halensee hat geschrieben:Tamasi hat geschrieben:Der Text des Jahres:
https://sz.de/1.4991239
Kann ich leider nicht lesen, da es sich um einen kostenpflichtigen Artikel handelt.
Schon wieder

Don't criticize what you can't understand
halensee hat geschrieben:Tamasi hat geschrieben:Der Text des Jahres:
https://sz.de/1.4991239
Kann ich leider nicht lesen, da es sich um einen kostenpflichtigen Artikel handelt.

halensee hat geschrieben:Tamasi hat geschrieben:Der Text des Jahres:
https://sz.de/1.4991239
Kann ich leider nicht lesen, da es sich um einen kostenpflichtigen Artikel handelt. Und wenn wir schon beim Thema sind, eine Frage an Zeus oder die juristisch vorgebildeten Forenteilnehmer:
Ist es rechtswidrig kostenpflichtige Artikel vollständig oder auch nur teilweise zu zitieren? Und wenn ja, wer kann belangt werden?
halensee hat geschrieben:Bin mir sicher, dass das Internet gescannt werden kann.
Das Beste an dem ganzen Schlamassel war der Zeitpunkt, an dem es losging. Nicht auszudenken, die Maßnahmen wären im November verkündet worden, wenn die Tage immer grauer, kürzer, kälter werden. So aber leuchtete die Welt mit jedem Tag heller, wärmer, grüner. Drinnen düstere Hiobs-News am laufenden Band, draußen Frühling, Licht, Spazierengehen. Ja klar, nur allein oder als Familie und mit dieser seltsamen Achtsamkeits-Choreografie aus Warten, Ausweichen, Vorbeischlängeln. Aber immerhin ist man nicht in der fahlen Dämmerung durch den Schneematsch gestapft, sondern lustwandelte durch täglich freundlichere Natur. Dabei konnte man sich dann noch ein Beispiel nehmen am tapferen Chlorophyll, das Jahr für Jahr stoisch von vorn anfängt. Jedes Blatt macht einfach seinen Job, und schon ist Schönheit in der Welt.
Während die Natur also unbeeindruckt weitermachte, blieb an den Litfaßsäulen von Mitte März an die Zeit kleben. Es gab ja nichts mehr anzukündigen. Weshalb Kristen Stewart alias Jean Seberg uns von den Filmplakaten herunter monatelang bei unserem seltsamen Treiben zuschaute: Erst eilen alle (...)
Wir leben im Zeitalter der Dystopie. Zukunft wird in den aktuellen Drehbuch-Szenarios und Romanhandlungen ausnahmslos als düstere Variante der Jetzt-Zeit gezeigt. Man muss sich nur mal im Hugendubel die Jugendbuchabteilung ansehen. Meterweise Weltuntergang. Klimaalbträume in allen Schattierungen. Faschistische Gesellschaften, meist in einem Mix aus postapokalyptischer Mittelalter-Trümmerwelt und High-Tech. Als würde das kollektive Unterbewusste, das an unseren gemeinsamen Geschichten schreibt, die Jugendlichen vorbereiten auf das, was sie erwartet. So was wie Corona aber hatte keine Autorin und kein Autor auf dem Schirm. Virenattacken, das schon. Aber nicht diese seltsame Freizeitparkatmosphäre. Diese frei schwebende Wartezeit, das Gefühl kollektiver Sommerferien in Verbindung mit der dumpfen Ahnung, draußen, kurz hinterm Horizont dieser heiteren Strandtage, baut sich die Riesenwelle auf. (...)
Da dachten alle noch, na gut, drei Wochen Improvisationsmanagement, dann wird die Kurve flach sein und alles zurück auf Normal. Beeindruckend, wie naiv man irgendwie hofft, dass das alles einfach wieder weggeht. So wie es aussieht, wird es wohl lange so weitergehen. Und wir alle brauchen dringend eine Art Lebensyoga, tägliche Dehnübungen in Sachen Gelassenheit, Flexibilität, Zuversicht.
Gerade das mit der Zuversicht wird nicht leicht, haben sich doch die meisten vermeintlich guten, schönen Aspekte der Pandemie schnell in Frühlingsluft aufgelöst oder als Trugbilder erwiesen. Etwa die Hoffnung darauf, dass jetzt der ökologische Umbau nebst sinnstiftender Entschleunigung komme, schließlich habe man doch gesehen, dass es im Notfall sehr wohl geht, den Verkehr von einem Tag auf den anderen runterzufahren, all das Rumfliegen, Konferenzgetingel, Wochenendgebrause... Geflogen wird noch nicht wieder so frenetisch wie zuvor, ansonsten aber ist mittlerweile fast alles (Autoverkehr, Stromverbrauch, Smog) wieder beim Alten. Und Peter Altmaier und die anderen Sachwalter des klimaschädlichen Status quo können umweltpolitische Forderungen wieder als Ökoschnickschnack und wirtschaftsschädliche Traumtänzerei abtun, schließlich geht es jetzt erstmal um die Rettung der Wirtschaft. (...)
Und dann war da noch die Hoffnung, dass uns Corona einen werde, jenseits von Differenzierung, Fragmentierung und Singularisierung. Vier Monate später scheint ein canyontiefer Riss durch die Gesellschaft zu gehen. Fast jeder kann von solch einem unheimlichen Überraschungsmoment berichten: die Tante, die überzeugt ist, dass uns allen Mikrochips implantiert und wir versklavt werden; der Lehrer der Kinder, der flüstert, Corona gebe es gar nicht, das seien alles Nebenwirkungen der 5G-Strahlung. Die nette Nachbarin, die weiß, dass Bill Gates das Virus in die Welt gesetzt hat. Auf den Corona-Demos wird vorne auf der Bühne für den Weltfrieden getanzt, hinten in der Menge aber werden Kameramänner angegriffen und Journalistinnen mit Hass übergossen. Wie soll das erst im Herbst werden, wenn Novemberdunkelheit, Kälte und schaurige Wirtschaftsmeldungen vermutlich mit der zweiten oder dritten Welle und unser aller Erschöpfung zusammenfallen? (...)

