Ist es nicht?
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schwaebi hat geschrieben:Ist es nicht?
Wenn die Stadt HH das Geld nicht zweckgebunden ausbezahlt haben sollte, gehört der zuständige Beamte sofort gevierteilt.
Ich trau's ihnen halt zu...Wüstefeld ließ vor dem Anteilkauf alles genau durchleuchten, "Due Diligence" nennt man diesen Prozess. Und da soll nicht aufgefallen sein, dass die 23,5 Millionen Euro längst für etwas anderes aufgewendet wurden - in etwa dieselbe Summe, die der HSV jährlich für seine Profimannschaft aufwendet?
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(...) verwundert es schon ein bisschen, dass ausgerechnet der HSV-Finanzchef erst Monate nach seinem Einstieg als Gesellschafter bemerkt haben will, dass essenzielle Gelder nicht zur Verfügung stehen.
Hamburger SV:Investor gegen Investor
3. August 2022, 6:32 Uhr Süddeutsche Zeitung
Wann und wie sind die 23,5 Millionen Euro verschwunden, die der HSV von der Stadt zur Sanierung des Stadions erhielt? Der Streit darüber spitzt sich so sehr zu, dass zwei Klubfiguren bald vor Gericht aufeinandertreffen könnten.
Von Thomas Hürner, Hamburg
Auf den ersten Blick sieht es ja noch ganz schmuck aus, dieses Hamburger Volksparkstadion. Es hat eine Dachkonstruktion mit imposanten Stahlträgern, die Tribünen ragen steil aus dem Boden, drinnen haben bis zu 57 000 Zuschauer von überall beste Sicht auf den Rasen. Außerdem verfügt es über eine gläserne Außenfassade, die einen modernen und transparenten Eindruck erweckt, weil man von außen in Büros schauen kann, in denen die HSV-Führungskräfte ihrem Tagwerk nachgehen. Lange galt der Volkspark in der Hansestadt sogar als das Zentrum guter Unterhaltung, allerdings nur bis die noch viel schmuckere Elbphilharmonie eröffnete und das HSV-Profiteam wenig später in die zweite Liga stürzte.
Mittlerweile, da sind sich in Hamburg alle einig, ist das Volksparkstadion zu einem Zentrum von Problemen geworden. Und transparent ging es in der HSV-Geschäftsstelle ohnehin nie wirklich zu.
Am Dienstag sitzt der HSV-Vorstand Thomas Wüstefeld in einem Logenraum in der Hamburger Arena, er möchte sich erklären zum derzeit bestimmenden Thema beim HSV: den 23,5 Millionen Euro, die der Verein 2020 von der Stadt erhielt, um das Volksparkstadion zur Europameisterschaft 2024 wieder in Schuss zu bringen. Das Geld ist weg, saniert wurde bislang aber gar nichts. Das ist ein großes Ärgernis für Wüstefeld, der in dieser Medienrunde mal wieder in einer merkwürdigen Doppelfunktion spricht: als HSV-Anteilseigner und HSV-Vorstand, zuständig vor allem für das Ressort Finanzen. Es gibt nicht nur in der HSV-Geschäftsstelle Leute, die deshalb einen Interessenkonflikt sehen.
Wüstefeld will nun seine Sicht der Dinge darlegen, es gehe ihm "um Transparenz", sagt er. Klar ist, dass das für die Sanierung gedachte Geld in den Untiefen des Klubs versickert ist, bevor Wüstefeld im Oktober 2021 beim HSV als Gesellschafter einstieg. Das weiß man bereits länger, Wüstefeld behauptet aber, dass das zum Zeitpunkt des Anteilkaufs "nicht ersichtlich" gewesen sei, weil der Verkäufer - die Holding des Investors und HSV-Fans Klaus-Michael Kühne - wichtige Dokumente und Informationen vorenthalten habe.
Über eine eigene Firma erwarb der Medizinunternehmer Wüstefeld 5,11 Prozent an der HSV Fußball AG, bezahlt hat er dafür 14,2 Millionen Euro. Und nun ist er der Meinung, dass dieser Preis wegen des Sanierungsstaus am Volkspark deutlich zu hoch gewesen sei. Mit Vertretern Kühnes werde deshalb "eine Lösung" gesucht, so Wüstefeld. Eine mögliche Lösung ist bereits durchgesickert: Entweder es gibt einen Teil des Geldes zurück, oder man sieht sich vor Gericht wieder. Ausgeschlossen hat Wüstefeld die letzte Eskalationsstufe am Dienstag nicht. Kühne hat derweil über das Hamburger Abendblatt ausrichten lassen, dass er hoffe, dass Wüstefeld beim HSV "recht bald Geschichte sein wird".
Es gilt als möglich, dass sich Wüstefeld und HSV-Investor Kühne bald vor Gericht sehen
Das wäre schon eine Sache: Der HSV-Tausendsassa Wüstefeld in einem Rechtsstreit mit dem langjährigen HSV-Investor Kühne, der immer noch 15,21 Prozent der Anteile hält und jährlich angeblich drei Millionen Euro für die Namensrechte am Volkspark bezahlt, das er gerne zum "Uwe-Seeler-Stadion" umtaufen würde, in Gedenken an die kürzlich verstorbene Klublegende des HSV.
