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Unter Westfalen
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Grasdaggl
Da war die Welt noch in Ordnung.
Die Halbstarken trafen sich in der Südmilch Milchbar an der Stiftskirche, die Kondome wurden in der Apotheke unter dem Ladentisch gehandelt und um 20.00 Uhr waren die Trottwahs hochgeklappt.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai












Übrings, Zufallsfund von September 2001:

Menschenrechtler haben eindringlich vor einer unkritischen Haltung Deutschlands zur Tschetschenien-Politik Russlands gewarnt. amnesty international (ai) betonte am Mittwoch, für die "massiven Menschenrechtsverletzungen" in Tschetschenien könne es keine Rechtfertigung geben.

Die Gesellschaft für Bedrohte Völker wandte sich in einem offenen Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Schröder hatte nach einem Gespräch mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin in Berlin gesagt, er halte ein Umdenken für notwendig. Die Völkergemeinschaft müsse zu einer "differenzierteren Bewertung" des Konflikts in der abtrünnigen russischen Kaukasusrepublik kommen.

Schröder bekräftigte am Mittwoch seine Äußerungen.


https://rp-online.de/politik/streit-um- ... id-8366711

Lag immer alles offen auf dem Tisch.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Das ist genau der Punkt, der mich seit eineinhalb Jahren umtreibt.
Ich will es auch nicht auf die Medien schieben, die ich üblicherweise konsumiere.
Ich hätte mich selber schlau machen müssen.
Bin dabei, das nachzuholen.

apropos Medien:

Das Drecksblatt hetzt heute gegen die Älteren, die sich das Recht herausnehmen, 68 qm für sich zu beanspruchen.
Im Gegensatz zur seriösen Presse muss man bei der BLÖD die Artikel nicht lesen, da die headlines passgenau auf die dumpfen Instinkte der Leserschaft zugeschnitten sind und somit Nachdenken überflüssig machen.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


Tifferette
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Grasdaggl
"Die Republikaner wollten freie Hand, um Wahlkreise zu ihren Gunsten zu manipulieren. Bemerkenswert deutlich hat der Supreme Court das Vorhaben unterbunden."

https://www.sueddeutsche.de/politik/us- ... -1.5974560

Es waren also nicht nur die liberalen Richter und Chief Justice John Roberts, die gemeinsam die Entscheidung prägten. Auch zwei der von Trump eingesetzten Richter, Amy Coney Barrett und Brett Kavanaugh, schlugen sich auf die Seite der Mehrheit.


Meine Rede seit langem.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Trump hat wirklich gedacht, sie würden aus Dankbarkeit im Sinne der Reps entscheiden.
Dabei sind sie bloß evangelikal und jesuitisch.
Dies wiederum würde Donnie nicht interessieren, wenn es nicht gerade seine Wähler wären.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

schwaebi
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Grasdaggl
@tiffi Was genau? Dass die gar nicht so grottenrechts sind wie gedacht?
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.

Tifferette
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Grasdaggl
Ja und nein. Natürlich sind die auf fast schon groteske Art und Weise konservativ. Aber man kann konservativ sein und gleichzeitig den Rechtsstaat verteidigen (normalerweise geht das ja Hand in Hand...), und auch wenig bis nichts mit Trump und seinen Spießgesellen am Hut haben. Gorsuch zB ist sehr religiös und libertär, aber knallhart in Sachen Rechtsstaatlichkeit. Kavanaugh, dieser Popel, hat den Ruf, in kartellrechtlichen Fragen ziemlich hart mit Ölgiganten und Techkonzernen umzuspringen, und so weiter. Clarence Thomas hat offensichtlich einen Dachschaden, aber das ist ein anderes Thema.

Ich schreibe und sage (in RL) es immer wieder: es gibt in den USA drei bis vier Themen, bei denen die Meinungen auch unter Juristen auseinander gehen - Abtreibung, Religionsfreiheit, Waffen, Homosexualität, etc. Das ist dann häufig miteinander verwoben. In diesen Fragen darf man vom SCOTUS ideologische Entscheidungen erwarten. Daher war es überhaupt keine Überraschung, dass Roe v. Wade letztes Jahr gekippt wurde. Aber das geht genauso in die andere Richtung: bei allem Respekt vor der großartigen RBG, die verfassungsrechtliche Herleitung des Rechts auf Abtreibung in Roe v. Wade halte ich für ziemlich schwach und gleichzeitig sehr politisch motiviert. Vor dem deutschen BVerfG hätte das nicht den Hauch einer Chance. In den Medien wird das aber als politische Frage von gut und böse ("finde ich Abtreibung gut oder nicht?") hingestellt, und so läuft das vor einem Verfassungsgericht halt nicht.

