Es haben sich wohl ziemlich viele Menschen gestern geirrt. Tatsächlich wurde weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit Frankreich Weltmeister. Aber die Presse in Frankreich hat genau aufgepasst und den Fehler bemerkt.
Jetzt bin ich übrigens froh, wenn ich das Wort "Messi" die nächsten paar Wochen nicht mehr hören muss. Der Nachweis, dass Menschen zu perversem Personenkult neigen, war vorher schon ausreichend erbracht. Ach ja, der polnische Schiedsrichter war trotz seines angeblich spielentscheidenden Fauxpas erstaunlich gut. Für mich sogar seit langem mal wieder einer, dem ich locker zugetraut hätte ohne VAR, Head-Set und Super-Slomo-Monitor ein Spiel puristisch aber souverän zu leiten.
Schließlich, über was ich auch noch gerne einen Umhang des Schweigens gelegt sehen würde: das saudumme Gelaber vom angeblich besten Fussballspiel aller Zeiten. 70 Minuten lang glich das eher einem uninteressanten Pokalspiel zwischen einem hochüberlegenen Erstligisten und einem Zweitligisten, dessen einziger Spannungsmoment noch darin lag, wann der Erstligist wohl das endgültig entscheidende 3:0 macht. Frankreich hatte es als Titelverteidiger tatsächlich fertig gebracht, bis dahin keinmal aufs Tor des Gegners zu schießen. Aber vermutlich habe ich nur ein anderes Verständnis davon, wie man sich das beste Spiel aller Zeiten vorzustellen habe.
Labbadia, übernehmen Sie.