Manolo:
Die Süddeutsche ist ein Beispiel. Ich denke das ist auch ganz unterschiedlich: die StZ übernimmt vielleicht auch mal totalen Käse, hat aber eine Woche später dann Infos aus erster Hand, wer weiß das schon. Aber grundsätzlich gibt es schon einen Unterschied – wenn zum Beispiel der Guardian ohne weitere Angaben eine Zahl nennt, dann kann man normalerweise davon ausgehen, dass die ihnen aus guter Quelle gesteckt wurde – unter der Bedingung, dass sie nicht sagen sollen, woher sie’s haben.
Und so weiter. Man liest diese Publikationen ja über Jahre hinweg und kennt den Stil, und man folgt den Autoren dann noch teilweise auf Twitter etc. Das heißt natürlich nicht, dass alles immer stimmt – nur denke ich, dass man ein Gefühl dafür entwickeln kann, das einen in der Mehrzahl der Fälle nicht im Stich lässt.
Dass die meisten routinemäßig Agenturmeldungen durchpumpen, ist unbestritten, klar – steht ja auch normalerweise dabei. Die Häufigkeit einer Zahl allein ist da kein Indiz für deren Glaubwürdigkeit.