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Tamasi
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Allmachtsbachel
Zur Luca-App:

Es gibt Probleme, zum Glück fallen die auf, hoffentlich werden sie gelöst. Wenn das so läuft, ist es immer noch besser als die offizielle C-Warn-App, die absolut unzureichend und schlicht nicht hilfreich ist.

CoachingZone
Halbdaggl
Tamasi hat geschrieben:
Gibts des hat geschrieben:Gibt's nen
Tipp für Postexpositionsprophylaxe?

Hilft nicht vorab, aber vermutlich sobald es losgeht bzw. die Infektion gesichert ist:

Ein günstiges und leicht verfügbares Asthmaspray soll die Wahrscheinlichkeit für schwere Verläufe von Covid-19 senken. Karl Lauterbach spricht von einem "Game Changer".

Sollte sich der Befund bestätigen, gäbe es eine Option, um früh den Verlauf einer Infektion mit Sars-CoV-2 zu beeinflussen. Doch bisher ist es lediglich ein starkes Indiz, aber kein Beweis, was Ärzte der Uni Oxford im Fachblatt The Lancet veröffentlicht haben: Das Asthmaspray Budesonid könnte demnach heftige Symptome der Covid-19-Erkrankung verhindern helfen.
(...)
Die Hälfte der Probanden inhalierte zweimal täglich das Asthmaspray Budesonid von Astra Zeneca, die anderen Teilnehmer bekamen bei Bedarf die übliche lindernde Behandlung mit fiebersenkenden Mitteln sowie Honig gegen den Hustenreiz.

Bald zeigte sich, dass das Asthmaspray die Wahrscheinlichkeit für schwere Verläufe senkte. Unter Budesonid mussten weniger Patienten ins Krankenhaus oder gar auf die Intensivstation. Die Beschwerden dauerten sieben statt acht Tage, wenn das inhalative Kortisonpräparat genommen wurde. Die Probanden hatten zudem seltener Fieber und nur 27 Prozent von ihnen mussten auf Mittel zurückgreifen, mit denen die Temperatur gesenkt oder Entzündungen gelindert werden. In der Vergleichsgruppe war es jeder Zweite. Zwei und vier Wochen nach Beginn der Beschwerden berichteten die Probanden unter Budesonid über weniger Symptome, die sie noch plagten.

Es fiel wohl bei Behandlungen - weltweit - in Krankenhäusern auf, dass manche Patienten einen milden Verlauf hatten:
Als Erklärung wurde vermutet, dass diese Patienten inhalative Kortikoide wie Budesonid nehmen und deshalb besser vor Covid-19 geschützt sind. Im Labor hatte sich gezeigt, dass die Medikamente die Vermehrung von Sars-CoV-2 in Zellen der oberen Atemwege behindern und zudem die Ausprägung von ACE2-Rezeptoren an der Zelloberfläche hemmen, die für das Eindringen der Viren notwendig sind.

(...) berichtet eine Ärztin aus Österreich, dass die Anzahl der Patienten in der Lancet-Studie zwar gering sei, sie aber während der häuslichen Behandlung "einer vierstelligen Zahl" von Covid-Patienten "hundertfach mit eigenen Augen gesehen habe, wie sehr dieses Medikament hilft".
(...)
"Der Effekt von Budesonid beruht wohl auf einer unterdrückten Entzündungsreaktion im sehr frühen Stadium", vermutet Wendtner. Zwar müssten größere Studien die Ergebnisse absichern. "Es ist aber zu erwarten, dass nun vermehrt Budesonid ambulant bei Covid-Patienten eingesetzt wird, weil es nicht nur Patienten hilft, sondern auch den Druck auf die Krankenhäuser nehmen könnte und zudem leicht verfügbar und billig ist."

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ ... -1.5262245

Rezeptpflichtig. Vielleicht gehen auch andere "inhalative Kortikoide". Viel Glück!


Inhalative Corticoide sind immer rezeptpflichtig! Wegen der Nebenwirkungen.

