Der 30-jährige Japaner steht vor einem Wechsel zum FC Liverpool. Dadurch erhält der VfB viel Geld, aber entscheidend ist etwas anderes gewesen.
Es hätte ein schönes Jubiläum werden sollen. Hundert Bundesligaspiele für den VfB Stuttgart – Wataru Endo stand unmittelbar davor, diese Einsatzzahl zu erreichen. Ein willkommener Anlass, den wichtigsten Spieler des Fußball-Bundesligisten vor der Begegnung an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen den VfL Bochum zu würdigen. Doch plötzlich sind es zum Ligastart Abschiedsworte, die über den Japaner formuliert werden. Denn seit Dienstagabend haben sich die Ereignisse überschlagen. Der FC Liverpool will den Mittelfeldspieler verpflichten und hat sowohl Endo als auch dem VfB jeweils ein Angebot unterbreitet, das nicht auszuschlagen war.
Noch sind nicht alle Formalitäten erledigt, und der VfB verhandelt letzte Details. Doch Endo befindet sich in England. Für ihn geht mit dem bevorstehenden Wechsel in die Premier League ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Daraus hat der 30-Jährige nie ein Hehl gemacht. Ihn zog es schon immer auf die Insel. Mehr noch. Ihm eröffnet sich nun die einmalige Chance, im Stadion an der berühmten Anfield Road zu spielen. Damit erweitert Endo seinen Status als Ausnahmefigur. Bisher hatte er diesen in Stuttgart inne, ab sofort wohl im gesamten Fernen Osten.
VfB kassiert hohe Ablösesumme
Der VfB kassiert dafür eine Ablösesumme, die insgesamt bei etwa 23 Millionen Euro (Boni eingerechnet) liegt. Viel Geld für einen Spieler, der in der zweiten Liga kam und dessen Vertrag in knapp einem Jahr ausläuft. Zudem war Endo nicht bereit, sein Arbeitspapier vorzeitig zu verlängern. Der Sportdirektor Fabian Wohlgemuth und der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle hatten dies in den vergangenen Wochen intensiv versucht. Sie stießen auf höfliche, aber bestimmte Ablehnung.
Das wurde intern als erstes Zeichen gesehen, dass Endo mit einer Luftveränderung liebäugelt, obwohl er sich mit seiner Familie in Stuttgart seit vier Jahren wohlfühlt. Einige Anfragen liefen daher ins Leere. Dann meldete sich vor Kurzem überraschend Jörg Schmadtke beim VfB – der Chefeinkäufer des FC Liverpool. Zu bieten hatte der frühere Bundesligamanager eine Offerte, die Endos Marktwert weit überschreitet.
Bei etwa 15 Millionen Euro an Ablöse startete der Speedpoker. Schließlich ging es für den VfB schnell deutlich über die 20-Millionen-Euro-Grenze. Weil Wohlgemuth und Wehrle den Wert Endos für die Mannschaft und als Identifikationsfigur für den Verein kennen und gut verhandelten. Weil Schmadtke, der mit Wehrle jahrelang beim 1. FC Köln zusammenarbeitete, nach gescheiterten Transfers in England unter Druck steht. Zudem wurde der stille Anführer in der Chefetage an der Mercedesstraße mit seinem Wechselwunsch vorstellig.
Was sollen die VfB-Granden da machen? Endo ist zwar das Herzstück des Teams, aber er will nun unbedingt zu Trainer Jürgen Klopp nach Liverpool, zu einem der europäischen Edelclubs. Ob es beim mehrfachen Europacup-Gewinner zur Stammkraft reicht, ist offen. Die Ansprüche dort sind enorm, sportlich gibt es aber keine höhere Kategorie für den japanischen Nationalspieler und WM-Teilnehmer.
Ein Spieler, der nicht zu ersetzen ist
Finanziell gewinnt der VfB, der Transferüberschüsse eingerechnet hat, durch das Geschäft an Spielraum. Im Grunde ist es jedoch der Respekt vor den Verdiensten Endos gewesen, der die Verantwortlichen schließlich Ja zu dem Transfer hat sagen lassen. Diese Möglichkeit war dem Musterprofi nicht zu verbauen – so die Überzeugung. Obwohl er mit seiner Konstanz, seiner Energie, seiner Zweikampfstärke und seinen Toren nicht nur statistisch (meiste Zweikämpfe: 1274, meiste Einsatzminuten: 8782, zweitmeiste Ballgewinne: 706, zweitmeiste Tacklings: 207) seit seinem Bundesligadebüt im September 2020 zu einem der besten Mittelfeldspieler geworden ist. Mit seinen Fähigkeiten hat der Kapitän maßgeblich dazu beigetragen, den VfB zweimal vor dem Abstieg zu bewahren. Unvergessen wird sein Siegtreffer in der Nachspielzeit gegen den 1. FC Köln in der letzten Saisonpartie 2021/22 bleiben. Er verwandelte das ganze Stadion in ein Freudenmeer.
„Legendo“ stand an diesem Abend im Mai auf der Straße, wo der VfB-Profi noch wohnt. Von Nachbarkindern aufgemalt. Die Legende war geboren. Jetzt geht sie, und der Trainer Sebastian Hoeneß muss kurzfristig für das Heimspiel gegen die Bochumer einen Ersatz für den Fußballsamurai im Mittelfeld finden. Das lässt sich bewerkstelligen. Klar ist aber, dass der VfB selbst noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird – um einen Spieler zu verpflichten, der das passende Profil mitbringt. Ob gleichzeitig die besondere Persönlichkeit Endos zu ersetzen ist, bleibt aber eine ganz andere Frage.
