Tifferette hat geschrieben:Es gibt da eigentlich nur wenige Möglichkeiten. Erstens, das war solch einem informierten Zeitgenossen wie Dir wirklich nicht bekannt und Du bist zweitens auch nicht selbst drauf gekommen. Oder drittens, hier wird mal wieder vorgeschoben, an einer Diskussion interessiert zu sein. Und wenn dann Gegenwind kommt, dann wird es persönlich.
Oder Viertens? Ich mag es gerne persönlich, ja. Aber natürlich nicht im Sinne von Beleidigungen oder blöder Anmache. Sondern im Sinne eines persönlichen, menschlichen Mitaneinander in Abgrenzung zum mittlerweile leider weit verbreiteten Internet-Autismus. Und weil ich Dich gerade an der Leitung habe: Wenn Du Postings von mir kommentierst, will ich nicht denken: "och, der Arsch schon wieder". Und ich mach das auch nicht! Du bleibst bei mir der Mensch der sich hinter Tifferette verbirgt, den ich nicht kennen kann aus wenigen Postings, von dem ich aber überzeugt bleibe, dass er ein liebenswürdiger Mensch ist. Ich sach Dir dat jetzt einfach mal, damit Du es weißt.
Tifferette hat geschrieben:Die von fkAS in der ersten Hälfte des Postings dargestellten Unschärfen der Statistik sind doch allgemein bekannt, das wurde schon x-mal diskutiert. Zum Beispiel - man sperre mal lauter verzweifelte Leute onhe Perspektive monatelang auf engstem Raum zusammen. Ist ja wirklich überraschend, dass da signifikant andere Zahlen rauskommen. Gleichzeitig kann man solche Einwände wunderbar zur Verharmlosung nutzen, auch das stimmt natürlich.
Ja, wenn man diese Faktoren berücksichtigen könnte, käme eine Zahl heraus, die irgendwo vielleicht zwischen 1500% und 2800% liegt. Das wäre dann aber immer noch eine Zahl die gesellschaftlich inakzeptabel ist. Oder würdest Du erwarten, dass sich das Verhältnis Deutsch zu nicht-Deutsch auf 1:1 relativiert, wenn man nur alle Dunkelfelder aufgeklärt hätte?
Vielleicht mal sorum: Wie müsste man denn das Dunkelfeld aufklären? Die Polizei müsste mit einem randomisierten Ansatz so in der Größenordnung 50.000 schwere Straftaten, die zumindest unterstellt "üblicher Weise" angezeigt werden, untersuchen. Dann müsste man ca. 5 Jahre abwarten, wie viele der angezeigten Straftaten auch tatsächlich zu Verurteilungen führten. Schließlich müsste man die Quote zwischen Anzeige-Verurteilung für Deutsche und Nicht-Deutsche miteinander vergleichen. Kriminalstatistisch betrachtet sollte man das machen, weil das "bessere" Zahlen ergäbe. Aber die "Wahrheit" wäre damit natürlich auch nicht abgebildet. Beispielsweise werden Anzeigen im Rahmen der Aufklärung zur organisierten Kriminalität oder bei Sexualstraftaten auch häufig wieder zurückgezogen. Oder in bestimmten Verbrechensfeldern ist die Aufklärungsrate aus intrinsischen Gründen gar nicht mit anderen Verbrechensarten zu vergleichen. Kurz: eine absolut "reine" Aussage wird es da nie geben. Man kann hier nicht nur mit der reinen Lehre argumentieren, denn:
Der Faktor 23, den ich oben dargestellt habe, verdeutlicht: der Faktor ist so groß, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Unterschiede in der Kriminalstatistik zwischen Deutschen und nicht-Deutschen sich nicht durch Methoden-Bias erklären lassen. Darüber, ob der nun 21,3 ist oder 27,8, würde ich nicht diskutieren, alles über 1,5 ist für mich als solches gesellschaftsrelevant. Wenn jetzt aber jemand mit Argumenten und vor allem Zahlen aufwarten kann, die zeigen können, dass die Ausländerkriminalität geringer als 150% (1,5) zur Deutschen ist, dann wäre das eine andere Diskussion. Aber ich kenne solche Zahlen oder Statistiken nicht, sonst würde ich sie selbstverständlich "freiwillig" auch benennen!