Würde den Hausarzt kontaktieren, Rezept dürfte kein Problem sein. Budesonid ist auch nicht teuer.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Spielgerät
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Halbdaggl
higgi hat geschrieben:Was ich mich immer frage
Es heißt die Intensivkapazitäten sind zu 90% ausgelastet
Belegte Intensivplätze ~ 4.800
Verfügbare Intensivplätze ~ 28.000 (Aufstockbar auf 38.000 innerhalb 1 Woche)

Wie kommen die 90% zustande?


Würde mich auch interessieren.
Und es heißt ja immer, wie hätten eines der besten Gesundheitssystem der Welt. Wieso droht dem bei einer Inzidenz von 150 der Kollaps? Andere Länder hatten mehr als das doppelte und von dort habe ich das Wort "Triage" nicht vernommen. Klar, die britische Variante ist aggressiver, befällt auch jüngere Menschen, die dann länger auf der Intensiv liegen. Aber das alleine erklärt für mich die Warnungen der Intensivmediziner nicht. Kann es sein, dass die schon sehr weit vor der eigentlichen Belastungsgrenze laut "Stopp" rufen? Neulich hat ja auch ein Experte den Warnungen widersprochen, der ward aber nicht mehr gesehen und gehört ... :shock:
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

Tamasi
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Allmachtsbachel
CZ,
klar, die sind rezeptpflichtig. Es kommt ja auch auf die Dosierung an, ohne Arzt geht das nicht. Bringt ja auch nichts, wenn man ein zu gering dosiertes Inhalat nimmt.

Ich habe andere Präparate nur ins Spiel gebracht, falls Budesonid vergriffen sein sollte. Die Meldung kam ja bereits vor ein paar Wochen auf und jetzt wieder hoch - was hoffentlich dafür spricht, dass da was dran ist.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Spielgerät hat geschrieben:Kann es sein, dass die schon sehr weit vor der eigentlichen Belastungsgrenze laut "Stopp" rufen?

Vermutlich. Aber man muss den Vorlauf mitrechnen: Die aktuellen Infektionen landen erst in ca. 14 Tagen auf der Intensivstation.

Und: Betten sind das eine, fehlendes Personal das andere.

Okay, auch in anderen Ländern ist das Personal am Anschlag und vielleicht auch vergleichsweise unterbezahlt & zum Teil abgesprungen.

Aber wir, im tollen Deutschland... ach ja, das nächste Puzzlestück: Im Laufe des letzten Jahres hätte man durchaus ein bisschen was an den Arbeitsbedingungen ändern können. Neulich, diese Doku bei ProSieben. Da hat sich Olaf Scholz gleich zu Wort gemeldet, dass jetzt dringend was geändert werden muss. Und Spahn wollte das Gespräch suchen oder sowas in der Art. Helden! :puke:


de mappes
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Spamferkel
Spielgerät hat geschrieben:
higgi hat geschrieben:Was ich mich immer frage
Es heißt die Intensivkapazitäten sind zu 90% ausgelastet
Belegte Intensivplätze ~ 4.800
Verfügbare Intensivplätze ~ 28.000 (Aufstockbar auf 38.000 innerhalb 1 Woche)

Wie kommen die 90% zustande?


Würde mich auch interessieren.
Und es heißt ja immer, wie hätten eines der besten Gesundheitssystem der Welt. Wieso droht dem bei einer Inzidenz von 150 der Kollaps? Andere Länder hatten mehr als das doppelte und von dort habe ich das Wort "Triage" nicht vernommen. Klar, die britische Variante ist aggressiver, befällt auch jüngere Menschen, die dann länger auf der Intensiv liegen. Aber das alleine erklärt für mich die Warnungen der Intensivmediziner nicht. Kann es sein, dass die schon sehr weit vor der eigentlichen Belastungsgrenze laut "Stopp" rufen? Neulich hat ja auch ein Experte den Warnungen widersprochen, der ward aber nicht mehr gesehen und gehört ... :shock:


wundert mich auch
gerade die Franzosen, die ein schlechteres Gesundheitssystem haben (die an der Grenze schauen immer, dass sie ihre Ärzte und Krankenhäuser hier in Deutschland wählen) hat seit Monaten höhere Fallzahlen...kollabiert ist da aber meines Wissens auch noch nichts (das System)
Don't criticize what you can't understand

de mappes
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Tamasi hat geschrieben:
Spielgerät hat geschrieben:Kann es sein, dass die schon sehr weit vor der eigentlichen Belastungsgrenze laut "Stopp" rufen?

