Southern Comfort hat geschrieben:Wenn die Stelle quasi als Ehrenamt ausgeschrieben ist, dann erübrigt sich die Diskussion um ein Gehalt eigentlich von selbst.
Die so genannte Aufwandsentschädigung ist eher was Symbolisches. Nur mal zum Vergleich, was das deutsche Steuerrecht diese symbolischen Vergütungen als so geringfügig erachtet, das die steuerfrei gewährt werden dürfen:
- 60,00 € pro Monat für einen Ehrenamtler (Platzwart, Kassenführer, Vorstand, Abteilungsleiter...)
- 200,00 € pro Monat für einen Übungsleiter oder Trainer
Man kann natürlich kritisieren, DASS die Stelle als Ehrenamt oder Nebenamt ausgeschrieben ist, weil es möglicherweise bestimmte Kandidaten ausschließt. Dies war anscheinend bei der/für die Nominierung von WD seinerzeit der Fall.
Nach der erfolgreichen Ausgliederung jedoch muss man eben konstatieren, dass der Vereinspräsident keine/oder zumindest nicht annähernd dieselbe Gestaltungsmacht über das Geschäftsfeld "Profifußball" haben soll(te) wie noch zu Zeiten als Vorstandsmitglied im VfB e.V. vor der Ausgliederung. Und dies wird ja nach dem Sündenfall WD auch so von vielen Mitgliedern gewünscht.
Zudem sind durch die Ausgliederung der Profifußballabteilung in eine Kapitalgesellschaft die für den VfB Stuttgart e.V. zur Verfügung stehenden Mittel sicherlich nicht ausreichend für hohe Gehälter für die noch/vorwiegend im Verein tätigen Personen.
Insofern ist es logisch, dass diese Stelle nur ehrenamtlich oder nebenamtlich besetzt werden soll. Und dass dafür Kandidaten gesucht werden, die in der Repräsentation und in der Kommunikation ihre Stärken haben ebenso.
Dennoch wäre es natürlich spannend, zu wissen, was WD als Vereinspräsident im Ehrenamt NACH der Ausgliederung an Aufwandsentschädigung erhalten hat, um eine Idee davon zu bekommen, um welche Summen es eigentlich geht. (Aber vielleicht war bei ihm ja die Machtposition Wertschätzung genug...)
Southern Comfort hat geschrieben:1.) Ich bezweifle, dass ein Jugendspieler des VfB so wenig kassiert und ferner, dass es der Buchwald für dieses Nasenwasser machen würde.
Dito.
Southern Comfort hat geschrieben:2.) An der Kommunikationspolitik des Vereins gibt es nichts zu meckern. Der ganze Prozess ist viel transparenter dargestellt, als es sein müsste und als wir es gewohnt sind. Die könnten sich auch hinstellen und alle Anfragen mit "kein Kommentar" abblocken, und schlussendlich zwei Kandidaten präsentieren, bei denen wieder keiner weiß, woher die kommen und warum es die sein müssen...
Sehe ich fast so.
Dass der Vereinsbeirat die Stelle dieses/zum ersten Mal öffentlich ausgeschrieben und mit einer Stellenbeschreibung versehen hat, ist sehr positiv zu sehen, ebenso die Tatsache, dass es mehrere der Eigenbewerber nun auf die Shortlist geschafft haben. Auch die Kritik daran, dass wohl auch Kandidaten durch den Beirat zu einer Kandidatur ermuntert wurden, kann ich nicht teilen - denn ein solches Vorgehen ist auch anderswo gang und gäbe.
Allerdings erscheint mir die Kommunikation seit der Öffentlichkeitsoffensive zweier der abgelehnten Bewerber (Klopfer, Buchwald) doch etwas getrieben. Und vielleicht wurde auch nach der Kritik von Klopfer die Shortlist früher als geplant veröffentlicht - was dann die nächste Salve an Empörung seitens Buchwald auslöste.
Nichtsdestotrotz ist interessant, dass von Seiten des Vereins und der AG nicht auf die Vorwürfe Buchwalds eingegangen wird, dass sich der Minderheitsgesellschafter Daimler oder Teile des Aufsichtsrates in die Auswahl des Präsidenten des Mehrheitsgesellschafter VfB Stuttgart e.V. einmischen.
Sollte dies tatsächlich so sein (nicht, dass es mich überraschen würde), dann würde all die vom Vereinsbeirat bislang gezeigte Transparenz ad absurdum geführt und dann würden den Mitgliedern - wie all die Jahre zuvor - Kandidaten zur Wahl präsentiert werden, die nicht das Wohl des Vereins und seiner Mitglieder im Auge haben, sondern die Sicherung der Pfründe für all die Seilschaften, die sich im unkontrollierten Umkreis von viel Geld eben bilden.
Southern Comfort hat geschrieben:3.) Wenn der Buchwald clever wäre, würde er jetzt medial in die Offensive gehen und großzügig auf seine Kohle komplett verzichten. Wenn es denn so wenig wäre, wie er sagt und er es eh nicht nötig hätte, kein Problem, oder? Das würde die "Seilschaften" ja unter Zugzwang setzen und man müsste ihm schlussendlich mit der ungeeigneten fachlichen Qualifikation kommen (was imho auch kein Problem wäre), oder ihn auf der Shortlist lassen. Aber entweder geht es eben doch um die Kohle... oder der Guido kommt auf diesen Gedanken nicht... oder gar beides.
Nach meiner Einschätzung geht es Buchwald (ebenso wie Berthold und Klinsmann) natürlich um einen gut bezahlten Job in der (jedenfalls zur Zeit noch) Gelddruckmaschine Profifußball. Dies mache ich an vielen seiner Aussagen im Lauf der vergangenen Jahre fest. Buchwald will vielleicht auch dem Verein helfen, aber insbesondere will er eine bezahlte Aufgabe im Profifußball haben, die er seit seinen gescheiterten Versuchen als Trainer, Manager und Vereinspräsident halt (anderswo) nicht mehr bekommt. (Und das ist auch einer meiner Gründe, warum ich ihn in keiner Entscheiderfunktion beim VfB sehen will...)
Das ändert aber nichts daran, dass es imho Stand jetzt bereits genügend Leute im Umfeld VfB (AG) gibt, die auf genau dieselbe Art ihre Schäfchen ins Trockene bringen, seien es Berater, Angestellte, Geldgeber, Sponsoren, Freundeskreis etc. Und dass diese Seilschaften alles dafür tun, dass dies so bleibt. Insofern ist die Kritik von Buchwald und Klopfer berechtigt, nur eben vermutlich längst nicht so altruistisch, wie sie scheint...
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -