- Tifferette
-
- Grasdaggl
Vielleicht noch zum Vorwurf, dass man von der FDP "so wenig sieht". Das ist richtig. Diese schwierige Wahrnehmbarkeit liegt aber in der Natur der Sache begründet.
Ein Staat will und muss eine Gesellschaft gestalten. Dafür braucht man staatliche Intervention, die auf verschiedenen Wegen stattfinden kann. Eine echte liberale Partei ist dafür nicht gut geeignet, weil sie eher die Rahmenbedingungen schaffen kann, aus der sich die Bürger, Unternehmen und Vereine (usw) heraus entwickeln. Das ist ein sehr berechtigter Kritikpunkt am Liberalismus. Das Wirken einer liberalen Partei wirkt sich daher primär passiv in einer Koalition aus. Wenn eine primär staatlich orientierte Partei (und das sind die anderen allesamt!) Pläne schmiedet, dann wird eine liberale Partei in manchen Fällen dämpfend wirken, Fragen nach der Notwendigkeit stellen, auf Alternativen verweisen, etc. So jedenfalls in der politischen Theorie. Das ist natürlich von außen nur sehr schwer wahrnehmbar. Und eines der Grundübel der FDP ist es, dass sie ihre durchaus vorhandenen Erfolge vollkommen beschissen kommuniziert hat. Das muss sie sich - neben der lausigen Personalpolitik - selbst ankreiden.
Gleichzeitig möchte ich nicht in einem Staat leben, der von einer liberalen Partei dominiert wird. Das würde in eine ganz falsche Richtung gehen. Die Mischung macht's.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."
(Batman)