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Frank N Furter
@Higgi

Deshalb habe ich ja auch auf das US-Gas abgehoben :idea:

Kein Land fördert mehr Erdgas als die USA. Und kein Land ist mehr erpicht drauf diese riesigen Mengen die durch das Fracking entstehen, auch bestmöglich zu verkaufen. Deshalb ja auch unser ganzer Ärger mit den USA wegen Nord-Stream. :!:

https://de.wikipedia.org/wiki/Erdgas/Ta ... d_Grafiken

und

https://www.salto.bz/de/article/0803202 ... h-fracking

Ich will jetzt keine weitere Verschwörungstheorie in die Welt setzen, aber irgendein Teil der aktuellen Erklärung zur Energiekrise wäre dann schon noch ausbaufähig. So wie das jetzt erzählt wird, fehlt etwas.



publicenemy
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Halbdaggl
China ist in dem Fall vermutlich nicht das Problem, weil wir unser Gas über Pipelines beziehen und die nicht nach China umverlegt werden können.

Was man so liest, liefert Gazprom die kontrahierten Mengen, jedoch nicht mehr. Damit möchten sie vielleicht die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 beschleunigen oder die Preise hoch halten. Oder beides.

Weiter werden die Speicher fast nicht mehr zur Bevorratung genutzt, sondern zur Absicherung von Handelsgeschäften. Das könnte man per Gesetz ändern.

Es gibt noch ein paar Punkte mehr. Das Thema ist komplex.

RedBlues
Halbdaggl
publicenemy hat geschrieben:China ist in dem Fall vermutlich nicht das Problem, weil wir unser Gas über Pipelines beziehen und die nicht nach China umverlegt werden können.

Was man so liest, liefert Gazprom die kontrahierten Mengen, jedoch nicht mehr. Damit möchten sie vielleicht die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 beschleunigen oder die Preise hoch halten. Oder beides.

Weiter werden die Speicher fast nicht mehr zur Bevorratung genutzt, sondern zur Absicherung von Handelsgeschäften. Das könnte man per Gesetz ändern.

Es gibt noch ein paar Punkte mehr. Das Thema ist komplex.


Ein Kommentar zu Gazprom und China. Seit letzte, Jahr bzw Anfang diesen Jahres gibt es die Power of Siberia Pipeline die Russland mit China verbindet. Für Gazprom erweitert das natürlich die Optionen, aber Europa als Abnehmer können und wollen die natürlich nicht verzichten.

Was die Lieferungen von Gazprom an die EU angeht, die sagen sie liefern alles was bestellt wird, das bestätigen auch so gut wie alle. Allerdings sagt Gazprom auch, es wird nicht mehr bestellt. Das würde mich bei den Preisen auch nicht wundern. Die Frage ist also wie könnte Russland den Gaspreis senken? Nach meinem Verständnis können die nicht einfach mehr liefern wie bestellt wurde. Andererseits könnten sie ihre Speicher in der EU füllen, aber so ganz einleuchten warum das die Preise senken würde tut mir das nicht.

Ich hab mich mit dem Gaspreis etwas beschäftigt, auch mit Gazprom, aber das ist nicht gerade ein unterkomplexes Thema :mrgreen:

jagdhuette
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RedBlues hat geschrieben:
Ich hab mich mit dem Gaspreis etwas beschäftigt, auch mit Gazprom, aber das ist nicht gerade ein unterkomplexes Thema :mrgreen:


Und was ist deine Prognose? Geht es in absehbarer Zukunft wieder runter? Was wird passieren wenn die Grundversorger ihre Preise anpassen? Bleiben in Deutschland evtl irgendwann die Wohnungen kalt?
Ich bin mir da noch nicht so ganz sicher. Teuer wird es auf jeden Fall und das ganz unabhängig davon, dass bald die Grünen an der Regierung beteiligt sind.

