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Soll der Bundestag einen neuen Kanzler wählen?

Ja
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Bin da unschlüssig.
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Nein, Merz macht gute Arbeit
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Nein, des machts auch net besser
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Merz soll die Vertrauensfrage stellen und Neuwahlen ermöglichen
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Southern Comfort
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Grasdaggl
flux hat geschrieben:Genau die Diskrepanz zwischen vielen gewonnenen Direktmandaten und deutlich weniger Zweitstimmenanteilen sorgt ja bei dem jetzigen Wahlrecht, das in gleicher Weise Mehrheits- und Verhältniswahlrecht realisiert, für die Explosion der Zahl der Abgeordneten. Was du vorschlägst, ist ja eine Änderung Richtung Mehrheitswahlrecht, was den "Grossparteien" deutlich mehr Sitzanteile im Parlament verschafft, als ihrer Zustimmung bei den Wählern entspricht. Und ja: Diese 80% und mehr der Direktmandate war zumindest früher (Alt-BRD) Gang und gäbe. Heute vielleicht nicht mehr. Aber um einer 35%-Partei eine absolute Mehrheit im Bundestag zu verschaffen, dazu müsste dein Vorschlag noch reichen.


Also ist das ein Beispiel aus einer Dreiparteienwelt.

Also gut, in einer Was-wäre-wenn-Welt hat das Modell Schwächen. Vermutlich sogar mehr, wenn ein angesäuerter Fußballfan sich das aus mal so eben aus den Fingern schüttelt. Ich hab damit kein Problem.

Bleiben wir aber mal konkret beim neuen Gesetz. Hier würden 45 Direktkandidaten um Ihren Einzug zittern, weil die Partei nicht bundesweit antritt. Auch wenn es doppelt so depperte Bayern wären, es irritiert mich aus Prinzip.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.


flux
Southern Comfort hat geschrieben:Also ist das ein Beispiel aus einer Dreiparteienwelt.

Nein, 65% der Direktmandate, die einer 35% Zweitstimmen-Partei zur absoluten Mehrheit im Bundestag verhelfen würde, sind auch heute denkbar. Und deshalb...
Southern Comfort hat geschrieben:Also gut, in einer Was-wäre-wenn-Welt hat das Modell Schwächen.

... hat dein Modell auch ganz real und Heute diese "Schwäche". Ich apostrophiere ganz bewusst, weil ja durch und durch demokratische Staaten ein solches Mehrheitswahlrecht seit langem pflegen - mit der von @Goofy benannten "Blockbildung". Kann man so machen, sollte sich dessen nur bewusst sein.

Southern Comfort hat geschrieben:Bleiben wir aber mal konkret beim neuen Gesetz. Hier würden 45 Direktkandidaten um Ihren Einzug zittern, weil die Partei nicht bundesweit antritt. Auch wenn es doppelt so depperte Bayern wären, es irritiert mich aus Prinzip.

Das kommt halt darauf an, welche Bedeutung man den gewählten Direktkandidaten zumisst. Ich halte diese Mini-Fürsten sowohl für ihre Wahlkreise, als auch für die Parlamentsarbeit für mehr als entbehrlich.... Aber das darf jeder anders beurteilen.

Edith: Es ist ja nicht so, dass es bei einer - wie von der "Ampel" vorgesehenen - Verschiebung Richtung Verhältniswahlrecht (was kleineren Parteien wie etwa der FDP oder den Grünen zugute kommt), keine bayrischen Abgeordneten mehr gäbe. Es sind halt dann nur nicht mehr diejenigen, die jedes Schützenfest und jedes Vereinsjubiläum mit ihren Reden verhunzen, um dann vier Jahre lang als Abgeordnete jede Entscheidung im Bundestag darauf hin anzuklopfen, was es dem eigenen Wahlkreis bringt bzw. dem eigenen Renommee in eben diesem.

Southern Comfort
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Grasdaggl
Lieber Flux,

Das Thema hat mich weiter beschäftigt und die Niederlage schreit nach Ablenkung. Also hab ich ein paar Zahlen durchs Excel geschubst. Okay, wird jetzt bissle nerdy.