Es gibt aber Zweifel an der Version Wüstefelds. Hätte er nicht wissen müssen, worauf der sich beim HSV einlässt? Den Stadiondeal mit der Stadt ausgehandelt hatte jedenfalls noch Frank Wettstein, der Vorgänger Wüstefelds im HSV-Vorstand. Laut Wüstefeld habe es zwischen den beiden eine "saumiese" Übergabe gegeben, während der es geheißen habe, die Gelder seien ordnungsgemäß für die Sanierung des Volksparks auf den Weg gebracht worden. Stattdessen wurden damit pandemiebedingte Löcher im HSV-Budget gestopft, die Kosten sind auf angeblich fast 40 Millionen Euro gestiegen und übersteigen die Finanzspritze der Stadt nun deutlich. Nur: Wüstefeld ließ vor dem Anteilkauf alles genau durchleuchten, "Due Diligence" nennt man diesen Prozess. Und da soll nicht aufgefallen sein, dass die 23,5 Millionen Euro längst für etwas anderes aufgewendet wurden - in etwa dieselbe Summe, die der HSV jährlich für seine Profimannschaft aufwendet?
Die Lage ist mal wieder kompliziert, sogar die Konfliktlinie innerhalb des Vereins ist umstritten. Die Vorwürfe sind dafür umso heftiger, manche Beteiligte wittern sogar Verrat. Man könnte zum Zyniker werden.
Wüstefeld erklärte, er sei in den ersten Monaten zunächst damit beschäftigt gewesen, sich einen Überblick beim HSV zu verschaffen. Eine komplizierte Angelegenheit angesichts des aufgeblasenen Apparats beim Traditionsklub. Andererseits verwundert es schon ein bisschen, dass ausgerechnet der HSV-Finanzchef erst Monate nach seinem Einstieg als Gesellschafter bemerkt haben will, dass essenzielle Gelder nicht zur Verfügung stehen. In der Rolle des Finanzchefs ist Wüstefeld überdies derjenige, der endlich eine alternative Finanzierung für die Umbaumaßnahmen am Volkspark auf den Weg bringen muss, damit das Stadion zur EM rechtzeitig fertig wird. In dieser Sache befinde man sich "auf der Zielgeraden", versicherte Wüstefeld.
Wüstefeld sagt, er handle ausschließlich "zum Wohle des HSV"
In der Rolle des HSV-Anteilseigners wirken die Interessen nicht mehr so klar. Denn in möglichen Nachverhandlungen mit der Partei Kühne über die Bewertung der HSV-Anteile käme es Wüstefeld möglicherweise zupass, wenn die Finanzlage nebulös und schwierig erscheint. Das könnte den Kaufpreis senken, zumal im Gespräch war, dass Wüstefeld seine Anteile gerne aufstocken würde - und in Person des neuen HSV-Aufsichtsrates Detlef Dinsel bereits der nächste Interessent in den Startlöchern steht, mit dem Wüstefeld gut kann. Wüstefeld bestreit derartige Motive, er kümmere sich um "Sachfragen" und handle ausschließlich zum "Wohle des HSV".
Im Aufsichtsrat des HSV wird die Personalie Wüstefeld derzeit kontrovers diskutiert. Die eine Seite, heißt es, sei für die Abberufung des Unternehmers aus dem Vorstand. Die andere Seite, angeführt vom Wüstefeld-Vertrauten Marcell Jansen, sieht eher den HSV-Sportvorstand Jonas Boldt kritisch. Denn auch zwischen Boldt und Wüstefeld herrscht ein frostiges Verhältnis - und es ist nicht besser geworden, seitdem Wüstefeld jüngst das versprochene Transferbudget in Höhe von zehn bis 15 Millionen Euro eingefroren hat. Boldt ist deshalb handlungsunfähig und kann die Mannschaft nicht mit neuen Spielern verstärken.
Bevor es frisches Geld gibt, muss laut Wüstefeld aber noch etwas geklärt werden: Die Sanierung des Volksparkstadions.
Angry Wasenhuhn hat geschrieben:Sobald man "HSV" sagt, lässt der nüchterne Beamte wohl alle Vernunft über die Planke gehen. Das ist wohl wie bei Kölnern, wenn man "Karneval" sagt. Ich hätte auch gerne so einen Hirnschalter...
(Da ich mir Eure blöden Kommentare bereits denken kann, habe ich den Beweis bereits angetreten.)

schwaebi hat geschrieben:Tamasi war schneller, aber hier der ganze Artikel:Hamburger SV:Investor gegen Investor
Kühne hat derweil über das Hamburger Abendblatt ausrichten lassen, dass er hoffe, dass Wüstefeld beim HSV "recht bald Geschichte sein wird".
Er arbeitet jedenfalls grad dran. Pro domo natürlich.higgi hat geschrieben:Anteilseigener und Finanzvorstand
Das muss funktionieren




Das wird mit einem tiefen Blick in die strahlendschwaebi hat geschrieben:Es gibt eine Ausnahme der Regel "Geld macht sexy"
