- Local Zero
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- Grasdaggl
In den USA könnte sich ein interessantes - oder auch apokalyptisches, je nach normativer Neigung - sozialwissenschaftliches Setting entwickeln: Das eine Messung das zu Messende beeinflusst, hier das Wahlverhalten und die Erwartungshaltung rechter Wähler den tatsächlichen Wahlausgang betreffend. Konkret meine ich den Umstand, dass, je ungenauer, unsauberer (oder mit ungeeigneten Methoden) Wahlforscher in ihren Polls das tatsächliche momentane Meinungsbild in den USA abbilden, die Gefahr steigt, dass das tatsächliche Wahlergebnis von Rechten nicht anerkannt wird. Und damit das - argumentativ sich gerade in Wiederaufbereitung befindliche - Trumpsche Narrativ des Wahlbetrugs etabliert wird. Inklusive damit einhergehender eventueller gewaltsamer Aufstände oder Ausschreitungen.
Wenn Wahlforscher über einen längeren Zeitraum und bis zum Wahltermin hin einen knappen Sieg von Kamala Harris prognostizieren, sie dann aber tatsächlich sehr deutlich gewinnt und es von rechter Seite aus von vornherein aussichtslos erscheint, das Wahlergebnis anzweifeln zu sollen, wird es spannend. Oder sie sogar einen - wenn auch knappen - Sieg Trumps prognostizieren. Es wird interessant sein zu sehen, ob sich beispielsweise die Tatsache, dass die Zahl der Wählerregistrierungen bei Frauen, jungen Menschen und farbigen Wählern extrem gestiegen ist, in die Prognosen mit einfließt. Nach der letzten Aktualisierung der Wählerlisten hat sich die Zahl der jungen schwarzen Frauen in 13 Bundesstaaten verdreifacht (habe leider noch keine genaue Aufschlüsselung, welche Bundesstaaten das sind). Bei Frauen mit hispanischer Herkunft sieht es ähnlich aus. Bei schwarzen Frauen insgesamt hat sich die Zahl der Wahlregistrierungen verdoppelt: 50% Anstieg bei den Demokraten, 7% bei der GOP. Bei den letzten beiden Wahlen haben die Meinungsforscher die fehlende Unterstützung für Trump in ihren Prognosen statistisch überkompensiert.
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."