RedBlues
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jagdhuette hat geschrieben:
RedBlues hat geschrieben:
Ich hab mich mit dem Gaspreis etwas beschäftigt, auch mit Gazprom, aber das ist nicht gerade ein unterkomplexes Thema :mrgreen:


Und was ist deine Prognose? Geht es in absehbarer Zukunft wieder runter? Was wird passieren wenn die Grundversorger ihre Preise anpassen? Bleiben in Deutschland evtl irgendwann die Wohnungen kalt?
Ich bin mir da noch nicht so ganz sicher. Teuer wird es auf jeden Fall und das ganz unabhängig davon, dass bald die Grünen an der Regierung beteiligt sind.


Über den Winter bleibt der Preis hoch, denke aber dass er nicht mehr viel weiter steigen wird. Nächstes Jahr werden die Preise wieder fallen. Aber immer dran denken, höhere Gaspreise sind von unserer Regierung erwünscht, jedes Jahr steigt die co2 Steuer darauf an.

Das Gas ausgehen wird uns nicht, da bin ich mir sicher. Aber die Industrie wird die ein oder andere Anlage schließen müssen, weil die Kosten zu hoch sind. Wenigstens vorübergehend.

higgi
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Grasdaggl
Warum sollte Russland bzw Gazprom ein Interesse haben die Preis zu senken? Gazprom hat noch nie so viel Geld verdient und damit auch der russische Staat und Putin persönlich vermutlich auch.
So ist das halt mit Monopolen
von daher

RedBlues
Halbdaggl
Natürlich freut sich Gazprom über hohe Preise, und Putin auch. Gazprom ist verpflichtet 50 Prozent des Gewinns an Dividenden auszuschütten. Und der russische Staat ist erheblich an Gazprom beteiligt.

Aber wie mit allem, Gazprom und Russland haben kein Interesse daran die Weltwirtschaft in eine Energiekrise zu stürzen, wenigstens kein wirtschaftliches Interesse. Das wäre schlecht fürs Geschäft.

Auch sollte man beachten, Russland ist nicht alleiniger Versorger mit Gas in Deutschland und Europa. 30 Prozent unserer Importe kommen aus Norwegen. Und global sind normalerweise auch die Amis stark am exportieren.

publicenemy
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Halbdaggl
Die Norweger haben auch ein Interesse an hohen Erdgaspreisen.
Früher war der Preis für Erdgas an den Preis anderer Primärenergieträger wie Öl, Kohle, Biomasse etc. gekoppelt und damit tendenziell stabiler als heute. Außerdem war der Lieferort eine Gaspipeline an der deutschen Grenze. Gazprom musste sein Gas also physisch liefern. Im heutigen Gas-zu-Gas Wettbewerb wird an sogenannten Hubs geliefert. Dort muss die bestellte Gasmenge hin. Gazprom kann am Hub aber auch Gasmengen von anderen Anbietern kaufen, wenn das in die Handelsstrategie passt. Schon dadurch wird der Preis volatiler.
Langfristig preisdämpfend könnte die Tatsache sein, dass Gazprom und andere Produzenten auf so viel Gas sitzen, das sie niemals verkaufen können. Vielleicht wollen sie deshalb so viel wie möglich in den nächsten 20 Jahren loswerden. Auch bei tiefen Preisen.

higgi
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Grasdaggl
Was meinst du mit sitzen?
Ist das Gas schon gefördert oder noch im Boden. Letztendlich dürften für den Preis allein die Fördermengen entscheidend sein, wie beim Öl.
von daher


publicenemy
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Halbdaggl
higgi hat geschrieben:Was meinst du mit sitzen?
Ist das Gas schon gefördert oder noch im Boden. Letztendlich dürften für den Preis allein die Fördermengen entscheidend sein, wie beim Öl.


