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Napoli-Präsident Aurelio De Laurentiis hat sich schon gemeldet: er wolle wissen, wer dieser JP Morgan sei – den kenne er nicht, und der habe auch nicht bei ihm angerufen.

Wie dem auch sei, anscheinend hatte Florentino Perez auch gehofft, einen Keil zwischen FIFA und UEFA treiben zu können, und danach sieht’s ebenfalls nicht aus. Max Eberl hat recht: er fragt sich, ob das der Club der Superreichen oder der Club der Super-Verschuldeten sei, die sich mit diesem Vorstoß den Arsch retten wollen. Es hieß doch kürzlich, dass Barca nicht nur irre langfristige Verbindlichkeiten habe, sondern auch die Ablösen nicht bedienen könne, die sie für ihre Neuzugänge vereinbart hatten. Ich halte das Timing weniger für gut gewählt und eher für extrem frech.

Ob man diese Clubs gegebenenfalls aus den nationalen Ligen ausschließen kann, und wer das kann, ist eine juristische Frage – keine Ahnung, ob die momentan überhaupt irgendjemand beantworten kann.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Naja, aufgrund der Finanzen standen / stehen sie ja wohl sehr unter Druck. Insofern waren sie eh in Zugzwang, einen Monat hin oder her... Just dann rauszukommen, wenn alle über die CL-Reform die Augen verdrehen, war schon gut gewählt. Andererseits war es wohl der letztmögliche Moment - denn wenn diese Clubs erst nach dem CL-Reformbeschluss ausgetreten wären, hätte man sie erst Recht als undankbar beschimpft. Schließlich hat man die CL-Verkorksung extra für sie gemacht. (Und natürlich fürs Festgeldkonto der UEFA.)

Dass nun aber die Schulden-Hintergründe zunehmend in den Fokus kommen, gefällt mir.

Der ein oder andere Klubboss hat sicher mit ein bisschen mehr Zustimmung gerechnet. Und nicht mit solchen bösen, bösen Wahrheiten.


Nur die Spurs gehören einem britischen Konsortium.

Arsenal, Liverpool, United: USA
City: Abu Dhabi
Chelsea: Russland (wobei Abramovich sich 2018 einen israelischen Pass geholt hat, weil sein Visum nicht verlängert wurde)

Tamasi
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Allmachtsbachel
Sind die Haupttreiber nicht die US-Besitzer, die das europäische Modell eh seltsam finden dürften? Dass der Ami Joel Glazer uns nun was über Wohl & Wehe des Fußballs erzählen will... Äh, ja... gut.

Dazu ein Oligarch mit Spielzeug in London und verschuldete Spanier und Italiener.

Und nochmal zur Erinnerung, das Vorgehen von Glazer sen. beim Kauf von United:
Wikipedia hat geschrieben:Das zum Kauf aufgenommene Darlehen schrieb Glazer auf das Fußballunternehmen um, so dass Manchester United jährlich 80 Millionen Pfund zur Tilgung aufwenden muss.

Natürlich wollen die alles Geld für sich.

Frank N Furter
higgi hat geschrieben:Die Haupttreiber sind doch nicht die Spanier sondern die Engländer oder?


Ja, ganz, ganz offensichtlich.
Und so wie sich jetzt einige Clubs verhalten, muss man ja fast schlußfolgern, dass sie nicht angefragt wurden. Aber Anfragen muss es ja ganz konkret gegeben haben, sonst wären die 12 ja jetzt nicht zusammen gekommen.

Also wir dürfen glaube ich schon davon ausgehen, dass eine ganze Menge Vereine von den Plänen ganz konkret wußten und auch intensiv angefragt wurden. Bayern oder PSG können sich jetzt also nicht hinstellen und so tun, als wäre das alles neu für sie und sie müssten jetzt erstmal überlegen....

