Mir persönlich gefällt nicht, wie er über die Leute spricht, die jetzt beim VfB arbeiten. Wenn er davon spricht, dass er erstmal mit den Leuten zusammenarbeiten wird, die da sind, dann klingt das für mich nicht so, als ob er sie schätzt und wirklich mit ihnen gemeinsam arbeiten will. Eher als ob er schon (andere) Leute im Kopf hat, mit denen er tatsächlich zusammenarbeiten will.
Übrigens habe ich diese Aussage, an die ich mich sehr gut erinnere, nicht mehr im Pressearchiv gefunden. Aber die STZ beschreibt die Haltung so:
Um Stabilität im Verein zu gewährleisten will Dietrich zunächst auf das bestehende Mitarbeiter-Team setzen.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 2d11c.htmlMittlerweile ist daraus ein "Ich möchte das mit diesem Team machen. Es gibt niemandem, bei dem ich über eine personelle Veränderung nachdenke" geworden.
Ich frage mich halt, warum er das nicht schon beim ersten Mal so gesagt hat. Entweder er ist kommunikationstechnisch ungeschickt (was mich bei einem, der auch schon als Pressesprecher gewirkt hat, ein bisschen wundern würde) oder die erste (nicht mehr auffindbare) Aussage lässt imo auf eine hidden agenda schließen, die da durchschimmert (s.o.).
Wenn er anmerkt: "Selbstverständlich muss man die Frage stellen: Sind alle am richtigen Platz?", dann finde ich das sehr erstaunlich, da er doch eigentlich von außen kommt und gar keinen Einblick in die Arbeit der entsprechenden Leute haben kann. Das klingt für mich in diesem Zusammenhang so, als ob da einer vorhat, ganz groß umzuorganisieren, ohne überhaupt zu wissen, ob es einer Umorganisation überhaupt bedarf. Und/oder, dass er auch schon Leute im Auge hat, die das betrifft. Sonst ergeben solche Äußerungen imo keinen Sinn oder sind zumindest sehr ungeschickt.
Man kann von Wahler als Vereinspräsident halten, was man will, aber er kam nicht wie eine Dampfwalze in den Verein und hat es trotzdem innerhalb eines Jahres geschafft, den Vorstand von neun auf vier Personen zu reduzieren (und damit etliche Personen hinauszubefördern, die dort auf Vereinskosten ein Pöstchen hatten, das es offensichtlich nicht gebraucht hat). Und das Ganze, ohne im Vorhinein schon große Töne zu spucken!
In Summe lassen diese Aussagen schon Rückschlüsse zu, wie Dietrich sich sein Wirken als Präsident vorstellt. Er hat offensichtlich bereits klare Vorstellungen davon, wie er den Verein zu organisieren gedenkt - ohne genaues Insiderwissen und ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen. Das kann gut gehen, denn sicherlich ist in einem solch großen und über lange Zeit ja auch sehr erfolgreichen Verein(sunternehmen) nicht nur der eine oder andere Filz anzutreffen. Die Frage ist halt, ob es funktioniert, da einfach mal dazwischenzuhauen, verbal und tatkräftig - und diese Vorgehensweise vermute ich bei diesem Präsidentschaftskandidaten, und außerdem, dass er durch solche Haudrauf- und Hauruck-Maßnahmen die positiven Ansätze des Teamgedankens um den jetzigen Sportvorstand wieder zerschlägt. (Und die Dinge, die man über sein Wirken bei den Kickers so hört und liest, lassen leider genau das befürchten).
Alles in allem natürlich eine Folge des mehr als fragwürdigen Versuchs, die Positionen im Verein bottom-up zu besetzen, zumal dabei ja - zumindest für etliche hier im Forum offensichtlich - vom AR unklare Strukturen geschaffen wurden, die aufzuräumen sich erst der Sportvorstand und jetzt auch der Kandidat fürs Präsidentenamt bemüßigt fühlt.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -