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flux
Gibt es vom "Panzer-Sönke" eigentlich auch eine Doku über den sog. "Winterkrieg"? Falls ja, sollte man die dringend noch mal ansehen. Die Ähnlichkeiten zum russischen Überfall auf die Ukraine sind verblüffend.


AxelKruse_FG
Granadaseggl
Wie zu erwarten hat Putin die Ablehnung der NATO einzugreifen als Freibrief aufgefasst, wie anderswo zuvor schon systematischen Terror gegen die Zivilbevölkerung auszuüben. Die machen alles kaputt. Die Menschen, die Städte, die Infrastruktur. Aber ich weiß schon, wer ihnen den Wiederaufbau bezahlt.

Mustermann
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Halbdaggl
Freibrief: Mag sein. Aber soll sich denn die NATO wirklich zum Kombattanten machen?

Wiederaufbau: Ist (leider) auch meine Phantasie. Aber diesmal sehe ich klar "jemand anderes" in der Pflicht.
Und ob sich Russland das dann noch leisten kann, ist mir offen gestanden völlig egal.
„I guess that concludes negotiations.“

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Eine pazifitische Haltung muß man sich moralisch erlauben können. Putin stellt sich in eine Reihe mit Stalin und Hitler, führt einen Vernichtungskrieg gegen das Land, das er ja im Prinzip als sein eigenes betrachtet.

Bei wie vielen Toten, bei wievielen Bomben, bei wievielen Verbrechen bleibt also das Wegsehen noch erträglich?

Und schuldig haben wir uns nicht nur durch Wegsehen gemacht. Wir haben Russland nicht nur wirtschaftlich und finanziell ermächtigt, wir haben gleichzeitig der Ukraine jede erbetene Hilfe verwehrt. Sie wollten in die NATO, sie wollten in die EU, sie wollten Waffen, Flugzeuge usw. Sanktionen? Swift? Stets kam das Veto aus Deutschland. Die Deutschen werden sich noch wundern, wenn ihnen die Rechnung präsentiert wird.

Aleksiander
Grasdaggl
Moralisch bin ich voll bei Axel, trotzdem ist es Putins Krieg. Er kann ihn wahrscheinlich nicht gewinnen, Russland hat auf Jahrzehnte verloren. Es ist eine Frage der Zeit bis Brutus sich um Vladimir Caesar kümmert.
Nichts muss, aber alles kann.

factotum
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Granadaseggl
AK_FG hat geschrieben:

Eine pazifitische Haltung muß man sich moralisch erlauben können. Putin stellt sich in eine Reihe mit Stalin und Hitler, führt einen Vernichtungskrieg gegen das Land, das er ja im Prinzip als sein eigenes betrachtet.

Bei wie vielen Toten, bei wievielen Bomben, bei wievielen Verbrechen bleibt also das Wegsehen noch erträglich?

Und schuldig haben wir uns nicht nur durch Wegsehen gemacht. Wir haben Russland nicht nur wirtschaftlich und finanziell ermächtigt, wir haben gleichzeitig der Ukraine jede erbetene Hilfe verwehrt. Sie wollten in die NATO, sie wollten in die EU, sie wollten Waffen, Flugzeuge usw. Sanktionen? Swift? Stets kam das Veto aus Deutschland. Die Deutschen werden sich noch wundern, wenn ihnen die Rechnung präsentiert wird.


So ist es. Wir haben Putin intensiv und nachhaltig ermächtigt, und dito der Ukraine geschadet. Vorsätzlich und aus reinem Eigennutz.
The shit that used to work, won`t work now.

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Aleksiander hat geschrieben:trotzdem ist es Putins Krieg.


Ja natürlich. Aber dass der so ist, wie er ist, daran können wir nichts ändern. Wir jedoch können unsere eigene Haltung überprüfen und auch ändern. Wir können überlegen, was wir tun können, um dieses Barbarei zu beenden. Und nicht nur am Seitenrand zusehen, wie die alle abgeschlachtet werden.

Hatte ich schon geschrieben von einem Interview eines Schriftstellers im Deutschlandfunk kürzlich? Gefragt über seine Einschätzung erklärte er, er komme sich vor wie bei Biedermann und Brandstifter. Putin hat immer gesagt, war er tun würde, aber keiner hat ihm zugehört. Wir kennen Grosny, wir wissen, was in Aleppo geschehen ist und wir sehen zu, was in Mariupol geschieht, einer Stadt so groß wie Bremen, die derzeit ausgelöscht wird.

