Jetzt ist der Clausmeister also Geschichte. Ich kann nicht sagen, dass ich traurig bin.

Aber bitte, nachweislich hab ich die Luftpumpe ab der ersten hörbaren Phrase und seither konsequent geringgeschätzt.
Erstaunlich finde ich, dass er über ein Versprechen stolpert, dass Dietrich gegeben hat und das eigentlich keine große Auswirkung (auch nicht auf 50+1) hat, solange der ARV beim eV verbleibt und sichergestellt wird, dass der Präsident auch im Präsidialausschuss sitzt. Wäre alles fixbar gewesen... Problematisch war die Emotionalität in dem Thema. Dieses gebrochene Versprechen und die Nichtbeteiligung der Mitglieder an diesem Entscheidungsprozess führte zur Wahrnehmung: Der Kurvenpräsident übergeht die Kurve.
Das war das Steinchen, das zur Gerölllawine für Claus wurde. Ausgerechnet der Vorstand des FC Playfair hat die Sensibilität hier unterschätzt.
Selbst hier hätte ich aber gedacht, dass man das noch repariert bekommt. Maximale Demut und aufrichtige Beteuerungen, das man da falsch gehandelt hat. Der dunkelrote Tisch wäre die Gelegenheit hierzu gewesen. Doch von dort nahm man nur ein paar O-Töne mit, die katastrophal daneben waren:
- Über seine eigene Präsidentschaft: "Besser geht's nicht!"
- Über den Ablauf mit Porsche bis hin zur ARV-Abwahl: "Das müssen andere erklären, was da schief gelaufen ist. Das kann ich nicht."
- Und die fehlende Aussage zum Rücktritt bei einer erfolglosen Abwahl über 50% (analog Adrion).
Meiner Wahrnehmung nach hat das ein Bild von ihm abgerundet, das er vielleicht nie abgeben wollte. Schlechte Wahrnehmung, schlechte Selbstreflexion, dabei kreiselt er aber sehr stark um sich selbst. Da muss man nicht mehr Hitzlspergers Brief auspacken, der letzteres bereits vor Jahren angedeutet hat. Jetzt führt zu einem offenkundigen Ergebnis:
Er hängt mehr am Amt, als das Amt an ihm.
Nun gut, er ist jetzt abgewählt und wird erleben dürfen, dass er und das Präsidentenamt gut ohneeinander auskommen werden. An dieser Stelle sei aber tatsächlich Hitzlsperger zitiert:
"Entscheidend ist nicht, wer geht, sondern wer nachkommt."
Das lenkt meinen Blick direkt auf das wesentlich größere Ereignis dieser MV. Der Verein schafft ein neues Organ, den Wahlausschuss. Diese neun Köpfe sollen zukünftig die Kandidaten für den Vereinsbeirat und das Präsidium finden und auswählen. Vielleicht ist das ja keine blöde Idee, wenn man sich die Ahnenreihe mal anschaut, und welche präsidialen Krampen hier dabei waren. Man fragt sich nicht nur einmal: Wer schleppt die immer an? Das ist jetzt nicht in der Hand der Netzwerke und Freundeskreise, sondern im Mitgliederkreis.
Wollen wir mal hoffen, dass diese Veränderung Früchte trägt. Ich würde mir in der Tat sehr wünschen, dass nach dem Interimspräsidenten ein Kandidat gefunden wird, der es versteht Kurve und Kapital unter einer gemeinsamen Stoßrichtung zusammenzufassen. Das wird nie ohne Reibereien auskommen. Nur vielleicht gibt es ja wenigstens einen Kandidaten, von dem beide Fraktionen ein "Ihr haltet jetzt mal die Klappe! Die anderen sind jetzt dran" aushalten könnten.
Wie wäre es mit Aytekin? "Geh weg! Sonst mach ich Dich gelb!"

Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.