Warum wollen die englischen Klubs jetzt unbedingt eine Superliga? Gibt es darauf überhaupt eine rationale Antwort? Weil rational ist ja der ganze Ansatz nicht: jeder Euro den die mit dieser Marketing-Veranstaltung mehr einnehmen würden, landete ja einfach wieder in den Taschen Bosmans Nachfolger. Mir eh vollkommen schleierhaft warum hier Fussballvereine überhaupt die Treiber dieser Entwicklung sein sollen. Es profitieren doch nur die Spieler und deren Berater? Aber selbst Messi hätte doch jetzt wirklich kaum noch was davon, wenn er in vier Jahren statt 500 Millionen zwei Milliarden verdient. Wie will er denn das jemals ausgeben, vorallem, weil er ja noch nichtmal Steuern zahlen muss....

Übrigens: Dass Bayern da nicht mitmachen würde, muss für die Engländer sonnenklar gewesen sein, als sie die Verhandlungen mit dem Gierschlund Alaba platzen ließen. Auch Hansi Flick kommt bei dieser Art der Betrachtung dann überhaupt nicht mehr so gut weg.

RedBlues
Halbdaggl
Die Bauern spielen das wieder wie in den 90ern mit Premiere, die lassen sich von UEFA oder neuer Superliga für ihr bleiben bzw. die Teilnahme am Wettbewerb einen Extra Bonus auszahlen und spielen dabei den Retter des Fußballs

Tamasi
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Allmachtsbachel
FnF:
Nein, es profitieren auch die Besitzer. Siehe oben. Für einige Besitzer - zum Bsp. aus den USA - dürfte es schlicht unverständlich sein, dass nicht alles Geld direkt an die Eigner fließt. Wie die das dann unter den Spielern und ihren Mitessern aufteilen, ist deren Sache. Aber Verbände, Jugendarbeit, Breitensport mitfinanzieren... geht's noch?!

Frank N Furter
Okay, kenne mich da Null aus. Dachte immer, die Vereine machen sich so eine destruktive Konkurrenz untereinander, dass da für die Vereine kein Heller bleibt, egal wie sehr sie ihre Einnahmen steigern.

Aber wenn es Besitzer gibt, die da jetzt schon echte Kohle für die eigene Tasche mit verdienen, sieht das natürlich anders aus. Weiß man was über die Rendite?


CoachingZone
Halbdaggl
Immer dran denken: Diese (v.a. amerikanischen) Investoren sehen im Fußball kein Spielzeug, sondern eine Möglichkeit, eine hohe Rendite zu erzielen, wie es sie sonst nicht (mehr) gibt. (Meistens durch Beteiligung an den hohen Fernsehgeldern (auch ein Beispiel: Quattrex), manchmal auch durch gezielte Marktwertsteigerung und Verkauf von Spielern (Beispiel: AS Monaco))

Letztendlich stehen sich zwei nicht miteinander zu vereinbarende Haltungen gegenüber:

Der Fußballsport hat seinen Reiz, weil er wie ein Stück Leben gespielt wird. Mit Glück und Pech, mit Drama, mit der Möglichkeit des scheinbar Unmöglichen, alles in allem voller Risiko und Unsicherheit. Dies hat den Sport so groß und so populär gemacht. Weil die Menschen das Nichtsichere, das Ungewisse besonders reizt und interessiert. Wenn wir von vorneherein einen bestimmten Ausgang erwarten, wo bleibt dann die Spannung :?: Wenn man die meisten Fußballfans fragt, dann sind die erinnerungswürdigen Spiele diejenigen, an denen etwas Unvorhersehbares, Besonderes passiert ist. Ein intensives, enges Spiel, ein hoher Sieg, ein Sieg des Underdog gegen den Favoriten, das ist es, was wir traditionellen Fans sehen wollen.