Auch Unterlassung ist eine bewußte Entscheidung. Und wenn gefragt wird, ob die NATO zum Kombattanten gemacht werden solle? Die Frage wurde schon beanwortet, mit allen Konsequenzen für die armen Kreaturen in der Ukraine. Ich war die Tage nur mal am Bahnhof. Alleine das Elend da hat mir gereicht und geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Unendlich geschämt habe ich mich, weil ich gleichzeitig auf dem Weg in den Urlaub war.
Das kann so nicht weitergehen.

factotum
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Granadaseggl
AKFG:
Die Deutschen werden sich noch wundern, wenn ihnen die Rechnung präsentiert wird.


Na, zumindest das läuft ja an mittlerweile. Paar tausend Milliarden kommen da schon zusammen die nächsten 10 Jahre. Ausser es geht ernsthaft was schief, dann wirds schlimmer.
The shit that used to work, won`t work now.


Mustermann
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Halbdaggl
AxelKruse_FG hat geschrieben:...
Und wenn gefragt wird, ob die NATO zum Kombattanten gemacht werden solle? Die Frage wurde schon beanwortet, mit allen Konsequenzen für die armen Kreaturen in der Ukraine. Ich war die Tage nur mal am Bahnhof. Alleine das Elend da hat mir gereicht und geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Unendlich geschämt habe ich mich, weil ich gleichzeitig auf dem Weg in den Urlaub war.
Das kann so nicht weitergehen.

Das Schämen auf dem Weg in den Urlaub kann ich gut nachvollziehen.

Aber:
Was meinst Du mit "Die Frage wurde schon beanwortet, mit allen Konsequenzen für die armen Kreaturen in der Ukraine. ..."?
Soll sich die NATO wirklich mit allen möglichen Konsequenzen "einmischen"?

Ich finde immer noch: Nein.
Zuletzt geändert von Mustermann am 22. März 2022 10:33, insgesamt 1-mal geändert.
„I guess that concludes negotiations.“


Unter Westfalen
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Grasdaggl
Zur "Großmachtrolle" Russlands:

https://orf.at/stories/3253796/?utm_sou ... obal-de-DE

Aus dem Inhalt:

Als eines der größten Probleme Russlands sieht Kotkin die Verbindung von Staat mit einer Machtfigur. Nie habe es unterhalb eines Autokraten eine selbstständige Entwicklung staatlicher Strukturen gegeben. „Russland wollte eigentlich ein immer komplett personalisiertes Regime“, so Kotkin. Das aufrechtzuerhalten, sei in einer Welt permanenter Modernisierung, Urbanisierung und Bildungsschübe, zunehmend schwierig geworden. Putin greife auf alte russische Machtmechanismen zurück, so kann man Kotkins Analyse lesen – zugleich steht er in gewisser Weise aber auch wie ein Modernitätsverlierer da. Zudem habe Putin das Problem, das jedes autoritäre Regime habe: Man fühle sich smarter und überlegen, höre aber nur auf die Leute, die einem das erzählten, was man eben hören wolle.

„Das ist das Problem des Autoritarismus, dass er auf der einen Seite so mächtig ist, auf der anderen aber so spröde“, so Kotkin. So habe Putin auch gegenüber der Ukraine das erwartet, was er selber dachte: Dass die Ukrainer kein Volk seien und dass man die Russen mit offenen Armen empfangen werde, um von einer fremdbestimmten politischen Elite befreit zu werden.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Mustermann hat geschrieben:
AxelKruse_FG hat geschrieben:...
Aber:
Was meinst Du mit "Die Frage wurde schon beanwortet, mit allen Konsequenzen für die armen Kreaturen in der Ukraine. ..."?
Soll sich die NATO wirklich mit allen möglichen Konsequenzen "einmischen"?

Ich finde immer noch: Nein.


Ich meinte, daß die Entscheidung getroffen wurde, nicht militärisch einzugreifen. Bislang jedenfalls.
Die von der Ukraine geforderte Flugverbotszone wäre glaube ich äußerst hilfreich, um den Bombenterror einzudämmen und ließe sich vermutlich auch militärisch durchsetzen.