Vermutlich. Aber man muss den Vorlauf mitrechnen: Die aktuellen Infektionen landen erst in ca. 14 Tagen auf der Intensivstation.

Und: Betten sind das eine, fehlendes Personal das andere.

Okay, auch in anderen Ländern ist das Personal am Anschlag und vielleicht auch vergleichsweise unterbezahlt & zum Teil abgesprungen.

Aber wir, im tollen Deutschland... ach ja, das nächste Puzzlestück: Im Laufe des letzten Jahres hätte man durchaus ein bisschen was an den Arbeitsbedingungen ändern können. Neulich, diese Doku bei ProSieben. Da hat sich Olaf Scholz gleich zu Wort gemeldet, dass jetzt dringend was geändert werden muss. Und Spahn wollte das Gespräch suchen oder sowas in der Art. Helden! :puke:


ja wahnsinn...es scheint im gegenteil sogar so, dass die Intensivbetten und Personal abnahmen...nach einem jahr kommen die wieder nur mit Gelaber
lächerlich
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Goofy
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Grasdaggl
Wird der dann schneller/früher produziert deshalb?

Und wo?
Und was ist sonst mit der Produktionskapazität, wenn er nicht für D zugelassen wird?

de mappes
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Man wollte am Anfang keine Notfallzulassungen, weil das Vertrauen kosten könnte für die Impfbereitschaft

Mittlerweile weiß man: EGAL!

Bild
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Tamasi
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Allmachtsbachel
Her damit! Der Stoff kommt aus Schwaben, der kann nur gut sein!

Ebenso wichtig:
Angesichts der neuerlichen Verzögerung der Impfkampagne erneuerte Lauterbach seine Forderung, den Zeitraum zwischen der ersten und zweiten Impfdosis auf zwölf Wochen zu strecken – um so möglichst viele Menschen schon einmal durch die erste Spritze einen gewissen Schutz zu geben.

»Daten aus Großbritannien zeigen eindeutig, dass schon nach der ersten Dosis die Neuinfektionen und die Anzahl der schweren Erkrankungen drastisch fällt«, sagte der 58-jährige. »Wir brauchen jetzt pragmatische Lösungen, die so viele Menschenleben wie möglich retten.«

Hat er neulich bei Lanz ausgeführt. Leider mit dem Zusatz, dass das nicht passieren wird. Die Stiko wird das nicht erlauben (und Lauterbach versteht das) und die Politik kann das nicht gegen die Stiko durchsetzen. Ich hoffe, dass dennoch weiter dafür getrommelt wird, wer weiß...
Zuletzt geändert von Tamasi am 14. April 2021 14:40, insgesamt 1-mal geändert.

CoachingZone
Halbdaggl
Notfallzulassung bedeutet ja, dass die Unternehmen von der Haftung ausgenommen werden. Die USA und Großbritannien hatten dadurch einen Liefer- und Anwendungsvorteil von mehreren Wochen.

Zu Beginn fand ich es persönlich gut, gerade bei den mRNA-Impfstoffen eben nicht den Weg der Notfallzulassung zu gehen, eben, weil es sich um NEUARTIGE Impfstoffe handelte.

Jetzt - nach den Erfahrungen bei Millionen von Impflingen - kann man es auf der Grundlage der Stufe-3-Studien schon wagen.

Hinzu kommt, dass der Curevac-Impfstoff deutlich niedriger dosiert ist, was die unangenehmen Nebenwirkungen auch reduzieren sollte.