Für einen Club (mit oder ohne Investor), der sich sicheren Erfolg (und möglicherweise auch Rendite) im Fußball erwerben möchte, natürlich ein Unding, so viel Risiko und Ungewissheit aushalten zu müssen. Also wurden zum einen nicht immer legale Wettbewerbsvorteile (Schwarzgeld, Schulden) gesucht und zugleich die Geldgier des Verbandes ausgenutzt, dem man immer mehr "Sicherheiten" abgerungen hat, indem man ihn mit immer noch mehr zu übertragenden Spiele (an deren TV-Rechte er auch mitverdient hat) gelockt hat: Gruppenspiele, weil sich dort der "Bessere" sicherer durchsetzt, Qualifikation nicht nur für den Meister, sondern für die drei, vier bestplazierten Clubs der Liga, deutlich höhere Prämien für die CL gegenüber der EL und jetzt sogar noch eine Qualifikation ohne eigentliche Qualifikation.

Wen wundert es, dass bei vielen traditionellen Fußballfans das Interesse an den immer gleichen Duellen in der CL abnimmt. Zum drölfzigsten Mal Barca gegen ManCity oder die Unaussprechlichen gegen Real Madrid? Wer weiß denn noch, wie die Duelle das letzte Mal ausgegangen sind? Eben. Fußball will erlebt, nicht konsumiert werden. Und so machen die täglichen Spiele zunehmend das Ereignis eines Fußballspiels kaputt. Und wenn die UEFA daran nichts ändert, zerstört AUCH sie den Fußballsport, so sie es nicht schon getan hat.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

higgi
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Grasdaggl
Glaub ich nicht. Die wollen einfach eine Sicherheit dass in dieser Liga die besten Mannschaften der Welt an mindestens x Spieltagen gegeneinander spielen, ohne Mannschaften wir Slavia Prag, Panathinaikos und Leverkusen.
Wie in den USA eben, da sind die Einnahmen gesichert, ohne Auf und Abstiege und sonstige Unsicherheitsfaktoren
von daher

Frank N Furter
Das würde ich zwar alles auch so sehen, CZ, aber nur als die dritte oder vierte Wendung in einer Folge von Fehlentwicklungen, an der letztlich auch die Fans selber mitschuld sind.

Warum heißt denn der VfB Stuttgart VfB Stuttgart? Auch wenn das heute keiner mehr hören will, weil damit ehemals verbunden war, dass eine Auswahl sehr guter Stuttgarter Spieler sich gegen eine Auswahl sehr guter Spieler aus Nürnberg oder Hamburg misst. Noch bis hin zu Uwe Seeler, der damals ein Angebot von Inter Mailand (?) ablehnte, war es auch für die Spieler eine Ehrensache ihrem Heimatverein zu dienen. Nie war die Identifikation zwischen Fans und Verein und Spieler größer als zu jener Zeit.

Diese Idee hatte auch einen gravierenden Vorteil, den man heute gar nicht mehr beachtet: Man konnte sich nicht einfach durch viel Geld was zusammenkaufen. Eine bestimmte Region, ein Verein, hatte mal ne zeitlang Glück mit ihrem Nachwuchs und danach konnten andere Vereine wieder auftrumpfen. In diesem System war nichts für die Ewigkeit angelegt und kein Verein war bessesen von der Idee alles zu dominieren. Man traf sich, maß sich, besoff sich hinterher und gut wars.

Schon in dem Moment als es Mode wurde, dass man Spieler wie Sklaven handeln konnte (vor Bosman), ging der Fussball unwideruflich kaputt. Denn durch dieses System wurde er auch vollkommen entmenschlicht. Schnell verlangten die Fans jedes Jahr nach neuem "Material". Auch unter VfB-Fans und auch in diesem Forum und seinen Vorgängerforen ist diese Sichtweise auf den Fussball heute völlig normal. "Stenzel", bringts nicht - soll gehen. Man will am liebsten einen 17jährigen aus Sonstwo, natürlich günstig, Rohdimant usw. Fussball ist eigentlich ein Hobby für Menschenhändler. In jeder Transferperiode werden 20 und mehr Namen gerufen. Kein Mensch kennt diese Spieler und sobald sie gekommen sind und nach ein paar Spielen noch nicht wie erhofft funktionieren, soll sie bereits wieder der Teufel holen und man will die nächsten Kandidaten sehen.