Ich erinnere daran, daß die Amerikaner um 1941 herum kurzerhand den halben Atlantik zu ihrem Hoheitsgebiet erklärt haben und von da an alle kriegerischen Aktivitäten gegen wen auch immer (das richtete sich natürlich gegen die deutschen U-Boote) zu feindlichen Handlungen gegen sich selbst werten würden. Zumindest Hitler ließ sich davon durchaus beeindrucken und hat seine Boote angewiesen, keinesfalls US-Amerikaner anzugreifen, selbst wenn sie selbst beschossen würden, was auch vorkam.

Ich glaube auch, daß Rußland von einer Konfrontation mit der NATO viel mehr zu befürchten hat als anders herum. Daher würde ich eine Flugverbotszone befürworten.

Spielgerät
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Halbdaggl
Ich habe das so verstanden: Um eine Flugverbotszone einzurichten und aufrecht zu erhalten, musst du die Lufthoheit haben. Das geht nur, wenn du feindliches Radar, das feindliche Raketen steuern kann, eliminierst. Tust du das nicht, werden deine Jets, die den Luftraum frei halten sollen, abgeschossen. Das feindliche Radar befindet sich aber zu einem nicht unerheblichen Teil auf russischem Staatsgebiet. Das bedeutet, die NATO müsste russische Stellungen in Russland angreifen und zerstören. Wollen wir das? Meiner Meinung nach würden wir damit zum ersten Fehler, nämlich Putin nicht früher die rote Karte gezeigt zu haben, noch einen zweiten Fehler begehen, der den ersten Fehler nicht korrigiert, sondern dessen Folgen noch deutlich verschlimmern könnte.
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

schwaebi
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Grasdaggl
AxelKruse_FG hat geschrieben:Ich glaube auch, daß Rußland von einer Konfrontation mit der NATO viel mehr zu befürchten hat als anders herum. Daher würde ich eine Flugverbotszone befürworten.


Sachlich ist das sicher richtig. Es ist halt nur extrem schwierig einzuschätzen, wie der Psychopat Putin darauf reagieren würde. Niemand weiß genau ob der dann nicht einfach mal ne Atombombe losschickt um zu gucken was passiert...
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Ich verstehe die Einwände. Ich kann's aber nicht ändern, ich seh's wie Axel_F.

Putin zerstört die Städte, die Wirtschaft, die Kulturstätten und historische Orte. Jeden Tag mehr: Die Ukraine wird ausgelöscht. Die toten Menschen sind halt der Beifang.

Wir lassen ihn gewähren.

Es sei denn - vielleicht ein Blick in die Zukunft:
Bidens rote Linie für einen amerikanischen Militäreinsatz ist die Ostgrenze der Nato. Aber Biden hat auch gedroht, dass Russland einen "schwerwiegenden Preis" bezahlen müsse, wenn es wie in Syrien chemische Waffen gegen ukrainische Zivilisten einsetze. "Wenn es dazu kommt, wird die Nato eingreifen müssen", sagt Marc Polymeropoulos. "Ich denke, dass dann ein Nato-Schlag gegen russische Ziele auf ukrainischem Gebiet folgen wird."

Ja, und wer ist nun dieser Marc Polyamoropoulus? Hat der überhaupt Ahnung?
Bis Mitte 2019 arbeitete Polymeropoulos für die CIA. Er war lange im Nahen Osten eingesetzt, im Irak und in Afghanistan. In seinen letzten Dienstjahren trug er die Verantwortung für sämtliche Geheimmissionen des amerikanischen Dienstes in Europa und Russland.

Von diesem Posten aus hatte Polymeropoulos einen guten Blick darauf, wie das russische Regime in Europa rechtsradikale Parteien finanziert und Falschinformationen verbreitet hat, um Wahlen zu manipulieren, wie auf Geheiß Putins Mordanschläge auf russische Dissidenten verübt wurden, wie der Kreml die Abhängigkeit Europas von russischem Gas und Öl ausgebaut hat. Und wie Putin daran arbeitete, Moskaus Einflusssphäre zu erweitern. "Europa war immer das wichtigste Schlachtfeld in unserem Ringen mit Russland", sagt Polymeropoulos. "Und die Ukraine war Ground Zero."

Manchmal sei es frustrierend gewesen, wie wenig die Europäer dagegen unternommen hätten, sagt Polymeropoulos. "Wir haben versucht, unsere Verbündeten zu überzeugen, dass sie sich wehren müssen." Doch das russische Geld, das nach London floss, und das russische Gas, das nach Deutschland strömte, erwiesen sich als stärkere Argumente.

https://www.sueddeutsche.de/politik/bid ... -1.5552033

Und hier nochmal ein Blick in die Gegenwart:

Cherson in der Nähe der Krim wurde als erste ukrainische Stadt erobert. Hier ist zu beobachten, was die russischen Besatzer nun mit den Menschen machen.