Mehrere Millionen Impfdosen sind also schon vorproduziert. Dann her damit :!:

(Und ganz selbstlos :mrgreen: hoffe ich, dass sich auch die Schweiz mit der Zulassung beeilt, man hat hier ja angeblich 5 Mio Dosen bestellt...)
Zuletzt geändert von CoachingZone am 14. April 2021 14:42, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

de mappes
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Spamferkel
CoachingZone hat geschrieben:Notfallzulassung bedeutet ja, dass die Unternehmen bei der Haftung ausgenommen werden. Die USA und Großbritannien hatten dadurch einen Liefer- und Anwendungsvorteil von mehreren Wochen.

Zu Beginn fand ich es persönlich gut, gerade bei den mRNA-Impfstoffen eben nicht den Weg der Notfallzulassung zu gehen, eben, weil es sich um NEUARTIGE Impfstoffe handelte.

Jetzt - nach den Erfahrungen bei Millionen von Impflingen - kann man es auf der Grundlage der Stufe-3-Studien schon wagen.

Hinzu kommt, dass der Curevac-Impfstoff deutlich niedriger dosiert ist, was die unangenehmen Nebenwirkungen auch reduzieren sollte.

Mehrere Millionen Impfdosen sind also schon vorproduziert. Dann her damit :!:


:nod: :nod: :nod:
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Frank N Furter
higgi hat geschrieben:Was ich mich immer frage
Es heißt die Intensivkapazitäten sind zu 90% ausgelastet
Belegte Intensivplätze ~ 4.800
Verfügbare Intensivplätze ~ 28.000 (Aufstockbar auf 38.000 innerhalb 1 Woche)

Wie kommen die 90% zustande?


Ich glaube, das läßt sich recht einfach erklären und läuft in allen Krankenhäusern sehr ähnlich. Die Charité gibt z.B. intern etwas heraus, dass man Dashboard genannt hat und in dem akribisch alle Zahlen zu Covid zusammengefasst sind. Demnach hatten wir bis zum 12.04., also diesen Montag, 212 Intensivbetten bereitgehalten. Seit diesem Montag sind wir wieder in den Notbetrieb zurückgekehrt. Das bedeutet, wir schauen uns wieder genau an, welche sonstigen intensivmedizinisch begleiteten Maßnahmen aktuell noch nötig sind. Also mit anderen Worten: die Anzahl der sonstigen Behandlungen und Operationen wird wieder heruntergefahren. Umgekehrt steigt jetzt die Anzahl der Intensivbetten wieder an.

Natürlich kann man bemängeln, dass so nie eine verlässliche Quote von ausgelasteten Intensivbetten zu ermitteln ist. Das stimmt auch ungefähr bis zu einem gewissen Grenzwert. Bei uns liegt der Grenzwert aktuell bei maximal 450 Intensivbetten die wir betreiben könnten. Dann arbeitet aber wirklich jede verfügbare Intensiv-Kraft nur noch gegen Covid. Das ist ein Zustand den man unbedingt vermeiden will, weil er im Zweifelsfall anderen Menschen das Leben kosten kann. Und deshalb gibt man eben schon recht früh ein Alarmsignal, bevor man völlig mit dem Rücken zur Wand steht.

Für uns ist deshalb die maßgebliche Zahl jetzt 212 gewesen. Mehr Intensivbetten wollten wir nicht betreiben, damit der Regelbetrieb nicht leidet. Ich finde diese Art der Kommunikation zwar auch nicht vollkommen optimal aber vertretbar.

Unser Dashboard zeigt übrigens eines auch recht klar: bisher haben wir noch keinen signifikanten Anstieg an Covid-Intensivfällen. Über die letzten Wochen gab es eine ganz leichte Steigerung, es kamen in der Summe bis letzten Freitag nochmal 10 neue Fälle dazu. Allerdings zeigen eben alle Simulationen und alle Prognosen, dass wir bald einen starken Anstieg zu erwarten haben. Da die Simulationen bisher immer recht zutreffend waren, hat man mittlerweile großen Respekt vor diesen Vorhersagen und will jetzt schon gerüstet sein. Ich bin auch gespannt, was die nächsten zwei Wochen passiert.

higgi
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Grasdaggl
Also beziehen sich die 90% nur auf die für Covid bereit gestellten Intensivbetten?
Dh. es gibt ca. 5000 Covid Betten und weitere 23.000 für Herzinfarkte u.ä..?
von daher

Frank N Furter
higgi hat geschrieben:Also beziehen sich die 90% nur auf die für Covid bereit gestellten Intensivbetten?
Dh. es gibt ca. 5000 Covid Betten und weitere 23.000 für Herzinfarkte u.ä..?


Nein, so kann man es auch nicht sehen. Die meisten Intensivmediziner sind ja im Normalbetrieb als Anästhesisten im OP. Wenn man als Krankenhaus die Zahl seiner Intensivbetten erhöhen will, muss man von anderen Bereichen diejenigen Arbeitskräfte abziehen, die man auf einer Intensivstation braucht. Das bedeutet, dass es so ein Krankenhaus im Normalbetriebt gibt, mit einer gesetzten Zahl von Intensivbetten, auf deren numerischer Grundlage aktuell die Berechnung der prozentualen Auslastung erfolgt.

Darüber hinaus existiert aber noch ein "anderes Krankenhaus", jenes, welches bereits im Pandemiemodus unterwegs ist. Dort wurden die Intensivbetten dann hochgefahren.

Das bedeutet, dass einerseits eben davon gesprochen wird, dass die Auslastung der Intensivkapazitäten schon bei 90% sei, aber gleichzeitig eine Erhöhung der Kapazitäten auf über das Doppelte möglich ist. Nimmt man also die maximale Intensivbettenzahl zur Grundlage, wären wir dann bei der Hälfte, also 45%.

de mappes
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Frank N Furter hat geschrieben:
higgi hat geschrieben:Was ich mich immer frage
Es heißt die Intensivkapazitäten sind zu 90% ausgelastet
Belegte Intensivplätze ~ 4.800
Verfügbare Intensivplätze ~ 28.000 (Aufstockbar auf 38.000 innerhalb 1 Woche)

Wie kommen die 90% zustande?


Ich glaube, das läßt sich recht einfach erklären und läuft in allen Krankenhäusern sehr ähnlich. Die Charité gibt z.B. intern etwas heraus, dass man Dashboard genannt hat und in dem akribisch alle Zahlen zu Covid zusammengefasst sind. Demnach hatten wir bis zum 12.04., also diesen Montag, 212 Intensivbetten bereitgehalten. Seit diesem Montag sind wir wieder in den Notbetrieb zurückgekehrt. Das bedeutet, wir schauen uns wieder genau an, welche sonstigen intensivmedizinisch begleiteten Maßnahmen aktuell noch nötig sind. Also mit anderen Worten: die Anzahl der sonstigen Behandlungen und Operationen wird wieder heruntergefahren. Umgekehrt steigt jetzt die Anzahl der Intensivbetten wieder an.

Natürlich kann man bemängeln, dass so nie eine verlässliche Quote von ausgelasteten Intensivbetten zu ermitteln ist. Das stimmt auch ungefähr bis zu einem gewissen Grenzwert. Bei uns liegt der Grenzwert aktuell bei maximal 450 Intensivbetten die wir betreiben könnten. Dann arbeitet aber wirklich jede verfügbare Intensiv-Kraft nur noch gegen Covid. Das ist ein Zustand den man unbedingt vermeiden will, weil er im Zweifelsfall anderen Menschen das Leben kosten kann. Und deshalb gibt man eben schon recht früh ein Alarmsignal, bevor man völlig mit dem Rücken zur Wand steht.

