Stimmung wie im Vereinsbeirat. 

flux hat geschrieben:Stimmung wie im Vereinsbeirat.

[In einem Werksclub] muss man sich zwar mit ein paar Dingen auseinandersetzen, die es anderswo nicht gibt. Aber die Laufwege sind klar geregelt, da pfuschen von außen nicht ständig Leute rein. Glauben Sie mir: Im Vergleich mit manchem sogenannten Traditionsklub sind das geradezu paradiesische Umstände.
Wie aufs Stichwort: 2013 wären Sie mal fast beim Hamburger SV gelandet, die Gründe für das Scheitern der Verhandlungen sind bis heute nebulös.
Vorweg: Der HSV war ein Klub, der mich immer gereizt hat, die Strahlkraft ist einfach unglaublich. Aber wie damals dort gearbeitet wurde, das kannst du eigentlich keinem erzählen ...
Doch, bitte: Erzählen Sie!
Eigentlich ging alles normal los: Ich habe Gespräche mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden geführt, mich erkundigt, wie der Klub funktioniert und wo er womöglich nicht funktioniert. Danach wurde mir signalisiert: Das Ding läuft schon. Es hieß, nur der Personalausschuss müsse noch mal drübergucken. Bei einem Termin mit allen elf Aufsichtsräten sollte dann alles in einem Rutsch erledigt werden.
Und?
Ich bin sofort losgefahren in dem Glauben, dass wir Kaffee trinken und uns nett Guten Tach sagen. Nun ja, Kaffee gab es dann. Aber der Rest stellte sich als Fehlannahme heraus. Allein die Atmosphäre des Treffens war skurril: Die Räte waren vor mir platziert wie an einer ritterlichen Tafel. Und als ich mich auf meinen Stuhl setzen wollte, musste ich ihn erst mal von Krümeln säubern. Da wusste ich: Ah, da war vor mir also schon jemand da!
Und das Gespräch?
Sagen wir mal so: Es ging fachlich nicht gerade in die Tiefe. Irgendwann meinte einer der Räte, offenbar schwer ermüdet vom Tagesprogramm: Der soll mal sagen, was er verdienen will! Ich habe entgegnet, dass ich noch nie des Geldes wegen etwas habe scheitern lassen, wenn ich Lust auf die Aufgabe habe. Aus dem Gremium kam aber immer nur derselbe Satz: Der soll jetzt mal sagen, was er verdienen will!
Woran ist es gescheitert?
So genau weiß ich das nicht, ist mir auch egal. Ein paar Tage später, ich war gerade in London zum Champions-League-Finale zwischen Bayern und Dortmund, erhielt ich jedenfalls erneut einen Anruf. In diesem wurde ich allen Ernstes gefragt: Herr Schmadtke, sorry, wir haben uns für jemand anderen entschieden, sind aber noch nicht ganz klar mit dem - wenn der doch absagt, würden Sie das dann eigentlich noch machen?
Sie haben sicher freundlich abgelehnt.
Ich hab dem geantwortet, ich sag Ihnen gleich, was ich gern machen würde.
Es war also keine üble Nachrede: Der HSV war in diesen Jahren ein sehr komplizierter Verein.
Du brauchst am Ende ja immer eine Mehrheit unter den Aufsichtsräten, wenn du als Klub mal in eine kleine Talsohle gerätst, andernfalls ist gleich Unruhe im Laden. Um dem vorzubeugen, müsstest du an elf Tagen die Woche mit irgendwelchen Aufsichtsräten zum Essen gehen. Das funktioniert ja schon rein mathematisch nicht.
Danach war in der Hamburger Presse zu lesen, Sie seien schlecht vorbereitet in dieses Gespräch gegangen.
Ich war noch nie so gut vorbereitet wie an diesem Tag.
Sind Aufsichtsräte die natürlichen Feinde der Sportdirektoren?
Nein, so würde ich das nicht sagen. Aber man merkt doch recht schnell, wenn sich im Klub der Wind gegen einen dreht.
Woran?
In Köln zum Beispiel, als es Richtung Ende ging: Auf einmal hatte ich alle bei mir sitzen, das Präsidium, den Wirtschaftsrat, den Mitgliederrat. Da wusste ich, was los ist, und auf einmal wurden merkwürdige Themen diskutiert: Warum sind die Ecken so schlecht? Die Einwürfe? Ich habe mitunter viel Aktionismus von den Menschen in den Gremien erlebt - aber ich habe immer versucht, so konstruktiv wie möglich zu bleiben.
Tamasi hat geschrieben:Jörg Schmadtke geht in Rente - in einem SZ-Interview spricht er über Vereine wie den VfB:[In einem Werksclub] muss man sich zwar mit ein paar Dingen auseinandersetzen, die es anderswo nicht gibt. Aber die Laufwege sind klar geregelt, da pfuschen von außen nicht ständig Leute rein. Glauben Sie mir: Im Vergleich mit manchem sogenannten Traditionsklub sind das geradezu paradiesische Umstände.
Wie aufs Stichwort: 2013 wären Sie mal fast beim Hamburger SV gelandet, die Gründe für das Scheitern der Verhandlungen sind bis heute nebulös.
