Seren Dipity hat geschrieben:flux hat geschrieben:@Serendipity: Kannst du mir den Zusammenhang zwischen den gegen Russland verhängten Sanktionen und dem Bestreben der EU-Staaten, sich von russischen Energieimporten unabhängiger zu machen einerseits, und den Mehreinahmen im russischen Staatshaushalt wegen gestiegener Weltmarktpreise für Energierohstoffe andererseits, erklären? Das sind doch zwei paar Stiefel, oder nicht?
Der Marktpreis ist dabei so sehr gestiegen, dass Russland absurder Weise heute für sein exportiertes Gas mehr Geld einnimmt als vor dem Krieg.
Falsche Tatsachenbehauptungen werden auch durch mehrfaches Wiederholen nicht zu richtigen. Obige Behauptung ist längst widerlegt.
Seren Dipity hat geschrieben:Hinzu kommt ja noch, dass die russische Gazprom aktuell so hohe Umsätze und Gewinne aufweist - wenn man den offiziellen Zahlen glauben kann - dass hier nicht nur alleine die Preissteigerungen zu berücksichtigen sind, sondern sich im zunehmenden Maße auch verdeckte und nicht verdeckte Absatzmärkte neu aufgetan haben müssen. Gazprom ist und bleibt für uns dabei natürlich eine Blackbox.
Es wird erkannt, dass man den offiziellen Zahlen der Russen offenbar nicht trauen kann. Trotzdem wird einfach auf ihrer Basis weiter argumentiert. Welche spezielle Form von Logik wohnt dem inne? Falls Du mehr dazu wissen möchtest (ist vom 15.9.2022):
"Es entfalte sich für Gazprom gerade das schlimmstmögliche Szenario, da sich der Konzern nicht rechtzeitig nach Osten umorientieren könne, aber der Export nach Europa schon sinke: „Ohne Dividenden, ohne Export nach Europa und ohne den Beginn massiver Lieferungen nach China ist Gazprom leider keine interessante Geschichte mehr für Investoren.“ Eduard Charin von der Anlagegesellschaft Alfa-Kapital sagte, möglicherweise wolle Gazprom das Geld für Investitionsausgaben zurückhalten. „Der Bau von Pipelines nach Asien und einer Flüssiggasanlage würde insgesamt 100 bis 150 Milliarden Dollar kosten, und wenn man schnell bauen muss, wird es noch teurer.“Quelle:
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/ru ... 67311.htmlSeren Dipity hat geschrieben:Kein hiesiger Analyst wäre wohl in der Lage zu sagen, an wen und über welche (neuen) Wege (Pipelines oder Schiffe) Gasprom gerade welches Gas verkauft. Man sieht nur in der Summe und z.B. an den gut gefüllten Vorratsspeichern "des Westens" das uns die Substitution von russischem Gas erreicht.
Die „Substitution? Was denn nun? Schieben uns die Russen ihr Gas nun über Zwischenhändler unter oder wurde dieses Gas durch andere Förderländer substituiert und hat so unsere Speicher gefüllt? Du solltest dich mal entscheiden, was du eigentlich aussagen möchtest, das ist ansonsten recht konfus. Es kann ja nur eins richtig sein: entweder macht Russland angeblich "enorme Gewinne" (was, wie gesagt, längst nicht mehr stimmt) mit Gas, dass es trotzdem über Zwischenhändler an uns verkauft (dann machen nämlich die Zwischenhändler, aber nicht Russland den Reibach), oder aber wir haben das russische Gas durch Gas aus anderen Ländern substituiert. Und die Russen gucken in die Röhre (sorry, der musste sein

). Bitte ankreuzen was du ausdrücken wolltest.
Seren Dipity hat geschrieben:Man sieht nur in der Summe und z.B. an den gut gefüllten Vorratsspeichern…
Und warum sind die Gasspeicher in Europa unter anderem so gut gefüllt? Neben dem bis Ende August aus Russland - wenn auch in immer kleiner werdender Menge - fließenden Erdgas sind dafür neben den Zwischenhändlern weitere Faktoren verantwortlich. Zuerst einmal ist der Gasverbrauch in Deutschland bis August um durchschnittlich 13,2 Prozent gesunken (verglichen mit 2021). Im Mai waren wir sogar mal bei einem Minus von fast 32 Prozent Gasverbrauch.
https://www.bdew.de/energie/monatlicher ... vergleich/Gleichzeitig haben andere Förderländer ihre Förderung gesteigert. Norwegen fördert mehr, und ist jetzt logischerweise Deutschlands größter Erdgaslieferant.
https://www.zdf.de/nachrichten/wirtscha ... z-100.htmlhttps://www.rnd.de/wirtschaft/erdgas-no ... 4DSQM.htmlhttps://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ ... 81408.htmlAlgerien hat seine Förderung ausgebaut und ersetzt Italien das, was die Russen denen abgedreht haben.
https://www.t-online.de/finanzen/boerse ... 04043C28F/https://www.spiegel.de/wirtschaft/alger ... 068b8c126bBtw: Als Putin uns den Hahn zugedreht hat - also Ende August/Anfang September - waren unsere Speicher bereits zu 85 Prozent gefüllt. Seitdem sind lediglich weitere 6,5 Prozent hinzugekommen. Allzu viel dürfte Russland also jetzt nicht mehr dran verdienen. Wofür übrigens auch der Kursverlauf der Gazprom-Aktie an der Börse in Moskau ein ganz brauchbarer Indikator ist.
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/ru ... 67311.htmlSeren Dipity hat geschrieben:Und genau dieser Umstand macht es dann auch tatsächlich sehr plausibel, dass Russland als Staat gerade deutliche Mehreinnahmen aus dem Energiesektor aufweist, im Vergleich zur Vorkriegssituation.
Nein, das macht es alles andere als plausibel. Auch dieser Punkt ist längst geklärt. Russland kann sein Gas nicht zum vorherigen „westeuropäischen“ Preis an die neuen Zwischenhändler verkaufen, sondern muss extreme Rabatte gewähren. Denn diese neuen Zwischenhändler kennen natürlich die Nöte der Russen, so ganz blöd ist der Araber oder der Inder ja auch nicht. Dieser Umstand erklärt übrigens auch die Tatsache, dass Russlands Gewinne aus fossilen Exporten in den letzten Monaten rasant geschrumpft sind (siehe mein FT-Artikel von gestern).
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."