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Plan B
Grasdaggl
RedBlues hat geschrieben:Das wundert mich auch, ich habe bis jetzt nur von Özcan, Rüdiger und Boateng gehört. 2 Nationalspieler also und beide mit dunklem äußeren, ein Zufall?


Nein, das habe ich so erwartet. Als "Urdeutscher" kannst Du eigentlich aktuell mit jeder öffentlichen Äusserung fast nur verlieren. Auch wenn die Aussage gut gemeint sein sollte.
Ausserdem mag es ja Aussagen geben, die intern gehalten werden. Das wiederum würde ich schon erwarten.
Carpe diem.

Iron
Grasdaggl
RedBlues hat geschrieben:So unberührbar ist Erdogan in Deutschland ja auch nicht, die Politik schimpft zwar gerne aber hofiert ihn trotzdem


Wir machen Geschäfte mit der Türkei. Meine Firma hat da ein großes Produktionswerk... na klar müssen wir denn tolerieren und mit den aufgenommen Millionen von Flüchtlingen hst er sogar ein großes Druckmittel.

Airwin
Manolo hat geschrieben:
sondern sie leben teilweise - wie Özil - auch in einem anderen Staat mit einem eigenen politischen Diskurs. Ich kann bsp. überhaupt nicht sagen, ob Erdogan in GB auch als absoluter Unberühbarer angesehen wird.



Tifferette hat geschrieben:
Exzellenter Punkt, daran habe ich noch überhaupt nicht gedacht.



wirklich guter punkt. das ist aber das was ich auch mit dem vorigen post gemeint hatte. Hier wird immer sehr forumszentriert argumentiert und so getan als wäre das alles konsens. ist es aber nicht , man muß nur nach polen gehen und schon halten viele trump für einen tollen USpräsidenten.

Außerdem ebenfalls gut benannt von manolo - wenn der DFB fotoauftritte von nationalspielern nicht grundsätzlich verbieten will muß er halt mal eine liste herausgeben mit wem sie sich fotografieren lassen dürfen - und würde sich damit noch mehr in schwierigkeiten bringen. Vielleicht ist da einfach ein wenig mehr TOLERANZ notwendig?

Iron
Grasdaggl
Plan B hat geschrieben:
RedBlues hat geschrieben:Das wundert mich auch, ich habe bis jetzt nur von Özcan, Rüdiger und Boateng gehört. 2 Nationalspieler also und beide mit dunklem äußeren, ein Zufall?


Nein, das habe ich so erwartet. Als "Urdeutscher" kannst Du eigentlich aktuell mit jeder öffentlichen Äusserung fast nur verlieren. Auch wenn die Aussage gut gemeint sein sollte.
Ausserdem mag es ja Aussagen geben, die intern gehalten werden. Das wiederum würde ich schon erwarten.


Poldi und Co haben sich auch gemeldet oder Hamann... zu behaupten es haben sich nur dunkelhäutige gemeldet stimmt nicht. Hamann hat den Umgang mit einem verdienten NM scharf kritisiert aber viele haben sich nicht zu dem Rassismusvorwurf geäußert.

Airwin
Manolo hat geschrieben:
Airwin hat geschrieben:
Manolo hat geschrieben:Ich meine Ja. Weil nicht mustergültig gemeint sein dürfte. Das wäre eher Khedira. Hier war es eben erstmals der Fall, dass ein wichtiger Spieler mit ausländischen Wurzeln abseits des Platzes einen großen Fehler gemacht hat. Der Umgang damit ging dann voll in die Hose - egal wem man dafür die (Haupt)schuld gibt, dürfte das Konsens sein.



Manolo, dass hier ein "großer Fehler" von ihm begangen wurde ist vielleicht im forum konsens, aber genau genommen nicht mal da. Wenn du aber in der türkischen gemeinde - und die gehört ja auch zur deutschen gesellschaft - nachfrägst, wird dir mindestens die hälfte sagen dass özil das sehr gut gemacht hat, sowohl mit dem foto als auch mit dem rücktritt. Insofern sehe ich da keinen konsens sondern das gegenteil.