Schon wenige Tage nach der Eroberung der Stadt mit 280 000 Einwohnern verließen die russischen Truppen Cherson wieder und formen seither einen Blockadering. An ihrer Stelle rückten Mitglieder der russischen Nationalgarde in die Stadt ein, die zu Hause unter anderem für die brutalen Auflösungen von Demonstrationen verantwortlich sind und Präsident Wladimir Putin direkt unterstehen. Sie haben inzwischen die Rolle der Polizei übernommen und kontrollieren das Gebiet. (...)

Unter den Männern der russischen Nationalgarde sind offenbar viele Ukrainer. Sie gehörten einst der berühmt-berüchtigten ukrainischen Sondereinheit Berkut an, welche 2014 bei den Demonstrationen auf dem Maidan in Kiew mit brutaler Gewalt gegen die Protestierenden vorging. Nach dem Machtwechsel in der Ukraine wurde die einstige Eliteeinheit aufgelöst, den Männern drohten Strafverfahren, manchen wegen Mordes. Viele setzten sich deshalb nach Russland oder auf die durch Russland annektierte Krim ab. Einer ihrer Anführer war Jahre später in Moskau zu sehen, wie er junge Demonstranten auseinandertrieb, die dem Protestaufruf des russischen Oppositionschefs Alexej Nawalny gefolgt waren.

Nun kehren diese Männer offenbar mit der russischen Armee in die Ukraine zurück. "Cherson ist unter der Kontrolle der russischen Nationalgarde", sagt Sergei Chlan, der Vizechef des Regionalparlaments von Cherson, in einem Interview. "Es sind Berkut-Leute, welche nach der Revolution 2014 aus der Ukraine geflüchtet sind. Jetzt kommen sie zurück. Und sie sind voller Hass auf die Ukrainer."

Zwar gibt es seit dem Abzug der Armee wieder Strom in Cherson, doch die Stadt bleibt abgeriegelt, niemand dürfe raus, sagt ein lokaler Journalist im Interview mit der unabhängigen russischen Plattform Meduza, in den Läden gebe es kaum noch etwas zu kaufen. Und vor allem ärmere Teile der Bevölkerung hätten sich nicht im Voraus mit genügend Lebensmitteln eindecken können. Es werde nun "humanitäre Hilfe" aus der Krim angeboten, was die Menschen ablehnten.

"Die Logik der Okkupanten ist einfach: Wir werden gewalttätig und friedlich zugleich sein, wir werden euch nicht anrühren, wir werden einfach warten, bis ihr so hungrig seid, dass ihr unsere Hilfe akzeptiert", erklärt der Journalist. "Und dann werden wir Fotos machen und werden sie für Desinformationskampagnen brauchen wie diese: Cherson will Teil Russlands sein."

Parallel zur Blockade versucht Moskau, eine russlandfreundliche Verwaltung aufzubauen. Der Bürgermeister von Cherson blieb im Amt, in anderen Städten wurden widerspenstige Politiker verschleppt. Er riet den Menschen, sich nicht in Gruppen zu bewegen, die russischen Soldaten nicht zu provozieren, sofort stehen zu bleiben, wenn sie dazu aufgefordert würden. Lokale Abgeordnete würden nun der Reihe nach abtelefoniert, sagt Chlan, der Vizechef des Regionalparlaments in Cherson, um sie zur Zusammenarbeit zu drängen. Sie hätten abgelehnt. Doch man habe ihnen gedroht, sie zu erschießen, wenn sie nicht mitmachten.

Der Plan ist laut Chlan, im Gebiet Cherson, das fast ganz unter russischer Kontrolle ist, ein Unabhängigkeitsreferendum abzuhalten, so wie man es 2014 auf der annektierten Halbinsel Krim getan hatte. Nach dem Modell der abtrünnigen "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk wolle die neue, russische Verwaltung nun eine "Volksrepublik Cherson" aus dem Boden stampfen.