Für uns ist deshalb die maßgebliche Zahl jetzt 212 gewesen. Mehr Intensivbetten wollten wir nicht betreiben, damit der Regelbetrieb nicht leidet. Ich finde diese Art der Kommunikation zwar auch nicht vollkommen optimal aber vertretbar.

Unser Dashboard zeigt übrigens eines auch recht klar: bisher haben wir noch keinen signifikanten Anstieg an Covid-Intensivfällen. Über die letzten Wochen gab es eine ganz leichte Steigerung, es kamen in der Summe bis letzten Freitag nochmal 10 neue Fälle dazu. Allerdings zeigen eben alle Simulationen und alle Prognosen, dass wir bald einen starken Anstieg zu erwarten haben. Da die Simulationen bisher immer recht zutreffend waren, hat man mittlerweile großen Respekt vor diesen Vorhersagen und will jetzt schon gerüstet sein. Ich bin auch gespannt, was die nächsten zwei Wochen passiert.


danke an der Stelle nochmal für die Erläuterungen und Einblicke in die Charité :prost:
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Spielgerät
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Halbdaggl
Danke für die Erklärungen Frank!!!

Ich bin ja eigentlich ein dummer, von jeglichem Fachwissen völlig unbelasteter Corona-Lemming und mache in der Regel auch das, was man mir sagt, wenn man es mir so erklärt, dass ich es verstehen und nachvollziehen kann. Und ich glaube, wie mir geht es vielen anderen in diesem Land auch. Wenn die Anzahl derer, die nicht mehr das tun, was man von ihnen erwartet, stetig wächst, dann hängt das vermutlich auch mit fehlenden, unverständlichen oder unglaubwürdigen Erklärungen zusammen.

Karlchen L. zum Beispiel hat bei mir gerade ne Menge Kredit verspielt. Ich nehme ihm ja ab, dass er ausschließlich aus Sorge um unser aller Wohl den apokalyptischen Reiter gibt. Wenn sich jetzt aber herausstellt, dass die Ansteckungsgefahr im Freien äußerst gering ist oder die britische Variante zwar ansteckender, nicht aber tödlicher ist und er mit Hinweis auf irgendwelche angeblichen Studien immer das genaue Gegenteil vertreten hat, dann führt das zu einem erheblichen Glaubwürdigkeitsproblem. Genauso wie sein plötzliches Plädoyer für eine Notfallzulassung des Hopp-Vakzins ;) , was bisher mit Verweis auf das "Vertrauen" in die Zulassung immer abgelehnt wurde. Karl, der Lack ist ab.
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

Nilkheimer
Halbdaggl
Siehe (höre) zum ersten Punkt zumindest HeinerKarls quasi vorweggenommene Replik von heute (ab ca. -2:50):
https://www.deutschlandfunk.de/lauterba ... _id=495662

Zum zweiten: Meines Erinnerung nach wurde allenfalls zwischendurch mal vermutet, dass das Britending auch tödlicher ist; war aber nie der Hauptpunkt, sondern die deutlich höhere Infektiosität.

Und zum dritten: Hat L. auch irgendwo begründet: Mittlerweile kann man seit Monaten sehen, dass die mRNA-Impfstoffe weitestgehend problemlos sind, weshalb man jetzt anders an die Zualssung gehen kann als Ende letzten Jahres, als man diese Erfahrungen noch nicht hatte.

Mithin: Karli dürfte immer noch ein Glücksfall in dieser Situation UND FÜR DIESES LAND sein, in dieser seltenen Mischung aus Politiker und wirklichem Fachmann.
Aber das macht doch nichts.

Frank N Furter
Spielgerät hat geschrieben:Karlchen L. zum Beispiel hat bei mir gerade ne Menge Kredit verspielt.


Jetzt mal unabhängig von Deiner konkreten Kritik, zeigt der Umgang mit der Person Lauterbach, auch viele grundsätzliche Probleme unseres Landes auf.

Lauterbach ist laut, wo z.B. Laschet nur lasch ist. Er mahnt, er mischt sich ein, er macht sich wissentlich unpopulär, er ist sehr standhaft oder wahlweise, gemäß seinen Kritikern, rechthaberisch.

