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Nilkheimer
Halbdaggl
4711%ige Zustimmung.

Das war eine der erbärmlichsten Performanzen eines doitschen Fußboilers je - und das mag ja nun wirklich was heißen.

Auch noch zweimal: Ja mei, Menschenrechtsverletzungen gibt's halt überall, was soll's, ne.

Bürschchen, Bürschchen.
Aber das macht doch nichts.

schwaebi hat geschrieben:
Nun ist das mit Smith weiß Gott nicht vergleichbar (wobei - wir wissen es nicht...). Nur sollte man es sich mit Bewertungen nicht so einfach machen. Und wäre ich an der Stelle von Will Smith gewesen: ich kann nicht ausschließen, dass ich ähnlich gehandelt hätte. Obwohl es falsch gewesen wäre. Ich weiß es halt nicht.

Doch, ein bisschen wissen wir es schon. Seine Frau hat Haarausfall. Das ist bei Frauen eine Krankheit.

Stellt euch doch vor, sie wäre querschnittsgelähmt oder - siehe Tiffi - hätte Krebs. Würdet ihr dann auch finden, dass sich Smith blöd verhalten hat? Smith hatte eben keine 3 Freunde, die ihn zurück gehalten haben.


Stell dir vor Chris Rock hätte eine Ohrfeigenallergie. Hättest du dann auch Verständnis für Will Smiths Reaktion?


Meine Mutter ist letztes Jahr verstorben, nachdem sie sich sehr lange mit Krebs herumgeschlagen hatte. Einige Monate zuvor saßen wir am Frühstückstisch – als sie ein paar schwarze Stellen von ihrer Scheibe Toast kratzte, fragte ich: “Was machst du denn da.”

Unter anderen Umständen wäre das ein an Zynismus schwer zu überbietender Witz auf Kosten einer todkranken Frau gewesen, aber in diesem Moment und diesem Kontext war’s lustig. Wir waren an einem Punkt, an dem Humor die einzige Waffe war, die wir noch hatten, um uns wenigstens sekundenweise gegen diese Scheiße zu wehren.

Das hat nicht viel mit der Situation bei den Oscars zu tun, aber mit der Frage, ob man Witze über Krankheiten und Kranke machen darf: ja, darf man – kommt halt auf den Witz an. Chris Rocks Vergehen war, dass er einen Witz geschrieben hatte, der nicht zündete: Jada Pinkett-Smith kam im Dezember mit einem Instagram-Video raus, in dem sie ihren geschorenen Kopp zeigte und demonstrierte, wie mutig und offen sie mit ihrer Krankheit umgeht; und in GI Jane gibt’s eben die berühmte Szene, in der Demi Moore sich vor dem Spiegel die Haare schert – das war der ganze Witz. Kein Brüller – es wäre Chris Rocks Aufgabe gewesen, sich was besseres auszudenken. Deshalb lautet die Antwort auf die Frage “Was darf Satire?” ja auch nicht “Alles”, sondern “Halt die Fresse, du dumme Sau”. Es gibt gewisse Sorgfaltspflichten beim Spässekenmachen.

Wenn ich meine Mutter zur Lymphdrainage brachte, kriegte sie manchmal Komplimente für ihr Aussehen und ihre tollen Haare – dabei war’s eine Perücke. Ich kann mich nicht in diese Lage hineinversetzen, aber ich weiß ungefähr, worum’s geht, vor allem auch für eine Frau, die mit ihrem Aussehen ihr Geld verdient. Aber man muss bitte die Kirche im Dorf lassen: wenn Frau Smith querschnittsgelähmt wäre, hätte sie sich womöglich nicht selbst die Haare schneiden können oder Krebs hätte, dann hätte Chris Rock einen anderen Witz gerissen. Du liebe Zeit.




schwaebi
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Grasdaggl
@nice

Ich wollte nicht Krebs und kreisrunden Haarausfall gleichsetzen. Der Vergleich kam mit Tiffis Beitrag.

Wie sehr jemand unter einer Krankheit leidet, kann nur er/sie selbst und das direkte Umfeld wissen. Ich vermute, dass Frau Smith als Schauspielerin, die auch mit dem Aussehen arbeitet, sehr belastet ist. Ich kenne eine 14jährige Schülerin damit, die kämpft mit Mobbing und Depressionen und und..

Also wer entscheidet ob ein Witz darüber weniger schlimm ist als einer über Krebs? Wärst du entrüsteter, wenn er einen Witz über jemanden mit fieser Akne gemacht hätte oder weniger?

Für mich ist es ein Unterschied ob ihr in der Familie untereinander liebevoll Witze macht oder ob da irgend so ein Vollpfosten daher kommt, der über 100 andere Sachen Witze machen könnte. Noch dazu "vor der ganzen Welt".

Und nein, ich finde immer noch, dass eine Ohrfeige nicht die beste Lösung ist.
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.

de mappes
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Spamferkel
Tamasi hat geschrieben:
Monitor hat geschrieben:Wir waren in einem Moskauer Hotel auf den Leningbergen untergebracht und die Gruppe
saß morgens an einem langen Frühstückstisch, am Vortag der Rückreise. Plötzlich stand einer der Juristen auf und ohrfeigte vor allen anderen seine Begleiterin (Verlobte) zweimal.

