Ich verstehe nicht ganz, wohin eine Diskussion führen soll, in der man erörtert, ob Matarazzo mit Streich biografisch oder situativ vergleichbar wäre?
Mislintat hat die Situation beim VfB sehr lange versucht schönzureden, bis es eben nicht mehr ging. Dann wechselte er die Kommunikations-Strategie und hielt eine hochemotionale Rede auf den Stuttgarter Weg, "junge Wilde 2.0" und dass dieser konsequent weiter gegangen würde, auch wenn er in die zweite Liga führt.
Nun:
1. junge Wilde 1.0 war etwas ganz anderes als das propagierte "junge, Wilde 2.0". Damals waren das alles Eigengewächse, aber vorallem, waren die jung und erfolgreich! Die waren nie 17ter. Hätten die "jungen Wilden 1.0" genauso erfolglos gespielt wie das heutige Team, hätte es nie zu einem positiven Narrativ getaugt.
2. Mislintat scheint völlig vergessen zu haben, wie das Fussball-Business funktioniert. Der VfB spielt nicht deshalb Fussball, damit Mislintat seine Ideen in die Realität umsetzen kann, sondern für die Fans. Die VfB Fans wollen dass der VfB gewinnt und nicht absteigt. Und die große Mehrheit der Fussball-Fans erwartet von ihrem jeweiligen Verein, dass dort bis zum letzten Spieltag alles getan wird, damit ein Abstieg verhindert wird. Ob Mislintat dabei seine Ideen umsetzen kann, ist bestenfalls zweitrangig.
3. Es reicht auch nicht, den Fans hier eine positive Erzählung anzubieten. Mislintat müsste mal darlegen, wie sein "An- und Verkauf" in der zweiten Liga funktionieren soll. Denn das ist gar nicht klar.
Aber ist eigentlich auch egal. Innerhalb des VfB wurde ein Burgfrieden geschlossen. Man wartet jetzt auf Wehrle, den man bewusst als Finanzfachmann geholt hat. Damit Wehrle den Verein aus dessen wirtschaftlichen Krise führen kann, müssen Spieler verkauft werden. Wenn es hierbei zu Konflikten mit Mislintat kommt, ist Mislintat Geschichte.