Das wäre gleich ein interessanter punkt der geforderten integrationsdebatte: Kann ein hier lebender türke integriert und erdogan-anhänger sein? mein autoschrauber sagt "ganz klar ja, ich zahl ja hier steuern".



der Konsens bezieht sich auf dem Satz, in dem er am Ende steht.




Ja schon klar, aber konsens über den "falschen umgang" ergiebt ja nur sinn wenn es auch konsens darüber gibt dass überhaupt ein großer fehler vorausging. Und den sehe ich halt nicht.

darkred
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Halbdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:
War Özil wirklich ein Musterfall?
Ich meine Nein.
Aber wir und wahrscheinlich er auch haben es immer geglaubt.


Ist Özil nicht vielmehr der Funke, an dem sich die seit langem schwelende Integrationsdebatte nun in der Fläche entzündet? Vielleicht kann man das ja auch als Chance begreifen, die längst überfällige Diskussion auf allen Ebenen der Gesellschaft anzugehen. Wenn sich die Politik hier schon traditionell einen
beschämend schmalen Fuß macht...

SC hat geschrieben:Öh... Huäh? :shock:

Ich hoffe doch, dass wir jetzt keinen Diskussionsführerschein brauchen. Ansonsten ist die Brutstätte aller politischen Diskussionen in erster Linie ein Parlament, ansonsten auch gerne mal Bürgerversammlungen, Stammtische, Demonstrationen, Fußballforen (sic!), usw, usf.

Wer? Na, mit etwas Bemühung kann doch bitte jeder diskutieren. Mehr oder minder gut, aber das ist etwas, was man nur by doing lernt.


Schon klar.
Hab mich wahrscheinlich etwas missverständlich ausgedrückt.
Mir ging es um die Frage, welche Protagonisten auf beiden Seiten eine Art Stellvertreterdiskussion führen könnten, aus der unterschiedliche Perspektiven auf das Thema "Zusammenleben in Deutschland" hervorgehen? Und diese in mgl. respektvoller, konstruktiver Art und Weise beleuchten und abgleichen.

Eine Art öffentliches Panel vielleicht?
Besetzt mit prominenten, gemäßigten, intelligenten Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft, wegen mir in mehrere Teile untergliedert und zur besten Sendezeit im deutschen Fernsehen übertragen. Bewusst keine Personen die parteipolitische Interessen verfolgen - sondern an pragmatischen Lösungsansätzen interessiert sind, wie ein fried- und respektvolles nebeneinander möglich sein kann! Könnte das nicht hilfreich sein, die Diskussion auf breiter Ebene anzustoßen? Also auch und gerade dort, wo man sich von den mehrheitlich konfrontativen Streitgesprächen auf Politikebene schon längst abgewendet hat und sich anstatt dessen allzu einfache Wahrheiten strickt. Die ja nichts anderes sind als Vorurteils- und Misstrauenshaltungen, die nicht anders zufolge haben, als den gesellschaftlichen Graben immer tiefer werden zu lassen...
Zu naiv gedacht?

Airwin
Unter Westfalen hat geschrieben:

War Özil wirklich ein Musterfall?
Ich meine Nein.
Aber wir und wahrscheinlich er auch haben es immer geglaubt.


Darkred hat geschrieben:
Ist Özil nicht vielmehr der Funke, an dem sich die seit langem schwelende Integrationsdebatte nun in der Fläche entzündet? Vielleicht kann man das ja auch als Chance begreifen, die längst überfällige Diskussion auf allen Ebenen der Gesellschaft anzugehen. Wenn sich die Politik hier schon traditionell einen
beschämend schmalen Fuß macht...



Hier werden Özil und der DFB letztlich benutzt um die integrationsfrage in deutschland zu diskutieren.
Özil steht exemplarisch für die mehrzahl der hier lebenden türken und der "rassistische" DFB für die deutsche mehrheitsgesellschaft, die es nicht akzeptieren will wenn hier lebende türken sehr nationalistisch sind , die türkei als ihre heimat ansehen und erdogan unterstützen. Das ist das thema um das es eigentlich geht und es ist letztlich billig das ganze bei Özil und dem "schlechten krisenmanagment" des DFB abzuladen. Die gesellschaft an sich hat auf diese fragen in jahrzehnten keine antwort gefunden und ist auch nicht besser vorbereitet als der DFB.

