenseits der Projektgrenzen überhaupt erfasst werden können.
Eine ausführliche Kritik an Waldprojekten im REDD-Mechanismus hat die Biologin Jutta Kill für die Heinrich Böll Stiftung geschrieben.
2. Unsicherer Markt für CO₂-Kompensation
Der Betreiber eines Waldprojektes hat insbesondere zu Beginn eine hohe Investitionssumme zu schultern. Aus diesem Grund schütten manche Systeme Wald-Zertifikate bereits zu Beginn der Projektlaufzeit aus („upfront Zertifikate“). Dieses Verfahren führt im Umkehrschluss jedoch dazu, dass CO₂-Kompensation eines geplanten zukünftigen Waldes bereits verkauft werden kann, obwohl die Bäume gerade erst gepflanzt wurden und noch kein CO₂ gebunden haben.
Außerdem unterliegt der Preis von CO₂-Kompensation hohen Marktschwankungen. Dabei ist nun schon seit 2008 ein stetiger Abwärtstrend zu verzeichnen. Dies stellt für langfristige Waldprojekte einen hohen Unsicherheitsfaktor dar. Ausbleibende Einnahmen können dazu führen, dass Projektbetreiber ihre Projekte nicht mehr sichern und im schlimmsten Fall noch nicht einmal regelmäßig die Baumbestände erfassen können.
3. Menschenrechtsverletzungen
Es gibt Beispiele dafür, dass Waldprojekte Menschenrechte in Entwicklungsländern einschränken, anstatt neue Einkunftsmöglichkeiten für Kleinbauern zu schaffen. So wurden Kleinbauern in Brasilien zugunsten eines Waldprojektes dazu gezwungen, ihren traditionellen Wanderfeldbau aufzugeben.
Und jetzt habe ich die Vorlage gegeben für das, was Frank nicht wollte: Man ist nicht ganz sicher, grübelt - und tut und spendet dann garnichts.
Also: Nicht abhalten lassen 