Das Gas ist noch im Boden. Das ist kein teures Fracking-Gas wie in den USA. Wenn die Investitionen zur Förderung und zum Transport mal getätigt sind, kommt neben dem Betrieb und der Instandhaltung der Anlagen nicht mehr viel obendrauf.


de mappes
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Spamferkel
jagdhuette hat geschrieben:Im Moment lachen wir hier noch über die LKW Fahrer Probleme in UK.
Die Energie Probleme haben wir allerdings selbst auch.
Die Preise sind aktuell so extrem am steigen, dass in 3-4 Monaten vermutlich einige sich wundern werden welche Preise sie bezahlen sollen.
Gut möglich, dass da eine amtliche Rezession um die Ecke kommt.
Wie seht ihr das?

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ve ... s-109.html


finde ich extrem kritisch...die Benzinpreise mit Diesel über 1,50 und Super bei knapp 2 Euro

Öl und Gas auf Rekordhoch. Strom steigt und steigt...daneben halt Immo und Miete hoch, die Lebensmittel-und Verbrauchsgegenstände mit üblich bis erhöhter Inflation.

Wenn dann noch durch den durchaus notwendigen ökologischen Faktor (grad mitbekommen; Essensanbieter stellt um auf Mehrwegbehältnisse statt vorheriger Plastikscheiss, was ja ne gute Idee ist. Aber Preis steigt um 50%!) weitere Preiserhöhungen in verschiedenen Segmenten kommen, MUSS die neue Regierung REagieren, bevor die Leute auf die Strasse kommen oder gar müssen, ob der horrenden Kosten in der Bude.

Keine gute Entwicklung grade
Don't criticize what you can't understand

RedBlues
Halbdaggl
Was gerade im Energiesektor passiert ist eigentlich genau das was man doch gerne haben möchte. Die Verbrennung von Öl und Gas wird zunehmend teurer und zwing die Bürger und Unternehmen zur raschen Einsparung oder Ablösung dieser Rohstoffe durch regenerative.

Und dass das nicht gut im Volke ankommt, das ist jetzt auch nicht sonderlich verwunderlich. Aber Öl und Gas werden noch weiter steigen,. Vielleicht nicht direkt, aber bis 2030 werden wir von den billigen Rohstoffkosten von 2021 sprechen.

Ich persönlich hab meine Gas Rechnung mit Gazprom Anteilen gehedged.


Frank N Furter
Die Grünen leiden zunehmend unter den modernen Plagegeistern die sie selbst herbeizitierten. Mal sehen, ob sich da jetzt mal die Transmission verändert, oberstüblich und ungemütlich.


PS: Aber manchmal haben wir Deutschen auch Humor. Einige zumindest oder derdiedasjenige jedenfalls, der den Gerichtssaal, in dem jetzt die Morde von Hanau verhandelt werden, Brüder-Grimm-Saal nannte.

RedBlues
Halbdaggl
Die Grünen, aber nicht nur die Grünen, haben ein Problem bei der Transformation hin zu einer co2 neutralen Gesellschaft. Und zwar sie haben nicht so wirklich viel Verständnis von Märkten, im speziellen Rohstoffmärkten.

Wir kommen aus einer Phase der günstigen Öl und Gas Preisen. Die letzten 5 - 6 Jahre waren diese deutlich günstiger als in der Zeit davor.
Auf dieser Gegebenheit basiert natürlich auch die Idee durch höhere Steuern den Verbrauch zu regulieren.

Nun ist das passiert was eigentlich absehbar war, die Preise für diese Rohstoffe ziehen wieder an und zusammen mit den beschlossenen Maßnahmen wie co2 Steuer und Zertifikatehandel erhöhen so sich die Kosten für die Abnehmer schneller wie erwartet. Der Preis für das Barrel Brent lag vor ca 10 Jahren für einige Zeit über 100, davon sind wir also noch ein gutes Stück weit entfernt und trotzdem beginnt es schon zu bröckeln.

Und was jetzt? Eigentlich kann man nur durchziehen, jetzt diese Rohstoffe zu subventionieren wäre leicht verdreht.