Hessoschwabe
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Lombaseggl
Nice Weather hat geschrieben:Klar, denn nicht der Rassismus fügt onserer Nation gesellschaftlichen Schaden zu, sondern der Rassismusvorwurf. Logisch.

Der Rassismusvorwurf hat es immerhin in die Tageschau geschafft und mitlerweile ein Millionenpublikum erreicht. Hier erschreckt mich schon etwas, wie nicht-existent für Dich der Unterschied vom Vorwurf zur erwiesenen Tatsache ist. Jetzt hätte ich den gesellschaftsschädlichen Rassismus des DFB doch ganz gerne mal etwas näher beziffert. Wer im DFB ist für Dich rassistisch und woran machst Du das fest?

de mappes
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Spamferkel
Die gesellschaft an sich hat auf diese fragen in jahrzehnten keine antwort gefunden und ist auch nicht besser vorbereitet als der DFB


gut geschrieben
Don't criticize what you can't understand

Airwin
Die NZZ schreibt dazu:

„NZZ“, Zürich: Özil wird nicht der Letzte sein, der am Anspruch Deutschlands scheitert

„Der Spitzensport ist die letzte Sphäre, in der sich die Deutschen so etwas wie Nationalstolz erlauben. Die Folge davon sind masslose Erwartungen an die Athleten: Sie sollen nicht nur gewinnen, sondern auch perfekte Botschafter ihrer vermeintlich coolen Heimat sein. Mesut Özil wird nicht der Letzte sein, der an diesem Anspruch scheitert.

(...) Die Deutschen hadern bis heute mit sich und ihrer Geschichte, mehr als jedes andere Volk. Sportliche Erfolge erlauben ihnen eine Form des Stolzes, die sie sich sonst verbieten. Das erste Mal geschah es beim „Wunder von Bern“ (das der Politologe Arthur Heinrich später zur „wahren Geburtsstunde der Bundesrepublik“ erklärte), und es wird mit Özils Abschied nicht enden. Allerdings ist die Rolle des kickenden Stolzproduzenten heute komplizierter. Helmut Rahn musste 1954 nur das Tor treffen.

Seine Nachfolger sollen neben dem Platz auch noch die vorbildlichsten Vertreter jenes postnationalen „cool Germany“ sein, das das Land seit seinem Sommermärchen zu sein glaubt. Özil ist Weltklasse darin, gegen einen Ball zu treten. Er geht nicht, weil er das verlernt hätte, sondern weil er nicht länger der Botschafter dieses an sich selbst leidenden Landes sein will. Man kann es ihm nicht wirklich verübeln.“



Und genau dieses postnationale verkörpern eben die meisten migranten nicht. Hier im fred geht es diesbzgl um özil der erdogan toll findet, in einem anderen fred empört man sich über die ultranationalen kroaten auf der Theo.
Man könnte das noch fortsetzen. Ich frage mich immer nur in welcher welt die leute leben die jetzt so überrascht sind? Nie was außerhalb der uni gesehen? Noch nie gegen ein türkische/albanische/serbische etc mannschaft amateurfußball gespielt? Auch sonst keinen kontakt zu migranten außerhalb der uni oder des großraumbüros ?
Wenn man es ernst meint mit der toleranz sollte man erst mal zur kenntnis nehmen - und wenn man es hinbekommt auch zu tolerieren - dass viele eben deutlich strukturkonservativer und nationaler eingestellt sind als der durchschnittssegglpforianer. Das scheint aber enorm schwierig zu sein.

Genau genommen wollte man das nie wissen weil man die integrationsdebatte nicht führen wollte. Das soll jetzt gefälligst der "unvorbereitete" DFB machen :roll: .

schwaebi
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Grasdaggl
darkred hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:
War Özil wirklich ein Musterfall?
Ich meine Nein.
Aber wir und wahrscheinlich er auch haben es immer geglaubt.


Ist Özil nicht vielmehr der Funke, an dem sich die seit langem schwelende Integrationsdebatte nun in der Fläche entzündet? Vielleicht kann man das ja auch als Chance begreifen, die längst überfällige Diskussion auf allen Ebenen der Gesellschaft anzugehen. Wenn sich die Politik hier schon traditionell einen
beschämend schmalen Fuß macht...