Es hätte ein schönes Jubiläum werden sollen. Hundert Bundesligaspiele für den VfB Stuttgart – Wataru Endo stand unmittelbar davor, diese Einsatzzahl zu erreichen. Ein willkommener Anlass, den wichtigsten Spieler des Fußball-Bundesligisten vor der Begegnung an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen den VfL Bochum zu würdigen. Doch plötzlich sind es zum Ligastart Abschiedsworte, die über den Japaner formuliert werden. Denn seit Dienstagabend haben sich die Ereignisse überschlagen. Der FC Liverpool will den Mittelfeldspieler verpflichten und hat sowohl Endo als auch dem VfB jeweils ein Angebot unterbreitet, das nicht auszuschlagen war.
Noch sind nicht alle Formalitäten erledigt, und der VfB verhandelt letzte Details. Doch Endo befindet sich in England. Für ihn geht mit dem bevorstehenden Wechsel in die Premier League ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Daraus hat der 30-Jährige nie ein Hehl gemacht. Ihn zog es schon immer auf die Insel. Mehr noch. Ihm eröffnet sich nun die einmalige Chance, im Stadion an der berühmten Anfield Road zu spielen. Damit erweitert Endo seinen Status als Ausnahmefigur. Bisher hatte er diesen in Stuttgart inne, ab sofort wohl im gesamten Fernen Osten.
VfB kassiert hohe Ablösesumme
Der VfB kassiert dafür eine Ablösesumme, die insgesamt bei etwa 23 Millionen Euro (Boni eingerechnet) liegt. Viel Geld für einen Spieler, der in der zweiten Liga kam und dessen Vertrag in knapp einem Jahr ausläuft. Zudem war Endo nicht bereit, sein Arbeitspapier vorzeitig zu verlängern. Der Sportdirektor Fabian Wohlgemuth und der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle hatten dies in den vergangenen Wochen intensiv versucht. Sie stießen auf höfliche, aber bestimmte Ablehnung.
Das wurde intern als erstes Zeichen gesehen, dass Endo mit einer Luftveränderung liebäugelt, obwohl er sich mit seiner Familie in Stuttgart seit vier Jahren wohlfühlt. Einige Anfragen liefen daher ins Leere. Dann meldete sich vor Kurzem überraschend Jörg Schmadtke beim VfB – der Chefeinkäufer des FC Liverpool. Zu bieten hatte der frühere Bundesligamanager eine Offerte, die Endos Marktwert weit überschreitet.
Bei etwa 15 Millionen Euro an Ablöse startete der Speedpoker. Schließlich ging es für den VfB schnell deutlich über die 20-Millionen-Euro-Grenze. Weil Wohlgemuth und Wehrle den Wert Endos für die Mannschaft und als Identifikationsfigur für den Verein kennen und gut verhandelten. Weil Schmadtke, der mit Wehrle jahrelang beim 1. FC Köln zusammenarbeitete, nach gescheiterten Transfers in England unter Druck steht. Zudem wurde der stille Anführer in der Chefetage an der Mercedesstraße mit seinem Wechselwunsch vorstellig.
Was sollen die VfB-Granden da machen? Endo ist zwar das Herzstück des Teams, aber er will nun unbedingt zu Trainer Jürgen Klopp nach Liverpool, zu einem der europäischen Edelclubs. Ob es beim mehrfachen Europacup-Gewinner zur Stammkraft reicht, ist offen. Die Ansprüche dort sind enorm, sportlich gibt es aber keine höhere Kategorie für den japanischen Nationalspieler und WM-Teilnehmer.
Ein Spieler, der nicht zu ersetzen ist
Finanziell gewinnt der VfB, der Transferüberschüsse eingerechnet hat, durch das Geschäft an Spielraum. Im Grunde ist es jedoch der Respekt vor den Verdiensten Endos gewesen, der die Verantwortlichen schließlich Ja zu dem Transfer hat sagen lassen. Diese Möglichkeit war dem Musterprofi nicht zu verbauen – so die Überzeugung. Obwohl er mit seiner Konstanz, seiner Energie, seiner Zweikampfstärke und seinen Toren nicht nur statistisch (meiste Zweikämpfe: 1274, meiste Einsatzminuten: 8782, zweitmeiste Ballgewinne: 706, zweitmeiste Tacklings: 207) seit seinem Bundesligadebüt im September 2020 zu einem der besten Mittelfeldspieler geworden ist. Mit seinen Fähigkeiten hat der Kapitän maßgeblich dazu beigetragen, den VfB zweimal vor dem Abstieg zu bewahren. Unvergessen wird sein Siegtreffer in der Nachspielzeit gegen den 1. FC Köln in der letzten Saisonpartie 2021/22 bleiben. Er verwandelte das ganze Stadion in ein Freudenmeer.
„Legendo“ stand an diesem Abend im Mai auf der Straße, wo der VfB-Profi noch wohnt. Von Nachbarkindern aufgemalt. Die Legende war geboren. Jetzt geht sie, und der Trainer Sebastian Hoeneß muss kurzfristig für das Heimspiel gegen die Bochumer einen Ersatz für den Fußballsamurai im Mittelfeld finden. Das lässt sich bewerkstelligen. Klar ist aber, dass der VfB selbst noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird – um einen Spieler zu verpflichten, der das passende Profil mitbringt. Ob gleichzeitig die besondere Persönlichkeit Endos zu ersetzen ist, bleibt aber eine ganz andere Frage.





