flux hat geschrieben:Andererseits wird ja immer wieder Wahlkampfhilfe aus Russland für Trump kolportiert. Das wäre dann entweder Nonsens oder aber ein Gegenargument zu deiner These.
Ich würde dieser Überlegung nicht den Rang einer These zubilligen. Für meine Ohren hörbar hat das jedenfalls auch dieser Robin Alexander von der Welt das erste mal ausgesprochen.
Ist ja auch eigentlich total egal, war ja nur ein Einwurf zum Gegenspieler von fkAS.
Ich fand es die letzten Tage viel interessanter, darüber zu sinnieren, wann Putin seinen Sinneswandel gegenüber dem Westen vollzogen hat.
Bisher bin ich darauf gekommen, dass das irgendwann zwischen 2001 (Treffen mit G.W.Bush, seine Rede im Bundestag) und seiner Rede 2007, zur Aufstellung des Abwehrschirms an der Natoostfront und dem Rauswurf aus den mit Russland assozierten Formaten G7/G8 und gemeinsamer Sicherheitsrat Nato+Russland stattgefunden haben muss.
Die zweite interessante Frage ist dann die, wann er nach 2007, mit seinem gewandelten mind-set, damit begonnen hat imperiale Anfriffskriege vorzubereiten. Wenn man sich anschaut, wie gut der sich vorbereitet hat, ist die große offene Frage für mich, ob das vor oder nach den Ereignissen des "Euromaidan" passierte. Die Niederschlagung der Demokratiebewegung in Weißrussland und die oftmals nun kolporierte These von Putins Angst vor einem demokratischen Flächenbrand innerhalb der abtrünnigen ehemaligen Sowjetrepubliken, darf jedenfalls ziemlich sicher als widerlegt gelten, da die Zeit gar nicht ausgereicht hätte.
Was allerdings widerum aktuell als Nachrichten sehr irritiert: Die russischen Truppen scheinen ja gar nicht so wahnsinnig gut drauf zu sein? Viele junge Burschen, angeblich nicht sonderlich gut ausgebildet, zweifelhaft motiviert? Taktisch wird der russischen Armee großes Ungeschick von westlichen Experten attestiert? Kann natürlich alles nur Wunschdenken oder blödes Gelaber sein, wird man die nächsten Tage sehen.
So, wegen Kommunikation und so: jetzt mal eine Frage an Dich Flux:
Was denkst Du: ist das überhaupt der richtige Weg, wenn sich jetzt die Ukrainer auf einen langen Partisanenkrieg mit unserer Waffenhilfe einlassen? Was ist, wenn am Ende sowieso nur die russische Armee gewinnen kann und aber bei einem langen Krieg sehr viel ukrainische Infrastruktur zerstört wird und vor allem sehr viele Söhne, Brüder und Familienväter ihr Leben lassen werden?
Wäre da nicht evtl auch darüber nachzudenken, ob die Ukraine sich besser ergeben sollte? Natürlich bei vollen Sanktionen des Westens? Bis Putin stirbt oder abtreten muss?
Ich bin im Moment jedenfalls nicht so ganz 100% davon überzeugt, dass der Partisanenkrieg wirklich das Mittel der ersten Wahl ist. Und wenn schon die ukrainischen Soldaten für die "europäische Demokratie" ihren Kopf hinhalten sollen, dann hätte man ihnen vielleicht doch die Waffen gleich am Anfang geben sollen...
...aber auch das ist keine These, sondern lediglich Gedankenfragmente.