Hier die Quelldaten:
https://www.bundeswahlleiter.de/dam/jcr/397735e3-0585-46f6-a0b5-2c60c5b83de6/btw_ab49_gesamt.pdf

Ich habe zunächst die Anteile der Erst- und Zweitstimmen pro Partei und Jahr gegenübergestellt. Dann habe ich daraus Durchschnitt gebildet. Das entspräche der Sitzverteilung in meinem Modell. Diesen Durchschnitt habe ich mit dem historischen Zweitstimmenanteil verglichen. Einfach, um mal ein Gefühl zu bekommen, wie stark denn die Verwerfung gewesen wären.

Folgende Beobachtungen:

1.) Den höchste Erststimmenanteil hatte 1983 die CDU/CSU mit 52,2 %.

2.) Eine große Abweichung zwischen Erst- und Zweitstimmenanteil gibt es in den Jahren 1949-1994 nicht. Da liegen die Abweichungen unter 2 Prozentpunkten, oft sogar unter einem halben Prozentpunkt.

3.) Die Abweichungen steigen in den Folgejahren. Klar, erst mit mehr Parteien hat man mehr Möglichkeiten zur Stimmenteilung. Am deutlichsten ist es in den Jahren 2005, 2009 und 2021 (hier nur bei der AFD: viele Erststimmen, wenig Zweitstimmen).

4.) größte Gewinner/Verlierer:
- SPD 2009 + 2,5
- CDU/CSU 2005 + 2,9
- AFD 2021 + 4,1
- FDP 2009 -2,6
- AFD 2013 -2,4 (Keine Erststimmen)

Insofern wollte ich Deine Bedenken etwas einbremsen. Diese krassen Verwerfungen sieht man so aus den Zahlen jetzt nicht.

Allerdings, das sei an der Methodik kritisiert: Der Erststimmenanteil entspricht nicht dem Anteil an Erstmandaten.

Deswegen habe ich das Ganze nochmal gemacht... :mrgreen:

Diesmal habe ich den Anteil an der vergebenen Erstmandanten berechnen müssen. Danach das gleiche Prozedere wie oben.

Die Beobachtungen:

1.) über 75% der Erstmandate gab es 3 Mal (Alle Union, 1957, 2013, 2017)

2.)Keine Partei hatte in diesem Modell je eine Mehrheit erreicht, die zur Verfassungsänderung reicht. Gut!
Gleichzeitig wäre es einmal knapp gewesen: 1957 erreicht die CDU/CSU so 65,3 %.

3.) Es hätte aber häufiger absolute Mehrheiten gegeben (2 x SPD, 12 x CDU/CSU).

4.) Die Verwerfungen zwischen meiner rechnerischen Sitzverteilung und der bislang maßgeblichen Zweistimmenverteilung ist deutlicher. Vor allem sind die Effekte erstaunlich eindeutig verteilt. 2009-2017 hätte die Union 20 Prozentpunkte mehr Stimmenanteil im Parlament erhalten (Und da meckert man immer über die paar Überhangmandate... :lol: ).

5.) Kleinparteien kommen hier deutlicher unter die Räder. Sie sind zwar weiterhin dabei (Gruß an Goofy!), aber eben weniger mächtig.


Schlussfolgerung:
Dieser "winner takes it all"-Effekt aus den Erststimmen ist da ziemlich krass. Gefällt mir so nicht und das hätte ich auch wesentlich gleichmäßiger verteilt erwartet. Und die Kleinparteien schätze ich. Ein bunteres Parlament ist mir wichtig. Also kommt das Konzept in die Tonne.

Es ist natürlich etwas schwierig, so zu rechnen, wenn das Wahlsystem ein anderes war. Will sagen: Das Wahlsystem hat Einfluss auf das Wahlverhalten.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

flux
Southern Comfort hat geschrieben:Also hab ich ein paar Zahlen durchs Excel geschubst. Okay, wird jetzt bissle nerdy.

Ich find' das cool. 8)

Southern Comfort hat geschrieben:Allerdings, das sei an der Methodik kritisiert: Der Erststimmenanteil entspricht nicht dem Anteil an Erstmandaten.

Genau das ist ja die Krux des Mehrheitswahlrechts.

Southern Comfort hat geschrieben:5.) Kleinparteien kommen hier deutlicher unter die Räder. Sie sind zwar weiterhin dabei (Gruß an Goofy!), aber eben weniger mächtig.

So ist es. Eine Partei, die 10% der Zweitstimmen erreicht, aber es nirgends für ein Direktmandat reicht, bekommt bei deinem (ehemaligen) Konzept nur 5% der Sitze im Parlament.