Vorweg: Der HSV war ein Klub, der mich immer gereizt hat, die Strahlkraft ist einfach unglaublich. Aber wie damals dort gearbeitet wurde, das kannst du eigentlich keinem erzählen ...
Doch, bitte: Erzählen Sie!
Eigentlich ging alles normal los: Ich habe Gespräche mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden geführt, mich erkundigt, wie der Klub funktioniert und wo er womöglich nicht funktioniert. Danach wurde mir signalisiert: Das Ding läuft schon. Es hieß, nur der Personalausschuss müsse noch mal drübergucken. Bei einem Termin mit allen elf Aufsichtsräten sollte dann alles in einem Rutsch erledigt werden.
Und?
Ich bin sofort losgefahren in dem Glauben, dass wir Kaffee trinken und uns nett Guten Tach sagen. Nun ja, Kaffee gab es dann. Aber der Rest stellte sich als Fehlannahme heraus. Allein die Atmosphäre des Treffens war skurril: Die Räte waren vor mir platziert wie an einer ritterlichen Tafel. Und als ich mich auf meinen Stuhl setzen wollte, musste ich ihn erst mal von Krümeln säubern. Da wusste ich: Ah, da war vor mir also schon jemand da!
Und das Gespräch?
Sagen wir mal so: Es ging fachlich nicht gerade in die Tiefe. Irgendwann meinte einer der Räte, offenbar schwer ermüdet vom Tagesprogramm: Der soll mal sagen, was er verdienen will! Ich habe entgegnet, dass ich noch nie des Geldes wegen etwas habe scheitern lassen, wenn ich Lust auf die Aufgabe habe. Aus dem Gremium kam aber immer nur derselbe Satz: Der soll jetzt mal sagen, was er verdienen will!
Woran ist es gescheitert?
So genau weiß ich das nicht, ist mir auch egal. Ein paar Tage später, ich war gerade in London zum Champions-League-Finale zwischen Bayern und Dortmund, erhielt ich jedenfalls erneut einen Anruf. In diesem wurde ich allen Ernstes gefragt: Herr Schmadtke, sorry, wir haben uns für jemand anderen entschieden, sind aber noch nicht ganz klar mit dem - wenn der doch absagt, würden Sie das dann eigentlich noch machen?
Sie haben sicher freundlich abgelehnt.
Ich hab dem geantwortet, ich sag Ihnen gleich, was ich gern machen würde.
Es war also keine üble Nachrede: Der HSV war in diesen Jahren ein sehr komplizierter Verein.
Du brauchst am Ende ja immer eine Mehrheit unter den Aufsichtsräten, wenn du als Klub mal in eine kleine Talsohle gerätst, andernfalls ist gleich Unruhe im Laden. Um dem vorzubeugen, müsstest du an elf Tagen die Woche mit irgendwelchen Aufsichtsräten zum Essen gehen. Das funktioniert ja schon rein mathematisch nicht.
Danach war in der Hamburger Presse zu lesen, Sie seien schlecht vorbereitet in dieses Gespräch gegangen.
Ich war noch nie so gut vorbereitet wie an diesem Tag.
Sind Aufsichtsräte die natürlichen Feinde der Sportdirektoren?
Nein, so würde ich das nicht sagen. Aber man merkt doch recht schnell, wenn sich im Klub der Wind gegen einen dreht.
Woran?
In Köln zum Beispiel, als es Richtung Ende ging: Auf einmal hatte ich alle bei mir sitzen, das Präsidium, den Wirtschaftsrat, den Mitgliederrat. Da wusste ich, was los ist, und auf einmal wurden merkwürdige Themen diskutiert: Warum sind die Ecken so schlecht? Die Einwürfe? Ich habe mitunter viel Aktionismus von den Menschen in den Gremien erlebt - aber ich habe immer versucht, so konstruktiv wie möglich zu bleiben.
Dit Janze, inklusive nahegehendem Robert-Enke-Teil:
https://www.sueddeutsche.de/sport/schma ... -1.5735619
de mappes hat geschrieben:
Leider zu zahlen
Schade

langfristig unterstützenswert
Familie Mild hat geschrieben:Nilkheimer hat geschrieben:Ja eben. Da kammer dann ja auch mal.
Denn wenn oinerlangfristig unterstützenswert
isch, dann ja wohl die SZ.
Aber nein: Jammern.
morgen dann wieder die Mappusshow im Tiger, wer ist Schiri?

Familie Mild hat geschrieben:Nilkheimer hat geschrieben:Ja eben. Da kammer dann ja auch mal.
Denn wenn oinerlangfristig unterstützenswert
isch, dann ja wohl die SZ.
Aber nein: Jammern.
morgen dann wieder die Mappusshow im Tiger, wer ist Schiri?

Tamasi hat geschrieben:Jörg Schmadtke geht in Rente - in einem SZ-Interview spricht er über Vereine wie den VfB:
flux hat geschrieben:Stimmung wie im Vereinsbeirat.
.Aleksiander hat geschrieben:Uwe Schier, 4 Jahre Scout und enger Vertrauter von Mislintat, wurde vom VfB entlassen.
Sparmaßnahmen oder interne Bereingung?