Goofy hat geschrieben:Tifferette hat geschrieben:Wenn zB Gewerkschaften anfangen, sehr wirtschaftsnahe Positionen zu vertreten
Tun sie das? Mehr als früher?
Die Bundesrepublik unterschied sich schon immer dadurch von anderen Ländern, z.b. Frankreich, Großbritannien und Italien, dass die Gewerkschaften "wirtschaftsnah" denken. Insbesondere ist dies bei der IG Metall, der IG Bergbau und Chemie (IGBCE) der Fall.
Das "Co-Management" der Gewerkschaft bewirkt dort, wo auf der anderen Seite vernünftige Unternehmer stehen, weniger Streiktage, mehr Planungssicherheit für die Unternehmen und letztendlich auch mehr Leistungen für die Arbeitnehmer. Ich habe das selbst einige Jahre im Aufsichtsrat einer AG beobachten können. Wenn Arbeitgeber und Gewerkschafter im Sinne des Unternehmens UND der Beschäftigen miteinander umgehen, profitieren beide Seiten davon. Natürlich muss man von Gewerkschaftsseite aus sehr genau darauf achten, die Grenzen der Gegnerunabhängigkeit nicht zu überschreiten. Es ist manchmal schon ein Balanceakt.
Eine Gefahr, dass die Gewerkschaften wirtschaftsnahe Positionen, sprich "wirtschaftsnähere" als bisher, vertreten könnten, sehe ich augenblicklich nicht. Mir scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Wenn es den Menschen schlechter geht, nimmt auf Gewerkschaftsseite der Gestaltungsdruck zu, siehe die gegenwärtige Auseinandersetzung zwischen der DB und der EVG.
Nachtrag:
Wenn aber in den nächsten Jahren der deutsche Automobilbau den Bach runtergeht, weil die Unternehmen, im Gegensatz zu Japan und insbesondere China, noch mehr der technischen Entwicklung hinterherhecheln, kann sich das allerdings anders darstellen.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai