
Fifa-Plan
Abstimmung über Fußball-WM alle zwei Jahre wird verschoben
Eine Kampfabstimmung noch vor Weihnachten über einen kürzeren WM-Rhythmus ist vorerst vom Tisch, das bestätigte der DFB. Eine Entscheidung könnte nun im März fallen, doch die Positionen sind verhärtet.
Die Entscheidung über einen neuen Zyklus von Fußball-Weltmeisterschaften wird sich bis ins nächste Jahr ziehen. Zwar setzte der Weltverband Fifa am Mittwoch für den 20. Dezember ein außerordentliches Gipfeltreffen der 211 Mitgliedsverbände an, die Abstimmung über eine WM im Zwei-Jahres-Rhythmus wird dort jedoch nicht durchgeführt werden. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte die »Bild« darüber berichtet.
Der DFB zeigte sich »zufrieden« mit dem Verzicht auf einen Kongress und damit auf eine Abstimmung. Das Fifa Council hatte am Mittwoch stattdessen beschlossen, dass am 20. Dezember lediglich ein globaler Gipfel mit Beratungen zur Reform des internationalen Spielkalenders stattfinden soll.
»Die Entscheidung fiel auf Vorschlag des Präsidenten einstimmig aus, damit ist eine Abstimmung im Dezember hinfällig und es gab im Fifa Council diesbezüglich keine Kontroversen«, teilte der DFB am Donnerstag auf dpa-Anfrage mit. »Deswegen setzen wir weiter auf eine gemeinsame von Fifa und Uefa erarbeitete einvernehmliche Lösung aller Fragen zum zukünftigen weltweit einheitlichen Spielkalender.«
Die Fifa treibt die Idee einer WM alle zwei Jahre voran, was von Verbänden zum Teil massiv kritisiert wird. Bei Gesprächen mit Verbandsvertretern aus Europa hatte Fifa-Präsident Gianni Infantino deutlichen Widerstand gegen die Pläne des Weltverbands erhalten. So hatten unter anderem die Verbände von Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Island und Färöer in einem gemeinsamen Statement ihre Position gegen eine WM alle zwei Jahre verdeutlicht. Neben der Europäischen Fußball-Union lehnt auch der Kontinentalverband Südamerikas die Pläne ab. (Lesen Sie hier mehr zum Streit zwischen Fifa und Uefa)
Mehr als ein Dutzend europäischer Verbände erwägt nach dpa-Informationen offenbar, als letzte Option aus dem Weltverband auszutreten. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur AP darüber berichtet.
Fällt die Entscheidung in Katar?
Nach der Sitzung des Fifa-Councils formulierte Infantino dennoch seinen Wunsch auf einen Ausweg aus der festgefahrenen Situation. »Für mich ist alles offen. Vielleicht machen wir einen Schritt vorwärts und einen zurück«, sagte er in Zürich. »Es gibt Konföderationen, die eine WM alle zwei Jahre möchten. Wir haben heftige Reaktionen ausgelöst und viele negative, aber auch positive und enthusiastische Aussagen dazu gehört.«
Eine mögliche Entscheidung könnte, statt wie von Infantino erhofft noch vor Jahresende, nun am 31. März beim Kongress im WM-Land Katar fallen. Als möglicher Kompromiss steht noch eine weltweite Nations League, nach dem Vorbild der europäischen Version, zur Debatte. Diese könnte anstelle einer WM alle zwei Jahre wieder auf die Agenda rücken.
Eine Technische Beratungsgruppe der Fifa um Direktor Arsène Wenger hatte die WM-Ausrichtung alle zwei Jahre vorgeschlagen, auch der Rhythmus der Kontinentalturniere wie der EM würde dabei verkürzt. Demzufolge sollen die Änderungen nach der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit erstmals 48 Nationen endgültig greifen. 2027 würden dann die Turniere der Konföderationen ausgerichtet werden. Im bislang geplanten EM-Jahr 2028 stünde dann schon wieder die nächste WM an.
https://www.spiegel.de/sport/fussball/f ... 9ihsYnXh1w
„Selbst das wildeste Tier kennt doch des Mitleids Regung“ – „Ich kenne keins und bin deshalb kein Tier“ (Richard III).