SC hat geschrieben:Öh... Huäh? :shock:

Ich hoffe doch, dass wir jetzt keinen Diskussionsführerschein brauchen. Ansonsten ist die Brutstätte aller politischen Diskussionen in erster Linie ein Parlament, ansonsten auch gerne mal Bürgerversammlungen, Stammtische, Demonstrationen, Fußballforen (sic!), usw, usf.

Wer? Na, mit etwas Bemühung kann doch bitte jeder diskutieren. Mehr oder minder gut, aber das ist etwas, was man nur by doing lernt.


Schon klar.
Hab mich wahrscheinlich etwas missverständlich ausgedrückt.
Mir ging es um die Frage, welche Protagonisten auf beiden Seiten eine Art Stellvertreterdiskussion führen könnten, aus der unterschiedliche Perspektiven auf das Thema "Zusammenleben in Deutschland" hervorgehen? Und diese in mgl. respektvoller, konstruktiver Art und Weise beleuchten und abgleichen.

Eine Art öffentliches Panel vielleicht?
Besetzt mit prominenten, gemäßigten, intelligenten Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft, wegen mir in mehrere Teile untergliedert und zur besten Sendezeit im deutschen Fernsehen übertragen. Bewusst keine Personen die parteipolitische Interessen verfolgen - sondern an pragmatischen Lösungsansätzen interessiert sind, wie ein fried- und respektvolles nebeneinander möglich sein kann! Könnte das nicht hilfreich sein, die Diskussion auf breiter Ebene anzustoßen? Also auch und gerade dort, wo man sich von den mehrheitlich konfrontativen Streitgesprächen auf Politikebene schon längst abgewendet hat und sich anstatt dessen allzu einfache Wahrheiten strickt. Die ja nichts anderes sind als Vorurteils- und Misstrauenshaltungen, die nicht anders zufolge haben, als den gesellschaftlichen Graben immer tiefer werden zu lassen...
Zu naiv gedacht?


Nein, darkred, das geht. Siehe die Bürgerversammlung in Irland (ab Seite 6)
https://www.zeit.de/2017/04/rechtspopul ... nd/seite-6
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.

Airwin
und nur um nochmal festzuhalten dass es auch in der causa özil keinerlei konsens gibt noch dieses türkische blatt:

„Habertürk“, Istanbul: Deutschland muss sich bei Özil entschuldigen

„Ein Land kann nicht so treulos sein“, schreibt der Sportkommentator des regierungsnahen Blatts, Halil Özer. „In das Land, in dem er (Özil) Fußball spielt, kommt ein Staatsmann seiner ursprünglichen Heimat – der Präsident – und natürlich kann sich Mesut mit ihm fotografieren lassen. Was ist natürlicher als das? Wenn Mesut an diesem Punkt angelangt ist, dann stellt Euch nur den Druck vor, der auf ihn ausgeübt wurde. Nicht Mesut, sondern die Deutschen haben die Politik in den Sport gemischt. Mesut hat getan, was richtig ist. Und ich denke, Deutschland muss sich bei Mesut entschuldigen.“



Wird hier im forum natürlich komplett anders gesehen, erstens gibt es regierungsnahe blätter ja nur in der türkei und in deutschland keinesfalls :mrgreen: . Die meisten türken in D sehen das jedenfalls so wie der regierungsnahe kommentator.

Manolo
Grasdaggl
Airwin hat geschrieben:
Manolo hat geschrieben:
Airwin hat geschrieben:

Manolo, dass hier ein "großer Fehler" von ihm begangen wurde ist vielleicht im forum konsens, aber genau genommen nicht mal da. Wenn du aber in der türkischen gemeinde - und die gehört ja auch zur deutschen gesellschaft - nachfrägst, wird dir mindestens die hälfte sagen dass özil das sehr gut gemacht hat, sowohl mit dem foto als auch mit dem rücktritt. Insofern sehe ich da keinen konsens sondern das gegenteil.

Das wäre gleich ein interessanter punkt der geforderten integrationsdebatte: Kann ein hier lebender türke integriert und erdogan-anhänger sein? mein autoschrauber sagt "ganz klar ja, ich zahl ja hier steuern".



der Konsens bezieht sich auf dem Satz, in dem er am Ende steht.