Southern Comfort hat geschrieben:Und die Kleinparteien schätze ich. Ein bunteres Parlament ist mir wichtig. Also kommt das Konzept in die Tonne.

Ich werf' ein anderes Komzept in den Ring: Reine Verhältniswahl (sprich Parteilisten), aber mit der Möglichkeit zu kumulieren und zu panaschieren.

Southern Comfort hat geschrieben:Es ist natürlich etwas schwierig, so zu rechnen, wenn das Wahlsystem ein anderes war. Will sagen: Das Wahlsystem hat Einfluss auf das Wahlverhalten.

Das ist freilich eine richtige und wichtige Feststellung.


jagdhuette
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Halbdaggl
Ich habe nochmal über die Idee von SC nachgedacht. Im Grunde nicht schlecht. Aber ich würde es eher so machen:

5% Hürde abschaffen
Wahlkreise von 299 auf 200 reduzieren. -> 200 Direktmandate
Die Zweitstimmen generieren genau doppelt so viele Mandate über Landeslisten.

-> Dauerhaft 600 Abgeordnete. 2/3 werden über Parität und 1/3 über Mehrheit vergeben.
-> CSU und Linke bleiben im Parlament. Aber ggf. deutlich kleiner.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Absenkung der 5%-Hürde bitte auf maximal 4,9% - weil:

Wikipedia hat geschrieben:Die Einführung der Fünf-Prozent-Hürde wurde in der Bundesrepublik Deutschland damit begründet, dass das Fehlen einer Sperrklausel in der Weimarer Republik die Zersplitterung gefördert habe. Damals waren bis zu 17 Parteien im Reichstag vertreten.

Jaja, 3% meinetwegen, vielleicht, auf Probe. Aber bloß nicht ganz abschaffen.

PS
Gibt's
Pisco Sour
schon zum Frühstück?!
:shock:




Unter Westfalen
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Grasdaggl
jagdhuette hat geschrieben:Ich habe nochmal über die Idee von SC nachgedacht. Im Grunde nicht schlecht. Aber ich würde es eher so machen:

5% Hürde abschaffen
Wahlkreise von 299 auf 200 reduzieren. -> 200 Direktmandate
Die Zweitstimmen generieren genau doppelt so viele Mandate über Landeslisten.

-> Dauerhaft 600 Abgeordnete. 2/3 werden über Parität und 1/3 über Mehrheit vergeben.
-> CSU und Linke bleiben im Parlament. Aber ggf. deutlich kleiner.


Aber das will ja die CSU gerade nicht.
Die will ihr Alleinstellungsmerkmal nicht verlieren.
In Bayern würdens ja auch Wolpertinger wählen, wenn's die aufgestellt würden.
:arr:
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai





Unter Westfalen
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Grasdaggl
higgi hat geschrieben:Wir werden uns noch wundern was in Zukunft alles als E-fuel durchgehen wird


Na ja, mich tangiert es 2035 wahrscheinlich nur noch peripher.
Oder gar nicht mehr.
:twisted:
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai



Auswurf
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Grasdaggl
kleine autos und gar keine autos sind grün

Ihr habt ne große familie?
Des gibt's schdatischdisch nemme

--und wer erinnert sich nicht an..
"wieviele studenten passen in einen käfer"


kauft euch ne segelyacht (aus plastikmüll) und zwei rolexe als ersatz
das ist doch keine Musik

Feuer-Wehrle
Auswurf hat geschrieben:kleine autos und gar keine autos sind grün

Ihr habt ne große familie?
Des gibt's schdatischdisch nemme

--und wer erinnert sich nicht an..
"wieviele studenten passen in einen käfer"


kauft euch ne segelyacht (aus plastikmüll) und zwei rolexe als ersatz

Mein Tipp:

Spoiler
Ganz individuell designte Sneaker von einem der führenden Vorstandsvorsitzenden Deutschlands. Dem nächsten hidden Champion des Schwabenlandes

Southern Comfort
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Grasdaggl
Bild

Finde die sieben Fehler.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.



Ich hätt’ jetzt eher gesagt, dass der Unterschied der sei, dass 1 Rod Gonzalez sich nicht in Talkshows reinhockt und denkt er sei dort die Stimme der Jugend oder der Alternativen. Als Pinguin verkleiden und mal in die Oper gehen, das kann ja jeder machen wie er möchte.