Aber wen haben wir denn unter den Politikern in Deutschland außer Lauterbach in dieser Corona-Krise? Wer wäre denn noch so fleißig, jeden Tag 24 Stunden diesem Thema zu widmen und wirklich jedes Paper zu lesen, dass zu Corona erscheint? Wer ist denn Mediziner und Epidemologe?

Mein schon langer gehegter Vorbehalt ist der: Wer in diesem Land Probleme anspricht und auch noch ernsthaft erwägt Lösungen vorzuschlagen, zumal Lösungen, die halt einige Menschen auch klar treffen und zu deutlichen Nachteilen führen, wer das also tut, macht sich unweigerlich unbeliebt. Der heutige Homo Politicus agiert deshalb auch ziemlich streng nach der Alternative: mach lieber nix, sag`lieber nix, denn hättest Du geschwiegen, wärst Du beliebt geblieben. Und die "Empirie" gibt dieser Methode ja leider recht. Versuch mal in Deutschland eine Stromleitung zu verlegen, egal ob unter oder über der Erde. Vorher sind sicher 90% für erneuerbare Energie und Klimaschutz. Aber komm jemandens Vorgarten zu nahe und der verwandelt sich in einen unermüdlichen Gegner und Shit-Stormer. Dieses Land ist nahezu unregierbar geworden, weil seine Bevölkerung nur noch bereit scheint Politiker ertragen zu wollen, die uns im dauergreinenden devoten Lächeln, verschiedene Steuerermäßigungen und Rentenerhöhungen versprechen. Jede Art von nötiger aber unangenehmer Politik wird rundheraus mit massiver Antiepathie quittiert.

Natürlich hat sich Lauterbach auch mal girrt (vergleichsweise selten, übrigens). Aber wer nicht? Herr Drosten hat sich mindestens so oft geirrt und man kann ihm daraus keinen Vorwurf machen. Das Irren ist nahezu immer der erste Schritt im Wissenserwerb. Nur engagierte Leute, die in Sachargumenten denken und etwas bewegen wollen, irren. Der Rest hält einfach nur die Fresse und wartet ab bis die Sonne wieder scheint.

Wir brauchen eigentlich viel mehr Politiker der Marke Lauterbach. Leute die stehenbleiben, wenn der Shitstorm kommt. Leute mit Rückrat, die "nerdig" auf Sachdebatten und Sachargumente beharren. Hätten wir in dieser Krise 20 politische Lauterbachs gehabt, verteilt über alle Parteien, hätten sie sich im "Peer-Review" gegenseitig korrigiert und wir wären vermutlich besser gefahren in der Summe.

Deutschland hat mittlerweile einen Fundus beträchtlicher, ungelöster Probleme angesammelt. Wenn wir wollen, dass diese Probleme gelöst werden, werden wir lernen müssen auch "unangenehme" Politiker zu ertragen.


Wundermann
Granadaseggl
Hinzuzufügen wäre, dass dies nicht nur für die Politik gilt.
Gerade in der Wirtschaft wird fast ausschließlich stromlinienförmiges Auftreten belohnt. Die Sachkundigen werden als Bremser häufig von der Entscheidungsfindung ferngehalten und dürfen die Fehlentscheidungen der Blender dann irgendwie wieder geradebiegen.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Ein Auszug aus dem obigen Link von Herrn Nilkheimer. Zur Frage, wie man das Impftempo beschleunigen könne:

May:
Sollten wir den Zeitpunkt für Zweitimpfungen mit den MRNA-Impfstoffen, die ja relativ kurz hintereinander geimpft werden, möglicherweise hinauszögern, um jetzt schnell mehr Erstimpfungen durchzuführen und so eine Grundimmunisierung stattfinden zu lassen?

