halensee hat geschrieben:Ich Wir sind jetzt auch in die "Balkon-Saison" gestartet. In Phase 1 hat sich der Hausherr, also ich, sein ingenieurwissenschaftliches Knoffhoff zu Nutzen gemacht. Auslöser der Angelegenheit war, dass die
Tomaten mobil sein sollten, so dass sie zum einen liebevoll in die Sonne und zum anderen fürsorglich
ins Trockene geschoben werden können.
Im Lenkrollenshop wurden die passenden "Füße" erworben. Die dazu passenden Schrauben und Unterlegscheiben stellte der lokal Obi. Insgesamt waren dort 3 Besuche fällig, da halensee handwerklich
nahezu komplett minderbemittelt nicht unbedingt die hellste Leuchte ist. Ein Freund von halben Sachen bin ich aber auch nicht, so dass insgesamt 20 Lenkrollen, genügend Schrauben und Unterlegscheiben für insgesamt 5 Pflanzgefäße angeschafft wurden.
Ohne Werbung machen zu wollen kann ich am Rande erwähnen, dass das Playmobilspielzeug mit unseren Balkonkästen verwandt ist und beide nicht mehr nach Russland geliefert werden. Als schweres Gerät standen ein AEG Bohrhammer, sowie eine Bohrmaschine von Bosch, ein Geschenk der gleichnamigen Firma zum 100-jährigen Bestehen im Jahre 1986 zur Verfügung. Die Entscheidung fiel zugunsten der Bosch aus, welche schätzungsweise 30 Jahre nicht mehr im Einsatz war, ihren Dienst aber perfekt verrichtete.
Bedingt durch Vorkommnisse im privaten Bereich war der im letzten Jahr gefasste Plan, die entsprechenden
Samen beim Tomatenjunkie zu erwerben und die Pflanzen selbst heranzuziehen, nicht erfolgreich.
Der Verkauf der Samen war eingestellt, da die Pflanzsaison bereits begonnen hatte. Dies hatte zur Folge, dass er (also ich) bei Kölle und Mauk insgesamt 6 Pflanzen erworben hat ohne sich um die botanischen Kerndaten zu kümmern. Eingepflanzt sind diese, sowie etwas Schnittlauch und krause Petersilie nun.
Die Balkon-Battle mit Frau halensee sieht wie folgt aus. Die Göttergattin ist für 9 Hängekästen, halensee für 4 zuständig. Bei den am Boden stehenden Pflanzkübeln ist das Verhältnis 15:5 zugunsten des Profis. Eigentlich wollte ich hier gendern, aber "zugunsten der Professionellen" hätte vermutlich zu Irritationen im Pforum geführt.
Kurz zusammengefasst, setze ich dieses Jahr anstatt auf Masse auf Qualität, bin auf das Ergebnis sehr gespannt und werde zu gegebenem Zeitpunkt berichten.
Warum wartest Du nicht noch ein bisschen, und schraubst die Lenkrollen direkt an die Tomaten ran? Dann ließen die sich - idealerweise sogar per Funksteuerung - direkt in den nächsten Kühlschrank fahren.
Ernsthaft jetzt: Eine Folie spannen für den Fall, dass es regnet geht nicht? Hast Du keine Angst, dass Dir beim ins Trockene rollen was abbricht? Vor allem wenn die mal richtig voll mit Früchten hängen?
Es wird m.M.n. auch zu viel Geschiss um das Thema "Tomaten und Regen" gemacht. Vielleicht möchten Dehner et. al. da einfach nur ihren Plünder drumherum loswerden. Ich habe vor zwei Jahren, als ich noch keine Gewächshäuser hatte, meine Tomatentöpfe einfach in die Sonne gestellt, ohne irgendetwas dfrüber. Klar sind die nass geworden, aber geschadet hat es ihnen nicht, nach dem Regen einfach hingehen und das überschüssige Wasser abschütteln (wie beim Pinkeln am Pissbecken). Außerdem gibt es extra gegen Kraut- und Braunfäule gezüchtete Freilandtomaten. Der Paradeiser-Pabst aus dem Burgenland, Erich Stekovics (
https://www.stekovics.at/) pfeift auch auf den Regenschutz. Ich weiß ja nicht wo Dein Balkon sich befindet und zu welcher Himmelsrichtung er ausgerichtet ist, meistens macht man sich da zu viele Sorgen.
Meine Pflanzen haben jetzt die ersten Früchte ausgebildet. Die Fleischtomaten sind etwa eiergroß. Jetzt 4 Wochen Sonne und ich kann die erste Ernte einfahren. Nach den Erfahrungen aus dem letzten Jahr, als ich festgestellt habe, dass man mit einem Gewächshaus bis in den November hinein ernten kann, hoffe ich dieses Jahr auf eine Ernte von Juni bis in den ganz späten Herbst hinein:
Ende April habe ich gekaufte Pflänzchen vom Züchter, etwa 20 cm hoch, ins Gewächshaus gesetzt. Sind jetzt ca. 1m groß und tragen wie erwähnt schon die ersten Früchte. Erhoffte Erntedauer: von Juni bis September.
Zeitgleich habe ich aus der Ernte vom letzten Jahr das eigene Saatgut gesät, die sind erst ca. 5 cm hoch. Stehen aber auch schon im Gewächshaus. Erhoffte Erntezeit hier: September bis November.
Ich hatte mir ja im April eine neues großes Beet gebaut (siehe mein Post vom 22.4.). Rundherum wurden rote Steckzwiebeln gepflanzt (etwa 100) und mittenmang dann drei verschiedene Kartoffeln verbuddelt: 2 x so extra vorgekeimte rote Sorten (jeweils 8 Kartoffeln) aus dem Handel. Und dann habe ich spaßeshalber 8 mehlige Supermarktkartoffeln mit reingeschmissen. Die 8 vorgekeimten vom Züchter knallten förmlich aus der Erde, die standen nur 3 Wochen nach Aussat in vollster Pracht. Und erstaunlicherweise sind von den 8 Supermarktkartoffeln auch 5 gekommen. Sensationell, hätte ich nie gedacht.
Außerdem ersticken wir fast in Rucola. Den hatten wir letztes Jahr ausgesät, geerntet und dann die Reste einfach stehen lassen. Nie wieder was dran gemacht, nicht mal gegossen. Das ist dem aber komplett Latte, der wächst wie Gras. Und schmeckt phantatstisch.
Sorgen macht - wie immer - der Knollensellerie. Braucht ewig, bis da ein Pflänzchen sprießt. Und wenn es dann mal da ist, sieht es wochenlang komplett jämmerlich aus. Über die Hälfte geht nach dem pikieren ein. Um die muss man sich kümmern wie um Frühchen. Und Salat wächst dieses Jahr komischerweise auch eher schlecht.
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."