higgi hat geschrieben:@Jagdhütte & Axel
Am Verhältnis an und mit Corona scheiden sich die Geister, da sind wir weit davon entfernt gesicherte Erkenntnisse zu haben.
Die hat man sehr wohl. Vielleicht nicht in Deutschland. Aber in Italien wurden jedenfalls zu Anfangs sämtliche Corona-Toten obduziert, um die Todesursache festzustllen. Ich gebe Dir recht, daß es skandalös ist, daß in Deutschland bis heute so gut wie keine klinischen Obduktionen mehr stattfinden. Das war nicht immer so und das war übrigens in der DDR, man höre staune, Standard. Das nenne ich mal echtes Versagen im Gesundheitswesen. Denn würde man obduzieren, könnte man endlich auf dieses unsägliche "an und mit" verzichten und könnte endlich Roß und Reiter nennen. Allein schon, damit nicht jeder nur das herausliest, was er herauslesen möchte.
Aber noch zur Übersterblickeit:
higgi hat geschrieben:Aus meiner Sicht kann man das Ausmaß der Corona-Pandemie nur an der Übersterblichkeit bemessen. Und das geht nunmal nur im Vergleich zur üblichen Sterblichkeit.
Die Sterberate ist nichts anderes als das Endergebnis, wenn Du das gesamte Jahr und alle Sterbegründe zusammenzählst. Darin enthalten sind aber auch die Gegenmaßnahmen wie Impfungen und Masken und Desinfektion. Das mußt Du nämlich wieder herausrechnen, aber dazu verlieren die schlauen Forscher in Duisburg kein Wort. Oder aber da anschauen, wo es keine Gegenmaßnahmen gab. Dort sind die Infektions- und Sterbezahlen durch die Decke. Das war so in Italien und Spanien und in Schweden zu anfangs, oder bspw. in Sachsen, wo aufgrund der aus der Tschechei herübergeschwappten Pandemie (die hatten letztes Jahr Inzidenzen um 1000!) die Zahlen letzten Dezember wirklich desaströs waren und die Übersterblichkeit ggü. 2019 bei sage und schreibe 100% lag (9916 zu 4932, Quelle ist die Auswertung des statist. BA, den ich weiter oben verlinkt habe) Da hast Du Deine amerikanische-Grippe-Verhältnisse. Denn da hatte sich das Virus schon weit verbreitet und es gab noch kein Impfmittel (und aller Wahrscheinlichkeit nach auch zuwenig Schutzmaßnahmen) und daran kann man die wahre Gefährlichkeit dieser Seuche erkennen.
Aus den "am Ende des Tages" nivellierten gesamten Sterbezahlen herauslesen zu wollen, daß das Virus ja "nicht gefährlicher als jeder andere Grippevirus" sei, hieße, das Pferd von hinten aufzuzäumen, wenn man die Schutzmaßnahmen außer acht läßt. Davon abgesehen - aber da bin ich sicher in einer absoluten Minderheitsposition, wäre für mich selbst eine Aussage, daß Corona nicht gefährlicher sei als andere Grippeviren ebenfalls absurd, auch wenn sie zuträfe. In Deutschland sind allein im März 2018 vermutlich 20.000 Menschen an einer gefährlichen Influenza-Infektion gestorben. Da von "normal" zu sprechen, ist grotesk.