Lauterbach:
Das ist ein Vorschlag, den ich schon seit einigen Wochen mache. Vieles spricht dafür. Wenn wir den BioNTech-Impfstoff und den Moderna-Impfstoff auch nach zwölf Wochen geben und nicht nach sechs Wochen, dann könnten wir über drei Monate hinweg fast ausschließlich Erstimpfungen machen. Das hätte eine deutliche Beschleunigung unseres Impftempos zur Folge und hätte auch wahrscheinlich zur Folge, dass es zu weniger Mutationen käme, weil die Mutationen brauchen im Prinzip die Möglichkeit, sich auszubreiten, sie brauchen viele Fälle. Nach der ersten Impfung sind die allermeisten bereits schon nicht mehr gefährdet. Der größte Nutzen der Impfung kommt schon nach der ersten Impfung. Mit der Frage beschäftigt sich auch die Stiko.

May:
Frankreich hat es schon gemacht, die Erstimpfungen vorgezogen beziehungsweise den Abstand vergrößert. Warum ist die Stiko, warum ist Deutschland da so vorsichtig?

Lauterbach:
Die Stiko hält sich sehr an das Protokoll der Zulassung. Sehr gute Erfahrungen [mit dem Vorziehen der Erstimpfung] machen insbesondere England und auch Kanada. Es gibt zunehmend Studien, die zeigen, dass es wahrscheinlich das bessere Impfregime wäre, wenn man zu wenig Impfstoff hat. Davon sind wir besonders betroffen.

May:
Glauben Sie, die Stiko bewegt sich da, das wird in Deutschland früher oder später auch kommen?

Lauterbach:
Ich hoffe es zumindest. Der Vorschlag liegt ja auf dem Tisch und es sind viele Wissenschaftler auch in Deutschland, die sich dafür im Hintergrund bei der Stiko schon ausgesprochen haben.

Wie oben schonmal geschrieben, neulich im TV war Lauterbach noch sicher, dass die Stiko sich nicht bewegen wird. Vielleicht passiert jetzt doch noch was.

Denn das ist aktuell die Realität:
Tagesspiegel hat geschrieben:
Brandenburg stellt Erstimpfungen mit Moderna und Biontech ein

Brandenburg stellt Erstimpfungen mit Biontech und Moderna in der nächsten Zeit ein. Die Stoffe sollen stattdessen für Zweitimpfungen von Leuten unter 60 Jahren dienen, die bereits eine Astrazeneca-Impfung erhalten hatten.

Iron
Grasdaggl
Wer dagegen spricht:

@ZDF:
Noch sei die Datenlage zu schlecht, um eine Empfehlung dazu abgeben zu können, ob der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung verlängert werden sollte, sagte Mertens. "Wir wissen das vor allem für die mRNA-Impfstoffe nicht genau."

Die Kommission trage weiter alle Erkenntnisse zusammen - das könne man aber nicht übers Knie brechen. "Es geht hier auch nicht um Meinungen, sondern es geht um Erkenntnisse, die letztendlich eine Entscheidung möglich machen."

Der Stiko-Chef betonte, dass er den Ansatz gut nachvollziehen könne. Großbritannien hatte diesen Weg gewählt – und erreichte damit zügige Fortschritte beim Impfen gegen Sars-CoV-2.

Schon im Januar hatte sich Mertens sehr offen gegenüber dieser Strategie gezeigt: "Da der Abstand zwischen beiden Impfungen mit großer Wahrscheinlichkeit in weiten Grenzen variabel sein kann und der Schutz auch nach einer Impfung schon sehr gut ist, ist es durchaus überlegenswert, bei Impfstoffmangel zunächst bevorzugt die erste Impfung zu verabreichen."
Potenzial ja, gesicherte Erkenntnisse nein

Dennoch reichten die bisherigen Erkenntnisse dazu nicht aus, betonte Mertens nun - rund drei Monate später - im ZDF-Morgenmagazin. Auch die europäische Arzneimittelagentur EMA sowie das Paul-Ehrlich-Institut haben die derzeitige Empfehlung von 21 Tagen Abstand bisher nicht angepasst.