Der Mann hat richtig gehandelt.

Vermutlich hat seine Verlobte dem jungen Wladimir Putin zugelächelt. Wer sonst saß am anderen Ende des langen Frühstückstisches?


:lol:
Don't criticize what you can't understand

schwaebi hat geschrieben:Also wer entscheidet ob ein Witz darüber weniger schlimm ist als einer über Krebs?


Na du, ich, Tiffi, die Smiths, Chris Rock und der Rest der Welt. Wir entscheiden das. Wenn du so frügtest, wäre es auch sehr leicht zu beantworten – ist aber nicht das Thema, weil es wie gesagt eh immer drauf ankommt.

schwaebi hat geschrieben:Wärst du entrüsteter, wenn er einen Witz über jemanden mit fieser Akne gemacht hätte oder weniger?


Kommt drauf an.


schwaebi hat geschrieben:Wie sehr jemand unter einer Krankheit leidet, kann nur er/sie selbst und das direkte Umfeld wissen. Ich vermute, dass Frau Smith als Schauspielerin, die auch mit dem Aussehen arbeitet, sehr belastet ist. Ich kenne eine 14jährige Schülerin damit, die kämpft mit Mobbing und Depressionen und und..


Frau Smith ist aber nicht die 14jährige Schülerin, und Will Smith auch nicht. Frau Smith behauptet übrigens, dass sie davon überhaupt nicht belastet ist, kannsch ebenfalls auf Instagram nachgucken. Ist vielleicht geschwindelt, aber wenn wir uns schon nicht mehr über die Backpfeife unterhalten, sondern über Frau Smiths Leiden, dann darf ich schon fragen wo es hinführen soll, wenn man mit “Was wäre wenn sie querschnittsgelähmt wäre” ankommt. Ich bitte dich.


Hasenrupfer
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Grasdaggl
Ah, und ich dacht schon, Der Pass hätte nen Oskar gewonnen, und ihr würdet zig-Seiten lang darüber jubeln...

Jedenfalls habe ich die Schelle zur Kenntnis genommen, und erlaube mir, keinerlei Meinung zu haben. Schmierwurscht.

schwaebi
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Grasdaggl
Nice Weather hat geschrieben:Frau Smith ist aber nicht die 14jährige Schülerin, und Will Smith auch nicht. Frau Smith behauptet übrigens, dass sie davon überhaupt nicht belastet ist, kannsch ebenfalls auf Instagram nachgucken. Ist vielleicht geschwindelt, aber wenn wir uns schon nicht mehr über die Backpfeife unterhalten, sondern über Frau Smiths Leiden, dann darf ich schon fragen wo es hinführen soll, wenn man mit “Was wäre wenn sie querschnittsgelähmt wäre” ankommt. Ich bitte dich.


Versteh ich nicht ganz - weil sie keine 14jährige Schülerin ist, muss sie sich das gefallen lassen? Das war wiederum ebenfalls ein Beispiel von mir, dass "das Schlimme" nur diese betroffene Person definieren kann (weil du weiter oben meintest, die Krankheit ließe sich nicht mit Krebs vergleichen - tja, objektiv vielleicht nicht)

Und Instakram guck ich nicht, sorry 8)

dann darf ich schon fragen wo es hinführen soll, wenn man mit “Was wäre wenn sie querschnittsgelähmt wäre” ankommt. Ich bitte dich.


Ja, frag gerne - und beantworte bitte auch gerne: Wo ist da niveautechnisch ein Strich zu ziehen?

Das gilt übrigens genauso für die paar aufs Maul. Ab welchem Beleidigungsniveau wäre das denn okay gewesen? Oder wäre es in Ordnung gewesen, wenn sie selbst hoch gerast wäre und dem Idioten eine geschallert hätte?

Mich interessiert das einfach. Wer findet, dass das nicht in ein Fußball-Forum des gehobenen Niveaus gehört, braucht nicht zu antworten. :prost:
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.


jagdhuette
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Halbdaggl
Mago hat geschrieben:Mir fällt spontan keine Äußerung ein, die eine Ohrfeige wirklich rechtfertigen würde.


Genau das ist auch mein Punkt.
Ich ärgere mich auch über vieles. Aber das Bedürfnis einem anderen weh zu tun ist mir fremd.
Ich sehe das zwar bei meinen Kindern, dass das anscheinend in uns drin steckt. Aber ich probiere es ihnen auch mit einer Eselsgeduld abzugewöhnen.

higgi
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Grasdaggl
Mago hat geschrieben:Mir fällt spontan keine Äußerung ein, die eine Ohrfeige wirklich rechtfertigen würde.

Und wenn einer ständig Smileys postet?
von daher


Nilkheimer
Halbdaggl
Und vielleicht mal platt rechtlich: Das war schlicht und ergreifend eine Straftat, die auf keine Weise gerechtfertigt sein könnte.