Donezk und Luhansk hat Russland vergangenen Monat als unabhängig anerkannt und verlangt nun von der Regierung in Kiew ultimativ, die Regionen aufzugeben. Mit Cherson könnte die Ukraine dann wohl einen weiteren Landesteil an Russland verlieren. Ähnlich dürfte Moskau in anderen ukrainischen Regionen verfahren und so versuchen, das Land faktisch auseinanderzureißen. Dass sich solche Einzelteile durch Armee und Polizei auch gegen den Willen der Bevölkerung kontrollieren lassen, hat Moskau bereits in Donezk und Luhansk bewiesen. Mit mindestens einer dritten besetzten Region wäre die Kriegsbeute für Putin beträchtlich, selbst wenn er Kiew vielleicht nicht unter seine Herrschaft bringen könnte.

(...)

https://www.sueddeutsche.de/politik/ukr ... -1.5547756

Der Artikel ist vor einer Woche erschienen. In anderen Städten wird es längst ähnlich ablaufen.

Spielgerät
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Halbdaggl
@ Tamasi: Russische Truppen in der Ukraine anzugreifen ist eine andere Eskalationsstufe als sie in Russland anzugreifen.

Ich verstehe jeden, der es nicht aushalten kann, dem Treiben zuzusehen. Geht mir absolut genauso. Als ich vor zwei Wochen im Zusammenhang mit dem Spiegel-Artikel von Fischer darauf hingewiesen habe, dass Kapitulation keine Alternative sein kann, weil die Russen dann furchtbarste Greueltaten begehen werden, bekam ich zur Antwort:

ein Putinversteher hat geschrieben:
Wenn Russen kleine Kinder fressen, kann man natürlich wenig machen. Deine differenzierte Argumentation überzeugt total.


Ich glaube, eine derartig ekelhafte Empathielosigkeit ist eher die Ausnahme. Aber wenn man die aktuelle Diskussion um den Spritpreis verfolgt, dann weiß man auch, dass zumindest Deutschland noch sehr weit davon entfernt ist, etwas von seinem Wohlstand abzugeben, um ukrainische Menschenleben zu retten. Wie sollte es dann gelingen, eine Mehrheit für einen Krieg mit deutscher Beteiligung zu gewinnen?
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Spielgerät

Im Zeitalter der Elektronik beginnt eine kriegerische Handlung nicht erst mit dem Abschuß einer Kanone, sondern bereits mit der elektronischen Zielerfassung. Dein Szenario würde also nichts anderes bedeuten, als daß ein Flugzeug meinetwegen aus Rußland heraus beschossen würde. Daß das so gewertet wird, weiß aber jeder Militär, auch die Russen. Insofern spielt es keine Rolle, ob der Angriff durch Beschuß oder durch Erfassung erfolgt. Sollten sie also nicht eine Abwehrreaktion heraufbeschwören wollen, sollten sie das also tunlichst unterlassen.

Schwäbi

Der größte Fehler ist es, Putin zu unterstellen, er sei ein Irrer, Psychopath oder sonstig Geisteskranker. Er ist es nicht. Er ist ein ganz stinknormaler Imperialist, wie sie die Welt schon Hunderte, wenn nicht Tausende gesehen hat. Putin agiert ganz nüchtern und stringent. Er ist in der Ukraine aus einem einzigen Grund eingefallen: Weil er es kann. Er hatte nichts zu befürchten.

Nun macht er dem Westen Angst vor einem Eingreifen, er weiß, daß viele darauf hereinfallen. Er wird aber auch kapieren, wenn ihm gesagt wird: Bis hierher und nicht weiter! Dazu braucht es halt einen
Mutigen, er ihm entgegentritt. Churchill war so einer, Roosevelt auch. Biden ist es nicht, Johnson auch nicht. Mit den Deutschen braucht sowieso niemand zu rechnen.

Also, der Drops ist gelutscht, die Ukrainer bleiben auf sich selbst gestellt. Es wird ein langsames und grauenvolles Verrecken.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Spielgerät hat geschrieben:Wie sollte es dann gelingen, eine Mehrheit für einen Krieg mit deutscher Beteiligung zu gewinnen?

Wenn der Benzinpreis weiter steigt... und bald die Gaskartuschen für den Grill das dreifache kosten... Das halten wir keinen ganzen Sommer aus!! Ein Freund meinte neulich sarkastisch:
Wenn einer der Klitschkos ermordet wird, dann ist auch Deutschland im Krieg!

