killroy hat geschrieben:also auf meiner 3-monatigen fahrt von west nach ost vor 1,5 jahren habe ich wenig polarisierung direkt erlebt. man spürt es schon, wenn man unterwegs ist, aber lange nicht so, wie in den vielen reportagen immer zu sehen ist. wobei das sicher auch realität ist.
das land ist aber an vielen stellen komplett abgewirtschaftet, das ist überdeutlich zu sehen. krass z.B., wie es in den städten entlang der ehemals so belebten route 66 aussieht. kompletter niedergang..
Ich war im letzten viertel Jahr zweimal drüben, was du beschreibst, deckt sich weitgehend mit meinen Eindrücken.
killroy hat geschrieben: aber selbst in CAL beginnt hinter der ersten hügelkette der abstieg.
Was auch daran liegt, dass dort häufig die Indian (!) Reservations liegen, und bei den Menschen, die da Leben, ist wenig bis gar nichts vom Wohlstand der amerikanischen Gesellschaft angekommen. Dieses Leben auf kargem Wüstenboden in einem uralten Trailer bei über 40 Grad und ohne Klimaanlage... mich hat das schockiert.
killroy hat geschrieben: wobei egal wo man sich aufhält, die menschen sind unfassbar freundlich. also zumindest im vergleich zum bruddligen deutschland, wo fast alle immer mies drauf sind. wenn du dich dort im alltag bewegst, denkst du recht schnell nicht mehr an politik und wer vlt trump wählt .... man freut sich einfach über die herzlichkeit der leute. das ist schoin auffallend.
hihi, pass auf, du schreibst in einem Forum, in dem manche nen Hals bekommen, wenn die Bäckersfrau nachfragt, ob's noch etwas mehr sein darf
Ja, die Freundlichkeit fällt auf, man muss das nicht alles für bare Münze nehmen, aber es ist einfach angenehmer, wenn man mit einem Lächeln begrüßt wird oder jemand sich sofort entschuldigt, wenn er dich im Gedränge im Supermarkt auch nur leicht an der Schulter streift. Hier bekommst du dafür häufig einen bösen Blick oder ein "kannsch net uffbasse, du Depp"
killroy hat geschrieben: was man jedoch quer durchs ganze land und vlt mit ausnahme von NYC krass wahrnimmt, ist die überwältigende dominanz der christlichen kirche(n). ich glaube auch, dass das der schlüssel für trump bei dieser wahl war - denn auch black people, POCs und Latinos sind zu weiten Teilen streng gläubig. krass z.B. in alabama, da sind wir am sonntag durch die pampa und über die käffer gefahren. alle 500 meter eine kirche, vor jeder kirche 10 bis 50 autos und nahezu alles black people.
Für die Schwarzen ist die Kirche, gerade in den Südstaaten, ein Ort der Zusammengehörigkeit. Sie sind in der Minderheit, werden angefeindet, aber einmal in der Woche lassen sie das alles hinter sich. Die Kirche hat für diese Menschen einen ganz anderen Zweck als für die weißen Frömmler.
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."