Diese Mentalität der Fans, die Geldgier der Spieler, der Wunsch der Vereine den Erfolg einfach kaufen zu können, ist die Melange, die zu unseren heutigen Verhältnissen geführt hat. Dass man jetzt, so wie Du zurecht schreibst, auch noch darüber nachdenkt, dass man dem Sport am liebsten das Unwägbare nähme, damit der Investor eine sicherere Rendite erhält, ist dann nur noch eine der vielen Konsequenzen.

witzfeld
Lombaseggl
"Warum heißt denn der VfB Stuttgart VfB Stuttgart? Auch wenn das heute keiner mehr hören will, weil damit ehemals verbunden war, dass eine Auswahl sehr guter Stuttgarter Spieler sich gegen eine Auswahl sehr guter Spieler aus Nürnberg oder Hamburg misst. Noch bis hin zu Uwe Seeler, der damals ein Angebot von Inter Mailand (?) ablehnte, war es auch für die Spieler eine Ehrensache ihrem Heimatverein zu dienen. Nie war die Identifikation zwischen Fans und Verein und Spieler größer als zu jener Zeit"

Das ist natürlich Quatsch. Nachschauen: wahrscheinlich kamen zur damaliger Zeit die Spieler nicht aus Stuttgart, sondern aus Ulm, Rielingen,Schorndorf oder sonstwoher. Das Motiv war doch kein anderes als heute: Kohle zu verdienen. Das Problem heute ist doch, den Fussball der Vergangenheit zu verklären, völlig absurd. Dr VfB hat in der Vergangenheit jahrelang von den "Nazis " gelebt, nämlich durch das Stadion mit seinem Fassungsvermögen, und gerade zur damaligen Zeit waren die Zuschauereinnnahmen das Vehikel für Prosperität. Der Fussball war die letzten 50 Jahre noch nie anders als heute: Profitorientiert. In Erinnerung: ein Rolf Geiger (VfB) ging nach Italien, vermutlich wegen des Wetters.

publicenemy
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Halbdaggl
Gut für uns, weil unsere geschliffenen Rohdiamanten, die angeblich die Zusage haben, ohne AK zu einem der Top 15 Clubs wechseln dürfen, jetzt keine passenden Abnehmer mehr finden. Zu Super League Clubs zu wechseln, ist für so junge Spieler ziemlich riskant.





Spielgerät
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Halbdaggl
higgi hat geschrieben:Angeblich ziehen Chelsea und City zurück


Keine Chance. Perez wird sie auf MILLIARDEN Schadenseratz verklagen...damit wäre Real auch ohne Süperlig saniert. Genialer Plan.
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

killroy
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Granadaseggl
jetzt passiert eben das schlimmste und dümmste, was in dieser situation passieren kann ... aufgrund des massiven widerstands und teilweise bettelns aus der etablierten fußballszene zerfleddert das ding super league schon nach wenigen tagen - die schwarzen schafe kehren reumütig zurück um ihr erpresserisches treiben innerhalb der UEFA nach einer vermutlich kurzen karenzzeit weiterzuführen.

statt also die chance zu nutzen und die alles zersetzenden gebilde mit handkuss vom hof zu jagen werden diese weiterhin die gelegenheit erhalten, den sargnagel zu spielen für das, was einst mal ein sport mit spannendem wettbewerb war
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

Nilkheimer
Halbdaggl
Das werden nicht die letzten sein, und die Daitschen machen eh nicht mit. Damit ist die Idee jetzt schon töter als tot.

Was aber selbstverständlich nichts an der sensationellen Verkommenheit des Proffifußbois ändert, eh klar.
Aber das macht doch nichts.

Sehr professionell.

12/12 am Montag: “Wir gründen unsre Suppenliga, ist beschlossene Sache, Website gibt’s auch schon”
Alle: “Geht’s noch?”
2/12 am Dienstag: “Ja gut äh, vielleicht doch nicht”