Ja schon klar, aber konsens über den "falschen umgang" ergiebt ja nur sinn wenn es auch konsens darüber gibt dass überhaupt ein großer fehler vorausging. Und den sehe ich halt nicht.


noe, man wird den Umgang ja erst recht falsch finden, wenn man erst gar keinen Fehler sieht. Gibt da ja alle Varianten von Özil hat sich nichts vorzuwerfen bis hin zu Özil ist an allem schuld.
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RedBlues
Halbdaggl
Iron hat geschrieben:
Plan B hat geschrieben:
RedBlues hat geschrieben:Das wundert mich auch, ich habe bis jetzt nur von Özcan, Rüdiger und Boateng gehört. 2 Nationalspieler also und beide mit dunklem äußeren, ein Zufall?


Nein, das habe ich so erwartet. Als "Urdeutscher" kannst Du eigentlich aktuell mit jeder öffentlichen Äusserung fast nur verlieren. Auch wenn die Aussage gut gemeint sein sollte.
Ausserdem mag es ja Aussagen geben, die intern gehalten werden. Das wiederum würde ich schon erwarten.


Poldi und Co haben sich auch gemeldet oder Hamann... zu behaupten es haben sich nur dunkelhäutige gemeldet stimmt nicht. Hamann hat den Umgang mit einem verdienten NM scharf kritisiert aber viele haben sich nicht zu dem Rassismusvorwurf geäußert.


Mir ging es um die aktuellen Nationalspieler, ... von denen sich soweit mir bekannt nur die beiden mitgeteilt haben die selbst schon diese Erfahrungen machen mussten.

Das mit der Hautfarbe war nur so daher gesprochen, ...

Manolo
Grasdaggl
Iron hat geschrieben:
Plan B hat geschrieben:
RedBlues hat geschrieben:Das wundert mich auch, ich habe bis jetzt nur von Özcan, Rüdiger und Boateng gehört. 2 Nationalspieler also und beide mit dunklem äußeren, ein Zufall?


Nein, das habe ich so erwartet. Als "Urdeutscher" kannst Du eigentlich aktuell mit jeder öffentlichen Äusserung fast nur verlieren. Auch wenn die Aussage gut gemeint sein sollte.
Ausserdem mag es ja Aussagen geben, die intern gehalten werden. Das wiederum würde ich schon erwarten.


Poldi und Co haben sich auch gemeldet oder Hamann... zu behaupten es haben sich nur dunkelhäutige gemeldet stimmt nicht. Hamann hat den Umgang mit einem verdienten NM scharf kritisiert aber viele haben sich nicht zu dem Rassismusvorwurf geäußert.


Und nochmal Draxler hat sich auch gemeldet:
Mesut Abi, deine Technik am Ball hat Spielern wie mir die Tür zum DfB-Team geöffnet. Danke, für das was du für den deutschen Fußball getan hast. Du kannst Stolz auf deine Leistungen sein
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Manolo
Grasdaggl
"Neue Zürcher Zeitung": "Sportler in anderen Ländern mögen hin und wieder ähnliche Erfahrungen machen. Aber die Art und Weise, wie die deutsche Öffentlichkeit ihre Athleten vereinnahmt und verurteilt, ist eine besondere. Als drei Schweizer Nationalspieler bei der WM die Doppeladler-Geste machten, ein bekanntes Zeichen albanischer Nationalisten, gab es im Land zwar eine hitzige Diskussion. Die hat sich aber vergleichsweise schnell beruhigt, und alle Beteiligten spielen nach wie vor für die Schweiz. (...) Ein wichtiger Grund für die deutsche Übertreibung ist das gebrochene Nationalgefühl. Die Deutschen hadern bis heute mit sich und ihrer Geschichte, mehr als jedes andere Volk. Sportliche Erfolge erlauben ihnen eine Form des Stolzes, die sie sich sonst verbieten. Das erste Mal geschah es beim "Wunder von Bern" (das der Politologe Arthur Heinrich später zur "wahren Geburtsstunde der Bundesrepublik" erklärte), und es wird mit Özils Abschied nicht enden. Allerdings ist die Rolle des kickenden Stolzproduzenten heute komplizierter. Helmut Rahn musste 1954 nur das Tor treffen. Seine Nachfolger sollen neben dem Platz auch noch die vorbildlichsten Vertreter jenes postnationalen "cool Germany" sein, das das Land seit seinem Sommermärchen zu sein glaubt. Özil ist Weltklasse darin, gegen einen Ball zu treten. Er geht nicht, weil er das verlernt hätte, sondern weil er nicht länger der Botschafter dieses an sich selbst leidenden Landes sein will. Man kann es ihm nicht wirklich verübeln."