Jetzt kann man über seine Motivlage schwadronieren und ob und wie weit man da Verständnis spürt, aber daran beißt die Maus halt keinen Faden ab.
Aber das macht doch nichts.

Tifferette
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Grasdaggl
Nö, natürlich nicht. Wurde übrigens nicht angezeigt, bzw. kein Strafantrag gestellt (oder wie auch immer man das am bestens übersetzt).
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)






Tamasi
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Allmachtsbachel
Willi Schmidt und Chris Steinbrocken sind genauso deutsch wie jeder Staat, vor dem mal ein deutsches U-Boot aus dem Wasser gelugt hat. Selbstverständlich ist da ein deutscher StA zuständig.


schwaebi
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Grasdaggl
Kareem Abdul-Jabbar, den ich sehr schätze, schreibt

"When Will Smith stormed onto the Oscar stage to strike Chris Rock for making a joke about his wife's short hair, he did a lot more damage than just to Rock's face. With a single petulant blow, he advocated violence, diminished women, insulted the entertainment industry, and perpetuated stereotypes about the Black community. That's a lot to unpack. Let's start with the facts: Rock made a reference to Smith's wife, Jada Pinkett Smith, as looking like Demi Moore in 'G.I. Jane,' in which Moore had shaved her head. Jada Pinkett Smith suffers from alopecia, which causes hair loss. Ok, I can see where the Smiths might not have found that joke funny. But Hollywood awards shows are traditionally a venue where much worse things have been said about celebrities as a means of downplaying the fact that it's basically a gathering of multimillionaires giving each other awards to boost business so they can make even more money. The Smiths could have reacted by politely laughing along with the joke or by glowering angrily at Rock. Instead, Smith felt the need to get up in front of his industry peers and millions of people around the world, hit another man, then return to his seat to bellow: 'Keep my wife's name out of your fucking mouth.' Twice. Some have romanticized Smith's actions as that of a loving husband defending his wife. Comedian Tiffany Haddish, who starred in the movie 'Girls Trip' with Pinkett Smith, praised Smith's actions: '[F]or me, it was the most beautiful thing I've ever seen because it made me believe that there are still men out there that love and care about their women, their wives.' Actually, it was the opposite. Smith's slap was also a slap to women. If Rock had physically attacked Pinkett Smith, Smith's intervention would have been welcome. Or if he'd remained in his seat and yelled his post-slap threat, that would have been unnecessary, but understandable. But by hitting Rock, he announced that his wife was incapable of defending herself—against words. From everything I'd seen of Pinkett Smith over the years, she's a very capable, tough, smart woman who can single-handedly take on a lame joke at the Academy Awards show. This patronizing, paternal attitude infantilizes women and reduces them to helpless damsels needing a Big Strong Man to defend their honor least they swoon from the vapors. If he was really doing it for his wife, and not his own need to prove himself, he might have thought about the negative attention this brought on them, much harsher than the benign joke. That would have been truly defending and respecting her. This 'women need men to defend them' is the same justification currently being proclaimed by conservatives passing laws to restrict abortion and the LGBTQ+ community. Worse than the slap was Smith's tearful, self-serving acceptance speech in which he rambled on about all the women in the movie 'King Richard' that he's protected. Those who protect don't brag about it in front of 15 million people. They just do it and shut up. You don't do it as a movie promotion claiming how you're like the character you just won an award portraying. But, of course, the speech was about justifying his violence. Apparently, so many people need Smith's protection that occasionally it gets too much and someone needs to be smacked. What is the legacy of Smith's violence? He's brought back the Toxic Bro ideal of embracing Kobra Kai teachings of 'might makes right' and 'talk is for losers.' Let's not forget that this macho John Wayne philosophy was expressed in two movies in which Wayne spanked grown women to teach them a lesson. Young boys—especially Black boys—watching their movie idol not just hit another man over a joke, but then justify it as him being a superhero-like protector, are now much more prone to follow in his childish footsteps. Perhaps the saddest confirmation of this is the tweet from Smith's child Jaden: 'And That’s How We Do It.' The Black community also takes a direct hit from Smith. One of the main talking points from those supporting the systemic racism in America is characterizing Blacks as more prone to violence and less able to control their emotions. Smith just gave comfort to the enemy by providing them with the perfect optics they were dreaming of. Many will be reinvigorated to continue their campaign to marginalize African Americans and others through voter suppression campaign. As for the damage to show business, Smith's violence is an implied threat to all comedians who now have to worry that an edgy or insulting joke might be met with violence. Good thing Don Rickles, Bill Burr, or Ricky Gervais weren't there. As comedian Kathy Griffin tweeted: 'Now we all have to worry about who wants to be the next Will Smith in comedy clubs and theaters.' The one bright note is that Chris Rock, clearly stunned, managed to handle the moment with grace and maturity. If only Smith's acceptance speech had shown similar grace and maturity—and included, instead of self-aggrandizing excuses, a heartfelt apology to Rock."
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.