Nice Weather hat geschrieben:Was sagen eigentlich die Nicht-Ultra-Stadiongänger zum Anspruch der Ultras, dass ohne sie keine Stimmung in der Bude wäre? Schlucken die das einfach so?
Na, dann fange ich mal rückblickend an, auch wenn es dann Hiebe gibt in Richtung"Früher war alles besser" und so...
Wenn ich so das Jahr 76/77 , also die Saison des Wiederaufstiegs unter Sundermann nehme, aber auch noch bis in die 80er Jahre hinein: Ultras gab es nicht, nur verschiedene Stufen der Vereinsliebe. Auch kein Organisationsgrad und schon gar nicht -wie heute - der Anspruch von Fan-Gruppen, die "Wahren und einzig Echten" zu sein, war unbekannt.
Damit einher geht diese unsägliche Gesangskultur seit 20 Jahren: Irgendeiner (wer hat den eigentliche dazu bestimmt?) grölt mit Sprechtüte, abgewandt vom Platz, irgend eine Parole oder Gesangstück ins Volk, losgelöst von der aktuellen Spielsitaution.
Dass in Cannstatter Kurve mal von jeder Ecke aus immer wieder ein anderes Liedchen angestimmt wurde, und der Rest dann in den Gesang einfiel, ist heute absolut nicht vorstellbar, denn der Versuch würde vom rest einfach nicht gouttiert und begleitet.
Is nur so ein kleiner Aspekt.
Zur Eingangsfrage: Ja, mittlerweile sind die Ultras so mächtig geworden, dass es kaum vorstellbar wäre, dass bei deren Ausbleiben eine echte Stimmung aufkäme. Mag man bedauern, auch die Choreos würden sicher fehlen.
So wie die Hooligan-Scheiße in den 80ern und 90ergern hat wohl jede Anhängerszene ihre Zeit!!!