und weitere internationale pressetimmen: https://www.stern.de/sport/fussball/mes ... e=facebook
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Southern Comfort
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Grasdaggl
11Freunde hat geschrieben:Die einen lieben ihn für seine genialen Pässe und die Leichtigkeit, die er auch im engsten Getümmel des gegnerischen Strafraums ausstrahlt, die anderen werfen ihm vor, er würde in wichtigen Spielen stets abtauchen und zu schnell die Schultern hängen lassen. Jemand, dem Özil komplett egal ist? Gab es auch vor dem Erdogan-Foto, eigentlich sogar in seiner gesamten Karriere, kaum. Jeder hatte stets eine Meinung zu ihm, vom »Alibifußballer« bis zum »Genie« war alles dabei, »Komiker« wie Oliver Pocher machten sich über sein Äußeres lustig, englische Fans huldigten ihn mit eigenen Songs. Entweder man war für ihn. Oder gegen ihn. 



Jetzt wiederholt sich diese Sichtweise. Dafür oder dagegen, seine Seite oder die andere, gut oder schlecht. Doch dummerweise gibt es bei diesem Thema keine gute Seite. Sondern auf allen Seiten nur eines: Verlierer. Özil, weil er ohne einen Funken Selbstkritik auf sein eigenes Verhalten schaut. Grindel und Bierhoff, weil sie auf einen am Boden liegenden Spieler eintraten, um die eigene Haut zu retten. Der deutsche Fußball, weil ihm der vielleicht talentierteste Spieler einer gesamten Generation nicht mehr helfen will und wird. Und all die Krakeeler, die auf komplett vermintem Gebiet lieber blindlings nach vorne preschen, statt die Sprengfallen mit Bedacht zu umgehen. Was extrem ärgerlich ist. Schließlich könnte Bedacht der bisher so verhunzten Diskussion tatsächlich helfen.


https://www.11freunde.de/artikel/zur-vo ... itt/page/1

Etwas mehr Fußballfokus. Tut auch gut.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

darkred
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Halbdaggl
Schwaebi hat geschrieben:Nein, darkred, das geht. Siehe die Bürgerversammlung in Irland (ab Seite 6)
https://www.zeit.de/2017/04/rechtspopul ... nd/seite-6


Danke für das Einstellen des Artikels.

Tolle Sache. Gelebte Basisdemokratie.
Das wäre im Ansatz auch meine Herangehensweise. Menschen mit Problemstellungen zu konfrontieren, sie dazu zu bringen sich INHALTLICH damit auseinanderzusetzen ... es von mehreren Seiten zu betrachten und darauf fußend Lösungsvorschläge zu machen., Konsens zu suchen. Solange es man dabei belässt, dass jeder seine Ressentiments pflegen kann, wird man die Gesellschaft nicht zu einem tolerantem Miteinander bewegen können.

Airwin
de mappes hat geschrieben:das hatte airwin doch schon gepostet :?:




dass @manolo den von mir eingestellten NZZ-artikel nicht gelesen hat ist verschmerzbar, dass er meinen kommentar darunter auch übersehen hat hingegen nicht 8) .

Airwin
Southern Comfort hat geschrieben:
11Freunde hat geschrieben:Die einen lieben ihn für seine genialen Pässe und die Leichtigkeit, die er auch im engsten Getümmel des gegnerischen Strafraums ausstrahlt, die anderen werfen ihm vor, er würde in wichtigen Spielen stets abtauchen und zu schnell die Schultern hängen lassen. Jemand, dem Özil komplett egal ist? Gab es auch vor dem Erdogan-Foto, eigentlich sogar in seiner gesamten Karriere, kaum. Jeder hatte stets eine Meinung zu ihm, vom »Alibifußballer« bis zum »Genie« war alles dabei, »Komiker« wie Oliver Pocher machten sich über sein Äußeres lustig, englische Fans huldigten ihn mit eigenen Songs. Entweder man war für ihn. Oder gegen ihn. 



