Ganz elegant hast du den Schlenker von Kevin zur Zwangsprostitution hingekriegt. Capeau.
Fakt ist, dass ein Spieler des FC Bayern München mit einer minderjährigen Prostituierten Sex hatte, was strafbar ist.
Kevin Großkreuz hat sich vielleicht moralisch verwerflich verhalten (in den Augen der schwarz/grünen Schwabenspießer sogar sicher), hat aber nichts Strafbares getan.
Der FC Bayern München stellt sich nur hinter seine Spieler, während bei uns auf jemanden draufgehauen wird, der auch in den schlimmsten Zeiten mit vollem Einsatz zu diesem Verein gestanden ist.
Dass sich Großkreutz in einer schwierigen Lage des Vereins solidarisch bekannt hat, ist zwar toll, hat aber im Hinblick auf den jüngsten Vorfall keine Relevanz. Mal abgesehen davon, dass er zum Zeitpunkt der gezeigten Solidarität auch gar kein anderes Angebot /keine andere Vereinsalternative hatte. Da fallen solche Solidaritätsadressen leicht (wenngleich ich sie ihm zu 100 % abnehme).
Für mich spielt es auch keine Rolle, ob es sich um einen Spieler vom VfB handelt oder FCB oder Werder. Es ist an alle der selbe Maßstab anzulegen. Der Sachverhalt zählt, nicht die Symphatie oder Antipathie, die man für/gegen einen Spieler oder dessen Verein hegt.
Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie man (zu Recht) die Zustände und Vorkommnisse beim FCB kritisiert, gleichzeitig aber genau diese Truppe zum Orientierungsmaßstab nimmt, wie der VfB in der Causa Großkreutz reagieren hätte sollen. Und ja, ich finde es auch bedauerlich, dass das Gericht nicht nachweisen konnte, dass/ob Ribery Kenntnis davon hatte, wie alt die eingeladene Frau war. Muss man so hinnehmen, wenn auch mit geballter Faust in der Tasche.
Zum Vorschlag, man hätte Kevin behalten sollen, in Verbindung mit einer hohen Geldstrafe/Spende an ein Projekt, welches z.B. Prostituierten zum Ausstieg aus der Szene verhilft oder ähnliches:
wie Vorredner schon sagten, war das ja VIELLEICHT im Gespräch. Wenn ja, wollte es möglicherweise Kevin nicht (er erwähnte ja, dass er vom Profifussball jetzt erstmal Abstand will). Oder der Verein hat es es verworfen, weil man schnellstmöglich Ruhe haben wollte und sich bei jetzigen und potentiellen künftigen Möchtegern-Profis bzw. deren Eltern die Glaubwürdigkeit nicht verspielen wollte.
Den Ausschnitt aus der PK hat vermutlich jeder hier gesehen. KG war ein Häufchen Elend. Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass er in diesem Zustand in den nächsten Wochen den Kopf für Fußball frei gehabt hätte? Der braucht jetzt mal dringend Zeit, um sich um sein Familienleben zu kümmern und zu retten, was hoffentlich noch zu retten ist. Dabei kann man ihm nur die Daumen drücken.
Außerdem wünsche ich mir für ihn, dass die ganze Story letztendlich zu einem Reifeprozess bei ihm führt und dass er endlich erwachsen wird. Zeit wäre es! Dazu gehört nicht nur, sein Familienleben in Ordnung zu bringen und dieses kindische Geltungsbedürfnis hinsichtlich Social Media zu überdenken. Für mich gehört zu diesem Reifeprozess auch dazu, dass er sich - nicht nur im Hinblick auf seine Familie - mit dem Thema Puffbesuche und allen damit im Zusammenhang stehenden Aspekte beschäftigt.
Ich finde es ungeheuerlich, Kevin mit Zwangsprostitution in einem Satz zu nennen, nur weil er durch ein Laufhaus spaziert ist.
Echauffiere Dich darüber, solange Du willst. Wer diese Kaschemmen aufsucht, unterstützt damit sämtliche dahinter stehenden Strukturen und sollte dies mal dringend überdenken.
Und wenn die Angaben von Kronenclub stimmen, dann ist er nicht einfach nur "durchspaziert".
Außerdem widert mich diese Wertescheiße an. "Werte", was ist das schon: Freiheitseinschränkung, definiert nach persönlichem Gusto.

"Toren bereisen in fremden Ländern die Museen, Weise gehen in die Tavernen."
(Erich Kästner)