Dabei muss man eines bedenken, weil Öl nicht gerade als die Zukunft galt und die Preise Verhältnismäßig niedrig waren, wurde wenig in die Förderung investiert, zunehmend versuchen Mineralölkonzerne ihr Geschäftsfeld Richtung erneuerbarer Energien umzubauen. Dafür benötigen sie Kapital. Das lässt sich hervorragend mit höheren Ölpreisen erwirtschaften. Die haben also noch weniger wie früher Interesse an einem niedrigen Rohölpreis. Dazu belohnt der Kapitalmarkt Investitionen in Öl nicht mehr, im Gegenteil.

Dazu kommt erschwerend, dass wir zwar viele tolle Gesetze zum Klimaschutz erlassen haben, wir steigen aus der Kernkraft aus, wir steigen aus der Kohle aus, aber wir sind mit dem Ausbau der Stromnetze und dem Ausbau regenerativer Energien nicht so weit wie wir sein müssten.

Deshalb befürchte ich, dass das was wir aktuell erleben erst den Anfang sein wird. Die Preise werden weiter steigen, wir werden zunehmend Strom importieren müssen um das Netz zu stabilisieren, wir werden Öl und Gaskraftwerke hochfahren müssen um die Stromversorgung sicherzustellen. Die Industrie wird massiv leiden und die Produktion gezwungener Maßen ins Ausland verlagern.

Und das beste an dem ganzen ist, diese Krise haben nicht die Ökos verursacht, das war die CDU und SPD. Die Grünen dürfen nun wenn sie an der Regierung sind diesen Mist auslöffeln, und sie werden Entscheidungen treffen und mittragen müssen, die fundamental gegen ihre eigenen Überzeugungen sind.

Ein Beispiel, aufgrund der Versorgungslage am Energiemarkt und dem Druck Frankreichs könnte ich mir vorstellen, dass die verbliebenen AKWs nicht Ende 2022 abgeschaltet werden.


schwaebi
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Grasdaggl
Mir ist absolut schleierhaft wie irgendwer dem "Gschleckerten" vertrauen kann. Oder warum den einer wählt. Aber andererseits habe ich die Österreicher noch nie verstanden...

@Bundestagswahl
Geht das nur mir so oder finden auch noch andere, dass die FDP mit ihrem "WIR HALTEN UNSERE WAHLVERSPRECHEN" gerade schon wieder auf dem Absprung ist? Wie wollen sie denn aus der Nummer rauskommen?! Einfach mal die Fresse halten wäre da besser...
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.


higgi
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Grasdaggl
Linder wurde aber aus einem bestimmten Grund gewählt.
Das komplett über Bord zu werfen wäre nicht die klügste Strategie.
Es sei denn er will nach dem Motto "nach mir die Sintflut" regieren
von daher

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Na ja,
alle drei Parteien müssen Abstriche machen.
Der Logik nach die kleinste am meisten.
Ist halt eine Frage, wie man das den Mitgliedern und vor allem den Wählern verkaufen kann.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

RedBlues
Halbdaggl
Da stimme ich dir im Prinzip zu, aber

Für die SPD ist die Mindestlohnerhöhung glaub ich die heilige Kuh
Die Grünen werden keine Abstriche beim Klimaschutz machen
Die FDP will keine Steuererhöhung und nicht die Schuldenbremse verändern

Meiner Meinung wird man es beim Soli auf das Verfassungsgericht ankommen lassen und dort aller Voraussicht auch gewinnen, ergo der Soli kommt weg. Die Schuldenbremse zu verändern bedarf einer 2/3 Mehrheit, das bekommt die Koalition also eh nicht durch.
Muss man sich also nur darauf einigen keine Steuern zu erhöhen und schon sind die Forderungen der FDP erfüllt.

Edit, also die ganz grobe, im Detail ist es schwerer, garantiert. Aber ehrlicherweise find ich es absolut nicht nachvollziehbar, warum man die Steuern unbedingt erhöhen muss. Die fdp hat schon nicht unrecht damit, dass man in einem Staatshaushalt auch einsparen kann, man muss nicht jeden Scheiss subventionieren.

Ehrlich, ich glaube es ist schwerer dass sich Grüne und SPD beim Klimaschutz einigen, Stichwort Kohleausstieg