Aber im Ernst: Ich bin gar nicht so sicher, ob die deutsche Bevölkerung jede militärische Beteiligung abblocken würde. Wir hatten auch einen Kriegseinsatz in Afghanistan, ist noch gar nicht so lange her.

Trotzdem weiß ich, dass meine Forderungen wohlfeil sind. Ich muss ja keine Entscheidungen treffen. Und der Vergleich mit 1941 hinkt auch; es ist bisher noch viel zu wenig passiert.

Aber mir fällt es extrem schwer, da zuzuschauen. Ich dachte immer, die NATO hätte diese super modernen Drohnen, die man aus einem Kabuff in Rammstein steuern kann ohne Soldaten vor Ort einzusetzen. Stimmt das etwa gar nicht?

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Es ist gar nicht die Bevölkerung, die sich so sehr dagegen sträubt. Die Umfragen sagen ja, daß die Mehrheit zumindest will, daß die Ukraine in die Lage versetzt wird, sich selbst zu verteidigen. Es ist die Regierung, die blockt.

Spielgerät
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Halbdaggl
Ich weiß, nicht alles was hinkt ist ein Vergleich .... aber die deutsche Bevölkerung empört sich gerade mächtig darüber, dass wir als ALLERLETZTES Land in Europa LANGSAM anfangen, die Coronamaßnahmen zu lockern. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese von German Angst getriebene Bevölkerung irgend etwas befürworten würde, das deutsche Soldaten in großer Zahl einer ernsten Kriegs- und damit Todesgefahr aussetzt. Das würde ja bedeuten, den merkelschen Konsens aufzukündigen, der da lautet, die anderen (also meist die USA) die Drecksarbeit machen zu lassen, selbst etwas Kohle beizusteuren um dann in Ruhe mit den Putins und Scheichs dieser Welt Geschäfte machen zu können.

Dazu passt diese Meldung: https://www.faz.net/aktuell/politik/inl ... 96441.html

Appell von Prominenten gegen „Hochrüstungspläne“ der Bundesregierung
In einem Appell „Nein zum Krieg! Demokratie und Sozialstaat bewahren“ protestieren rund 600 Unterzeichner gegen das geplante Sondervermögen für die Bundeswehr. Sie fordern erst einmal eine Debatte.
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

Aleksiander
Grasdaggl
schwaebi hat geschrieben:
AxelKruse_FG hat geschrieben:Ich glaube auch, daß Rußland von einer Konfrontation mit der NATO viel mehr zu befürchten hat als anders herum. Daher würde ich eine Flugverbotszone befürworten.


Sachlich ist das sicher richtig. Es ist halt nur extrem schwierig einzuschätzen, wie der Psychopat Putin darauf reagieren würde. Niemand weiß genau ob der dann nicht einfach mal ne Atombombe losschickt um zu gucken was passiert...


Wenn wegen dem Scheiss Krieg eins oder mehrere der Ukrainischen KKWs hochgeht, haben wir strahlungstechnisch ein ähnliches Problem. Das würde ich sehr nahe mit einem Angriff gegen die EU vergleichen.
Nichts muss, aber alles kann.

Mustermann
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Halbdaggl
Spielgerät hat geschrieben:... Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese von German Angst getriebene Bevölkerung irgend etwas befürworten würde, das deutsche Soldaten in großer Zahl einer ernsten Kriegs- und damit Todesgefahr aussetzt. Das würde ja bedeuten, den merkelschen Konsens aufzukündigen, der da lautet, die anderen (also meist die USA) die Drecksarbeit machen zu lassen, selbst etwas Kohle beizusteuren um dann in Ruhe mit den Putins und Scheichs dieser Welt Geschäfte machen zu können. ...

Ja, den "merkelschen Konsens" gibt/gab es in der Tat, denke ich. Allerdings war das doch zumindest zu Kohlschen Zeiten schon genauso. Und die Schröder-/Fischer-Regierung ist dann spätestens am Hindukusch unsanft aufgewacht.

Aber:
Es würde, fürchte ich, nicht bei einer "ernsten Kriegs- und damit Todesgefahr" bleiben - da würden nämlich wirklich auch deutsche Soldaten sterben.

Ehrlich gesagt bin ich ganz froh, dass es nicht mehr wie früher mal heisst: "The germans to the front!"
Die - ich nenn's mal - Kriegslüsternheit wurde "uns" nach 2 Weltkriegen doch ziemlich gründlich ausgetrieben.
„I guess that concludes negotiations.“