Tifferette hat geschrieben:Der größere Teil der Menschheit scheint einfach nicht für "kann man, muss man aber nicht, ist also okay" gemacht zu sein. Insbesondere den letzten Satzteil.
Fußball ist Chaos. Ich hielt es immer für eine besonders deutsche Angewohnheit, alle tausend Einzelfälle an einem Wochenende mit klipp und klaren Regeln abdecken zu wollen, aber ich finde auch hier hat sich spätestens mit dem Desaster um die Änderungen der Handregel vermehrt die Erkenntnis durchgesetzt, dass Schiris die Spiele im Geischte des Spiels pfeifen sollten – und nicht immer hart an den zwei oder drei Einzelfällen, die sie auf Schiri-Lehrgängen gezeigt kriegen. Hoffe ich zumindest.
higgi hat geschrieben:Versteh es auch nicht
Wann wurde bitte kommuniziert dass die Regeln für Rot verschärft wurden?
Ist es zu viel verlangt dafür zu sorgen, dass solche Infos bis zu den Fans vordringen?
Das hat der Görtler auch gefragt, der da in der Schweiz vom Platz gestellt wurde, obwohl es eigentlich sein Gegenspieler war, der hart rein ging:
“Wie [Görtler] dem kicker am Dienstag sagte, habe ihm bisher keiner zeigen können, "wie denn genau diese Weisung aussieht, dass hier zwingend Rot gegeben werden muss".”https://www.kicker.de/wenn-selbst-das-h ... 00/artikelAls Otto Normalnerd kriegt man sowas immer nur zwischen Tür und Angel mit:
“Die Auslegung, dass ein voller Kontakt mit offener Sohle oberhalb des Knöchels ein grobes Foulspiel darstellt und zwingend Rot nach sich ziehe, stamme von der UEFA, erklärt der Schweizer Schiedsrichter-Chef Dani Wermelinger sich in die rege Diskussion einschaltend. "Sie wird laufend an die Nationalverbände vorgegeben"”Es gibt die IFAB, die versucht, die Regeln so zu formulieren dass ein Spiel entstehen kann, und dann gibt’s die internationalen und nationalen Verbände, Schiedsrichterobmänner und -obfrauen und Kommissionen und Lehrgänge und viele wichtige Zusammenkünfte, in denen die Interpretation dieser Regeln besprochen wird.
Was da entschieden wird, dringt immer nur über drei Ecken zu uns durch, oder wie’s der Urs Meier formuliert:
“Der VAR greift ein, wie man das wahrscheinlich in der Schiedsrichter-Schulung auf Gran Canaria gelernt hat. Weil es eine Weisung von der FIFA und der UEFA gibt. Dann schlägt das Pendel aus und es gibt solche übertriebenen Entscheidungen.”Mit Christian Streich hat das nichts zu tun. Die Vorschläge kommen zwar schon von Trainern und Spielern, und das ist im Grunde auch gut so, aber das zieht viel weitere Kreise als von der Pressekonferenz zum Effenberg zu den Schiris, das sind langsamere Mühlen. Anscheinend wird da in Verbands- bzw. Schirikreisen eine Klärungswut ausgelebt, wo es nichts zu klären gibt. Mit den entsprechenden “Pendelausschlägen” und Stuss-Entscheidungen, weil man als Schiri sonst schlecht bewertet wird.
Spielgerät hat geschrieben:Als jemand, der im Jugendfußball mehr als 10 Jahre lang auf allen Äckern der Region unterwegs war, kann ich sagen: Jede Regel, die dazu beiträgt, dem Spiel Härte und Aggression zu nehmen, ist im Jugend- und Amateurfußball eine gute Regel. Dort gibt es außer dem - leider ganz oft überforderten Schiri - nämlich keine Instanz, die irgend etwas nochmal prüft. Knie durch? Pech gehabt! Wenn das nicht mit dem Profifußball kompatibel ist, muss man unterschiedliche Regeln anwenden.
Ja – aber nochmal: grobes Foulspiel und Fahrlässigkeit und Inkaufnahme von Verletzungen war schon immer geregelt, das darf und sollte man schon immer hart bestrafen, überhaupt kein Problem.