Ich finde es aber auch doof, weil aktuell sind ja eh alle Fenster offen und somit ein gewisser Luftzug.

Tamasi hat geschrieben:Der Sohn eines Bürokollegen hat den zweiten Tag Schnupfen & Halsweh. Scheint's geht gerade eine Sommergrippe rum. Morgen früh hat er einen Test-Termin - natürlich nicht auf "Sommergrippe".
Iron hat geschrieben:Tamasi hat geschrieben:Der Sohn eines Bürokollegen hat den zweiten Tag Schnupfen & Halsweh. Scheint's geht gerade eine Sommergrippe rum. Morgen früh hat er einen Test-Termin - natürlich nicht auf "Sommergrippe".
Wenn es danach geht, müssten wir uns die nächsten Jahre isolieren ...
Iron hat geschrieben:Klimaanlagen sollten in Lerneinrichtungen eigentlich Standard sein.
Frank N Furter hat geschrieben:Iron hat geschrieben:Klimaanlagen sollten in Lerneinrichtungen eigentlich Standard sein.
Dit klärste aber bitte ma mid de Greta, wa.
Tamasi hat geschrieben:Wird lustig. Alle zwei, drei Wochen zum Test? Die ganze Bevölkerung... Hätte natürlich immense Vorteile - nur ist es logistisch ganz sicher nicht bewältigbar.

Irgendwann werden meine Zukunftskinder erstaunt sagen: Ach, damals habt ihr das mit den Erkältungsmasken eingeführt.
Und ich werde nicken. Hoffentlich.
und gericht gehalten wird - anwälte hier, oder dann dort vor ort, wenn ich Sie brauchen könnte ?)