Jetzt wiederholt sich diese Sichtweise. Dafür oder dagegen, seine Seite oder die andere, gut oder schlecht. Doch dummerweise gibt es bei diesem Thema keine gute Seite. Sondern auf allen Seiten nur eines: Verlierer. Özil, weil er ohne einen Funken Selbstkritik auf sein eigenes Verhalten schaut. Grindel und Bierhoff, weil sie auf einen am Boden liegenden Spieler eintraten, um die eigene Haut zu retten. Der deutsche Fußball, weil ihm der vielleicht talentierteste Spieler einer gesamten Generation nicht mehr helfen will und wird. Und all die Krakeeler, die auf komplett vermintem Gebiet lieber blindlings nach vorne preschen, statt die Sprengfallen mit Bedacht zu umgehen. Was extrem ärgerlich ist. Schließlich könnte Bedacht der bisher so verhunzten Diskussion tatsächlich helfen.


https://www.11freunde.de/artikel/zur-vo ... itt/page/1

Etwas mehr Fußballfokus. Tut auch gut.



würde ich anzweifeln was da geschrieben wurde. Z.B hier im forum wurde der fussballer özil von vielen durchaus differenziert gessehen (tommes fällt mir da spontan ein) mit seinen stärken und seinen schwächen. Und zweitens ist das was da oben im ersten teil beschrieben wird auch nichts außergewöhnliches, könnte hier im forum ganz ähnlich zB über gentner oder demnächst didavi stehen.

Abgesehen davon haben bis auf den ulmer metzger wohl die meisten verstanden das es aktuell nicht um den fussballer geht.


Airwin
meine güte, schon diese überschrift.... "Erdogan will mit Özil telefoniert haben..." . Was soll das jetzt suggerieren? Dass er nicht mit ihm telefoniert hat? In text allerdings nichts was darauf hindeutet :roll: .
Wie oben beschrieben man muß einfach mal mit weniger deutschzentriertem blick in die welt schauen.
Die von @manolo oben geposteten türkischen pressestimmen sprechen bände.

Kronenclub
Granadaseggl
Man könnte das noch fortsetzen. Ich frage mich immer nur in welcher welt die leute leben die jetzt so überrascht sind? Nie was außerhalb der uni gesehen? Noch nie gegen ein türkische/albanische/serbische etc mannschaft amateurfußball gespielt? Auch sonst keinen kontakt zu migranten außerhalb der uni oder des großraumbüros ?
Wenn man es ernst meint mit der toleranz sollte man erst mal zur kenntnis nehmen - und wenn man es hinbekommt auch zu tolerieren - dass viele eben deutlich strukturkonservativer und nationaler eingestellt sind als der durchschnittssegglpforianer. Das scheint aber enorm schwierig zu sein.


Klasse :nod:
#verpisst euch alle#

Airwin
Kronenclub hat geschrieben:
Man könnte das noch fortsetzen. Ich frage mich immer nur in welcher welt die leute leben die jetzt so überrascht sind? Nie was außerhalb der uni gesehen? Noch nie gegen ein türkische/albanische/serbische etc mannschaft amateurfußball gespielt? Auch sonst keinen kontakt zu migranten außerhalb der uni oder des großraumbüros ?
Wenn man es ernst meint mit der toleranz sollte man erst mal zur kenntnis nehmen - und wenn man es hinbekommt auch zu tolerieren - dass viele eben deutlich strukturkonservativer und nationaler eingestellt sind als der durchschnittssegglpforianer. Das scheint aber enorm schwierig zu sein.


Klasse :nod:




und eben darum wird es beredt beschwiegen werden, wahrscheinlich trifft es auf viele diskutanten (nicht dillen tanten 8) ) zu.
Und über die eigene intoleranz - v.a wenn sie migranten betrifft - schweigt man sich halt lieber aus.