Den Hamburger Hauptbahnhof habe ich als sehr aufgeräumt in Erinnerung – bis auf die zuständigen Polizisten, deren einer einem Obdachlosen direkt mit der Faust in die Fresse schlug, als der die Stimme erhob.
Das war die eine Lektion Anschauungsunterricht über die Hamburger Polizei, die andere war vier Uhr morgens auf St. Pauli, als ein Kioskbesitzer in aller Seelenruhe von mehreren Typen zu Brei geprügelt wurde, die daraufhin gemütlich in zwei Autos abfuhren, vor etwa fünfzig Zeugen*. Nicht mehr als eine Gehminute von der Davidwache entfernt, aber die ließen sich erst blicken, als die Luft definitiv rein war. Motto auf dem Kiez seinerzeit: solange keine Touristen was abkriegen, mischt sich die Exekutive nicht ein.
Jahre später mit dem G20-Gipfel als Gipfel der Idiotie und Inkompetenz, unter Bürgermeister Olaf Scholz.
*Niemand ging dazwischen, weil der Kioskbesitzer eine Waffe gezogen hatte – hätte aber auch so eine lähmende Wirkung auf alle Umstehenden gehabt. Extreme Gewalt ist extrem beeindruckend.
Auch: Nachts um eins in der Tanke an der Reeperbahn, die es sicher nicht mehr gibt: Karl Heinz Schwensen, der nicht mehr Neger-Kalle genannt werden möchte, tankt, tritt ein in Nadelstreifen und Sonnenbrille, gibt Fremden ein paar Bier aus, fragt den Tankwart, ob er auf einen Tausender rausgeben kann, und braust wieder von dannen – in einem runtergerockten Renault Espace. So war das damals. Der Hauptbahnhof war aber eigentlich ganz ordentlich.