Jedenfalls haben die von Trump ernannten Richter jetzt schon in mehreren Fällen deutlich gegen ihn bzw. die Umtriebe der durchgeknallten Fraktion der Republikaner gestimmt. Es gab mehrere Entscheidungen zu Trumps Steuererklärungen, die zu seinen Lasten ausgegangen sind. In einem Fall mW mit 8:1 (was ungefähr genau dasselbe aussagt wie im Fußball). Und es gab auch Entscheidungen, bei denen Obamas Dekrete kassiert worden sind. Was ich damit sagen will - ich will den konservativen Richterkreis überhaupt nicht reinwaschen. Aber ganz so einfach ist das Ganze halt nicht.

So, und warum ist mir das jetzt so wichtig? In den politisch ziemlich bewegnten letzten Jahre in den westlichen Staaten waren es die Gerichte und insbesondere die Verfassungsgerichte, die den größten Unfug verhindert und gleichzeitig für Stabilität gesorgt haben. Gleichzeitig hat die Bevölkerung ein hohes Maß Vertrauen in die Gerichte, deutlich höher als in die Politik. Es ist ja kein Wunder, dass in Polen und in Ungarn die Gerichte dermaßen ins Fadenkreuz genommen wurden. Und dieses unsägliche (und meist kenntnisarme) Gerede in der Presse, das fast schon politische Marionetten auf den Richterbänken nahelegt, ist da nicht nur kontraproduktiv. Es ist verdammt gefährlich.

Neulich kam mal ein Schreiberling um die Ecke und versuchte herzuleiten, dass das Bundesverfassungsgericht ja auch total politisch sei. Ich war fassungslos. Natürlich werden die Richter von der Politik ernannt und man ist sich da nicht immer einig. Und natürlich hat auch jeder Richter seine eigene politische Sicht. Und ja, natürlich passt jede Entscheidung einer politischen Partei besser in den Kram als den anderen. Aber mit dieser naseweisen Klugscheißerei Klicks erzielen wollen und dabei fröhlich an der Legitimation des Gerichts sägen - da kann ich gar nicht so viel saufen, wie ich kotzen möchte.

Sorry für die Überlänge.

Edit: Und dann hat Angela Merkel natürlich nichts Besseres zu tun, als die BVerfG-Richter kurz vor einer sehr wichtigen Entscheidung zu den Corona-Einschränkungen ins Kanzleramt einzuladen. Ist überhaupt nichts Ungewöhnliches, sieht in dem bestimmten Zusammenhang aber dermaßen scheiße aus, dass es ein gefundenes Fressen für jeden Aluhut ist. Auch da fehlt es dann völlig an Fingerspitzengefühl.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Politik fängt halt dort an, wo mehr als zwei Menschen zusammenkommen, das durchzieht alles – deshalb wird es immer ein Thema sein, ob Gerichte politisch neutral sind und regierungsunabhängig und so weiter.

Zum Thema gehört auch, dass eine Verfassung von Siebzehnhundertirgendwann nicht in allen Themen auf dem Stand sein kann. Fraglich, ob für die richtige Art von Stabilität gesorgt ist, wenn so ein Gericht nur den engstmöglichen Interpretationsspielraum hernimmt.

schwaebi
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Grasdaggl
Danke für die Erklärung! Jetzt ist ja in den USA diese Ernennung auch bereits ein übles Spektakel als Solches. Und bei Herrn Thomas und Herrn Kavanaugh bleibt mir einfach der Mund offen stehen über deren Handeln (Ethikkommission anyone?) ...

So ganz kann man die Politik auch in Deutschland trotzdem nicht rausrechnen. Habe Auszüge aus dem Buch "Rechte Richter" gelesen, und da wird es einem nicht erst beim ersten AfD-Landrat Angst und Bange...
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.

Southern Comfort
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Grasdaggl
Tifferette hat geschrieben:Sorry für die Überlänge.


Ach was. War doch, angesichts des Themas, ziemlich knackig auf den Punkt.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Auswurf
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Grasdaggl
ist es nicht trügerisch, wenn man an unveränderlichkeiten glaubt, auch wenn man sie fachlich gut begründen kann?

Ich denke, dass die zunehmende spaltung der gesellschaft in den westlichen ländern,
soviel sprengstoff birgt, dass wenig mir das gefühl vermittelt,
schlimmstmögliches könnte nicht eintreten
das ist doch keine Musik

Tifferette
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Grasdaggl
Auswurf hat geschrieben:ist es nicht trügerisch, wenn man an unveränderlichkeiten glaubt, auch wenn man sie fachlich gut begründen kann?

Trügerisch? Naja, es ist immer bestenfalls trügerisch wenn Menschen ihre Handlungsmaximen wahllos aus einem Buch ableiten, dessen Inhalte vor 2.000 Jahren zusammengeschustert wurden, und um das seitdem ein bizarrer institutinalisierter Kult gezimmert worden ist.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)


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