Goofy hat geschrieben:Die verwendeten Kameras machen “bis zu“ 150 Bilder pro Sekunde.
Z.B. in England nur 50.
Davon ausgegangen, dass ein Stürmer in einer Sekunde zehn Meter rennen kann (warum sollte Andy Buck das nicht können?):
Dann liegen zwischen zwei Bildern 6,66 cm. (In England 20cm).
Und dann müssen sie auch noch das einzige richtige Bild im Moment der Ballabgabe erwischen (wenn es das so überhaupt gibt).
Nicht einberechnet ist
- dass die Knie sich schneller bewegen als der Körper
- dass der Abwehrspieler sich auch bewegt, eventuell in die andere Richtung.
- eventuelle kleine Ungenauigkeit beim Anlegen der kalibrierten Linie.
Und dann soll Abseits eine eindeutige geometrisch lösbare Angelegenheit sein?
Und die wollen uns erzählen, dass sie 3 cm Abseits eindeutig erkennen können?
Das kann man doch!
Du legst als erstes den Moment der Ballabgabe (Stichwort erster Impuls) fest, mit den schon diskutierten Schwierigkeiten. Das kann der VAR so und so auslegen, für irgendein Standbild, welches seiner Meinung nach am besten passt, muß er sich entscheiden. Da es zudem ein Standbild ist, bewegt sich da keiner mehr. Kein Angreifer, kein Verteidiger und kein Knie. Die Bewegungen, so unterschiedlich sie sein mögen, sind auf den Moment eingefroren.
Danach ist es eine Frage der Fertigkeit, wenn man so will, wie man die Linie anlegt. Da können natürlich weitere Ungenauigkeiten entstehen. Wenn die Linie aber dann mal anliegt, kann man ja sehen und entscheiden, wer näher dran ist, an der Torlinie und dann eine, Achtung: klare Entscheidung fällen. Unter Berücksichtigung aller Unwägbarkeiten kommst Du also zu einem eindeutigen Ergebnis: Knappes Abseits
Die Formulierung, die Du oben zitiert hast, hingegen lautet: Egal wie gemessen wird: Auch wenn es Abseits ist, ist es noch lange kein Abseits, wenn es nur knapp genug ist. Das ist schon halber schizophren.
An die winzigen Meßeinheiten wird man sich gewöhnen müssen, so wie in der Formel eins oder beim Skilaufen. Denn was gemessen werden kann, wird auch gemessen werden. Feinstaub gibts ja auch erst, seitdem man ihn messen kann. Der Überlegung von Tifferette weiter oben, daß man nur das kontrollieren dürfen soll, was auch unter normalen Umständen für das Auge wahrnehmbar ist, würde auch nur zu weiteren Differenzen führen, vor allem dann, wenn die hochgenaue Meßtechnik zu einem anderen Ergebnis kommt als das Auge augenscheinlich.
Zwar kann ich Gomez´ Aussage gut nachvollziehen, wenn er sagt, wie soll er sich nach der Regel richten, wenn für ihn gar nicht mehr wahrnehmbar ist, ob er im Abseits steht oder nicht,sondern nur nachträglich durch minutenlange Video-Analyse. Dann ist das ganze für ihn wie würfeln. Aber man wird hinter diesen technischen Standard nicht mehr zurücktreten können, weil dann bei jeder strittigen Entscheidung eben doch wieder ins Mikroskop geschaut wird. Mir fiele nicht ein einziges Beispiel ein, wo man nachträglich eine "Unschärfe" irgendwo eingebracht hätte, weil die Entscheidungen nicht mehr nachvollziehbar waren.